Ich bin zwar nicht mehr neu hier, aber ich hab das Gefühl, eine neue Vorstellung wäre angebracht.
Aber von Vorn:
Ich bin Baujahr 1980 und somit jünger als die meisten meiner Trommeln.
Meine Eltern haben großen Wert drauf gelegt, dass ihre 4 Kinder von Anfang an mit Musik aufwachsen, und so wurde auch ich, das jüngste, schon sehr früh ans Klavier gesetzt, wo wir dann ein paar Tasten drückten, was sangen und nebenbei Noten lernten. Keine Ahnung mehr, wie alt ich da war - es ist eine meiner ersten Kindheitserinnerungen.
Ich muss dann sehr bald bei irgendwelchen Chören angefangen haben (vermutlich nicht als Bass

), aber da bekomm ich meine Erinnerungen grad nicht mehr ganz zusammen, weiß nicht genau - so grob um 1984. Aufgehört zu singen hab ich mit 16( als Bass

).
Aber zurück zum Anfang - Irgendwann war ich alt genug für die musikalische Früherziehung, die ich totenlangweilig fand. Danach "ermutigten" mich meine Eltern, ziemlich viele unterschiedliche Instrumente auszuprobieren - obwohl, eigentlich wurden diese Instrumente mehr oder weniger erfolglos an mir ausprobiert. Ich hatte schon Spass an Musik, und hab auch gemerkt, dass das mein Ding ist, aber naja, es hat irgendwie nie so richtig gezündet. Meine Lehrer an der Musikschule sagten dann auch immer irgendwas wie "Der Junge hat schon Talent, aber das [beliebiges Instrument einfügen] scheint nicht das richtige für ihn zu sein. Probieren sie doch mal [beliebiges anders Instrument [außer Schlagzeug] einfügen]!"
So blieb ich für relativ lange Zeit bei Gesang und Trompete hängen, während ich irgendwann anfing, Mädchen interessanter zu finden, als Musik. Aber nicht für Lange, denn mit 14 saß ich zufällig das erste mal an nem Drumset und da hat es richtig gefunkt. Endlich hat sich Musik komplett gut angefühlt - vorher war es schon irgendwie nett, aber der entscheidende Punkt hat halt immer gefehlt. Der einzige Vergleich, der mir da grad einfällt, wäre nicht Jugendfrei - somit überlasse ich ihn eurer Vorstellungskraft. Aber seit dem liegen Mädchen und Schlagzeuge in meiner Beliebtheit zusammen ganz weit vorne!
(Solange es keine Sängerinnen sind...)
Seit dem 15.01.1994 spiel ich also hauptsächlich Drums. Zuerst nur am Schlagzeug der Kirchengemeinde, aber irgendwann an einem selbst zusammengespaarten Set. Meine Eltern waren nicht wirklich amused, was sie zwar nie öffentlich zugaben, aber mehr als deutlich zeigten. Schlagzeuger sind halt keine Musiker. Jazz, Rock und Pop bestenfalls Unterhaltungsmaterial für geistig minderbemittelte. Das fand ich zwar schade, aber da sie mich nicht direkt davon abhielten, hat es mich auch nicht weiter gestört. Dann war ich halt der "Unmusikalische" in der Familie. So what? Unmusikalisch und Spass dabei!
Parallel zum Drummen hab ich in der Zeit auch angefangen, mich mit PA und Licht zu beschäftigen. Das Licht hab ich irgendwann wieder gelassen, aber die Beschallungen mach ich seit dem noch recht regelmäßig.
Da ich komplett autodidaktisch angefangen hatte, stieß ich trommlerisch sehr bald an Grenzen. Einfach hören, beobachten und nachahmen reichte mir irgendwann nicht mehr aus. Mir war klar, dass ich nen Schlagzeuglehrer brauchte, aber da ich mir als Schüler keinen leisten konnte und irgendwie nicht erwartete, dass meine Eltern mir den finanzieren, musste ich warten, bis ich selbst Geld verdiente. So ab 2002 etwa, hab ich dann ein paar Jahre Unterricht gehabt, und in der Zeit ne ganze Menge nachholen müssen...
Abi, Zivi, Ausbildung, Studium, verschiedene Jobs,... Kam alles, ging alles wieder... da war eigentlich nicht viel Konstantes in meinem "Erwachsenenleben" bisher - der Spass am Trommeln blieb aber immer. Zwischendurch habe ich dann auch mal für ein Jahr an ner kleinen Musikschule im Nachbarort Schlagzeugunterricht gegeben. War ein toller Job, aber leider hat das Geld nicht gereicht, da es zu wenig Schüler blieben. Ich habe seit 1994 immer mindestens eine feste Band gehabt (meist 2-4) und stilmäßig von französischen Musette-Walzern bis Metal alles betrommelt. Ich höre fast jeden Musikstil gern, und freu mich einfach, dass es so viele Facetten und Möglichkeiten gibt. Any music is serious!
Und jetzt die aktuelleren Entwicklungen:
Mein letzter Job hat sich nicht mit meiner Wirbelsäule vertragen. Durch ständige Überlastung und einseitige Zwangshaltung wurden Nervenkanäle irritiert und möglicherweise zum Teil beschädigt. Erste, leichte Symptome gab es im Herbst 2011, den Höhepunkt erreichte es Ende Februar 2012. Ich konnte einige Nächte lang vor Schmerzen nicht schlafen und bin tagsüber zusammengebrochen. Fast den kompletten März stand ich unter verschiedenen Schmerzmitteln (die leider nicht wirklich gewirkt haben), war bei verschiedenen Ärzten, hab ein CT machen lassen, und so weiter. Erst nach etwa einem Monat "Ruhe" ließen die Schmerzen irgendwann nach.
Der Schmerz war aber nicht das schlimmste für mich, denn die kaputten Nerven haben zu Taubheitsgefühlen und motorischen Störungen in den Armen und Händen geführt. Ich konnte meine Hände zwar bewegen, aber nicht sicher kontrollieren.
Inzwischen bin ich den Job und die Schmerzen los, aber auch nach 2 Monaten Physiotherapie habe ich immernoch Probleme mit meiner linken Hand. Ich kann sie nicht mehr 100%ig genau steuern und habe gelegentlich taube Finger. Da sich das Bild seit Wochen nicht geändert hat, stehen die Chancen recht gut, dass es auch so bleibt. Ich gebe zu, dass mich das vollkommen fertig macht, denn am Schlagzeug reicht die Kontrolle jetzt nicht mal mehr für AC/DC.
(Ich merk grad - Die Schilderung liest sich ungeheuer wehleidig, aber ich will damit nicht auf
ne Tränendrüse drücken, sondern warnen!Wenn ihr scheiß Arbeitsbedingungen habt, dann macht keinen Blödsinn, sondern sucht euch
was anderes! Das ist es nicht wert.)
Naja, da mir mein unkontrolliertes Geklapper in Ohr und Herz wehtut, versuch ich es mit emiotionalem Abstand. Ich verkauf meinen Kram, und investier das Geld in irgend ein hübsches, nutzloses Ausstellungsstück.