...und Kindergrössen
3,4 Jahre nach meiner Anmeldung im DF schaffe ich es tatsächlich, mich in die Drummergalerie einzutragen ...grumbel...
Der wahre Grund, weshalb ich mein Equipment nie vorgestellt habe: ich weiss bis heute nicht, ob ich auf eine 13x12“ oder eine 12x13“ haue ...
Jetzt möchte ich aber doch gerne erzählen, wie mich das Drumming bisher durch das Leben begleitet und was sich dabei so angesammelt hat.
Meine erste Trommel habe ich mit sechs gebaut, das Fell aus echten Schweinsblasen – uuuäk, das stank! Die Trommeln brauchten wir vor allem für unsere Indianerspiele, also keine ernsthaften Ambitionen. Dafür durften sich verschiedene Klavierlehrer viele Jahre mit mir rumärgern.
Die erste Band entstand am Gymnasium. Nachdem in einer Disco zu Collins „In The Air Tonight“ das Bistrotischchen vor mir fast das Zeitliche gesegnet hätte, war klar, wer den Platz am Schlagzeug erhält. Aber die Band kam leider nie aus dem Proberaum raus, weil wir unser eigenes Geschrammel nur bekifft ertrugen. Jedenfalls beinhaltete mein Repertoire etwa 5 Grooves (siehe „Ak-ten-ta-sche“).
Mein erstes Schlagzeug war blau foliert, die Resos hatte jemand rausgesäbelt und es war mit wirkungsvollen Felldämpfern ausgestattet, die von unten her in die Batter gedrückt wurden. Marke unbekannt.
An der Uni gab es weitere Bands, und zumal unterdessen nicht mehr alle zugedröhnt auf ihren Instrumenten rumschrappten und sich dabei in ihre eigenen Kabel einwickelten, klang die Musik entsprechend besser - DYNAMIK wurde zum Reizwort. Ich leistete mir einen Schlagzeuglehrer, bei dem ich einige Jahre blieb.
Eine weitere Station war die Jazzschule Zürich, wo ich neben Drums auch Harmonielehre und Gehörbildung belegte – wie will man sonst den Saiten & Tasten wirkungsvoll dreinreden?
Das war mein zweites Schlagzeug : Pearl BLX in weiss 10“, 12“, 13“, 16“ 22“ (stimmt das? hmmm jetzt wären wir eben soweit...)
ich habe es vor 13 Jahren einem Drummer „von der Bühne“ weggekauft. unterdessen steht es bei meiner 9 jährigen Nichte, die fleissig darauf übt. wenn sie so weiter macht, kriegt sie es in zwei Jahren geschenkt.
Mit meiner Spielmoral ging es die folgenden Jahre rauf und runter, abhängig von Studium, Beruf, Familiengründung (mit meinem zweiten Bassisten)... aber die Sucht verstärkte sich zunehmend und seit etwa 5 Jahren spiele ich pausenlos.
Mein Equipment heute:
Sonor S-Class Natural (10“, 12“, 14“, 16“, 22“)
mein Hauptset – ich benutze es mit Gibraltar Rack für grössere Bühnen, mit Ständern (ohne 10“) für kleinere Bühnen.
Die Kessel stehen grad in der Zimmerecke, weil wir bald in einen neuen Musikraum ziehen – Quarantäne sozusagen (siehe Bild unten).
Yamaha Recording Custom (8“, 10“, 14“, 18“)
für Kleinstbühnen – wir spielen manchmal auf winzigen Clubbühnen, wo jeder Zentimeter zählt. Ein super kompaktes Set.
Dieses Sonor Signature (Horst Link, Bubinga) konnte ich einige Jahre ausleihen, aber es darf nicht an die Gigs (deshalb steht es grad so fast ohne Cymbals da). Ein Wahnsinnsteil, der kleine Kick (20“) hat einen Wumms wie ... na ja, damit wären wir bei den Männergrössen = smile. Und die Snare erst: Uebermännergrössen! So was hammermässiges habe ich ehrlich noch nie gespielt!
Roland TD-10
mit TDW-1 Expansion Board, 2 x PD-120 Pad, 2x PD-100 Pad, KD-120 Kick... ja eben, was so dazu gehört (-:
mein Uebeset zuhause, mit der letzten Band habe ich es auf der Bühne gespielt, da haben wir mit Samples gearbeitet. Ich habe das Ding gerne, möchte aber nicht mehr unbedingt auf die Bühne damit.
Während drei Jahren habe ich an einer Musikschule und privat Drums unterrichtet – aber ich bin dafür nicht ausgebildet. Mein Unterricht ist zwar bei den Leuten sehr gut angekommen, aber mit der technischen Vermittlung stosse ich irgendwann an meine Grenzen – jedenfalls habe ich keine Hemmungen, das offen zu kommunizieren und einer fortgeschrittenen Schülerin, die an die Musikhochschule möchte, den entsprechenden Lehrer zu vermitteln...
Ich bin glücklich darüber, dass ich meinem liebsten Hobby so viel Zeit widmen kann, weil ich mir die Arbeits- und Familienzeiten gut einrichten kann. Da wir eigentlich eine Musikerfamilie sind, muss sich niemand wegen langer Proben u.ä. rechtfertigen – einfach nie mit dem Göttergatten in derselben Band, das ist ungesund...
Momentan arbeite ich dran, nicht vor jedem Fill zum Fisch zu mutieren, der auf das Trockene geworfen wird (mit einem Spiegel und ehrlichem Feedback meiner Mitmusiker).
Zur Zeit spiele ich in zwei Bands: eine Poplatinfunkyjazzcoverband (nur Frauen) und eine Funkcombo, die stetig wächst (nur Männer sonst). Wenn die Grooves nicht zu vertrackt sind, singe ich Backings. Schlagzeugunterricht nehme ich heute nach Bedarf und sehr gezielt, wenn ich wieder mal anstehe (meistens an der Jazzschule).
Vor allem habe ich die Drummerseminare entdeckt! Eine Woche lang mit unzähligen Drummern täglich 10 Stunden lang lärmen, das ist der nackte Adrenalin-Wahnsinn und ich brauche jeweils mindestens 2 Wochen, bis ich danach wieder im Alltag lande...
Die weitere Inventarliste:
cymbals
zildjian ping ride 22“
zildjian avedis ride 22“
zildjian K dark crash 17“
zildjian K dark crash thin 14“
zildijan hihat quick beat 14“
bosphorus ride jeff hamilton (the hammer) 20“
bosphorus hihat brillant 14“
paiste hihat sound edge 2002 14“ (schwarz)
paiste ride 2002 20“ (schwarz)
paiste ?? 16“ crash
paiste splash 2002 8“ (rot)
paiste china dimensions thin 14“
paiste bell 2002 8“ (rot)
Die K’s hängen eigentlich immer, mit den andern Cymbals & HH wechsle ich je nach Bedarf ab.
snare pearl free floating maple
snare pearl (ein 8“ tiefer stahlkessel glaubs...)
snare mapex v series 10“ (benutze ich manchmal als timbale – sidesnare)
Ausserdem in meinem Fundus: 4 Drumhocker (2 gute, 1 schrottiger und 1 lebensgefährlicher), 8 Cymbalstands, 3 Hihat Stands, 4 Kickpedale – alles kunterbunt gemixt aus Tama, Pearl, Yamaha, DW – Teilen, sowie diverse Kleinpercussion zum anhängen und rumgrümpeln.
Entschuldigt diesen Roman... über Bemerkungen und Fragen (die NICHT meine Gewindegrössen betreffen) würde ich mich freuen!
Herzliche Grüss’
Coda