Resotune - Die neue Stimmhilfe?

  • Aufgrund einer Werbung bin ich über das Resotune Gerät gestolpert. OK, der Preis ($399,-) ist echt happig, aber was haltet Ihr von dem Ding? Ich steige da derzeit noch nicht so ganz hinter, wie das Funktioniert und frage mich ob es was taugen kann.


    Hier geht es zur Webseite von dem Teil.

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  • Moin!


    hier ist eine Videopräsentation dazu.
    Das könnte sogar funktionieren. Aber 400$ ist ein haufen Kohle.
    Andererseits, wenn die Toms dann wirklich GENAU gestimmt sind ...
    Mal abwarten, ob man in Zukunft mehr davon hört.

  • Hier der Link zum PDF-Download der englischen Bedienungsanleitung. Vielleicht hat ja jemand Lust, das zu lesen & dann hier der Allgemeinheit zu verklickern. Mir ist das zu kompliziert. Die Page des Dingens: circularscience


    Keep On Groovin'
    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • ich habe mich auch mal durch die entsprechenden Foreneinträge gelesen. Die scheinen fast alle (noch) "marketinggeschädigt" zu sein. Grundsätzlich fänd ich so ein Ding gar nicht schlecht. DTB hin DTB her, für mich ist die Stimmerei immer ein Riesenakt.

  • Zitat

    Original von fwdrums
    Vielleicht hat ja jemand Lust, das zu lesen & dann hier der Allgemeinheit zu verklickern.


    Lust ist was anderes, aber ich machs trotzdem mal:


    Man kann natürlich verschieden vorgehen, ich werde die von der Anleitung empfohlene Variante beschreiben.


    1. Positionieren
    Man fängt an, indem man das Resotune auf 2 Sticks auf das Tom setzt. Es wird auf eine Stimmschraube ausgerichtet, welche dann von dem Gerät als Referenz benutzt wird (lässt sich auf Seite 4 sehen)


    2. SCAN-Modus
    Jetzt lässt man den SCAN-Modus des Geräts durchlaufen. Das heißt, das Teil durchläuft das Frequenz-Spektrum um die Bereiche (der Trommel) mit der höchsten Resonanz zu finden. Zudem wird der Ton / die Frequenz der Referenz-Stimmschraube herausgefunden.


    3. TUNE-LUG-Modus (Stimmschraubenstimm-Modus)
    Es geht zuerst darum, das Fell "in sich" zu stimmen. Hierbei verwendet das Gerät die Obertöne des zu stimmenden Fells. Also den Ton den man hört, wenn man den Finger auf die Fellmitte setzt und dann neben der Stimmschraube aufs Fell klopft.
    Man dreht das Gerät so, dass es auf die nächste Stimmschraube ausgerichtet ist. Das Gerät zeigt dann an, ob man höher oder tiefer Stimmen muss. Wenn man den gewünschten Ton erreicht hat, dreht man das Teil zur nächsten Stimmschraube und so weiter bis das Fell in sich gestimmt ist. Den Vorgang wiederholt man mit dem Resofell.


    4. TUNE-DRUM-Modus (Trommelstimm-Modus)
    Wenn beide Felle in sich stimmig sind, geht es darum, den Gesamtton der Trommel zu verändern.
    Das Gerät wird also auf das Schlagfell gesetzt. Wohin genau, lässt sich der Beschreibung leider nicht entnehmen. Ich nehme an mittig.
    Das Resotune zeigt zuerst den Ton an, den es als den resonantesten erkannt hat. Dahin will / soll man also jetzt stimmen.
    Danach wird der aktuelle Ton der Trommel angezeigt und man muss dann halt hoch- / runterstimmen bis der gewünschte Ton erreicht ist.


    5. FAST-SCAN-Modus
    Nach dem Stimmen lässt man noch den Schnell-scan durchlaufen, damit das Gerät die letztendlichen Werte für Schritt 6 zur Verfügung hat.


    6. STORE-Modus (Speicher-Modus)
    Jetzt lassen sich die Werte für die Trommel speichern. Es gibt 32 Speicherplätze, das reicht also für auch für die Portnoys unter uns.
    Wenn man schon gespeicherte Werte hat, ersetzt der RECALL-Modus (Lade-Modus sozusagen) den SCAN-Modus, da die Werte ja nicht noch ein mal herausgefunden werden müssen.




    Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Jetzt darf ich kritisieren :D
    Ich muss allerdings sagen, dass ich den Resotune noch nie in der Hand hatte und Stimmgeräten (vor allem für Schlagzeug) eher kritisch gegenüberstehe.
    Meine Meinung bildet sich also ausschließlich aus der Anleitung.


    zu 1.
    Das positionieren scheint eine relativ komplizierte Angelegenheit zu sein. In der pdf-Anleitung werden auch keine genauen Anweisungen gegeben, es wird nur als häufige Fehlerquelle genannt :rolleyes:


    zu 2.
    Der Scan scheint alles andere als schnell zu gehen. Das muss man ja zum Glück nur ein Mal pro Trommel machen.
    Was ich jedoch als Problem ansehe, ist die Fehlergefahr. Schon wenn man während des Scannens die Hände in der Nähe des Geräts bewegt, können Fehler auftreten. Die Positionierung habe ich ja zu 1. schon erwähnt. Auch wenn man während des Scannens ausversehen einen falschen Knopf drückt, kann das Ergebnis verfälscht sein.


    zu 3.
    Es lassen sich bestimmt gute Resultate erzielen, jedoch muss ich ein wenig Kritik an der Anleitung äußern.
    Das Über-Kreuz-Stimmen wird mit keinem Wort erwähnt. Außerdem wird nicht beachtet, dass das drehen an einer Stimmschraube auch die Spannung an den anderen verändert. Es hört sich so an, als müsse man nur ein Mal rundherum gehen und jede Schraube auf den vom Gerät angezeigten Ton stimmen. Ich fürchte allerdings, dass das Fell dann alles andere als "stimmig" ist...
    Außerdem wird behauptet, die "in-sich-Stimmigkeit" des Resofells würde keine sooo große Rolle spielen.


    zu 4.
    Hier bin ich sehr skeptisch. Es wird überhaupt nichts zum gleichmäßigen Stimmen gesagt. Wer völlig willkürlich an den Stimmschrauben dreht, wird auch irgendwann auf den vom Resotune gewünschten Ton kommen, die "in-sich-Stimmung" wird jedoch dabei wieder aufgehoben.
    Natürlich MUSS man dabei nicht alles verstimmen, es kann aber durchaus vorkommen (ich habe schon oft gesehen, dass jemand einfach eine Schraube ausgelassen / vergessen hat).
    Was ich für einen Sound haben will, ist dem Gerät auch ziemlich egal. Ich soll halt einfach zum resonantesten Ton stimmen. Hier hilft nur der Manual-Modus, bei dem man den gewünschten Ton selbst wählen kann.


    zu 5.
    Das wird eher nebenbei erwähnt, ist jedoch die Voraussetzung dafür, dass der Speicher-Modus funktioniert bzw. überhaupt einen Sinn hat.


    zu 6.
    Nützliche Funktion! Vor allem auf Grund der 32 Speicherplätze. Man kann sich den Resotune also mit einem anderen Drummer teilen, dann muss jeder "nur" 200$ zahlen.




    FAZIT:


    Vorab: Ich bin selbst kein guter Stimmer. Ihr müsst euch also selbst überlegen, wie viel ihr auf meine Meinung gebt.


    Mit dem Resotune lassen sich bestimmt sehr gute Stimmungen erzielen. Die Idee mit Lautsprechern und Mikros halte ich für die beste, die der Markt im Moment zu bieten hat. Über Drehmoment-Schlüssel muss ich wohl garnichts sagen. Den Vorteil gegenüber dem Tension Watch sehe ich vor allem darin, dass das Resotune nicht vom Felltyp abhängig ist und, dass es einen Ton vorschlägt, wo die Trommel sehr resonant ist.
    Am kritischsten sehe ich die vielen (möglichen) Fehlerquellen.
    Zudem kann ich mich absolut nicht mir der Bedienungsanleitung anfreunden. Die hat bestimmt kein guter Stimmer geschrieben, sondern ein Physiker... Obwohl ich meist bei überausführlichen Bedienungsanleitungen abkotze (die von meinem Taschenrechner ist dicker als ein Neues Testament / Koran oder sowas in der Drehe), finde ich diese deutlich zu oberflächlich. Drum-Tuning ist ja auch kein oberflächliches Thema (das werden Tim und Nils bestimmt bestätigen).
    Der Preis mag technisch gesehen ja berechtigt sein, für ein Stimmgerät finde ich 400$ ~ 300€ jedoch alles andere als vertretbar.


    Persönliches Fazit:
    Ich werde mir den Resotune bestimmt nicht kaufen!




    Ich hoffe jemandem geholfen zu haben. :)
    Jano

  • also, ich glaub das is was für schlagzeuganfänger ohne talent, die von ihren eltern alles bekommen... das sind die, die dann dw sets haben und nicht mal nen 4/4 takt kloppen können :rolleyes:

  • Zitat

    Original von wiesmut
    also, ich glaub das is was für schlagzeuganfänger ohne talent, die von ihren eltern alles bekommen... das sind die, die dann dw sets haben und nicht mal nen 4/4 takt kloppen können :rolleyes:


    Talent zum Stimmen oder Talent zum Trommeln?

  • Zitat

    Original von Schlumpf
    Irgendwie voll der Schwachsinn das Teil. Aber es gibt halt immer wieder Dinge die die Welt nicht braucht - kann man nix machen!!!


    Ich will das Dings ja nicht über Gebühr verteidigen, aber die Vorstellung, daß man nach vertretbarer Zeit seine Toms ordentlich gestimmt hat, finde ich nicht schlecht.
    Was habe ich (der ich "untalentierter" Stimmer bin) schon Nachmittage mit dem Unterschied zwischen Dooouunng und Dooiiing verbracht.
    Wenn das Gerät das kann was es verspricht, ist es zwar zu teuer, aber kein Schwachsinn - finde ich.

  • Zunächst vielen Dank an jane für die Mühe.


    Die Sache hört sich ziemlich kompliziert an. Ich vermute, daß Unerfahrene damit überfordert sein könnten. Ob's Erfahrene brauchen? Who knwows. Gut, es gibt auch efahrene Drummer, die ihre Problem mit dem Stimmnen haben (btw: Hierzu gibt's eine nette Anekdote über Buddy Rich im aktuellen Modern Drummer.). Letztendlich würde mir nur ein persönlicher Test oder ein Test durch jemand, auf dessen Urteil ich vertrauen kann weiterhelfen. Also Sticks & d&p wohl kaum ("ein individueller Soundcheck...").


    Drumstudio1, wie sieht's aus? Sollen wir zusammen legen? :)


    Keep On Groovin'
    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Zitat

    Original von fwdrums
    Ob's Erfahrene brauchen? Who knwows.
    fwdrums


    Ich fände es MEGA-interessant das Ding mal auszuprobieren. Damit könnte man seine eigene Genauigkeit beim Stimmen überprüfen, sofern das Gerät denn kann, was in der Werbung versprochen wird.


    Eins ist allerdings sicher: wenn's schnell gehen muss, bin ich besser ohne so ein Gerät, denn dann kann ich eine Trommel in jeder Lage stimmen, ohne sie auf einer ebenen Fläche ablegen zu müssen.


    Nils

  • Okay, ich wollte ja erstmal nur wissen, ob das Thema noch irgendwen interessiert. Und nach den teils heftigen Reaktionen auf das Gerät, dachte ich mir- bist besser mal vorsichtig. :D


    Um die ersten Unmutsäusserungen im Kern zu ersticken, meine Kurzbio vorneweg:
    Ich bin seit ca. 27 Jahren Rock´n Roll Schlagzeuger. Kein Profi, sondern wirklich nur Just for Fun, dies aber dann doch mit einer gewissen Beharrlichkeit.
    In all den Jahren, habe ich alles mögliche ausprobiert und getestet, um das Stimmen meiner Toms in den Griff zu bekommen( angefangen vom Tama Drum Torque in den 80ern, dem heutigen Drum Dial undwasweissichnochalles). Snare war eigentlich nie ein grosses Thema, aber mit den Sound meiner Toms war und bin ich nie 100% zufrieden. Es übersteigt eindeutig meine Fähigkeiten (oder meine Ansprüche sind zu hoch) die Felle (Schlag- und Resonanz) auf einen Ton bringen, geschweige denn die beiden auch noch in einem bestimmten Intervall zu tunen.


    Aus diesem Grund habe ich mich einfach mal bei der Firma in den USA gemeldet und habe das Resotune für ca. 270€ + 50€ Zoll gekauft (bin auch kein Krösus oder von Beruf Sohn, sondern habe mich dafür schweren Herzens von meiner Phonic Plus Snare getrennt :().


    Jetzt habe ich das Ding seit 1 Woche hier und kämpfe mich so langsam durch all die blinkenden LEDs. Bis jetzt dachte ich immer mein Englisch wäre okay (reicht nicht zu Shakespeare aber zum Harry Potter lesen), aber dieses Manual hat mich doch mehr verwirrt als informiert. Ich habe dann noch einen Versuch zusammen mit meinem Sänger aus Newcastle gestartet, aber auch der musste dann auch irgendwann kapitulieren und liess mich allein.


    Zum Gerät selber:
    Es macht auf mich den Eindruck eines Prototypen, also handgesägte Aluteile, man muss 7 Schrauben entfernen um die Batterie zu wechseln usw. Die Anzeige dessen, was das Gerät an Informationen bereithält erfolgt über LEDs und das ist schon sehr tricky (z.B. statt eines Display auf dem eine Zahl steht, muss man die Leuchten der LEDs interpretieren). Die Stromversorgung habe ich auch gleich auf Netz umgestellt, da eine 9V Blockbatterie gerade mal 2 Stunden hält. ABER....


    Im Prinzip funktioniert es.


    Ich habe mal ein 13“x11“ Floor Tom gestimmt. Das heisst, das Resotune erzeugt einen Ton der über 4 Oktaven geht und checkt wo die Trommel am besten mitschwingt und welchen Ton die Schraube hat, auf den das Gerät ausgerichtet ist.
    Um das ganze abzukürzen:
    Es hat recht lange gedauert (ca. 30 –45min), bis ich alle Schrauben auf eine Höhe eingestellt hat, da das Resotune manchmal nicht reagiert hat, dann mal ständig zwischen zu hoch und zu tief geschwankt hat ( dem geht´s im Prinzip mir wir beim stimmen: so manchmal weiss er einfach nicht, welches jetzt eigentlich der Grundton ist, bei all den Obertönen). Auch gewisse Grundfertigkeiten im Stimmen sind vonnöten – man muss das Gerät quasi in die Richtung lenken, in die es gehen soll.
    Dann habe ich das Tom hingestellt, mir einen Stock geschnappt, ausgeholt, draufgehauen und es macht: duuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuummmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm. ?(
    Sehrrrrrrrrrr interessant.
    Hatte ich vorher noch nie gehört.
    Mein Tom hat einen klar definierten Ton von sich gegeben, und der stand dann 5 – 10 Sekunden im Raum.
    Brauch aber ehrlich gesagt kein Mensch.
    Jetzt muss ich erst mal schauen, wie ich mit dem Resotune das Resofell tiefer stimmen kann, um die Trommel wieder unter Kontrolle zu bringen.


    Fazit:
    Noch viel zu früh, um eins abzugeben. Das Resotune ist ziemlich komplex zu handhaben und ich hatte bis jetzt noch nicht die Zeit und Muße hinter alle Geheimnisse zu kommen. Es gibt leider kein Forum o.ä. mit Hints und Tricks, man ist da auf sich gestellt, um sich durchzuwurschteln.
    Ich würde momentan vom Kauf eher abraten. Ich denke, an müsste sich das unbedingt vorher mal anschauen, ob man damit klarkommt. Bei Bedarf einfach melden, vielleicht kann ich ja weiterhelfen.


    Falls es also noch jemanden gibt, der das Ding sein eigen nennt: Bitte, bitte melden. ;)

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