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  • »Burden-Layke« ist männlich
  • »Burden-Layke« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 19. April 2013

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1

Donnerstag, 18. Mai 2017, 16:01

Laie braucht Hilfe! (PA für Band im Proberaum)

Hallo zusammen, nachdem ich schon einige Zeit interessiert hier im Forum mitlese bin ich überzeugt dass mir hier sicher kompetent geholfen werden kann. (Ja ich habe auch schon via Suche einiges gefunden...) Ich bin aber was die PA-Technik etc. betrifft absoluter Bilderbuch-Laie ;( Folgendes Szenario: -Proberaum (ca. 8 m lg. x 4,5 m br., sehr gut gedämmt) -4 Musiker (Bass, Gitarre, Synthie, Drums) Bass läuft über eigne Boxen / Verstärker, Gitarre ebenfalls. Synthie über momentane PA (Billigboxen + altes Behringer Mischpult und Endstufe) Gesang leider noch nicht vorhanden. Anforderung: -guter Klang im Proberaum -Möglichkeit zur Aufnahme in ein Programm (für Normalsterbliche zu beherrschen) -soll "bezahlbar" sein (kommt nicht auf den letzten Euro an - aber halt die Kirche im Dorf lassen, da wir das ganze zum Hobby betreiben) Meine Recherchen: -Mischpult Allen & Heath ZED 12 FX -Aktivlautsprecher the box CL 106/112MKII Power Bundle (z.b) Idee: -Gitarre + Bass + Synthie "mit-anschliessen" zum aufnehmen. Bass + Gitarre spielt jedoch primär über die eigenen Lautsprecher / Verstärker -irgendwann mal Schlagzeug abnehmen zum aufnehmen Was meint Ihr dazu? Tipps / Infos etc... So, jetzt bekomme ich von Euch entweder Prügel oder Hilfe (letzteres wäre mir lieber) :D Ich sage jedenfalls mal Danke. Viele Grüße Marc

Bruzzi

Mitglied

Registrierungsdatum: 9. März 2011

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2

Donnerstag, 18. Mai 2017, 16:29

Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden.

arti

Mitglied

  • »arti« ist männlich

Registrierungsdatum: 14. Mai 2007

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3

Donnerstag, 18. Mai 2017, 19:42

Hi Marc,

ja, könnt ihr grundsätzlich so machen. :thumbup:

Die von dir genannten Komponenten finde ich knapp bemessen im Hinblick auf Leistung, Speakergrössen und Kanalanzahl, aber es kann damit hinhauen. Der Ansatz ist jedenfalls richtig - Gitarre und Bass verstärken selbst, so dass die PA für Voice und Keys da ist. Soweit zum Verstärken.

Aufnehmen... Wie soll das Schlagzeug aufgenommen werden? Mit zwei Miks und evtl. einer dritten für die Bass Drum? Wie kommen Gitarre und Bass in das Pult? Per Mikros? Keys gehen über Stereoeingang rein, OK. Also, die Kanäle können schnell knapp werden, hängt nicht zuletzt von der Drumset-Mikrofonierung ab. Aber: Gehen tut es.

In meiner Band hatten wir das genau so gemacht. Wir hatten einen 16-Kanal (16 Mik/Line-Eingänge!) A&H, aktiv, 2x500 W und dazu billige Thomann-Boxen mit 12" Speakern. War OK. Später kam noch ein aktiver Thomann Woofer dazu, 18" Speaker, 500 W. Mein Set war zum Aufnehmen mit sieben Mikrofonen abgenommen, zum Proben war nur die Basstrommel mikrofoniert.

Aufgenommen haben wir vom Pult in einen Tascam Hand-held-Recorder - oder direkt in den Tascam per dessen Stereomiks.

So hat das für uns super hingehauen: fürs Proben (sehr grosser Raum), Aufnehmen (f. Kontrollzwecke) und kleine Partiy-Gigs.

Der Bassist fuhr ne Markbass 500 W-Anlage, 1x15" plus 2x10", der Gitarrist spielte in einen Vox-Röhrencombo. Die brauchten die PA normalerweise nicht. Meine Bass Drum lief über die PA dann, wenn wir in einem Zelt spielten, sonst brauchte ich die PA normalerweise auch nicht. Keys und zwei bis drei Stimmen brauchten die PA. Je nach Soundverhältnissen am Auftrittsort wurden Gitarre, Bass, Schlagzeug (durchaus auch mal mehr, als nur die Bass Drum...) allerdings homöopathisch in die PA reingemixt - wofür Mikros und Kanäle auch vorhanden waren...

Nehmt alles eine Nummer grösser, wenns geht. Ansonsten passt das so. :)


Beste Grüsse

arti

Edith wirft mir vor, ich hätte die Monitorwege vergessen. Stimmt! Unser Pult hatte zwei davon. Hat uns gereicht. Denkt drüber nach, was ihr braucht. Wenn eure zukünftige Sängerin sagt, dass sie die Gitarre nicht hören kann, die Gitarre aber hören können MUSS, dann gibts vier Möglichkeiten, mit ihrer Anforderung umzugehn: 1.) Gitarrenverstärker lauter machen. Noch lauter. Nun sagt der Basser, dass er sich nicht mehr hört, weil die Klampfe so laut ist. 2.) Gitarre auf den Monitor (einplanen!) der Sängerin legen. Thema erledigt. Naja, vorerst. Dafür muss der Gitarrero aber auch einen freien Eingangskanal am Pult haben! 3.) So tun, als ob man irgendwo irgendwas lauter dreht, dann fragen, ob es "so" besser sei? Kann wirken... 4.) Neue Sängerin suchen. :wacko:

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »arti« (18. Mai 2017, 20:23)


Modscarlet_fade

W.D.P. Chief Inspector

  • »scarlet_fade« ist männlich

Registrierungsdatum: 3. November 2003

Wohnort: Bietigheim-Bissingen

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4

Freitag, 19. Mai 2017, 10:48

Für mich ist in dem Szenario das hier einfach die Allzweckwaffe: https://www.thomann.de/de/behringer_x_air_xr18.htm
Was für Lautsprecher man dann dranhängt, da kann ich nicht so viel dazu sagen. Im Proberaum nutzen wir nur die Monitorwege....

Durch die MIDAS Preamps klingt das Ding einfach gut, 16 XLR Kanäle mit Kompressor, Gate, EQ, alles was man braucht, 2 Line Kanäle (top für den Synthie), alles drin und so groß wie ne Stagebox.
Über USB kann man alle 18 Ins direkt in einer DAW aufnehmen. Und noch dazu ist das Bedienkonzept echt einfach!

Weiterer Vorteil. neben den MainOuts könnt ihr 6 unterschiedliche Monitormixes raushauen... Einfacher geht es kaum.
Und wenn ihr weniger Kanäle braucht geht's auch billiger mit den kleineren Modellen, aber da kommt es meiner Meinung nach dann nicht drauf an. So bleibt man flexibel...
Freizeit Moderations-Arschloch

Jürgen K

PS: Mitglied

  • »Jürgen K« ist männlich

Registrierungsdatum: 18. März 2006

Wohnort: Frankfurt am Main

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5

Freitag, 19. Mai 2017, 11:13

Hallo,

meine Erfahrung ist die, dass Kapellen, die wenig Techniker an Bord haben,
mit jedem Gerät mehr weitere Zeit für das ziellose Schrauben an Knöpfen,
wo keiner weiß, wofür die sind, verbringen.

Daher würde ich radikal abspecken und und deshalb bin ich ein großer
Verfechter der Modularität:
jeder Musikant sorgt selbst dafür, dass und wie er gehört wird.

Im Falle von Schlagzeug ist das ganz einfach, wer das - selbst in einem
38-qm-Raum - nicht hört, der muss mal zum HNO.
Dasselbe gilt für Bass und Gitarre, die sind ja in der Pop-Musik elektrisch
und sollten einen potenten und autonomen Verstärker nebst Box haben.

Und: warum zum Teufel haben Keyboarder neuerdings so etwas nicht?
Mir ist das unerklärlich.

So, dann geht mir das mit "P. A." immer sehr gegen den Strich, eine "P. A."
ist eine Beschallungsanlage für die Unterhaltung des Publikums und hat
somit im Proberaum nichts verloren, es sei denn man probt in der Festhalle.
In den Proberaum gehört für den Gesang eine Gesangsanlage.
Die einfachste Variante ist eine Aktivbox, wo ein Mikrofon hineingesteckt
werden kann, etwas komplizierter sind die Varianten Mischpult (bei mehreren
Sängern), evtl. Endstufe (wenn es kein Powermischer ist oder die Boxen nicht
aktiv sind), Box(en), Kabel, fertig.

Und das Thema Aufnahme ist wieder eine ganz andere Kiste, da würde ich
ein Kompaktgerät nehmen, es sei denn jemand hat einen Schleppi, den er
gerne herumschleppt und dann noch die Peripherie dranhängen will, was
meiner Meinung nach nur extra Zeit kostet.
Ich persönlich begnüge mich mit R-16, es gibt aber auch größere Apparate
wie der von Bruzzi genannte DP-24, auch da geht es noch oben noch etwas
weiter, da muss man sich vorher mal überlegen, was man konkret will und
braucht, es nutzt nichts, einen Apparat unter- oder über- zu -dimensionieren.
Wenn es nur um Kontrolle geht, kann sogar ein Diktiergerät (diese neumodischen
Aufnahmeteile für die Hosentasche) genügen, wenn ein Priester-Schlagzeug
voll abgenommen werden soll, braucht man dann schon wieder ganz andere
Apparate.

Grüße
Jürgen

Beeble

Beckenpolierer

  • »Beeble« ist männlich

Registrierungsdatum: 15. November 2007

Wohnort: Düsseldorf

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6

Freitag, 19. Mai 2017, 13:05

Die Anforderungen an Mikros, Lautsprecher/Verstärker sind bei allen Lösungen gleich, deswegen lassen wir die mal aussen vor.

Die Lösung von Bruzzi ist mir Abstand die Preiswerteste, das Tascam reicht vollkommen zum Proben, für Aufnahmen und auch für kleinere Gigs als Livemischer.

Das XR18 von scarlet fade ist schon im Profibereich anzusiedeln und bietet alles was ihr zum aufnehmen und fürs livespielen benötigt.
Allerdings braucht man dafür noch einen Rechner und oder Tablet zum Bedienen sowie eine DAW für Aufnahmen.
BZW Aufnahmen in Stereo lassen sich auch direkt auf dem Gerät erstellen auf einem USB Stick.

Ich habe mich für das etwas größere X32 Compact entschieden.
Zum einen weil ich es zu einem Sonderpreis erworben habe und andererseits bietet es mir 40 Kanäle und ganz wichtig ausreichend viele Busse sowie unendliche Routingmöglichkeiten.
Und es hat Motorfader und viele bunte Knöpfe. Es ist der größere Bruder vom XR18 und auch darauf lassen sich Probemitschnitte direkt erstellen.
Angeschlossen ist ein 6 Kanal Kopfhörerverstärker und ein Cubaserechner.
Da wir nur über KH Proben, brauchen wir keine PA und theoretisch auch keine Gitarrenverstärker (die meisten Gitaristen sind da allerding etwas zickig)
Der Vorteil ist ein Sound wie von CD. Jeder hört genau das was er will in top Qualität. Und die Ohren danken es einem.

Eine gute PA ist zudem deutlich teurer als ein paar gute KH+Vertärker.
»Beeble« hat folgende Datei angehängt:
  • X32.jpg (136,8 kB - 19 mal heruntergeladen - zuletzt: 7. Juli 2017, 00:55)
All the gear, no idea

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Beeble« (19. Mai 2017, 13:59)


arti

Mitglied

  • »arti« ist männlich

Registrierungsdatum: 14. Mai 2007

Wohnort: Oberbayern

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7

Freitag, 19. Mai 2017, 13:38

[...] und deshalb bin ich ein großer Verfechter der Modularität: jeder Musikant sorgt selbst dafür, dass und wie er gehört wird. [...] Und: warum zum Teufel haben Keyboarder neuerdings so etwas nicht? Mir ist das unerklärlich. [...]


Amen!

dideldidel

Mitglied

Registrierungsdatum: 23. September 2010

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8

Freitag, 19. Mai 2017, 14:05

Warum benutzt ihr Pult und Endstufe nicht weiter ,kauft vernünftige Lautsprecher dazu (nicht die Mk' s ,egal ob activ oder nicht ) wenn ihr guten Sound haben wollt.lg

Beeble

Beckenpolierer

  • »Beeble« ist männlich

Registrierungsdatum: 15. November 2007

Wohnort: Düsseldorf

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9

Freitag, 19. Mai 2017, 14:33

meine Erfahrung ist die, dass Kapellen, die wenig Techniker an Bord haben,
mit jedem Gerät mehr weitere Zeit für das ziellose Schrauben an Knöpfen,
wo keiner weiß, wofür die sind, verbringen.
genau, man sollte sich im klaren sein das es mit der Anschaffung nicht getan ist (siehe mein footer)
Wenn zumindest einer bereit ist sich tief in die Technik einzuarbeiten wird das ein enormer Gewinn für alle sein.

Meine Erfahrung ist, das Musiker die technisch nicht in den 80er stehengeblieben sind eher bereit sind
etwas Zeit für solche Technik zu "verplempern" als zb Gitaristen die meinen eine Röhrenendstufe wäre was tolles.

Ich persönlich habe auch gar keine Lust mehr auf diesen Lärm und bin froh das ich auf den Proben alles so höre
wie es auch fertig abgemischt auf Platte nicht viel anders klingt.
Einen 100 Euro Wein kippe ich auch nicht mit zugekniffener Nase runter.

Es ist heute gar nicht so teuer sich Technik in den Proberaum zu stellen die vor 20 Jahren selbst für viele Tonstudios unbezahlbar war.
Meiner Meinung nach lohnt es sich wenn man den Anspruch auf mehr Klangqualität und Komfort im Proberaum hat sich damit zu beschäftigen.
All the gear, no idea

  • »Burden-Layke« ist männlich
  • »Burden-Layke« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 19. April 2013

Wohnort: Freiburg i. Brsg.

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10

Dienstag, 27. Juni 2017, 11:41

Vielen Dank für die zahlreichen Infos. Das hilft mir sehr weiter. Leider bin ich noch keinen Schritt weiter, was allerdings an der Tatsache liegt dass die (Hobby-) Musiker hier (Wohnort) nicht wirklich zuverlässig sind und wir (Keys, Drum, Git.) aktuell ein Bass-Casting haben :wacko: Vom Gesang will ich gar nicht erst reden. :thumbdown: Die Tascam-Sache sieht sehr interessant aus. Wie kann ich da mehr als 2 Aktivlautsprecher anschliessen? (Sorry, bin da ein absoluter Laie vor dem Herrn) Danke und Grüße Marc

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Burden-Layke« (27. Juni 2017, 12:04)