Updated 03.12.2007: Weiter unten findet ihr einen weiteren test einer anderen Tres Lados Cajon.
Hier nun der woanders im Forum bereits angekündigte Testbericht meiner trE.S. lados Cajon.
Als erstes sieht das Auge das es sich bei dem Modell um ein sehr edles Gerät zu handeln scheint, welches sich dann letztlich auch im Sound der "Kiste" bestätigt.
Eine Besonderheit dieser Cajon besteht darin dass sie von 4 Seiten bespielbar ist, das ist äusserst interessant, ist man doch immer auf der Suche nach verschiedenen sounds....!?
Die Oberflächen der vorderen und hinteren Schlagplatten sind aus Tineo, im deutschen auch als indischer Apfel bezeichnet. Wunderschönes Holz welches das Gerät warm klingen lässt. Der Sound ist weich, trotzdem klar definiert. Der Bass ist tief und fett, mit eher wenigem Mittenanteil. Trotzdem zeichnet er sich klar ab von den restlichen Sounds der "Apfelkiste". Ich habe noch keinen so schönen Cajonbass gehört, sehr resonant als hätte das Ding eine Seele. Der Bass scheint schon fast zu singen, sehr lebendig. Wer jetzt meint das sich diese Resonanz negativ auf etwaiges mitrascheln der Schnarrsaiten auswirken muss, der wird schnell eines besseren belehrt. Die Trennung ist sehr gut. Natürlich schwingen je nach Einstellung einer solchen Cajon die Schnarrsaiten immer mehr oder weniger mit. Bei anderen Cajons fand ich das oft mehr oder weniger störend. Bei dem Tres lados Model ist das irgendwie anders, das entstehende rascheln geht irgendwie Hand in Hand im Sound. Es scheint eher wie ein zusätzlicher Ton der die "Gesamtheit" eines Rhythmus noch vollendet, eine zusätzliche Stimme eben.
"Snareschläge klingen kontrolliert. Durch die Einstellung der Schnarrsaiten lässt sich die Länge des Snare-effekts sehr gut steuern. Das habe ich auch noch bei keiner anderen Cajon so erlebt. Ein gewünschter sound lässt sich leicht erreichen. Oft habe ich es erlebt wenn man die Schnarrsaiten verstellt weil man den Sound ändern möchte, dann entstehen plötzlich irgendwelche komischen Nebengeräusche, Schwingungen die fürchterlich klingen und jämmerlich heulen und kratzen. Nicht so bei der Tres lados cajon, kein störendes klirrendes rascheln, sehr positiv. Das eröffnet die Option auf wirklich viele verschiedene stimmungen der Kiste, sehr wichtig für etwas härtere " Tips" (leichte Anschläge mit den Fingerspitzen ). Gerade bei solchen Tips hatte ich oft Probleme mit dem Klang und dem Schwingen der ansprechenden Schnarrsaiten, bei der Tres lados scheint das aber der Vergangenheit anzugehören. Wie auch der Bass zeigt sich der Snaresound vielschichtig, eine Mischung aus warmen Mitten und klarer Brillianz. Das schnarrt nicht nur und man hört den Holzkorpus, nein... da scheint irgendwie noch mehr zu sein. Das ist wohl das was ein wirklich gutes Instrument auszeichnet. Wahrscheinlich ist es Blödsinn zu behaupten "das klingt eben nach handgemacht und nicht nach maschinell gerfertigt", tja aber anders herum Frage ich mich wo denn diese "Seele" des Instruments herkommt? Wie auch immer....
Die Rückseite der Cajon ist im Gegensatz zur Vorderseite nicht oben verschraubt und besitzt auch keine Schnarrsaiten. Das ermöglicht einen kubanischen Sound der etwas an einen Congaklang erinnert. Warme trotzdem knackige sounds, leicht ansprechend. Eine willkommende Abwechslung zum peruanischen oder flamencomässigen Sound. Das macht Spass ..... und wenn man mal ehrlich ist, bietet sich das doch geradezu an, warum sollte man die restlichen Seiten der Cajon für pures Gehäuse verschwenden ?
Da kommen wir auch gleich zu den Seitenflächen des Instruments, denn die sind auch nicht nur Standard, da hat jemand nachgedacht..... lobenswert. In die Seiten der Kiste sind Klangfelder eingearbeitet die die Kiste ganz anders ansprechen lassen als würde man auf einen einfachen korpus klopfen. Bedingt dadurch das bei den klangfeldern das Holz ( Buche ) wesentlich dünner ist als beim Standardkorpus kann man es wirklich besser und wirklich ins Spiel intergrieren. Da gibts Snaresounds, sogar ein Bass lässt sich spielen, der zwar nicht so fett und tief ist wie auf der regulären Spielfläche ( warum auch ? ), aber eine knackige Abwechslung bietet. Von der Optik her erscheint auch der Buchen - Korpus edler als bei Cajons anderer Fabrikate.
Das Teil ist etwas höher als z.B. die Produkte aus dem Hause Schlagwerk, welches ich als sehr angenehm empfinde und mich gerader und ermüdungsfreier sitzen lässt. Das kommt meinen Rückenproblemen deutlich entgegen.
Volle Punktzahl.
Negativ anzumerken ist lediglich das ich noch eine zweite Tres lados möchte, vor Weihnachten aber zu klamm dafür bin
Positiv: Alles.
Negativ: Suchtgefahr.
update:
So hier gibts soundschnipsel. Inwiefern das repräsentativ ist, das immer so eine sache. Sehr stark abhängig von Raum mikro und mikroposition. Anyway.... in natura klingts besser, es gibt aber einen eindruck in welche richtund es geht. Die cajon ist mir einer wolldecke eher stark gedämpft, dadurch wird ein cajonsound direkter wenn auch leiser und weniger resonant. Ich bevorzuge einen solchen sound.
Selbstverständlich ist das vollkommen linear aufgenommen mit einem Zoom H4 portable recorder.
Im wohnzimmer.
Rückseite der cajon in meiner studiokabine
UPDATE 26.10.07
Ausschnitt mit tres lados bei live gig in bremen.
Aufgenommen mit zoom H4, ca.10m vor bühne. Gitarre, Cajon; Palmas (handclaps)
Update 03.12.2007 - Cajon Test Tres Lados TRSF 50 in Birkenmaser
So, es musste dann doch noch eine zweite Tres Lados Cajon her. Hier mal mein Eindruck von dem Gerät.
Es handelt sich hierbei um eine TRSF 50 mit Buchenkorpus, bei der Schlagfläche fiel die Wahl auf Birkenmaser. Das Gerät kostet 279 €, ein absolut gerechtfertigter Preis, da die Verarbeitung mal wieder keine Wünsche offen lässt. Man merkt wieder mal dass da jemand Cajons baut der extremen Wert auf Qualität legt. Sowas kann nur gehen wenn noch per Hand gefertigt wird, da können sich keine Fehler einschleichen die nicht bemerkt werden. Bei manchen Firmen muss man ja Glück haben eine Cajon zu erwischen die perfekt funktioniert, seien es die abstehenden Ecken der Schlagplatte die nicht richtig abstehen wollen oder die unsaubere Ansprache der Schnarrsaiten. Von der edlen Optik und dem Sound der Tres Lados mal ganz abgesehen...... Im Gegensatz zu meiner Tres Lados Tineo Kiste die von 4 Seiten bespielbar ist, lässt sich diese Cajon ganz normal von einer Seite bespielen.
Soundmässig gibts von mir wieder mal ganz klar die Note 1. Super Ansprache im Snare und Bassbereich, fantastische Trennung zwischen Snare und Bass. Knackiger straffer Bass, trotzdem weit hinabreichend in die tiefen Frequenzen, das setzt sich gut durch. Bedingt durch die leichte Ansprache des Basses lässt sich die Cajon sehr gut mit Besen spielen. Da kommt Spielspass auf ... Bereits im ersten Test meiner anderen Tres Lados Cajon erwähnte ich dass ich oft Probleme hatte mit dem "unschönen singen" der Schnarrsaiten bei anderen Fabrikaten. Sowas gibt es bei dieser Tres Lados ebenso wenig. Egal wie ich die Saiten spanne, es klingt, ob es meinem Schnarrsoundideal entspricht ist ne andere Sache. Kein Problem den individuellen Schnarrsound für mich entsprechend zu justieren, und dann klingt es "einfach" nur gut. Bei anderen Cajons, die einen hell klingenden Charakter haben, fiel mir auf dass das Verhältnis zwischen Saiten und Korpus zu wünschen übrig lies, bei "Snareschlägen". Ich will keine Kiste wo sich die Trennung dadurch auszeichnet dass die Schnarrsaiten teils penetrant dominieren und dadurch sich der snaresound vom Bass abhebt. Bei den Tres lados stimmt das für mich, mit tadeloser und für mich bislang bester Trennung
Wie bei der anderen Cajon auch, so kann ich auch über diese Birkenkiste nichts negatives berichten. Nun gut ich muss beichten dass mir Cajons aus dunklerem Holz optisch besser gefallen, am erstklassigen Sound ändert das allerdings nichts.
Welche Cajon ist nun besser ? Die Tineo oder die Birkencajon? Die Antwort ist einfach: Keine. Beide Cajons klingen super, jedoch unterschiedlich. Das kommt mir zugute, kann ich doch nun das passende auswählen. Die Birkenkiste klingt von den Schnarrsaiten her etwas heller und aggressiver als die Tineo, aber immer noch warm. Dafür hat der Korpus der Tineo mehr Resonanz, was nicht heissen soll das die Birke keine Resonanz besitzt ! Die Birke erscheint mir persönlich besser in Richtung Popsound., während die Tineo mehr in Richtung Worldmusic geht, um dem mal eine grobe Richtung zu geben. In punkto Qualität nehmen sich die beiden Cajons nichts.
Hat der Percussionist von Sting den Job bekommen weil er eine Tres Lados spielt ? Na gut, wohl eher nicht ..... hehe......
Warum fährt Paco de Lucia nach dem Gig zu Tres Lados und nimmt sich gleich eine Kiste mit ? Die Antwort darauf erscheint mir allerdings relativ simpel ........
OK, genug der Lobhudelei, bevor ich mich ständig wiederhole.....
Wer sich noch ein paar Informationen einholen, oder bunte bilder gucken will:
www.tres-lados.de
Auf der Tres Lados Homepage gibt es jetzt auch Videoclips zu einzelnen cajons zu sehen.