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brazzo

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1

Sonntag, 23. Oktober 2011, 18:45

Früher war alles besser - wirklich? Sonor Germany / Fernost

Hallo erstma,

ich habe jetzt so ca. 10 Schlagzeuge "durch". Ist mein Eindruck richtig, dass made in China (am einem Beispiel der aktuellen Select Force Serie) mittlerweile den Fertigungsstandard des "Westens" erreicht hat? Wenn ich jetzt an die erste Force Serie denke, die ja schon einen gewissen Kult-Status besitzt, würde mich mal interessieren, ob objektiv gesehen, die neuen Sonors aus China nicht die "besseren" sind (rein verarbeitungstechnisch). Ich muss dazu sagen, dass ich selber auch ein Sonic Plus und ein Phonic Plus besessen und gespielt habe, und ich z.B. den "Charakter" des Phonic Plus schätze. Der fehlt mir bein den Fernost-Sonors irgendwie, was aber nur Einbildung sein könnte. Aber fertigungstechnisch ist die Lücke doch längst geschlossen, oder? Was macht denn dann "Made in Germany" noch aus, wo ist wirklich noch der Unterschied zu S-Classix und Delite? Gibt es den typischen "Sonor-Sound" eigentlich denn noch?

Gruß,
brazzo
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Cynic

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2

Sonntag, 23. Oktober 2011, 18:56

gegenfrage: gab es je einen typischen sonor-sound oder ist das alles bloße einbildung und falsche erinnerungen an vergangene tage?

klar haben sich die fertigungsstandards in china verbessert, in deutschland aber auch ein wenig. daher sehe ich die lücke nicht geschlossen, aber verringert.
ein anderer faktor im vergleich zwischen der höchsten force-serie und der in deutschland gefertigten s-classix und delites wäre bei mir einfach das gute gewissen. man weiß bei einem in deutschland gefertigten set, dass es von geschultem personal, welches auch gerecht dafür bezahlt wird, hergestellt wird. zudem hat man noch ein gewisses maß an "nähe" und erreichbarkeit. man kann beispielsweise einsehen, wie weit der produktionsprozess fortgeschritten ist.

das fällt mir gerade dazu alles ein..
Ich hab schon Leute verprügelt, die waren halb so groß wie du.

  • »D(r)ummerchen« ist männlich

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3

Sonntag, 23. Oktober 2011, 19:18

Mal ganz allgemein (nicht auf Sonor gemünzt) :
Made in Germany ist ein Mythos!!! (DF-MBusters aufgepasst...)

Wer mal in einer deutschen Fabrik Nachtschicht arbeiten durfte und miterlebt hat, wie da mehr gesoffen & gekifft als gearbeitet wird, weiß was ich meine...

Der chinesische Drill (auch wenn uns das nicht gefällt ) wird sich über kurz oder lang in den Produktqualitäten zeigen und die Chinesen oder Koreaner werden und in den nächsten Jahren schön nass machen.
Wenn ich schon sehe wie bei einem deutschen "Premium"-VW der blanke Schaumstoff rauslugt, wenn man die Rückbank umlegt...

Gut, daß Sonor noch eine relativ kleine Firma ist, die sich der Erwartungen ihrer Qualität wohl auch bewußt ist.
www.mellish.de

An meine CDs lasse ich nur Haut und Wasser... !

"E.F. stört wiederholt durch unqualifizierte Bemerkungen und widerspricht fortwährend!"
(Klassenbucheintrag 1983)

Cynic

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4

Sonntag, 23. Oktober 2011, 19:31

Wobei du deine These nicht alleine auf die Nachtschicht beziehen kannst, oder?
Ich nehme mir raus zu sagen, dass unsere Fertigungsprozesse dermaßen simpel sind, dass qualitative Mängel kaum entstehen können. Und um eventuelle Mängel zu vermeiden, werden wie beispielsweise in der Stahlindustrie eigene QC-Abteilungen eingesetzt. Ich denke schon, dass Made In Germany noch etwas Besonderes ist, und eben kein Mythos.

P.s. Bei Sonor wird übrigens nur in der Frühschicht gearbeitet ;)
Ich hab schon Leute verprügelt, die waren halb so groß wie du.

  • »D(r)ummerchen« ist männlich

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5

Sonntag, 23. Oktober 2011, 19:35

Hoffe, du hast Recht und meine Erfahrungen sind nicht repräsentativ.

Nur Frühschicht ? Kein Wunder, daß man ewig auf ein SQ2 warten muß - kundenfeindlich ! :D

P.S. Die Kollegen der Qualitätssicherung in oben (nicht) genannter Firma soffen ganauso wie die Löcher...
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6

Sonntag, 23. Oktober 2011, 20:19

Das besondere an Sonor war, dass Sonor der Prototyp einer Inhaber geführten mittelständischen Firma war.

Horst Link hatte eine Vision, welche er auch minutiös umgesetzt hat. Da wurde die Größe des HiHat Pedals schon mal nach den Quadrat Latschen des Chefs bemessen...

Bei Sonor hatten damals die Controller nichts zu sagen, heutzutage haben die das Sagen. Die Signature Serie ist für mich das Synonym für das typische Sonor Schlagzeug der goldenen 80ziger Sets von Sonor. Nur das Beste war gerade gut genug, die Kessel so dick und lang wie niemals zuvor und danach,
die Hardware Erdbeben sicher und tonnenschwer, die Furniere schrankwand mäßig und eine ökologische Sauerei.

Kosten spielten eigentlich keine Rolle, für das Geld, welches man für ein Signature mit Hardware und Snare anlegen musste,
konnte man sich auch einen gut ausgestatteten Golf kaufen.

So eine Qualität gibts nie wieder, SQ2 hin oder her...
Wir Drummer heute werden überredet, Geld auszugeben,
das wir nicht haben, für Dinge, die wir nicht brauchen,
um Eindruck zu schinden, der nicht von Dauer ist,
bei Leuten, die uns egal sein können.

(frei nach Tim Jackson, "Reichtum ohne Wachstum")

D.drummer

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7

Sonntag, 23. Oktober 2011, 22:00

ot ist ja bei paiste (und nicht nur im schlagzeugmarkt) sozusagen auch nicht anders. da werden deren billig serien im ausland nähmlich deutschland produziert und deren top seien in der schweiz. ot ende

williken

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8

Sonntag, 23. Oktober 2011, 22:12

es gab (gibt?) auch 2002er aus deutschland und eine der topserien wird weilweise in der türkei gefertigt. schlechtes beispiel. ausserdem sind deutschland und schweiz auf dem gleichen niveau, nicht so china.
allgemein kann man sagen, dass die qualität sicherllich besser geworden ist, als noch vor sagen wir 20 jahren, allerdings besteht immer noch ein technologischer fortschritt auf einigen sektoren. auf anderen sind die schon weit vor uns. allerdings will ich gar nicht wissen, was passiert, wenn die chinesische arbeiterschaft begreift, was für eine macht sie hat. an der qualität wird das zwar nichts ändern, allerdings werden die preise für chinesische produkte steigen.

chaosman

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9

Sonntag, 23. Oktober 2011, 22:42

Wenn die Produktion in China zu teuer wird, zieht man halt ab ins nächste Land. Indien, Bangladesh, Afrika wartet noch... es geht immer billiger. Werden sich schon Arbeiter finden lassen, die man ausbeuten kann.

Jürgen K

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10

Montag, 24. Oktober 2011, 00:02

Hallo,

die Fertigung in Tianjin und in Aue ist auch hinsichtlich des Endprodukts nicht vergleichbar. Das sieht man, wenn man (nüchtern) die Augen öffnet.
Die Zeiten, wo man hierzulande kompromisslose Ware erhielt (1980er) und China ein Garant für Schrott war, sind allerdings vorbei.

Bei Paiste Deutschland oder Schweiz sehe ich dagegen keine fertigungstechnischen Unterschiede (ich habe Becken der gleichen Serie aus beiden Ländern).

Grüße
Jürgen

PS
Auf ein SQ2 wartet man offiziell 12 Wochen (inoffiziell auch mal 10); bei ebenfalls hochpreisigen Produkten aus USA oder Japan habe ich schon von längeren Lieferzeiten gehört.
Sapere aude!

TrommelTheo

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11

Montag, 24. Oktober 2011, 06:25

Hier mal ein Beispiel chinesischer Qualität, ein Force 1001 nackig:


der Rest ist ohne Worte, da ist selbst das Müllenium besser gewesen!

Theo

brazzo

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12

Montag, 24. Oktober 2011, 07:13

Guten Morgen,Theo,

aber das 1001 ist nun auch schon 10 Jahre alt, außerdem die damalige Einsteigerserie von Sonor. Das würde ich jetzt nicht mehr als Beispiel für chinesische Qualität heute heranziehen.

Jürgen, was genau meinst du mit: "Die Fertigung in Tianjin und in Aue ist auch hinsichtlich des Endprodukts nicht vergleichbar. Das sieht man, wenn man (nüchtern) die Augen öffnet."

Gruß,
Stefan
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Jürgen K

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13

Montag, 24. Oktober 2011, 08:41

Hallo,

das eine ist Massenverarbeitung, das andere Kleinmengen, die Mitarbeiter sind schon teilweise sehr lange im Betrieb oder eben noch nicht so lange, der Mitarbeiter weiß, was er fertigt oder er arbeitet einfach nur, die Hölzer sind verschieden, die Lackierungen sind auch nicht vergleichbar.
Nebenbei sieht man es doch auch schon im Prospekt an den Beschlagteilen.
Bei grober Sicht fällt das nicht auf, wer sich für Details interessiert, sieht es.
Man kann aber die chinesischen Fabriken auch nicht alle in einen Topf werfen, da gibt es auch noch Unterschiede.

Grüße
Jürgen
Sapere aude!

fwdrums

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14

Montag, 24. Oktober 2011, 09:01

Afaik fertigt Tama inzwschen (fast?) alles in China. Die Starclassics, die ich
näher betrachten konnte, sind absolut o.k. Hab ich was übersehen?

Ich habe ein Faible für die hiesigen Trommelhersteller. Wenn aber die
Chinesen immer besser werden und einheimische Firmen bestimmte
Sachen hier nur noch zusammenschrauben, wie es z. B. größtenteils von
der teureren Sonor-Hardware berichtet wird: Wo - und ich beschränke
die Frage hier nur auf die Produkteigenschaften - soll man dann Vorteile
für Made in Germany sehen können? Das ist im Moment vielleicht ein
bißchen überspitzt, aber wir werden über kurz oder lang diesen Punkt kommen.

fwdrums
die Website meiner Bänd: nontoxic & nontoxic@myspace Nächster Gig nontoxic am kurze lange CD-Pause

15

Montag, 24. Oktober 2011, 09:07

Afaik fertigt Tama inzwschen (fast?) alles in China

Mapex (bekanntermaßen ein chinesischer Hersteller) fertigte soweit ich weiß noch nie woanders als in China. Das aktuelle Saturn Set wird hier immer wieder gerne als ein Preis-Leistungs-King herausgestellt und die Orion Sets scheinen ohnehin über jeden Zweifel erhaben zu sein. Die Zeiten in denen der Name Mapex mit Minderqualität assoziiert wurde sind demnach also vorbei. Wenn die sich jetzt noch umbenennen würden, wären die wahrscheinlich der Renner am Markt.
with me is good cherry eating!

Pesky

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16

Montag, 24. Oktober 2011, 09:33

Afaik fertigt Tama inzwschen (fast?) alles in China

Die Zeiten in denen der Name Mapex mit Minderqualität assoziiert wurde sind demnach also vorbei. Wenn die sich jetzt noch umbenennen würden, wären die wahrscheinlich der Renner am Markt.
Ich glaube nicht, das der Name Mapex negatives assoziiert. Zumindest hat mich das nicht vom Kauf abgehalten.
Und ich mit meinem geringpreisigen Mapex Meridian Birch kann wirklich nicht meckern.
Sowohl Verarbeitung als auch Sound sind wirklich nicht verkehrt. Ein bisschen Stimmziege, aber in den Griff zu kriegen.
Meine Lieblingsmarke kommt zwar eher aus Japan, aber angesichts eines klammen Geldbeutels greift man bei Mapex nicht ins Klo.

  • »braindead-animal« ist männlich

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17

Montag, 24. Oktober 2011, 09:42

Was meint ihr wohl, wieviele Teile aus dem Ausland kommen, wenn ein angeblich deutscher Volkswagen zussammengeschraubt wird?
Der Preisdruck zwingt die Hersteller sich günstige Lieferanten zu suchen. Geiz ist geil?!
Wenn ich mich aber so in der Klasse so um die 800 € umschaue, dann ist die heutige Qualität doch weitaus höher als noch 1982.

00Schneider

Kompetenz: Personifizierte Suchmaschine

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18

Montag, 24. Oktober 2011, 09:58

Mapex (bekanntermaßen ein chinesischer Hersteller) fertigte soweit ich weiß noch nie woanders als in China.

Mapex ist eine Marke von KHS und das ist bekanntermaßen eine taiwanesische Firma. Auch wenn die schon seit Jahrzehnten auch in China fertigen und heute dort sicherlich der Großteil herkommt, würde ich trotzdem davon ausgehen dass es Serien und Hardware-Komponenten gibt die in Taiwan hergestellt wurden.
Einer will immer mehr.