Drumming->körperl. Gesunderhaltung->Erkrankungen. Eure Tipps und Erfahrungen

  • hallöle!


    an dieser stelle erst einmal: das soll ein ernstgemeinter thread sein! ;)


    mich würden einmal eure tipps und erfahrungen rein in bezug auf schlagzeugspiel<->"körperliche auswirkungen" interessieren. und ich mein nicht solche sachen wie "...habe immer nen kater am nächsten morgen nach der sauerei bei den gigs..." oder "...ich hab immer mit tripper und vaterschaftsklagen zu kämpfen wegen den vielen goupies..." ;)


    es gibt viele beispiele speziell bei (bekannten als auch unbekannten) drummern, welche ihr hobby bzw. ihren beruf wegen körperlichen auswirkungen wie wirbelsäulen- und gelenkschäden aufgeben mussten (ob auch wegen jahrelanger falscher spielweise oder vererbung sei mal dahingestellt).


    meine frage(n) an dieser stelle: wie haltet ihr euch für´s schlagzeugspiel fit? wärmt ihr euch auf ? wenn ja, wie ? wenn ihr kleine "hilfsmittelchen" habt, welche genau (wärme- bzw kältekissen um auf gelenke zu legen, bandagen beim spielen, etc.) ? habt ihr selbst schon unter körperl. auswirkungen eures (jahrelangen) spiels zu leiden (tinitus lassen wir mal aussenvor) ?


    nur als beispiele: ich habe mir vor jahren schon das "fingerknacksen" abgewöhnt, da ich bei den betroffenen gelenken nach längerem spiel immer schwellungen und schmerzen hatte.


    gruß
    manu

    "Musik macht man nicht für kritische Musikerkollegen, sondern für´s Gefühl das man dabei hat!" (Guildo Horn)

    5 Mal editiert, zuletzt von jamakasi ()

  • hallo jamakasi


    wurde zwar bei individuellen problemen immer mal wieder angeschnitten, aber das thema ist wichtig. darum ein paar gedanken dazu:


    ähnlich, wie ein sportler in einer sportart mit komplexen bewegungsabläufen ein ausgefeiltes trainingsprogramm durchläuft, bei dem er unter beobachtung eines trainers steht, finde ich beim drumming einen guten unterricht extrem wichtig. gleichzeitig halte ich das für die beste vorbeugung, denn wie ein sportler, der zwar irgendwie über die latte, durchs wasser, in den sand etc. kommt, macht es bei jedem drummer "bumm tschak", wenn er draufhaut, doch das körpergefühl ist bei jedem komplett anders. darum ist es wichtig, eine auf den jeweiligen bewegungsapparat passende technik zu lernen. das kann nur ein trainer / lehrer leisten. ich bin selbst nach über 20 jahren am set immer wieder dankbar, wenn ich hier ein regulativ finde.


    aus der erfahrung mit mittlerweile einigen hundert schülern in 15 jahren unterrichten und vor allem mit mir selber ;) , treten aber eigentlich immer wieder die gleichen schwachstellen auf, denen man neben oder besser schon beim üben beachtung schenken sollte:


    - handgelenke und / oder finger
    - rücken bzw. oberkörper


    in den seltensten fällen liegt es jedoch daran, dass die betroffenen zonen selbst die quelle für beschwerden sind, sondern es sind meist nur symptome für grundsätzlicheres. im fall des rückens sind es in der regel haltungsfehler oder "fehler" bei der sitzposition (zu hoch, zu tief, zu krumm, zu angespannt), bei problemen mit dem handgelenk steht meist der der ganze arm oder gar der oberkörper unter zu großer spannung. das sollte dann unbedingt ein lehrer oder drumkollege einmal checken. fehler bedeutet in diesem zusammenhang nicht, dass es DIE eine, alle selig machende technik oder haltung gibt, sondern nur eine, die den eigenen körperlichen und spielerischen gegebenheiten angemssen ist - und die gilt es herauszufinden.


    für mich ist das erste gebot, bevor es ans set geht: aufwärmen, lockern, dehnen - arme, beine, hand- und fußgelenke, finger wie auch die füsse. (btw.: ob gitarristen sich auch über solche intimen details unterhalten? ;) )


    um mich selber allgemein fit zu halten, geh ich 3x die woche joggen und mache jeden tag rückentraining, dass mir ein befreundeter physiotherapeut vorgeschlagen hat. in verbindung mit einer (von einem "regulativ" empfohlenen) veränderten sitzhaltung, sind so meine rückenprobleme passe. diese veränderung war nur minimal, hat aber große auswirkungen auf mein körpergefühl am set und mein spielen allgemein gehabt: ich sitze nicht mehr wie früher leicht linkslastig und etwas nach vorn gebeugt, sondern sitze gerader und lehne den oberkörper dabei leicht nach hinten. so ruht das ganze gewicht des oberkörpers auf dem hintern und es werden nicht einzelne zonen des rückens unter dauerspannung gesetzt, die dann früher oder später - bei mir geschah es immer früher - zwangsläufig verkrampfen.



    wirklich körperliche probleme hatte ich bisher nur mit meinen fingern häufig bei großen gigs, wo es galt, mehr zu prügeln denn durch filigranes drumming zu glänzen. die schwollen sehr an und gerade der kleine finger der linken hand bekam offenbar bei jedem backbeat richtig einen mit und tat nach dem gig höllisch weh. akutbehandlung auf der bühne: ein eimer kaltes wasser neben dem set, in den ich alle paar songs die hände tauche. verhindert schwitzefinger und entspannt ungemein. technik umstellung zur grundsätzlichen lösung: statt den stock aus angst, ihn zu verlieren, beim backbeat krampfhaft festzuhalten, liegt er sowohl bei der aufwärts- wie bei der abwärtsbewegung so locker in der hand, dass man ihn mir jederzeit leicht entwenden könnte. nur in dem moment, in dem der stock auf die trommel trifft, gebe ich spannung auf daumen und zeigefinger oder daumen und mittelfinger. mit dem schlag lockere ich sofort wieder den griff völlig und die probleme waren schnee von gestern.


    mein aha erlebnis, was die körperlichen auswirkungen des schlagzeugspiels betrifft, war ein gespräch mit einem richtigen hard-hitter. nach vielen anläufen eines gesprächs traute ich mich zu fragen, wie sich denn sein körper beim spielen anfühle. er schaute mich völlig verwundert an und sagte nach einigem überlegen, so, als sei die frage vollkommen abwegig: Total entspannt.
    ich war geschockt, hatte ich doch das gefühl, das ich mit dem set um jeden schlag kämpfen muss, alle körperlichen auswirkungen inbegriffen - verspannung, muskelkater etc. seitdem stelle ich mir - und auch jedem schüler - immer wieder die frage: wie fühlt sich dein körper an, wenn du dieses oder jenes spielst? locker? super ... du kannst es & weiter geht`s! verspannt? du hast ein problem, langsamer üben und achte auf deinen körper!


    das schwierigste daran ist nicht das erreichen der eigentlichen lockerheit, sondern die ehrlichkeit sich selbst gegenüber und das eingeständnis, noch mal ran zu müssen, um locker zu werden. denn irgendwie läßt sich ja doch das meiste spielen ... und bumm tschak macht es immer ... womit wir wieder am anfang wären und der kreis sich schliesst.


    ich denke, mit dieser ehrlichen einstellung sich selbst und seinem instrument gegenüber lassen sich eine menge spätfolgen vermeiden, ohne ein spezielles programm zu absolvieren.


    gruß, sebastian.

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    GROOVEN MUSS ES!



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  • n guter hocker is glaub ich mal die basis. Hab den hier:


    Klick


    Mein Instrumentendealer hat gesagt, durch die wulst hinten wir der rücken entlastet, und durch die form die durchblutung nicht gestört usw..


    obs stimmt weis ich ned

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