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Modipo

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Freitag, 18. Juli 2008, 21:10

Carmine Appice - Da war doch noch was während der letzten Trommeltage...

Von Zahnärzten und die Anpassungsfähigkeit
Manche Interviews brauchen länger, bis sie freigegeben werden. Geduld ist angesagt.
So war ist auch im Fall von Carmine Appice. Im letzten Herbst interviewte ich ihn während der Trommeltage in Ludwigsburg. Sehr zu meiner Überraschung erhielt ich letztens doch noch das von ihm überarbeitete Interview, ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet.
Dank der wie immer kompetenten Übersetzung durch Burning liegt nun die deutsche Fassung vor. Bedanken möchte ich mich auch noch bei Herrn Vogelmann, ohne ihn gäbe es dieses Interview nicht.


DF: Seit wann spielst du Schlagzeug?

CA: Oh, es war 1961, lange ist’s her. Ich war damals in der Junior-High School und habe begonnen, Unterricht zu nehmen.

DF: Seit wann bist du professionell dabei?

CA: Beinahe von Anfang an. Seitdem ich Grooves spielen konnte, spielte ich in Bands, auf Hochzeiten und so. Aber ich habe auch in Jazzbands gespielt, oder Rockgigs. Ich habe halt gespielt, wenn Leute mich herbestellt haben.

DF: Wie bist du aufs Schlagzeug gekommen?

CA: Mein älterer Cousin hatte ein Drumset. Jedes mal, wenn wir ihn besuchten, hab ich gespielt und ihm beim spielen zugesehen. In der Familie meines Vaters gab es sogar insgesamt sieben Drummer. Es gab also viel Getrommel in der Familie. Ich wuchs damit auf, und war bei uns Drummer Nummer Zwei.

DF: Waren das alles Profis?

CA: Nein, nur mein Bruder.

DF: Was fühlst du wenn du spielst?

CA: Oh, ich fühle mich einfach gut wenn ich spiele. Hm, mir hat noch niemand so eine Frage gestellt. Es ist eine Art Zufriedenheit, die sich einstellt, und ich schätze es wenn Leute mir beim spielen zuschauen. Es bringt eine Menge Spaß. Aber ich genieße es am meisten vor Publikum zu spielen. Man bekommt da mehr Energie zurück, das ist eine Inspirationsquelle. Man spielt einfach besser. Das Spiel wird dann ein Teil von mir.

DF: Was macht für dich einen guten Drummer aus?

CA: Das hängt davon ab. Es gibt Solodrummer und Banddrummer. Grundsätzlich sollte ein guter Drummer eine Band verstehen und am Laufen halten, aber ohne es zu ausarten zu lassen oder zuviel zu spielen. Und natürlich muss ein guter Drummer gute Time haben. Man kann keine Fills hetzen und anschließend wieder langsamer werden. Die meisten guten Drummer, wie Ringo, Charly Watts oder Terry Bozzio wissen wann sie Spielereien machen können, und wann nicht.
Bei Rod Stewart war zum Beispiel der Backbeat wichtiger. Immer, wenn ich zu viel gespielt habe, hat Rod auf seine Zähne gezeigt. Er hat mir damit zu verstehen gegeben, dass ich zu viele Fills einbaue. „Call me the dentist, there are too many fillings!“ Man muss da auch in der Lage sein, das schnell anzupassen.

DF: Ist es ein großer Unterscheid in einer Band zu spielen oder eine Clinic abzuhalten?

CA: Yeah, das kommt ganz auf die Band an. Wenn sie tight ist, macht es viel Spaß und man hat Inspiration

DF: Wie wichtig ist das Medium Internet für dich?

CA: Ich habe eine gut besuchte Website, über die ich Kram wie DVDs und so verkaufe. Und für Kommunikation ist das Internet natürlich auch perfekt. Ich buche all meine Gigs darüber, und ich habe auch ein paar Fotos und so zum Download auf meiner Website.

DF: Dein Tipp für junge Schlagzeuger?

CA: Üben, von Lehrern lernen und niemals seine Träume aufgeben, was immer sie auch sein mögen. Mach einfach weiter.
Zum Glück haben meine Eltern mich immer unterstützt. Aber sie wollten, dass ich einen richtigen Job lerne. Aber das war nichts für mich. Ich habe dafür Piano und Gitarre gelernt.

DF: Ist es für einen Drummer wichtig, ein Melodieinstrument spielen zu können?

CA: Ja, weil man dann in der Lage ist, Songs zu schreiben und möglicherweise Geld fürs Songwriting bekommen kann. Für mich zum Beispiel ist die ASCAP (ähnl. GEMA in D) sehr wichtig, weil ich dort 120 Songs habe. Das bringt gutes Geld, man arbeitet nur ein Mal dafür und bekommt jeden Monat seinen Scheck.

Weitere Infos: http://www.carmineappice.net