4 Musiker und 1 Trommler

  • Hallo Leuts,
    vielleicht hab ich ja heut meinen "Sentimentalen" , keine Ahnung. :D Das Ding ist einfach: Ich finde in der allgemeinen Musikwelt wird unser Instrument immer noch etwas unterbewertet.
    Natürlich nicht unter uns und auch nicht von Leuten, die wirklich Ahnung haben. Aber oft muss man gegen diese Stellung ein bisschen ankämpfen. Das sind zumindest meine Erfahrungen der letzten Jahre. Irgendwo ganz versteckt, kommt es dann doch mal wieder zum Vorschein: dieses Vorurteil. Wir wissen es natürlich alle besser, das ist keine Frage. Mich würden einfach mal eure Erfahrungen interessieren und den Umgang mit diesem Thema. (Habe die Suche jetzt nicht bemüht, weil ich keine Ahnung habe, wie ich die Suche formulieren sollte). Auch für links, wenn es die schon hier gibt, wäre ich natürlich dankbar. :thumbup:


    LG, nobby

  • Ich denke das er meint, das wir nciht als richtige Musiker angesehn werden sondern eher so als...ka...Stiefkind oder so! Sieht zumindest dem Threadtitel nach zu urteilen so aus!

  • Ich denke das er meint, das wir nciht als richtige Musiker angesehn werden sondern eher so als...


    Ja, das stimmt ja auch und stört mich persönlich nicht im Geringsten. Wer will schon mit den Musikern gleichgestellt werden? :rolleyes:


    Da bleib ich lieber bei den anonymen Rhythmikern. :D


    Im Ernst: Das klingt für mich nach Minderwertigleitskomplex und dazu fällt mir nur ein: Wem der Stiefel passt...


    LG

  • Hallo,


    Zitat

    unser Instrument


    Da fängt es schon an.


    Als ich mal Radio hörte und da ein Konzert einer Schlagzeugerin vorgestellt wurde, da nannten die eine Zahl von Instrumenten, welche diese Dame spielte.


    Dann zählte ich mal nach: Kleine Trommel, Große Trommel, Hi-Hat, ...


    Das ist eine ganze Menge.


    Und wer ein Schlagzeug stimmen kann, lacht sich über eine Gitarre kaputt.


    Grüße,
    Jürgen

  • Naja manchmal habe ich auch den Eindruck, andere Leute denken "Schlagzeug ist einfach nur draufhauen.... kann doch jeder". Wenn Nichtmusiker den Eindruck haben, dann kann ich da leider wenig dran ändern und ich nehme es Ihnen auch nicht übel. Da stehe ich dann mit einem leichten grinsen drüber. Sie wissen es einfach nicht besser und können es auch nicht wissen.
    Aber selbst unter Musikern wurde mir schon Musikalität und Musik-theoretisches Wissen abgesprochen nur Aufgrund der Tatsache, dass ich "nur" Schlagzeuger bin. Solche Musiker meide ich, weil ich sie für Idioten halte.


    Bei uns in der Band heisst es immer "4 Musiker plus Sängerin". ;)


    Im grossen und ganzen würde ich aber sagen, fällt dem Publikum garnicht so sehr der einzelne Musiker einer Band/Orchester auf, sondern das ganze als Gefüge.


    Gruß
    Andre

  • Hallo erstmal,
    naja wie schon ausgeführt hängt der Grad der Wertschätzung eines Schlagzeugers von seinem Können und seinem Umfeld ab. Wer sich für Musik interessiert in der Schlagzeuge/Percussioninstrumente oft sehr präsent sind wird einem Drummer eher ein "Wow du bist Schlagzeuger? :B/ " zu kommen lass als jemand der den lieben, langen Tag nur Musik bestehend aus Akustikgitarre und Gesang bzw. Musik in der den Rhthmusinstrumenten kleinere Rollen zugeschrieben werden hört. Soweit zu Musikern/ Musikinteressierten.
    Für Menschen die allerdings im höchstfall, ab und an für eine Stunde oder 2 das Radio anmachen wird Schlagzeug (besonders wenn es dann doch mal live erfahren wird) nur "die Schießbude" sein, die infernalischen, nicht zu ertragenden Krach macht (das wird noch dramatischer wenn der Schlagzeuger grade mal seine dritte Unterrichtsstunde hinter sich hat und sich am Tomgerühre und Beckenchaos versucht x.X). Wer kann schon behaupten, immer tolerant gegenüber der Lautstärke seines Gitarristen gewesen zu sein?


    Als Schlagzeuger steht man halt (in der Regel) nicht vorne auf der Bühne, trillert dazu ein Liedchen und spielt herzerweichende Melodien. Das ist unsere Brot und wer damit nicht klar kommt, sollte über Bass ... uuuups... Gesangs/Gitarrenunterricht nachdenken.


    P.S.: Ich wurde selbst schon oft angesprochen "Ach du bist Schlagzeuger?", begleitet von einer Handbewegung die dem Drummen wohl noch nie, von jemand Fachkundigem, zugeschrieben werden konnte. Gitarristen werden das nicht viel anders erleben *gestikuliert Gitarrengeschredde*. Klischee's gibt es immer und das hat auch nichts mit geringerer Wertschätzung zu tun. Ich würde gerne mal Hip Hop ohne Drums/Drumcomputer/Beatboxer hören xD. Oder den Bolero ohne Snare, oder Grindcore ohne Blastbeats oder... Ich glaube es ist klar geworden worauf ich hinaus will ^^


    Edith sagt, dass jeder der einen Rechtschreibfehler findet ihn behalten darf :O

    Das kann man noch essen.

  • Also ich hab die Erfahrung gemacht, dass viele Leute die keine Ahnung haben, einfach mal davon ausgehen, dass ein Schlagzeuger immer äußerst muskulös und monströs ist.
    Er muss ja schließlich die Trommeln verprügeln und braucht dafür jede Menge Kraft.
    Diese Leute sollten sich einfach mal Trommler wie Tony Williams, Gene Krupa usw anschauen.
    Mir fällt aber viel mehr auf, dass unter Musikerkreisen Sänger bzw Sängerinnen nicht als Musiker bezeichnet werden. Aber ich bin selbst nicht besser und sag immer "die Musiker und der Sänger"
    Gruss
    Tarek

  • ich sehe das ganze eigentlich gar nicht so dramatisch. Als Schlagzeuger hat man doch auch viel mehr Möglichkeiten. Also kleines Beispiel soll da nur der Musikverein genannt sein. Geh mal als Gitarrist hin, da wirst du gleich wieder heim geschickt. Davon ganz ab ist das Schlagzeug eines der anspruchsvollsten Instrumente, das sieht man schon wenn man sich vom Gitarristen ein relativ einfaches Lied zeigen lässt. Das kann man dann schon relativ vernünftig spielen, selbst ohne Vorkenntnisse. Aber wehe dem, der mal einen Saitenakrobaten an sein geliebtes Schlagzeug lässt, da bekommt man es mit der Angst zu tun. ;(


    Oder hör dir live Stücke an die nur mit Akkustikgitarre und Gesang gespielt sind. Es gelingt mir äußerst selten da mit dem Bein mitzuwippen. Ein Tempo über mehr als zwei Takte durchzuhalten scheint für Gitarristen und ähnliche schier unmöglich...


    Und es stimmt zwar dass viele Leute die kein musikalisches Vorwissen haben, oft denken dass Schlagzeug spielen ja leicht sein muss, man haut ja schließlich nur. ABER spiel mal ein Solo, dann stehen die gleichen Leute staunend vor der Bühne.


    Deswegen sollte man auch immer irgendwelche schnellen Tom/Snareläufe mit einbauen, da für den gewöhnlichen Trottel gilt: schnell=gut. Verzwickte Takte und ähnliche Geschichten taugen nur um den 5% Musikern im Publikum was zu bieten.
    Aber ganz davon ab sind Drumsoli direkt nach den Gitarrensoli die unnötigste Form der Selbstdarstellung. Für mich als Drummer wäre es da wichtiger und schöner, wenn der Schlagzeuger sein Set beherrscht und dies in seinen Lieder songdienlich einzusetzten versteht.


    In diesem Sinne
    Gruß Klipp

  • Und es stimmt zwar dass viele Leute die kein musikalisches Vorwissen haben, oft denken dass Schlagzeug spielen ja leicht sein muss, man haut ja schließlich nur.


    Das kann ich jetzt mal gar nicht bestätigen. Originalton der meisten Nichtmusiker, mit denen ich bisher gesprochen habe: Oh, Schlagzeug stelle ich mir total schwer vor, weil man ja mit Händen und Füssen was anderes macht... :rolleyes:


    Ansonsten bemerke ich gerade, dass der Schuh wohl recht vielen passt. :D


    Weitermachen!

  • Vorurteile und Klischees gibt's immer. Das hilft uns unbekannte Sachen bekannteren leichter zuzuordnen. Diese typische - gleichzeitig auch untypische - Handbewegung hab ich auch schon öfter geerntet.


    Gleichzeitig muss ich aber sagen, dass es mir genau anders geht, wenn ich davon erzähle. Der Satz, der am meisten fällt ist:" Was? Mehrere Körperteile gleichzeitig bewegen und das auch noch im Takt? - Das könnt ich nie."
    Ist für mich schon ein Zeichen von Respekt.


    Und die Sache mit dem beeindrucken unterstreiche ich mal. Viele Nicht-Musiker bzw. Nicht-Intrumentenspieler (?) sind schon beeindruckt, wenn sie mal nen Schlagzeuglauf hören, den sie nicht aus dem Radio oder von der CD kennen. Bei Gitarristen erwartet man immer mal ein Solo und das muss dann schon etwas bieten.


    Ich denke nicht, dass wir in der "übrigen Welt" so schlecht da stehen.. alle anderen sind dann wirklich idioten, weil wohl jedes instrument etwas an wissen und können voraussetzt, sollte man sich näher damit beschäftigen. das tun wir ja auch.


    edith weißt mich darauf hin, dass ich ganz schön lange gebraucht hab, und Reed311 wohl auch derselben ansicht ist...

    Es gibt so viel gute Musik auf der Welt.. ..da muss ich doch nicht Musik hören, die "gar nicht so schlecht" ist. - Hennes M. aus C


    Ich

    Einmal editiert, zuletzt von Unbek.Pferd ()

  • Reed311
    Ist auf jeden Fall meine subjektive Empfindung die ich gemacht habe. Ich redete da auch nur von den Nicht-Musikern. Musiker sehen das schon primär so, wie du gesagt hast.


    @renttuk
    Ich finde nicht dass ich mir widerspreche. Im ersten Abschnitt gehe ich auf meine persönliche Meinung ein, in der ich mich klar äußere dass das Schlagzeug völlig zu unrecht "diskriminiert" wird.


    Und im folgenden gebe ich wieder wie ich den Blickpunkt der Masse empfunden habe und hab nen Tipp gegeben wie sich das ganz leicht feststellen lässt. Geh doch mal auf 2 Konzerte, bei denen der eine Drummer ein Solo spielt bei dem es nur auf Geschwindigkeit ankommt und dann auf eines wo der Drummer sich nur auf Technik und auf Gefrickel beschränkt. Sag mir dann, was bei der breiten Masse besser ankommt.


    Ach und das mit der Selbstdarstellung wäre dann wieder meine ganz persönliche Meinung. Ich habe schon sehr sehr lange kein Solo mehr gespielt, weil ich (betone ICH, ICH HÖCHSTSELBST) es als Unsinn betrachte.
    Wer es anders sieht soll mit Leben, ich lass ihm seine Meinung, solange er mir die Meine lässt.

  • Ich erlebe in letzter häufiger eher das Gegenteil. Dass ich bewundert werde weil ich Schlagzeuger bin :D
    Aber wenn ich dann was vorspielen soll und mit einem Gefrickel komme (weil ich mich besser fühle, da´s komplizierter ist :D )...dann ist der Gesichtsausdruck, der zuvor begeisterten Zuschauer = :wacko:

    bitte KEINE Kurznachrichten schreiben ;(

  • Ich seh mich weniger als Schlagzeuger sondern vielmehr als ein Bandmitglied. Und nur wenn alles zusammenpasst funktionierts auch. Mit Definitionen, wer wichtiger ist in der Band....der Sänger, der Gitarrist usw. kann ich nichts anfangen. Ich kann auch nicht das Publikum zwingen, mich wichtiger als andere Bandmitglieder zu finden. Will ich auch gar nicht. Es geht doch in erster Linie darum, gute Songs gut rüberzubringen. Und dazu sind alle Bandmitglieder wichtig.


    Sieh es von der schönen Seite: Wir brauchen den meisten Platz auf der Bühne, können uns mit imposanten Ballerburgen auf riesige Podeste stellen und jedes Tom in einer anderen Farbe anstrahlen lassen. :D Wenn das nicht Eindruck schindet - grinnnzzz


    Und wenn trotzdem mal der große Frust kommt: Besorg Dir eine Mehrspuhr-Aufnahme von nem geilen Song....und dreh dann die Drumspur weg. Was bleibt?......... :) :) :)


    Kopf hoch.....PG


    PS: Auf einem Thomann Fest vor ein paar Jahren hat im Hauptzelt gerade Thomas Lang so aufgezaubert, dass manche Leute schon vor Staunen gesabbert haben. Der Anführer einer kleinen Gruppe kam gerade aus dem Zelt raus und hat zu seinen Leuten gesagt............nix los....da ist blos ein Trommler. Tja, jedem das Seine. Man wird nie alle begeistern können.

    PG - Wenn nur die besten Vögel singen würden, wär es verdammt still im Wald.

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