Schlagzeugnoten von den Stones

  • Hallo Leute


    Ich muss für die Schule einen Vortrag machen über einen Berümten der aber die Mitschüler nicht alle kennen, also hab ich als Schlagzeuger nach langem suchen; mein Vater "nimm doch Charlie Watts" er suchte mir im Internet was raus.
    Nun brauche ich Schlagzeugnoten, weil wir ein Schlagzeug in der Schule haben will mein Lehrer etwas hören.
    Als ich Watts ausgewählt habe habe ich schon in einem Schlagzeugheft einiges über ihn gelesen.
    Ich würde aber noch ein paar Noten mehr gebrauchen und im googelen finde ich nur Noten bei Ebay und ich brauche diese nächste Woche.


    Kennt jemand einen link oder hat mir jemand eine Copie oder PDF !!!


    Gruss Yves

  • Hallo,


    ich hatte mal das Vergnügen, ein oder zwei Lieder dieser Kapelle spielen zu dürfen.
    In einem Fall fand ich das Schlagzeug so dämlich, dass ich es gleich mal verbessert habe. Damals war ich jung und innovativ.
    In einem anderen Fall habe ich mir das rausgehört und selbst notiert, was ich trotz bescheidenen Könnens sehr gut meistern konnte. Allerdings habe ich dann festgestellt, dass der Herr W. selbst das Lied heute ganz anders spielt, sozusagen ganz losgelöst von dem, was er damals auf der Platte fabriziert hatte.
    Insgesamt lässt mich der Eindruck nicht los, dass Herr W. nicht unbedingt die Krone der Zunft darstellt und auch bei den Steinen nicht unbedingt unersetzbar wäre.
    Es ist allerdings tröstlich zu sehen, dass man auch ohne vertiefte Kenntnis von Permutationen, ungeraden Takten mit Quadropedaltechnik und einem Cymbal-Endorsement etwas werden kann (oder damals jedenfalls konnte).


    Grüße,
    Jürgen

  • Ich persönlich glaube auch, dass C.W. mehr kann als das, was er bei den Stones macht. Nach wohl über 50 Jahren Drums muß aber auch einfach mehr drin sein...


    Und C.W. ist vermutlich ein typischer Vertreter des englischen Unterstatements, das sieht man ihm einfach schon an ...


    Aber für seine Stones-Sachen braucht man nun wirklich keine Noten ...

  • Zitat

    Original von yoyogun
    Allerdings hat Daryl Jones in einem Interview in "Gitarre & Bass" seinerzeit geäußert, das C.W. zu seinen absoluten Liebslingsdrummern gehört und gespielt hat der wahrlich mit vielen.


    Bin ja auch nicht so überzeugt von C.W. aber es gibt ja so ein paar andere
    Aufnahmen z.B. so BigBand Geschichten, da glaubt man gar nicht das das CW
    ist.


    Na ja, Daryl ist ein prima Bassist, ein smarter Bursche und loyaler Arbeitnehmer. Was glaubst Du hätte Mick & Keith gesagt, wenn... Obwohl - bisher war denen ja alles ziemlich Wurscht, so lange es nicht um ihren Mikrokosmos ging :)


    Anyway: Charlie rockt und die Band rollt, manchmal zwar etwas holprig, aber wollen wir, daß die Stones wie Steely Dan klingen?


    Das wär auch nix
    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • Charlie und die Stones:


    1. Er schleppt .... und zwar immer. Wobei er nicht etwa langsamer wird, er spielt einfach von Anfang an zu langsam.


    2. Aufgefangen wird diese Schwäche durch Ronnie Wood, der vom Timing immer ordentlich spielt und Richards, der sich geschwindigkeitsmäßig irgendwo schwimmend zwischen den beiden einpendelt.


    Dass das alte Rhythmus Chaos (ohne Daryl Jones) seinerzeit funktioniert hat, ist schwer zu erklären. Man höre sich zwingend einmal "Beast of Burden" an, ein Wunder an Groove (und einer der vielleicht besten Guitar-Backline ever), obwohl fast alle timingmäßig irgendwie daneben sind. Das erhärtet die Theorie, dass eine Band dann groovt, also quasi das "Meta-Timing" einer Combo dann funzt, wenn alle Musiker sich mit ihrem Timing zu einem Grooveteppich ergänzen, auch wenn die jeweils einzelnen nach vorne oder nach hinten spielen.


    3. Bei den Stones ist das alles nicht gewollt, bzw. zwar gewollt aber nicht willkürlich und damit letztlich Zufall. Sie sind keine Großen in Sachen Technik, vielleicht noch nicht einmal guter Durchschnitt und so gesehen technisch keine großartigen Musiker.
    Die Stones haben aber in ihren besten Zeiten ein Feeling, welches für alle Zeiten seinesgleichen sucht. Die Jungs können Folk spielen, dass es einem die Tränen in die Augen treibt und sind einige der wenigen, die den Blues haben. Hierzu sei beispielhaft "Love in Vain" auf der Stripped (eigentlich die ganze Stripped) und einer der besten Livescheiben aller Zeiten empfohlen: "Get your YaYas Out" mit dem peinlichsten Cover aller Zeiten, dafür mit der amtlichen "Symphathy for the Devil"-Version, letzteres noch mit Mick Taylor an der 2ten Klampfe.
    Und nicht zu vergessen, weil das Wichtigste: Sie haben diese ganzen unsterblichen Klassiker kreiert, das ist zwar alles schon etwas her (eigentlich haben sie seit Some Girls nix mehr Gutes im Studio gemacht) aber dafür klingen die DInger immer noch so frisch, wie am ersten Tag. Das Werk von Göttern halt.


    4. Wenn Charlie eine Stilsitik hat, dann ist es seine unvollständige Hihat: Wenn er seinen Snareschlag macht, hebt er den rechten Arm vollständig und läßt die Hihat weg, er spielt also fast nie die Hihat auf der 2 und der 4. Das gibt seinem Spiel immer dieses etwas "Gebrochene". Man kann das aber auch als Stilmittel verwenden: Dennis Chambers hat das bei vielen späteren Funkscheiben verwendet, es hat seinen eigenen Charme. Charlie macht es offensichtlch, weil er es nicht anders kann. Sehr extraordinär seine Hihat alllerdings auf "Angie", die Hihat wiederum sucht irgendwie ihresgleichen.


    Fazit:


    Sie sind schlampig in allem und haben das Glück, dass es paßt. Sie sind die Coolsten unter der Sonne. Und sie werden mit steigendem Alter eigentlich immer cooler. Sowas nenne ich Rock'nRoll. Nein, das ist Rock'n' Roll.


    Nach Ihnen wird die Bezeichnung Rock seine Bedeutung verlieren und die Musikrichtung nur noch von leder-nietenbesetzten unheimlich bemüht-düster- dreinschauenden Metall-Bubis vertreten werden, die sich vor jedem Starkmagneten in Acht nehmen müssen, weil sonst die Kleidung oder die Frise platzt. Das wird traurig. Ich weiß nicht, ob ich unter solchen Bedingungen dann noch leben will. Dann werde ich mir die Stones auf DVD ansehen und zusehen, wie 4 alten Herren über 60 auf der Bühne einen Heidenspaß haben und sich 25jährige Girlies bei Brown Sugar die Kleider vom Leib reißen.
    The good old Days.


    Wie Keith schon sagte: "Es gibt die Sonne, es gibt den Mond und es gibt die Rolling Stones." Das ist zwar nicht die ganze Wahrheit ........... aber sicher mehr als die Hälfte ... und das ist schließlich auch schon mal was.



    See


    EDITH meint, die "Love-in-Vain"-Version" von Stripped hier
    http://www.youtube.com/watch?v=BEq1Xho1h3Q
    entdeckt zu haben.
    Einfach fast unfaßbar geil, von a - z. Bestes Anschaungsmaterial in Sachen Feeling.

    "Pommes/currywurst hat einfach seine eigenen Gesetze."
    (c) by frint / 2008


    "Es macht so viel Spaß, ein Mann zu sein, das können sich Frauen gar nicht
    vorstellen!" (c) by Lippe / 2006

    16 Mal editiert, zuletzt von Seelanne ()

  • Zitat

    Original von Hochi
    Hör' dir erstmal was von den Stones an, dann wirst du schnell merken, dass man dafür keine Noten braucht.


    Oder man sie sich neben dem Zähneputzen schnell rausschreiben kann :D

    Wer beim Üben gut klingt, wird nicht besser. - Sinngemäß nach Jojo Mayer



    Meine Spielsachen

  • Das die spielerischen Fähigkeiten von CW doch vorhanden sind kann man
    u.a. hier hören: Stompin at the savoy mit Big Band


    Drummerworld - Charlie Watts




    weitergehende Informationen über seine Soloprojekte findet man auch bei
    Wikipedia, ich war überrascht, hatte mich damit nie beschäftigt, aber scheinbar
    ist die Welt von Charlie Watts eher der Jazz.


    Charlie Watts

  • @see:


    Sehr treffend und schön geschrieben.
    Einiges (oder vieles) der Stones gefällt mir nicht, und trotzdem sind sie für mich eine der besten Bluesbands die es gibt. Der von dir verlinkte Song ist ein Beispiel dafür.


    Danke, stiegl.

    Denk mal nach!


    Und, heute schon geübt? =)





    Meins

  • Moin!


    Zitat

    von seelanne 4. Wenn Charlie eine Stilsitik hat, dann ist es seine unvollständige Hihat: Wenn er seinen Snareschlag macht, hebt er den rechten Arm vollständig und läßt die Hihat weg, er spielt also fast nie die Hihat auf der 2 und der 4. Das gibt seinem Spiel immer dieses etwas "Gebrochene". Man kann das aber auch als Stilmittel verwenden: Dennis Chambers hat das bei vielen späteren Funkscheiben verwendet, es hat seinen eigenen Charme. Charlie macht es offensichtlch, weil er es nicht anders kann. Sehr extraordinär seine Hihat alllerdings auf "Angie", die Hihat wiederum sucht irgendwie ihresgleichen.


    Bist Du Dir da sicher see? Meine mich erinnern zu können, dass es von CW eine Äußerung gibt, in der er sinngemäss sagte:


    Warum soll ich auf 2 und 4 die Hihat spielen? Die hört da doch wegen der Snare eh keiner.


    Und ich finde wo er recht hat...;):D


    LG

  • Nennt man das nicht laid back wenn der drummer hinterherspielt, denn er ist ja gleichbleibend hinten und wird nicht langsamer....???


    Ich denke er spielt was notwendig ist - und das passt.


    Beispiel Kenny Jone oder auch Simon Philipps: Beide sicher technisch besser und sauberer als Keith Moon, aber passt halt nicht so wie der verrückte Moonie....da wr Mr. Entwhistle die UHR und alle haben sich drum herum vergnügt....bei den Stones legen Drums und Bass und RH-Git eine breite Spur vor worin sich die anderen Herren austöben können.


    Es gibt auch tausend Beispiele von Super-geilen-technik-Gurus, die alles spielen können, aber leider grooven sie nicht....deshab würde ich einen Charlie Watts einem Mike Portnoy vorziehen.
    (Ich spür die Prügel schon vor dem absenden der Antwort....)


    Baer zurüc zum Thread: Noten braucht man da keine - uns raushören schult eh mehr !!!

  • steve.hatton:


    Sagen wir mal so, vielleicht sollte man den MP mal in ner straighten Rockband spielen hören und sehen, was er daraus macht. Ich finds immer schwer zwei Musiker zu vergleichen, deren Musik aber auch nix gemeinsam hat...
    Dream Theater wollen ja, denk ich, nicht wirklich grooven...Ich mein, wenn der MP bei ACDC oder sowas aushelfen würd, dann denk ich würd er sicher nicht wie bei DT spielen...Aber ich weiß schon was Du meinst...

    Wer beim Üben gut klingt, wird nicht besser. - Sinngemäß nach Jojo Mayer



    Meine Spielsachen

  • Zitat

    Original von steve.hatton
    Ich denke er spielt was notwendig ist - und das passt.


    Es gibt auch tausend Beispiele von Super-geilen-technik-Gurus, die alles spielen können, aber leider grooven sie nicht....deshab würde ich einen Charlie Watts einem Mike Portnoy vorziehen.
    (Ich spür die Prügel schon vor dem absenden der Antwort....)


    Die alte leidige Diskussion, diesmal aber basierend auf einem Missverständnis:


    Ich wollte nichts anderes ausdrücken. Charlie ist einer meiner absoluten Heroes, sowohl vom Drummen, als auch von seiner Person. Er hat Grooves hingelegt die kein anderer geschafft hat und ist einer der symphatischsten im Showbizz, soweit man das auf Grund von medienvermittelten Eindrücken überhaupt beurteilen kann. Ändert aber nichts an seiner technischen Beschränktheit, die er im übrigen - nicht zuletzt gerade wegen seines großen Musikhorizontes und -geschmackes - selber am meisten bedauert (er liebt übrigen tatsächlich Jazz mehr als Rock).


    Mir persönlich ist das im Falle der Stones und Watts - und das ist das Schöne an Ihnen - eh' alles schnuppe: Charlie ist halt Charlie, das reicht vollkommen.


    See



    PS: Aus gegebenem Anlaß wird 'ne gesonderte Lobhudelei auf Charlie noch folgen.

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    (c) by frint / 2008


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  • Ich erinnere an Chris Slade und Simon Wright, beides keine schlechten Drummer, welche Phil Rudd während seiner jahrelangen Alkehol Exzesse vertraten.


    Die "gingen" überhaupt nicht, zwar "imitierten" sie zwar ansatzweise Herrn Rudds Minimalismus, die Grooves und die gesamten Alben hören sich aber irgendwie billig und flach an.


    Ich finde Charlie Watts astrein, fast jeden Stones Song kann man nach dem Schlagzeugeinsatz als solchen identifizieren.


    Von welchem anderen Trommler kann man das behaupten?

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