Hallo,
und wenn man alles zusammenfasst, wird man feststellen, dass es nur Sinn macht, wenn einer mit denselben Stöcken am selben Ort alle Becken durchnudelt.
Sobald ein anderer ins Spiel kommt, wird die Sache unwägbar, insbesondere dann, wenn es sich - wie hier üblich - um Leute handelt, die mal so ungefähr fünfzig Becken gesehen haben.
Wenn ich mit meinem SD 4 (Ahorn, Holzköpfche) auf dem Ride herumtröpfele, dann klingt das dunkel, mit dem Polyamidkopp auf dem 808 klingt es schon wie Zwölf Uhr Mittags.
Bei piano klingt das Ride X perlig, bei fortissimo klingt es nur noch wie ein ersticktes Kaninchen. Das Ride Y klingt piano wie ein polierter Amboss, bei fortissimo im Umfeld von drei Maschall-Plan-Aktivisten hört man einen schönen "ping".
20 cm von der Betonwand im Proberaum A entfernt wurde mein Zildijian Avedis Swish als "billiges Blech" klarifiziert, im der Mitte des Wohnzimmers von B klang es wie ein ruhiger Stron frischen klaren Wassers.
Das alles in ein Computerprogramm zu friemeln halte ich für so erfolgreich, wie das menschliche Hirn mit so einer Chipschleuder nachbilden zu wollen.
An die erhoffte, empirisch relevante Menge an ambitionierten Klangbeschreibern glaube ich nicht, alleine in diesem Forum schafft es kaum jemand, überhaupt etwas nachvollziehbar zu beschreiben. Und der kleine Haufen, der es halbwegs hin bekommt, spricht verschiedene Sprachen. Ich sage nur "warm": für mich klingen (gute) B20-Becken kühl und erfrischend. Andere finden sie angenehm warm.
Viele Menschen können "dunkel" (Klangfarbe) und "tief" (Tonhöhe) nicht unterscheiden, viele hören nicht den Unterschied zwischen Grundton und Obertönen (Becken klingen ja eigentlich tief, das hört man hinterher im Oberton- und Umgebungs-Lärm nur meistens nicht mehr). Wer sich dann auf die Tiefen konzentriert, wird sie auch hören, wer scharfe Obertöne sucht, wird sie bei diesem komplexen Spektrum finden.
Bei Geschmacksbewertungen versucht man so etwas auch. Die Ergebnisse sind grob brauchbar hinsichtlich einiger Parameter. Ob das Gesamtergebnis jedoch schmeckt oder nicht, kann man damit nicht feststellen, jedenfalls meistens nicht. Das wird mit komplexen Klängen genauso sein.
Wer sich dafür interessiert, kann auf den Herstellerseiten viel finden. Das ist oft noch das Zuverlässigste.
Grüße
Jürgen