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drumsandbeats

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201

Freitag, 8. Oktober 2010, 11:34

Auch ich danke für den Artikel.
"If you don't feel it, don't play it." James Jamerson

drumdidi

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202

Freitag, 8. Oktober 2010, 11:48

Ich möchte noch etwas nachschieben.
Ein Abschnitt in diesem Artikel hat mich sehr nachdenklich werden lassen.

Zitat

Am unteren Ende der bildungspolitischen Hierarchie stehen die Musikpädagogen, die kaum noch eigenständige pädagogische Entscheidungen treffen (können) und sich stattdessen mittlerweile ausschließlich ökonomischen Kriterien zu beugen haben. Ein Bildungsauftrag lässt sich jedoch nur dann erfolgreich umsetzen, wenn er in Übereinkunft mit allen Betroffenen formuliert wird.


Das beschäftigt mich schon seit langem und beschreibt auch im weiteren sehr gut die Frustration, die ich zuweilen im Unterricht erlebe, und was ich weiter oben mit dem Wunsch nach mehr Anerkennung für das, was man so tut, geäussert habe.
Wenn man sich mit Kollegen über Yeki unterhält, dann weiss man bescheid und das Arbeitsklima hat sich in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert, da alle total unter Druck stehen, das man eigentlich immer mehr Unterrichten muss, nur um den jetzigen ökonomischen Status zu sichern. Und statt Honorarerhöhungen finden Vielerorts nur Umwandlungen von Anstellungen zu Honorarverträgen und Absenkung der Bezahlung statt.
Von den Lehrern wird verlangt, immer mehr über den eigentlichen Unterricht hinaus zu leisten.
Und es kommt auch zum Teil daher, wie in dem Artikel auch gut beschrieben, das Kollegen damit begonnen haben, "freiwillig" mehr über den eigentlichen Unterricht hinaus zu leisten, um sich nach meinem Eindruck dadurch einen Vorteil gegenüber den "Konkurrenten" zu verschaffen. Frei nach dem Motto: der Kollege macht ja "nur" seinen Unterricht. Da mach ich mal noch ein Ensemble und spiele damit auf dem Musikschulkonzert und mach das ohne Honorar. Da steh ich dann bei der Musikschulleitung besser da...
Genauso hab ich schon erlebt, das da dann sehr kulant seitens der Schüler ausgefallene Stunden nachgeholt oder grosszügig Stunden hin und her verlegt werden. Das gefällt zwar den Eltern sehr gut, bedeutet aber am Ende des Tages für den Lehrer enorme zusätzliche Zeitliche Bindung und Belastung und womit man einmal angefangen hat...
Freiwilliger Verzicht auf Honorarzahlung bei "rechtzeitiger" Absage eines Unterrichtstermins ist auch so was oder Verzicht auf einen Teil der Ferienregelung usw

drumdidi

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203

Freitag, 8. Oktober 2010, 12:05

Woher soll denn das angemessene Honorar für einen Musiker oder Musiklehrer herkommen?

Das ist ja genau das, was der Artikel beschreibt. Wir verzichten schon seit Jahren, weil es ja allerorten heisst, wir können die Gebühren nicht erhöhen, weil sich sonst keiner mehr den Unterricht leisten kann.
Werden die Gebühren nur um 5€ im Monat erhöht, hagelt es Abmeldungen.
An einer Musikschule, an der ich mal unterrichtet hab, wurden die Gebühren für die Schüler erhöht, die Lehrerhonorare blieben aber gleich. Da hieß es dann auch, man müsse halt die Gebühren wegen der gestiegenen Kosten erhöhen, eine weitere Erhöhung zwecks Erhöhung der Lehrerhonorare sei aber nicht möglich. Dann würde ja der Unterricht zu teuer...
Dann kommt vielleicht nach 10 Jahren mal eine kleine Erhöhung, die aber unterm Strich noch nicht mal die Inflation der letzten 10 Jahre ausgleicht.
Natürlich ist das ein Dilemma, das der Unterricht teurer sein müsste, genauso sieht es bei den Gagen für Livemusik in vielen Fällen aus, aber auf der anderen Seite die "Kunden" das auch erst mal zahlen müssten.
Nur sieht es ja schon lange so aus, das es ein recht einseitiger Verzicht stattfindet..
Und man darf ja auch schon oft genug lesen/hören, das man seine Musik sowieso umsonst anbieten soll und pay to play muss halt sein und jetzt auch noch für jeden Schüler jede Woche 1 Stück transkribieren muss auch drin sein usw...
Übrigens wollte ich auch noch kurz einem Satz widersprechen, der weiter oben mal gefallen ist:

Zitat

Der Staat investiert im Verhältnis ENORM mehr Geld in einen Musikstudenten im Vergleich mit wirklich jedem anderen Studierenden (Stichworte: Einzelunterricht, sehr kleine, exklusive Kurse, etc.) um am Ende einen Ausgebildeten zu haben, der sehr wenig Steuern zahlt und auch sonst niemand ist, an dem der Staat was verdient. Darüber hinaus nutzt er der Wirtschaft so gut wie nichts.

Das wir der Wirtschaft nichts bringen, kann man so nicht behaupten. Musik ist omnipräsent. Das Erlernen eines Instrumentes ist etwas, was an sich tief in der Gesellschaft verwurzelt ist. Die Werbung bedient sich mannigfaltig der Musik, um ihre Produkte zu vermarkten. Filme brauchen Musik, Radio, Fernsehen alles und jeder braucht Musik.
Und dafür braucht man Musiker! Ich weiß nicht, ob es mal eine Erhebung über die wirtschaftliche Bedeutung des Musiksektors in der Gesamtwirtschaft gibt. Aber wenn man mal alle Sparten zusammenaddiert, seien es die Instrumentehersteller, die Musikgeschäfte, die Musikschulen, die freiberuflichen Musiker, die Werbebranche, TV, Radio, Film usw., dann wird einem schnell die wirtschaftliche Bedeutung des Themas Musik klar. Da wird viel Geld umgesetzt bzw. mit Hilfe der Musik Geld verdient. Also das wir keine Steuereinnahmen generieren bzw. für die Wirtschaft irrelevant wären kann man wirklich nicht sagen.
Am viel diskutierten Thema Tonträger kann man nur ganz gut erkennen, wie teilweise die Verteilung des generierten Vermögens falsch läuft als auch die Bereitschaft in der Gesellschaft, die Leistung zu honorieren.
Eine Arbeitsstunde in der Autowerkstatt darf ja mal 50€ und mehr kosten, aber ein selbständiger Instrumentallehrer soll möglichst nur 10€ oder höchstens 20€ die Stunde kriegen...

matzdrums

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204

Freitag, 8. Oktober 2010, 13:27

ich denke, das sich durch bundesweites jeki, flächendeckenden ganztag, über-mittagbetreuung und was es da so noch alles gibt, die situation für instrumentalpädagogen noch stärker verändern wird, als es bislang schon der fall ist. ob es in 10 jahren die "klassische" musikschule überhaupt noch gibt?

romain

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205

Freitag, 8. Oktober 2010, 13:46

Zitat

Zitat

Der Staat investiert im Verhältnis ENORM mehr Geld in einen Musikstudenten im Vergleich mit wirklich jedem anderen Studierenden (Stichworte: Einzelunterricht, sehr kleine, exklusive Kurse, etc.) um am Ende einen Ausgebildeten zu haben, der sehr wenig Steuern zahlt und auch sonst niemand ist, an dem der Staat was verdient. Darüber hinaus nutzt er der Wirtschaft so gut wie nichts.

Das wir der Wirtschaft nichts bringen, kann man so nicht behaupten. Musik ist omnipräsent. Das Erlernen eines Instrumentes ist etwas, was an sich tief in der Gesellschaft verwurzelt ist. Die Werbung bedient sich mannigfaltig der Musik, um ihre Produkte zu vermarkten. Filme brauchen Musik, Radio, Fernsehen alles und jeder braucht Musik.
Und dafür braucht man Musiker! Ich weiß nicht, ob es mal eine Erhebung über die wirtschaftliche Bedeutung des Musiksektors in der Gesamtwirtschaft gibt. Aber wenn man mal alle Sparten zusammenaddiert, seien es die Instrumentehersteller, die Musikgeschäfte, die Musikschulen, die freiberuflichen Musiker, die Werbebranche, TV, Radio, Film usw., dann wird einem schnell die wirtschaftliche Bedeutung des Themas Musik klar. Da wird viel Geld umgesetzt bzw. mit Hilfe der Musik Geld verdient. Also das wir keine Steuereinnahmen generieren bzw. für die Wirtschaft irrelevant wären kann man wirklich nicht sagen.
Am viel diskutierten Thema Tonträger kann man nur ganz gut erkennen, wie teilweise die Verteilung des generierten Vermögens falsch läuft als auch die Bereitschaft in der Gesellschaft, die Leistung zu honorieren.
Eine Arbeitsstunde in der Autowerkstatt darf ja mal 50€ und mehr kosten, aber ein selbständiger Instrumentallehrer soll möglichst nur 10€ oder höchstens 20€ die Stunde kriegen...
Danke Didi für die schon weitestgehend ausarrangierte Argumentation ;-) Aber diese krude Denkweise Künstler würden nur rumlümmeln und nichts ordentliches auf die Beine stellen, und warum er denn nicht Bankangestellter wird läßt mir wirklich die Hutschnur hochgehen. Aber es ist ja genau diese Denkweise, die alle möglichen "Orchideenfächer" niederwalzt um am Ende nur noch produktive "Geldvermehrer" auszubilden. Na denn gut Nacht!

Charmaquest

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206

Freitag, 8. Oktober 2010, 13:47

Das ist ja genau das, was der Artikel beschreibt. Wir verzichten schon seit Jahren, weil es ja allerorten heisst, wir können die Gebühren nicht erhöhen, weil sich sonst keiner mehr den Unterricht leisten kann. Werden die Gebühren nur um 5€ im Monat erhöht, hagelt es Abmeldungen.


Daher muss die Kaufkraft erhöht werden! Wobei das dann noch lange nicht heißen muss dass gleichzeitig auch die Wertschätzung von Musik steigen wird, d.h. Eltern bereit sind auch mehr für den Unterricht der Kinder auszugeben. Dennoch, wenn man Geld hat, gibt man es auch gerne aus. Es sei denn es bleibt kaum was übrig weil ich muss ständig überall draufzahlen muss, weil sämtliche Kosten auf den Verbraucher umgelagert werden, damit Gewinne weiterhin ungebremst steigen können.
Das ist mir natürlich egal wenn ich genug verdiene, dann brauch ich keine öffentliche Bäder, dann gehe ich in meinen Privat-Fitness-Club, auch für meine ärztliche Versorgung komme ich selber auf...
"I've got a fever, and the only prescription is more cowbell!" - Bruce Dickinson

drumdidi

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207

Freitag, 8. Oktober 2010, 14:43

ich denke, das sich durch bundesweites jeki, flächendeckenden ganztag, über-mittagbetreuung und was es da so noch alles gibt, die situation für instrumentalpädagogen noch stärker verändern wird, als es bislang schon der fall ist. ob es in 10 jahren die "klassische" musikschule überhaupt noch gibt?

Das ist die Frage, die ja gerade angsterfüllt allerorten diskutiert wird.
Die Damen und Herren Politiker haben ja in ihrer grossen "Weitsicht" überhaupt nicht bedacht, was diese Veränderungen alles anrichten. Die Sportvereine können ja auch ein Lied davon singen.
Und wenn man dann von irgendwelchen Flachzangen hört, das dann einfach die Musikschule an die Schule gehen muss, dann erkennt man wieder, wie wenig Ahnung die Leute von der Materie haben und das sie die logistischen und konzeptionellen Problematiken nicht begreifen. Wie man in einen völlig verplanten und zerpflückten Nachmittag noch Instrumentalunterricht integrieren soll, wenn es noch nicht mal Räumlichkeiten dafür gibt...
Und wir haben ja heute schon mit einer gewissen Regelmässigkeit den fall, das aufgrund dieser ganzen G8 Misere und Nachmittagsunterricht und ständigen Stundenplanänderungen es immer schwieriger wird, überhaupt einen für den Lehrenden akzeptablen und zufrieden stellenden Stundenplan hinzubekommen. Und dann würde man vielleicht noch gerne die 2 Freistunden füllen, geht aber nicht oder dir wird ein Unterrichtstag durch die glorreiche Idee, das alle 9. Klässler Dienstags jetzt bis 17 Uhr Unterricht haben, komplett zerlegt...
Und ansonsten geschieht dann genau das, was in diesem Artikel angesprochen wird. Es wird halt den Zwängen jegliches sinnvolles pädagogisches Konzept und der klassische Individualunterricht geopfert. Die Infrastruktur wird auch völlig aussen vor gelassen und am Ende sitzen wir dann da und sollen in Klassen- und Fachräumen an schrottigen Instrumenten ohne entsprechende Ausstattung marodierende Kindergruppen disziplinieren und denen ein wenig Takt klopfen beibringen.
Dann ist wenigstens auch der Instrumentalunterricht da angekommen, wo die allgemeinbildende Schule schon zuweilen angekommen ist. Einfach alles runterschrauben und am Ende behaupten, es geht doch...
Hab ich schon mal erwähnt, was ich eigentlich von Jeki halte?
Ich lasse das mal lieber... ;(

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »drumdidi« (8. Oktober 2010, 14:48)


drumsandbeats

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208

Freitag, 8. Oktober 2010, 14:54

Wenn sich der Trend fortsetzt, dass Instrumentalunterricht unterbezahlt an den allgemeinbildenden Schulen angeboten wird, werden wir als Musikschul- und Privatlehrer (die dabei nicht mitmachen wollen) vielleicht eines Tages da landen, dass wir nur noch wenige Schüler aus betuchtem Hause zu hohen Preisen unterrichten werden, um das zu kompensieren.
Einerseits eine schöne Vorstellung (weniger Stunden Unterricht bei höherem Entgelt und folglich gleichen Einkünften), doch andererseits fühlt es sich nicht richtig an, Individualunterricht zu einem Luxusgut werden zu lassen, das sich nur noch die Oberschicht leisten kann.
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Luddie

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209

Freitag, 8. Oktober 2010, 14:59

Das mit der teuren Ausbildung des Musikstudenten stimmt schlicht nicht. Was ist denn mit den teilweise sündhaft teuren Versuchsaufbauten im Chemiebereich, bei den Maschinenbauern etc.? Die werden natürlich nicht selten von Unternehmen gesponsert, die sich damit gleich qualifiziertes Personal zur späteren Mehrwertgenerierung heranzüchten. Wogegen ja nix zu sagen ist. Aber die Darstellung ist falsch.

Jetzt ist die Frage, ob man möchte, dass Leute eher bereit sind, Geld in Unterricht zu investieren oder ob die Wertschätzung von Musik gesteigert werden soll. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Zum Thema Musik und Kultur allgemein: in unserer materiell geprägten Gesellschaft haben es Dinge schwer, die nicht a) schnellen Mehrwert generieren, b) sichtbar sind, c) Status ausdrücken oder sonstige kurzfristig sichtbare Vorteile bringen. Deswegen hat es ja auch die Bildung schwer. Man sieht nicht sofort Ergebnisse und wer heute investiert, bekommt vielleicht nicht mehr die Resultate zu sehen. Musik ist nichts zum Anfassen, sie heilt keine körperlichen Leiden, ihr Nutzen ist nicht quantifizierbar. Etwas anders ist es bei Hochkultur. Der Besuch im Theater drückt Bildung und Geld und Kultiviertheit aus und hatte somit direkte Signalfunktion. Das darf dann schon was kosten und wird als wertvoll eingeschätzt.

Zum Thema Unterricht: ich mache die Erfahrung, dass die Leute für gut gemachten Unterricht bei einem freundlichen Lehrer, der ihnen oder ihrem Kind Freude am Instrument vermittelt, und ihnen eine gute Zeit bereitet, auch entsprechendes Geld ausgeben. In den Unterrichtssituationen, in denen ich unterwegs bin (Drumschule und privat) herrscht eine nette Atmosphäre. Ich interessiere mich für die Leute, die zu mir kommen und freue mich, wenn sie Fortschritte machen.

Ich glaube daran, dass echte Begeisterung dazu führt, dass man von dem, was man machen möchte, auch leben kann. Und ich muss ebenso sagen, dass ich von nicht wenigen Lehrern höre, die es offenbar falsch machen. Da kommen welche gerade von der Uni und verlangen zwar gleich großes Geld (weil man ihnen das dort geraten hat), haben aber nur ein kleines Räumchen mit nur einem Set und überfallen Schüler mit Sachen, die die gar nicht brauchen können. Oft höre ich auch von musikalischen Zurechtbiegereien. Da will ein 40 jähriger Schüler Rock machen und wird dann erstmal ewig zum Thema Jazz aufgeklärt. Sie überladen die Schüler mit Material und verstehen nicht, dass die meisten das Instrument nur als Hobby und mit Spaß spielen wollen. Das führt zu schlechtem Gewissen bei vielen Schülern und dem Gefühl, vielleicht doch nicht geeignet zu sein.

Wenn Schüler dann wechseln, jammern diese Lehrer dann nicht selten, dass Kompetenz nix mehr kosten darf. Ich kenne Mucker, die Musik studieren und sich schon vor dem Ende fürchten, weil sie dann unterrichten müssen. Das kann nichts werden, auch nicht mit einer Gewerkschaft. Musik ist eine Herzensangelegenheit und keiner wird sich musikalisch öffnen können, wenn der Lehrer keine Lust auf seinen Job hat.

Und jetzt mal Hand aufs Herz: wieviel Geld sollen Schlagzeuginteressierte denn für Untericht ausgeben? 100, 120, 140 monatlich? Für eins von möglicherweise mehreren Kindern, die alle verschiedene kostenintensive Hobbies haben?

Wie üblich: das Geschriebene stellt nur meine persönliche Erfahrung dar. Ich wohne und unterrichte übrigens in einem der ärmsten Bundesländer, in Bremen.

lg
max

drumdidi

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210

Freitag, 8. Oktober 2010, 15:43

@ Luddie: ich mag dir ja in vielen Dingen, die du schreibst, beipflichten.
Aber die Darstellung, es läge nur am Engagement und der Einstellung des Lehrers und schon läuft alles, blendet so ziemlich alles aus, was sich in der Unterrichtsbranche entwickelt.
Das es ungeeignete, unengagierte Instrumentallehrer gibt, ist unbestritten. Ungeeignete Leute gibt es in jedem Beruf, trotzdem entstehen dadurch nicht gleich solche Arbeitsverhältnisse wie heute üblich.
Die Situation der Instrumentalpädagogen hat damit absolut nichts zu tun.
Du legst hier eine Darstellung hin, die eigentlich genau dem entspricht, was in dem hier von Matzdrums genannten Artikel beschrieben wird. Mit eigenem Einsatz und dem idealistischen Anspruch gleichen wir die ganzen Unzulänglichkeiten des Systems aus. Und du argumentierst genau in dieser idealistischen Weltsicht. Der Lehrer muss das als Herzensangelegenheit sehen. Er muss alles so machen und so erfüllen und dann wird das schon werden.
Man stelle dann wohl auch sein gesamtes Leben 24/7 in den Dienst dieser Sache und dann geht das schon. Und schon bist du in die Ausbeutungsfalle getappt, die nämlich, wie in dem zitierten Artikel beschrieben, seit Jahren betrieben wird.
Übertrage mal solche Aussagen auf andere Berufe, von denen man auch behaupten könnte, sie sollten mit so einer motivation gelebt werden. Ärzte, Pfarrer, Lehrer etc. Wirkt das dann nicht irgendwie seltsam?

Und was macht zudem der Lehrer, wenn die Honorare sinken? Was macht er mit seinen Privatschülern, wenn diese ausbleiben (und das wird so kommen), weil die Kinder fortan bis 17 Uhr in der Schule bleiben und gar nicht mehr zu ihm in den Unterricht kommen können? Willst du dann auch Jeki mit 10 Kindern in einem Klassenraum unterrichten?
Wenn ich mal meine persönliche Lage beschreiben würde, kann ich nur sagen, das ich sehr ordentliche Honorare bekomme im Verhältnis zu dem, was in NRW üblich ist, ich sehr lange Verweildauern meiner Schüler und einen sehr guten Ruf bei Eltern, Schülern und den Musikschulleitern habe. Trotzdem sehe ich die Welt nicht so romantisch, wie du das darstellst. Ich unterrichte jetzt schon so lange und dies aus freien Stücken und immer in Abstimmung zu meinen spielerischen Tätigkeiten, weil ich das will, und ich sehe da eine ganz andere Berufswelt und vor allem eine zunehmende Verschärfung der Bedingungen.
Also habe ich zunächst auch nicht gerade den allergrössten Grund zu klagen, jedenfalls nicht aus der aktuellen Situation heraus.
Ich sehe aber von Jahr zu Jahr, wie sich die Gesamtlage entwickelt, das die Honorare eigentlich nicht ausreichend im Verhältnis zur Kostenentwicklung steigen(meist nämlich gar nicht), das immer mehr Eltern nur noch 30 Minuten Unterricht buchen, das die Stundenplangestaltung von Jahr zu Jahr komplexer wird und das eben das Thema Ganztagsschule, Jeki etc. die Existenz der Musikschulen und der privaten Musiklehrer bedroht.
In meinen Gesprächen mit Kollegen bundesweit, die auch unterrichtend unterwegs sind, kann ich jedenfalls sehr viel Zukunftängste und Bedenken hören, wie das weiter gehen soll, wenn die Entwicklung so weiter geht.
Und die sind nicht, wie von dir dargestellt, automatisch dann wohl eher schlechte Lehrer, unengagiert usw.
Eigentlich finde ich das sogar schon irgendwie ärgerlich, das es jetzt schon fast wieder in die Richtung geht, das sei ein hausgemachtes Problem und seien die Lehrer engagierter und fähiger, würde alles viel besser laufen...

Und das man davon Leben kann, ist so ein Satz, der bei mir zumeist die Alarmglocken läuten lässt. Meist kommt dann noch der Satz hinterher, das man ja das tut, was man liebt, und deshalb sei das irgendwie ok, das das Geld eher nicht so üppig fliesst...
Ich kenne jedenfalls niemanden in D, der mit einem Honorarvertrag an Musikschulen üppig verdient. Da müsste es in Deutschland irgendwo Honorare geben, von denen ich noch nie was gehört habe.
Die Aussage, ich kann davon Leben, ist im Prinzip nichts auszeichnendes. Man kann in diesem Land mit verdammt wenig Geld leben. Ich weiß, wovon ich spreche, weil ich mal vor ca. 20 Jahren von nahezu nichts leben musste.
Aber ist das die Antwort auf die Frage, das man davon (irgendwie) leben kann? Genau so laufen ja die ganzen prekären Musikerlebensverhältnisse ab. Es geht irgendwie. Ist das der Status, der ausreicht?
Dann können wir uns in D jegliche Diskussion um Hartz 4, Mindestlohn etc. sparen...

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211

Freitag, 8. Oktober 2010, 15:48

Ein bissel OT aber schon sehr gut auf den Punkt gebracht und es spielt in den Stellenwert von künstlerischem.

Edith meint ich solle das youtube Video doch auch mal verlinken >> http://www.youtube.com/watch?v=iG9CE55wbtY
"Man muss das Grundgesetz vor seinen Vätern schützen und die Verfassung vor ihren Schützern."
"Der Faschismus ist eine Spielart der freien Marktwirtschaft."
Wolfgang Neuss

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Der Kritische« (8. Oktober 2010, 16:28)


Drumm.er

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212

Freitag, 8. Oktober 2010, 15:50

Das mit der teuren Ausbildung des Musikstudenten stimmt schlicht nicht. Was ist denn mit den teilweise sündhaft teuren Versuchsaufbauten im Chemiebereich, bei den Maschinenbauern etc.? Die werden natürlich nicht selten von Unternehmen gesponsert, die sich damit gleich qualifiziertes Personal zur späteren Mehrwertgenerierung heranzüchten. Wogegen ja nix zu sagen ist. Aber die Darstellung ist falsch.

Jetzt ist die Frage, ob man möchte, dass Leute eher bereit sind, Geld in Unterricht zu investieren oder ob die Wertschätzung von Musik gesteigert werden soll. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.

Zum Thema Musik und Kultur allgemein: in unserer materiell geprägten Gesellschaft haben es Dinge schwer, die nicht a) schnellen Mehrwert generieren, b) sichtbar sind, c) Status ausdrücken oder sonstige kurzfristig sichtbare Vorteile bringen. Deswegen hat es ja auch die Bildung schwer. Man sieht nicht sofort Ergebnisse und wer heute investiert, bekommt vielleicht nicht mehr die Resultate zu sehen. Musik ist nichts zum Anfassen, sie heilt keine körperlichen Leiden, ihr Nutzen ist nicht quantifizierbar. Etwas anders ist es bei Hochkultur. Der Besuch im Theater drückt Bildung und Geld und Kultiviertheit aus und hatte somit direkte Signalfunktion. Das darf dann schon was kosten und wird als wertvoll eingeschätzt.

Zum Thema Unterricht: ich mache die Erfahrung, dass die Leute für gut gemachten Unterricht bei einem freundlichen Lehrer, der ihnen oder ihrem Kind Freude am Instrument vermittelt, und ihnen eine gute Zeit bereitet, auch entsprechendes Geld ausgeben. In den Unterrichtssituationen, in denen ich unterwegs bin (Drumschule und privat) herrscht eine nette Atmosphäre. Ich interessiere mich für die Leute, die zu mir kommen und freue mich, wenn sie Fortschritte machen.

Ich glaube daran, dass echte Begeisterung dazu führt, dass man von dem, was man machen möchte, auch leben kann. Und ich muss ebenso sagen, dass ich von nicht wenigen Lehrern höre, die es offenbar falsch machen. Da kommen welche gerade von der Uni und verlangen zwar gleich großes Geld (weil man ihnen das dort geraten hat), haben aber nur ein kleines Räumchen mit nur einem Set und überfallen Schüler mit Sachen, die die gar nicht brauchen können. Oft höre ich auch von musikalischen Zurechtbiegereien. Da will ein 40 jähriger Schüler Rock machen und wird dann erstmal ewig zum Thema Jazz aufgeklärt. Sie überladen die Schüler mit Material und verstehen nicht, dass die meisten das Instrument nur als Hobby und mit Spaß spielen wollen. Das führt zu schlechtem Gewissen bei vielen Schülern und dem Gefühl, vielleicht doch nicht geeignet zu sein.

Wenn Schüler dann wechseln, jammern diese Lehrer dann nicht selten, dass Kompetenz nix mehr kosten darf. Ich kenne Mucker, die Musik studieren und sich schon vor dem Ende fürchten, weil sie dann unterrichten müssen. Das kann nichts werden, auch nicht mit einer Gewerkschaft. Musik ist eine Herzensangelegenheit und keiner wird sich musikalisch öffnen können, wenn der Lehrer keine Lust auf seinen Job hat.

Und jetzt mal Hand aufs Herz: wieviel Geld sollen Schlagzeuginteressierte denn für Untericht ausgeben? 100, 120, 140 monatlich? Für eins von möglicherweise mehreren Kindern, die alle verschiedene kostenintensive Hobbies haben?

Wie üblich: das Geschriebene stellt nur meine persönliche Erfahrung dar. Ich wohne und unterrichte übrigens in einem der ärmsten Bundesländer, in Bremen.

lg
max



Schön wenn einer genau das schreibt was man denkt.
Das würde ich dir ohne "Wenn" und "Aber" unterschreiben!
Hier geht's zu meiner Vorstellung Drumm.er stellt sich mal vor :)

sonorlite

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213

Freitag, 8. Oktober 2010, 16:37

Ich denke ihr habt beide Recht, Max und Dirk. Wie so oft ist es der Mittelweg, der es ausmacht.
Es bringt nichts, wenn ich das Ganze ohne Herzblut betreibe, denn das führt in meinen Augen genau zu den Lehrern, die nicht richtig auf ihre Schüler eingehen und sie irgendwie zurechtbiegen, weil es ihnen im weitesten Sinne egal ist, hauptsache das Geld kommt in die Kasse.
Andererseits darf dies nicht bedeuten, dass ich alles mit mir machen lasse, und dadurch am Existenzminimum herumlunger, denn das heißt über kurz oder lang das Ende für mich selbst.Insofern sollte der in meinen Augen optimale Typ zum einen Leidenschaft mitbringen, zum anderen aber auch einen ausgeprägten Geschäftssinn, der es ihm erlaubt bei Bedarf die Reißleine zu ziehen und somit nicht zum "Ich liebe das was ich tue, also geb ich mich auch mit Weniger zufrieden"-Opfer zu konvertieren.
{brigens> Ein Kezboard/Treiber ist v;llig [berfl[ssig! :D

drumdidi

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214

Freitag, 8. Oktober 2010, 16:42

So sehe ich das letztendlich auch. Es ist auch zu keinem Zeitpunkt als Angriff auf Luddie gemeint. Herzblut soll sein. Gerechter Lohn für gute Arbeit eben auch ;)

Benjamin35

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215

Freitag, 8. Oktober 2010, 17:08

GAGE !!!

Hey, ich hab mal in der SChweiz für ein Essen gespielt, schmeckte gut.


Benni
:thumbup:

Luddie

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216

Freitag, 8. Oktober 2010, 21:28

Nun, ich kann drumdidis Sicht der Dinge auch komplett verstehen und würde es auch so sehen. Ich bin politisch sicherlich eher links und großer Freund von gerechteren Arbeitsverhältnissen. Ich habe meinen Post auch eher als kleine Korrektur mancher Blickwinkel gemeint. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass die Unterrichte immer später losgehen. Aber da ist (zumindest hier in Bremen) jetzt auch eine Grenze erreicht.

Ich sehe aber bei aller geistigen Anstrengung keinen Weg aus der Misere. Mein Weg ist das selbständige Unterrichten in meinen eigenen Räumlichkeiten. Und da kann ich mich über den Lohn nicht beklagen. Mein Engagement in einer Drumschule sieht natürlich finanziell weniger rosig aus, dafür habe ich aber auch keinerlei Bürokratie und ich weiß, dass der Inhaber wirklich alles tut, um den Lehrern das Unterrichten so angenehm wie möglich zu machen. Dazu kommen bei mir unregelmässige Stunden mit (meistens) erwachsenen Drummern, die mit bestimmten Themen zu mir kommen (Technik, Stile, Equipmentberatung, Aufnahmen, Sound usw.) sowie unregelmässige Engagements als Dozent an einer Berufsfachschule für Schlagzeug.

Ich kann auch nicht behaupten, dass ich am Existenzminimum lebe. Ich kann mir kein großes Auto und auch keine großartigen Reisen leisten (hat mich auch beides nie sonderlich interessiert). Vielleicht liegt mein Blickwinkel auch daran, dass ich relativ spät damit angefangen habe, vom Trommeln und Unterrichten zu leben und da schon recht genau wusste, worauf ich mich einlasse. Und sicherlich auch daran, dass ich die Verhältnisse in anderen kreativen Branchen aus nächster Nähe kenne. Da wird teileise richtig rumgekrebst. Oder sich totgearbeitet.

Ich fühle mich jedenfalls (noch) nicht so machtlos, weil ich an bestimmte Dinge glaube. Und sollte es irgendwann nicht mehr gehen, muss ich mich anderweitig umsehen. Ich habe im Studium (Soziologie) meinen Magister zum Thema "Die Transformation der Arbeit" gemacht. Dort geht es genau um diese Themen: Erosion des Kündigungschutzes, Abbau der Sozialleistungen, Zerstückelung von Arbeitsbiographien.

Ich würde zu gern was ändern an den Verhältnissen und ich bin der Meinung, dass das reiche Pack, was sich die Taschen vollstopft, hart bestraft werden sollte! Aber wo, wenn nicht bei einem selbst, soll man anfangen, die Dinge zu ändern? Und ich glaube daran, dass das geht. Ich möchte gute Arbeit anbieten und nehme mir heraus, dafür entsprechendes Geld zu nehmen. Und noch funktioniert es. Ich habe halt kein Verständnis für Jammerer und Leute, die immer alles auf die Verhältnisse schieben (womit ich auf keinen Fall drumdidi meine!). Die Verhältnisse sind schlecht, aber wenn man sie ändern möchte, bleibt keine Zeit mehr für die Musik. Und die möchte ich gerne machen. Und den Spaß daran vermitteln. Ich trage meinen Teil zur Verbesserung bei, indem ich meinen Schülern versuche, Inseln zu bieten. Einen eigenen Bereich, wo sie sich wohlfühlen, wo sie nicht dem permanenten Druck ausgesetzt sind.

Ich möchte mich als Musiker auch nicht ständig als Benachteiligter fühlen müssen. Ich hätte ja auch BWL oder Jura studieren können. Ich habe mich aber dagegen entschieden, weil das nicht meinem Wesen entspricht. Und wenn ich dann sehe, wie die sich teilweise gegenseitig in ihren Jobs schikanieren, wie einige von denen zwar mit viel Geld von der Arbeit zurückkehren, aber mit ständigen Versagensängsten und Stress zu kämpfen haben, dann bin ich froh, dass ich in meinem Job fast ausschließlich mit freundlichen Menschen zu tun habe, die mir Achtung entgegenbringen und die ich mag.

Man muss diesen Teil der Arbeit auch sehen, die getrennte Betrachtung von zusammenhängenden Dingen funktioniert für mich nicht. Wer in der Kultur arbeitet, wird selten reich. Seit ich 14 Jahre alt bin engagiere ich mich ehrenamtlich in Musik-und Kulturvereinen. Das ist alles Arbeit, die eigentlich bezahlt werden müsste, weil sie für das Funktionieren einer modernen Gesellschaft unerlässlich ist....aber sie wird nicht bezahlt. Ich möchte sie aber machen. Was nun...?

Sorry für den Sermon, vielleicht versteht ja wer, was ich meine.

lg
max

drumdidi

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217

Freitag, 8. Oktober 2010, 21:48

Vollste Zustimmung, Max. Ich sehe das im Prinzip genau so! ;)

JCVS

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218

Sonntag, 28. November 2010, 15:02

Nur ganz kurz:
Ich bin unendlich dankbar, daß ich diesen Diskussionsraum gefunden habe,
ihr sorgt dafür, daß ich bis morgens um 5 nicht aufhören kann hier zu lesen.
Danke, daß ihr Euch nicht scheut zu versuchen, unsere Lebens- und Arbeitsverhältnisse politisch und soziologisch zu analysieren.
Und noch mal : ein herzliches Danke an alle Teilnehmer !

  • »Broadkaster82« ist männlich

Registrierungsdatum: 4. Mai 2006

Wohnort: Süddeutschland

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219

Sonntag, 28. November 2010, 18:40

Wenn man das oben geschriebene analysiert sieht die Zukunft unserer Gesellschaft wohl doch so aus, dass an die Stelle eines Existenzminimum, das nur im Rahmen einer von Neid und Mißgunst geprägten Bedürftigkeitsprüfung (HartzIV) gesichert wird, ein bedingungsloses Grundeinkommen treten muss.

Zu den Gagen kann ich nur sagen: Hier in Stuttgart sieht es etwas besser aus. Dafür sind die Mieten höher, die Restaurants und überhaupt alles teurer.

Richtwerte:

Coverband unbekannt, Amateure, Club/Kneipengig (Irish Pub etc.), 3 Sets: ab 600,- €
Coverband, Profis, 4 Mann, Hochzeit/Firmenfest, ca. 5 Stunden: ab 2.000,- €
Jazztrio + Vocals, Profis, Bargig (Kunst) 400,- €
Jazztrio (Musikstudenten) Jazzclub (Kunst - anstrengend anzuhören oder "Girl from Ipanema", weil alle einfallslos) 120,- €
Jazzquartett (mit Vocals), Profis, Dinnermusic, Societyparty, Messeparty 2.000,- €
jew. incl. eigener Gesangsanlage/Klein-P.A. (bis 120 Gäste)
Abweichungen gibt es aber auch hier in alle Richtungen. Bewegt man sich nur 40 km ausserhalb Stuttgarts wird schon weniger gezahlt.

HOHK

Mitglied

  • »HOHK« ist männlich

Registrierungsdatum: 5. September 2006

Wohnort: 28205 Bremen

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220

Sonntag, 28. November 2010, 19:21

Das waren ja mal konkrete Ansagen, danke!

Jetzt müsste mein Lebensmotto eigentlich heißen:
- wohnen in Berlin
- essen in Wien
-spielen in Stuttgart

;)
Schöne Grüße - Rainer K. aus B. an der W.