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m_tree

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Donnerstag, 16. August 2018, 14:25

Beim Abmischen geht es auch sehr viel um Geschmack. Der eine mischt so, der andere so.

Genau an dieser Stelle wird es spannend. Das der Mix ein wichtiger Teil des künstlerischen Prozesses ist, gebe ich als Musiker sowas ungern komplett aus der Hand, sondern bin lieber dabei und nehme Einfluss auf die künstlerischen Entscheidungen, die im Abmischprozeß getroffen werden. Ich hab da schon schlimme Sachen erlebt, wenn ich nicht dabei war...Rohspuren super, Mix eine glatte 5.

Deswegen habe ich Referenzmaterial mit Roh-Mischungen zum Vergleich. Und deswegen biete ich auch einen unverbindlichen Probemix an. Hast du überhaupt mal reingehört?

Aber ich weiß schon, was du meinst. Es gibt massenweise Leute, die behaupten sie könnten mischen, aber kriegen nicht mal ein brauchbares Leveling zustande (wozu auch Automation gehört) und lassen die Spuren teilweise schlechter als davor klingen. Zu meinen recording.de Zeiten habe ich fast nur solche Erfahrungen gemacht. Da dachte ich mir immer nur - bin ich jetzt wirklich besser oder spinne ich einfach nur rum? Aber wenn man sich anschaut, wie viel Dresche ich dort gekriegt hatte ... na ja egal.

Es gibt auch einfach Qualitätsstandards, die man erstmal auf die Beine stellen muss. Ich erreiche diese Qualitätsstandards. Danach erst gehts um Geschmack.
Bei den ganz Großen läuft das sowieso so: Da sucht der Produzent den Mischer oft gezielt aus, um der Produktion eine gewisse "Farbe" zu geben bzw. den Stempel des Mischers drauf zu setzen.
Man sollte auch einfach Kommunizieren. Vorab-Instruktionen nehme ich genau so entgegen wie Nachbesserungswünsche.

Also das ist hier kein 0815 Mixing Angebot. Meine Mischungen sind voll professionell und stechen aus der Masse raus.

Habe kürzlich eine weitere Referenz von öffentlich verfügbaren Spuren gemischt. Death Metal (bzw. sowas ähnliches). Hier mal direkt von der Dropbox, Soundcloud meckert da wegen den Rechten (was eigenartig ist, denn im Normalfall kann man sein Misch Ergebnis von öffentlich verfügbaren Spuren auch öffentlich präsentieren). Ab 4:50 geht der Roughmix los:
https://www.dropbox.com/s/wexw5xgf5wzook…0final.mp3?dl=0

Alles 100% originale Spuren. Bass und Gitarren hatten noch DI-Spuren dabei, habe ich aber nicht benutzt. Die Drums hatten einen Snare Sample Track dabei, den ich dazu gemischt hatte und für die Kick Hauptspur habe ich mir ein punchigeres Sample aus dem Kick Track gebastelt.
Also "bescheißen" tu ich wirklich nur, wenn ich es für nötig halte.

Nunja, wenn man seine Vorstellungen klar äussert und vielleicht noch mit einem Referenztrack unterlegt sollte man schon ein brauchbares Ergebniss bekommen.
Bei Mixwettbewerben finde ich auch immer spannend wie unterschiedlich die Musik interpretiert wird wenn es keine klaren Vorgaben gibt.

Das mit den Referenztracks ist immer so eine Sache. Denn die Aufnahmen geben den Ton an und wenn diese nicht mal annähernd so wie die Referenz klingen, wäre es genau das falsche, in diese Richtung zu mischen. Je mehr man im Mix verbiegen muss, desto schlechter klingt es am Ende - prinzipiell zumindest. Das Maß machts am Ende natürlich.
Bei Mixing Wettbewerben fand ich es eher immer gruselig, was da teilweise so zusammen gemischt wurde. :D

Hi m_tree,
Kleines Update. Siehe Startpost.
dass ich Deinen Sound mag, hab ich hier ja schon mal geschrieben, aber jetzt weiß ich, dass ich auch Dein Drumming ganz ausgezeichnet finde (und dazu, was so ein m_tree ist).
Ach, wär' das schön, wenn beim Drumming auch immer alles von ganz alleine käm, hm? :-)

Gruß
Hajo K

Danke. :)
Was hast du dir denn angehört? Es gibt z.Z. nicht viel aussagekräftiges im Netz von mir. Eigentlich wollte ich mal bei Gelegenheit auch meine Shuffle Qualitäten präsentieren, z.B. Rosanna covern. Aber dazu fehlen mir momentan die Resourcen.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »m_tree« (18. August 2018, 02:39)


m_tree

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Montag, 8. Oktober 2018, 21:47

Ich melde mich mal hier mal wieder mit aktuellen Referenzen zurück. Es wird nach und nach immer besser und ich komme meinem Wunsch Sound immer näher. Dazu gehören natürlich auch fette Drums, die aber eben trotzdem gut im Mix sitzen und weder zu laut sein noch anderen Sachen im Weg stehen sollten. :)

Mal zwei grund verschiedene Songs. Eine Pop-Rock Ballade einer ehemaligen Band von mir (2012 aufgenommen ... Drums sind von mir, Produktion / Arrangement teilweise auch):




Und ein Death / Celtic Metal Mix von öffentlich verfügbaren Spuren:




Wieder jeweils mit Rohmix zum Vergleich ab der Hälfte. ;)

Bei Interesse, einfach eine Nachricht schreiben.
Bin aber auch nach wie vor an Feedback und Kritik hier im Thread interessiert.

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Beeble

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Dienstag, 9. Oktober 2018, 12:08

Bin aber auch nach wie vor an Feedback und Kritik hier im Thread interessiert.

ok, also grundsätzlich ist der Mix von deinem soundcloud link nicht schlecht.
Die Balance, Panning und Räumlichkeit sind gut.

Die Hochmitten sind etwas zu dominant und seht heftig komprimiert.
Low End klingt schön, hat aber etwas zu viel Dynamik.
Allerdings bist du mit -8,5 LUFS der absolute Loudnesswar Gewinner von allem was ich die letzten 2 Jahre gehört habe! 8o
Ich denke es wäre nicht nötig die Limiter so zum glühen zu bringen.

Mag auf einem Smartphone ja ok sein, aber auf einer tauglichen Abhöre klingt es gruselig.
Trotzdem Respekt, ich weiss wie schwer es ist so laut zu mastern ohne die Musik komplett zu zerstören.
Die Chillie Peppers haben es immer wieder bewiesen wie man ein Album komplett zerstört.
Dieser Beitrag beinhaltet gefährliches Halbwissen!

m_tree

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Dienstag, 9. Oktober 2018, 14:16

Bin aber auch nach wie vor an Feedback und Kritik hier im Thread interessiert.

ok, also grundsätzlich ist der Mix von deinem soundcloud link nicht schlecht.
Die Balance, Panning und Räumlichkeit sind gut.

:thumbup:

Zitat

Die Hochmitten sind etwas zu dominant und seht heftig komprimiert.

Für Rock sind die Hochmitten nicht zu dominant. Es gibt da noch weitaus extremere Beispiele. Gerade verzerrte E-Gitarren werden schon seit Jahrzehnten immer sehr kräftig Präsenz (also Hochmitten) betont. Das sollte aber im Optimalfall schon bei der Aufnahme gemacht werden, was hier nicht der Fall ist. Die Aufnahmen sind allgemein nicht so besonders. Wichtig bei Präsenzbetonungen ist immer, dass trotzdem nichts nervt. Gerade damit habe ich mich sehr intensiv beschäftigt und da macht mir eigentlich auch so schnell keiner was vor. :rolleyes:
Der Frequenzshape bzw. die Frequenzverteilung hat im übrigen auch einfach mit Transparenz und "Platzlassen" für den Gesang zu tun, der bei so einer Musik nun mal Priorität haben sollte.
Multiband Kompression habe ich generell nicht benutzt. Die Hochmitten wurden also nicht einzeln komprimiert. Die verzerrten E-Gitarren habe ich nur ganz leicht limitiert (vereinzelte Spitzen).

Zitat

Low End klingt schön, hat aber etwas zu viel Dynamik.

Bzgl. Dynamik: Die Bassdrum oder der Bass?

Zitat

Allerdings bist du mit -8,5 LUFS der absolute Loudnesswar Gewinner von allem was ich die letzten 2 Jahre gehört habe! 8o

Ich bin ausgesprochener Loudness War Gegner. Allerdings muss man auch heutzutage noch etwas prügeln, um mithalten zu können. Im Anhang ist die Offline Analyse des fertigen Masters - "integrated" ist der Durchschnittswert (ohne Rough Mix) ...

Das ist für heutige Verhältnisse absolut morderat. Ich würde den Teufel tun und meinen eigenen Mix im Mastering kaputt prügeln. Die Drums leiden darunter ja immer als erstes 8)
Im übrigen habe ich - wie immer - viel Wert auf Verlaufsdynamik gelegt, was gerade bei so einem Song hier sehr wichtig ist. Andere hätten hier einfach alles platt gemacht. Der Original Mix (eines anderen Mischers) hat das gut demonstriert. Hier zu hören ... -7,4LUFS integrated übrigens :thumbsup:
https://soundcloud.com/beat-the-phobia/b…phobia-one-in-a

Den Youtube Mix hab ich im Mastering übrigens so gut wie gar nicht "lauter gemacht" und komme trotzdem auf -9,4 LUFS integrated. Lautheit beginnt immer schon im Mix. Das hat vor allem mit Arrangement (woran der Mischer auch nichts bzw. nicht mehr viel drehen kann), Frequenzverteilung und Limiting / Schleifen von Transienten bzw. lauten Peaks zu tun. Weniger mit klassischer Kompression.

Zitat

Ich denke es wäre nicht nötig die Limiter so zum glühen zu bringen.

Sie haben nicht geglüht. Außerdem benutze ich nur True-Peak Limiting am Ende der Kette mit 1-2dB Gainreduction. Den Rest erledigt ein Clipper davor.

Zitat

Mag auf einem Smartphone ja ok sein, aber auf einer tauglichen Abhöre klingt es gruselig.

Das kann dann aber nicht an meinem Mastering liegen :D
Hier mal ein Vergleich meines Mixes mit dem gemasterten Mix - letzter auf die gleiche Durchschnittslautheit wie der Mix angeglichen. Gleiche Lautheit ist Grundvoraussetzung für Vergleiche.

Mix:
https://www.dropbox.com/s/idf9q3mvqghs7w…x%20-20LUFS.mp3

Master:
https://www.dropbox.com/s/n4ode8ziczwntv…r%20-20LUFS.mp3

Also zerstört habe ich da nichts. ;)

Zitat

Trotzdem Respekt, ich weiss wie schwer es ist so laut zu mastern ohne die Musik komplett zu zerstören.
Die Chillie Peppers haben es immer wieder bewiesen wie man ein Album komplett zerstört.

Ich weiß. :)

Mna darf am Ende nie vergessen, worum es bei dem ganzen Quatsch eigentlich geht: Den Song optimal zum Hörer zu "translaten". Und zwar so, dass die Aussage sowohl auf der Handytröte als auch einer fetten Hifi Anlage mit Subwoofern gut rüberkommt.
Dass der Mix auf allen Anlagen und in jeder Abhörsituation - so weit möglich - gut rüberkommt, ist übrigens Mix Sache. Genauer gesagt gehts da vor allem um den Mittenbereich. Wenn dort was nicht hinhaut, kann ein Mastering das auch nur noch verschlimmbessern. Generell liegt der Schwerpunkt der Nachbearbeitung mit 90-95% im Mix. Mal von dem, was davor stattfindet, ganz zu schweigen.

Aber cool, dass ich mich in diesem Rahmen hier mal aussprechen kann 8)
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Korki

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Dienstag, 9. Oktober 2018, 19:35

Hi, ungeachtet deiner sicherlich vorhandenen Fachkompetenz muss ich in diesem speziellen Fall sagen, dass mir persönlich dein Mix von "One in a million" nicht sonderlich gefällt. Es klingt mir einfach zu künstlich, zu kalt und vielleicht steril. Oder zu aufgeräumt, keine Ahnung wie ich es beschreiben soll. Es klingt für mich einfach nicht rund und nicht zur geraden Rockmusik passend. Insbesondere die Snare gefällt mir so unnatürlich aufgeblasen überhaupt gar nicht. Die Crashs finde ich im Refrain auch irgendwie zu dünn und zu weit hinten. Und den Bass empfinde ich, besonders im Teil nach dem Ref, als zu verfälscht.

Die Vergleichsaufnahme, die du verlinkt hast, gefällt mir da deutlich besser, muss ich gestehen. Es passt für mich einfach besser zum Stil. Auch falls hier beim Mix formale Fehler gemacht worden sein sollten, gefällt mir das Ergebnis besser.

Apropos Stil: Das Lied an sich finde ich übrigens ziemlich stark und dein Getrommel extrem passend. Der Gesang ist auch überdurchschnittlich. Daumen hoch und Hut ab. Hätte auch auf einem 3 doors down Album sein können. :D

Das ist natürlich nur mein persönlicher Geschmack und hat damit relativ wenig Relevanz. Da du nach Feedback gefragt hattest, dachte ich, ich schreibe meine Gedanken trotzdem mal auf.
"Wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke."

m_tree

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Dienstag, 9. Oktober 2018, 20:38

Hi, ungeachtet deiner sicherlich vorhandenen Fachkompetenz muss ich in diesem speziellen Fall sagen, dass mir persönlich dein Mix von "One in a million" nicht sonderlich gefällt. Es klingt mir einfach zu künstlich, zu kalt und vielleicht steril. Oder zu aufgeräumt, keine Ahnung wie ich es beschreiben soll. Es klingt für mich einfach nicht rund und nicht zur geraden Rockmusik passend. Insbesondere die Snare gefällt mir so unnatürlich aufgeblasen überhaupt gar nicht. Die Crashs finde ich im Refrain auch irgendwie zu dünn und zu weit hinten. Und den Bass empfinde ich, besonders im Teil nach dem Ref, als zu verfälscht.

Die Vergleichsaufnahme, die du verlinkt hast, gefällt mir da deutlich besser, muss ich gestehen. Es passt für mich einfach besser zum Stil. Auch falls hier beim Mix formale Fehler gemacht worden sein sollten, gefällt mir das Ergebnis besser.

Kein Problem. So entstehen interessante Gespräche ...

Ich hatte den Song vor ca. 2 Jahren schon abgemischt und alle weiteren Änderungen auf Basis der Grundstruktur dieses Mixes gemacht. Schon vor 6 Jahren bei der Aufnahme hatte ich so eine ungefähre Vorstellung, wie das am Ende klingen soll. War aber nicht in der Lage dazu, das selbst umzusetzen. Gleich vorab: Ich bin verantwortlich für alle Aufnahmen außer die Gesangs Aufnahmen, die wir in dem Studio gemacht hatten, von dem wir es auch mischen ließen.
Sicher kann ich jedenfalls sagen, dass ich mir bei jeder Mix Entscheidung was gedacht habe. Könnte ich die Aufnahmen noch mal machen, würde ich das - so weit machbar - dort auch direkt so umsetzen. Das fängt z.B. beim Bass an, der in den Strophen einfach ne ganze Ecke anders klingen sollte als in den fetten Parts (Präsenz, Chorus). Da ich ja nun auch schon einige andere, vor allem fremde und auch teils voll professionelle Sachen gemischt hatte, kann ich relativ objektiv folgendes an den Aufnahmen bemängeln: Der Bass hat einen sehr unnatürlichen und unbrauchbaren Frequenzshape durch den Amp (sehr viele und zu hohe Höhen, wenig Fleisch im Mittenbereich). Die Gitarren dröhnen im unteren Mittenbereich und ihnen fehlt Präsenz im oberen Mittenbereich -> sie stehen dem Gesang im Weg. Gitarren und Gesang sind generell viel zu dumpf bzw. basslastig (Nahmikrofonierung). Bei den Drums gehts weiter mit einer schlechten Mikrofonposition der beiden Haupt Mikros (Snare oben und Bassdrum innen), mit einem mumpfigen Raum und mit klirrigen, billigen Overhead Mikros, die auf die eh schon klirrigen A-Custom Crashes schlecht ausgerichtet waren, selbiges bei Hi-Hat und Ride. Der Snare Sound ist ohne ein Sample nicht wirklich brauchbar. Die dazu gemischten Samples sind übrigens von mir.

Insofern hast du recht: Mein Mix klingt unnatürlicher als der originale Mix (wobei letzterer insgesamt deutlich stärker komprimiert ist, was anderweitig unnatürlich klingt). Allerdings sollten die Instrumente aus meiner Sicht eben eher so klingen. Was die Becken betrifft: Durch die vielen Klirr- und Nerv-Frequenzen, die man "chirurgisch" absenken sollte, klingen die sowieso schon unnatürlich. Ich erinnere mich übrigens noch an eine Mix Kritik meinerseits an den Mischer von damals: "Die Crashbecken brauchen mehr "Körper", sollten voller klingen." Mittlerweile sehe ich das nicht mehr ganz so :D

Es spielen mehrere Faktoren mit ein: es gibt durchaus ein paar Qualitätsmerkmale, aber es ist eben auch vieles Geschmackssache. Auch das Sound Design ist ja ein künstlerischer Eingriff, und hier sollte im besten Fall ein Produzent mit entscheiden (beim Arrangement sowieso).

Davon abgesehen gehts wie gesagt aber immer darum, dass die künstlerische Aussage optimal rüberkommt und meiner Meinung nach habe ich das in meinem Mix besser hingekriegt.

Zitat

Apropos Stil: Das Lied an sich finde ich übrigens ziemlich stark und dein Getrommel extrem passend. Der Gesang ist auch überdurchschnittlich. Daumen hoch und Hut ab. Hätte auch auf einem 3 doors down Album sein können. :D

Danke. Ich hatte dieses Jahr auch mal eine Anfrage in ein paar Musikergruppen auf Facebook wegen des Songs gestartet. Und es gab auch interessante Gespräche. Aber ohne weitere Investitionen (Zeit, Arbeit, u.U. auch Geld) ist da schwer mehr draus zu machen. Meine Idee dabei war, ob sich jemand findet, der den Song richtig produzieren würde. Aber so stark ist der dann doch wieder nicht. Mein recht verspieltes Getrommel steht auch im Gegensatz zu den sehr geradlinigen Saiten Instrumenten. Wird eigentlich nicht wirklich ein Schuh draus. Wie man hört, hatte ich das Arrangement im Vergleich zum Original auch leicht geändert (der fette Part am Ende geht übrigens auf meine Kappe).
Zum Schluss bleibt nur noch: Abhaken. Ich verwende den Mix jetzt noch als eine Referenz und das war's dann eben. :(

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »m_tree« (9. Oktober 2018, 20:42)


Beeble

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Dienstag, 9. Oktober 2018, 20:44

Für Rock sind die Hochmitten nicht zu dominant.
für meine Ohren schon :-)
Bzgl. Dynamik: Die Bassdrum oder der Bass?

Jetzt da du es sagtest das du den Dynamikverlauf über den Song verändert hast weiß ich das ich nix an den Ohren habe.

Es ist das gesamte Frequenzband unten rum was im Pegel steigt.

Ja sicher der Mix des Kollegen da ist indiskutabel, ein extremes Beispiel! :huh:

Danke für den pre Master link. Aber ich bin echt kein Freund von hartem limiting. Auch ich neige dazu gerne mal die Grenzen zu überschreiten, aber ich bewege mich bei Rock doch gerne im Bereich von -12 bis -14 LUFS.
Es kommt sicher auch immer auf die Musik an und für welches Medium man mastert, aber ich denke die mittlerweile zum Standard gewordenen -14LUFS sind ein guter Kompromiss.
Ich achte auch nie darauf wie es auf einem Telefon klingt, das ist mir egal, ich gehe keine Kompromisse deswegen auf Kosten der Dynamik und dem sound ein.
Ich muss auch zugeben das mir Monokompatibilität im Zweifel egal ist. :rolleyes: bzw ich achte drauf obs passt aber wenn nicht lasse ich die Finger davon.

Ich versuche den Mix so laut zu machen das ich nicht das Gefühl habe zu viel Dynamik zu verlieren.
Automatisiert habe ich Dynamik auch noch nie, wenn man Lautstärkeautomation nicht dazu zählt.
Mal ein interessanter Ansatz.
Mna darf am Ende nie vergessen, worum es bei dem ganzen Quatsch eigentlich geht: Den Song optimal zum Hörer zu "translaten".
genau und da kommt das künstlerische wieder zum Tragen.
Aber cool, dass ich mich in diesem Rahmen hier mal aussprechen kann 8)
ich hatte ja auch schon mal vorgeschlagen eine eigene Rubrik für solche Themen anzulegen. Hier sind einige die Interesse an recording und mixing haben.
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m_tree

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Dienstag, 9. Oktober 2018, 23:32

Für Rock sind die Hochmitten nicht zu dominant.
für meine Ohren schon :-)

Das meine ich mit den "Standards". Ein gerne von mir genommenes Beispiel ist "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana, was sicher jeder hier kennt. Im angehängten Screenshot habe ich den ersten Refrain ohne Gesang (bzw. das Intro) im Loop durch den Analyzer im Average Modus laufen lassen. Dort sieht man den starken Frequenz-Shape der Gitarren. Ist natürlich ein extremes Beispiel aus dem Grunge. Aber diese Richtung ist im Rock und Metal auch Gang und Gäbe.

Zitat

Bzgl. Dynamik: Die Bassdrum oder der Bass?

Jetzt da du es sagtest das du den Dynamikverlauf über den Song verändert hast weiß ich das ich nix an den Ohren habe.

Ich habe auch die einzelnen Instrumente und den Gesang über den gesamten Song in der Lautstärke automatisiert. Aber immer erst nach der Kompression.

Zitat

Es ist das gesamte Frequenzband unten rum was im Pegel steigt.

Zum Ende hin habe ich zusätzlich den Bass und die Bassdrum leicht lauter automatisiert, dafür die Becken z.B. leiser. Gerade diese "musikalische" Gestaltung ist Gefühls-Sache und hat nur diesen einen Sinn und Zweck, dass der Song zu jederzeit optimal zum Hörer "übersetzt" wird. Für solche Eingriffe muss man die Musik "fühlen". Klingt blöd, aber ist so. Den Impuls dafür habe ich auch nur aus Interviews mit Weltklasse Mischern entnommen.

Zitat

Ja sicher der Mix des Kollegen da ist indiskutabel, ein extremes Beispiel! :huh:

Der ist zu dem Zeitpunkt erst mit seinem SAE Studium fertig geworden. Also ich will mich hier in keinster Weise darüber erheben.

Zitat

Danke für den pre Master link. Aber ich bin echt kein Freund von hartem limiting. Auch ich neige dazu gerne mal die Grenzen zu überschreiten, aber ich bewege mich bei Rock doch gerne im Bereich von -12 bis -14 LUFS.
Es kommt sicher auch immer auf die Musik an und für welches Medium man mastert, aber ich denke die mittlerweile zum Standard gewordenen -14LUFS sind ein guter Kompromiss.

Standard ist -14 LUFS leider noch lange nicht. Bei Spotify und iTunes vielleicht, aber Youtube normalisiert z.B. nach anderen Methoden. Da kommt auch gelegentlich mehr als -14 LUFS integrated raus.
Aktuelle CD Masterings werden immer noch viel lauter gemastert. Die Empfehlungen, die man im Netz so liest, bestätigen das.
Und im Radio wird sowieso noch mal alles durch automatische Lautmacher gejagt. Diese reagieren auf leiser gemasterte Sachen allerdings besser ...

Man kann da auch nicht so leicht pauschalisieren. Es gibt Songs bzw. Mischungen, die ohne Prügeln auf unter -10 LUFS integrated gehen. Ziehe ich z.B. "AC-DC - Back in Black" in die DAW, sehe ich da nur leicht geschliffene Snare- und Bassdrum Schläge. Mit einem recht luftigen Arrangement kommt das Master auf -9,5 LUFS integrated. 1980 produziert. ;)

Zitat

Ich achte auch nie darauf wie es auf einem Telefon klingt, das ist mir egal, ich gehe keine Kompromisse deswegen auf Kosten der Dynamik und dem sound ein.

Das paradoxe an der Sache ist, dass natürlich klingende Aufnahmen und Mischungen mit Haupt-Augenmerk auf dem Mittenbereich automatisch auch auf jeder kleinen Tröte und auch in jeder Abhörsituation noch halbwegs klingen. Ich zitiere mich selbst:
"Der Mittenbereich ist auch der wichtigste und kritischste Bereich generell. Dort liegen immer die wichtigsten Frequenzen von Sprache bzw. Gesang und fast allen Instrumenten. Das menschliche Gehör ist auf den Mittenbereich optimiert. Dazu kommt, dass der Mittenbereich generell immer funktioniert - egal ob auf einer fetten Hifi Anlage mit Subwoofern oder auf der Handy Tröte. Und auch bei sehr geringen Abhörpegeln, ggf. wenn noch Störgeräusche dazu kommen (z.B. im Restaurant), setzen sich die Mitten am besten durch."

Ich verweise in dem Kontext hier auch einfach mal auf Fletcher Munson ;)


Zitat

Ich muss auch zugeben das mir Monokompatibilität im Zweifel egal ist. :rolleyes: bzw ich achte drauf obs passt aber wenn nicht lasse ich die Finger davon.

Monokompatibilität wird im Amateur Bereich oft überschätzt. Locker 90% der Wiedergaben finden in Stereo statt, mal von Ausnahmen abgesehen (bspw. EDM, die für Clubs gemischt / gemastert wird).
Allerdings hat Monokompatibilität bei Airplays noch mal einen anderen Stellenwert: Radiofunk wird in Mid/Side übertragen. Wird der Empfang zu schlecht, wird nur noch das Mid Signal übertragen bzw. wiedergegeben.
Richtet man sich allerdings nach den seit langer Zeit üblichen Panning Standards (Bassdrum, Snare, Bass, Lead Vocals und ggf. Lead Instrumente in die Mitte), vereinfacht sich das ganze sehr.

Und ansonsten haben wir 2 Ohren. Es liegt also auf der Hand, dass Stereo nach wie vor das beste ist. Mal von Film / Kino vielleicht abgesehen (für das "Mittendrin Gefühl").

Es gibt in dem Bereich allerdings auch viele Trugschlüsse. Man wird durch Panning bspw. keine Frequenzverteilung / Transparenz erreichen können. Pannt man eine Gitarre nach außen (bzw. gedoppelte Gitarren rechts/links), damit sie dem mittig gepannten Gesang nicht im Weg steht, mag das fürs Stereobild von Vorteil sein. Allerdings wird man dadurch dem Gesang keinen Platz im Frequenzbild verschaffen. Weil die Monomitte über die selben Lautsprecher wiedergegeben wird wie 100% links oder rechts gepanntes.

Zitat

Ich versuche den Mix so laut zu machen das ich nicht das Gefühl habe zu viel Dynamik zu verlieren.
Automatisiert habe ich Dynamik auch noch nie, wenn man Lautstärkeautomation nicht dazu zählt.
Mal ein interessanter Ansatz.

Der Großteil der Kompression sollte sowieso auf den Einzelkanälen im Mix stattfinden. Eine passende Summenkompression gehört allerdings auch zum Mix. Im Optimalfall so, dass man recht bald anfängt mit der Summenkompression zu mischen, weil diese auch färbt. Es geht dabei hauptsächlich um "Glue". Also den Mix zusammen zu schweißen und abzurunden.
Lautstärke Automation des Masterkanals nach dem Summenkompressor ist im Profi Bereich Gang und Gäbe. Aber weniger, um dem Summenkompressor entgegen zu wirken, sondern um die Verlaufsdynamik bewusst zu formen. Dadurch, dass die Einzelkanäle schon komprimiert werden und dass man für gewöhnlich eine halbwegs konstante Gainreduction des Summenkompressor möchte (ich automatisiere in Einzelfällen sogar den Threshold des Summenkompressors, um meine durchschnittlichen 2dB GR zu halten), kommt man da - insbesondere in Anbetracht weiterer Kompression im Mastering - im Prinzip gar nicht drum rum.
Die "Dynamik Automatisieren" meine ich übrigens nicht. Das machen ja im Prinzip schon Kompressoren für einen. Mit Automation "schafft" man quasi Dynamik. Egal, in welche Richtung.


Zitat

Mna darf am Ende nie vergessen, worum es bei dem ganzen Quatsch eigentlich geht: Den Song optimal zum Hörer zu "translaten".
genau und da kommt das künstlerische wieder zum Tragen.

Hmm ... man sollte immer einen Kompromiss finden. Ein bisschen Nachbearbeitung lohnt sich immer. Die besten Produktionen sind immer die, die den Natursound optimal unterstützen, ohne etwas kaputt zu machen. Kaputtmachen kann man auch mit brachialem "Verbiegen" gleichsetzen. Aber wenn die Aufnahmen nix taugen oder nicht zusammen passen, dann muss das eben sein. Gerade was EQing und Kompression angeht versuche ich immer so sparsam und gezielt wie möglich vorzugehen.

Zitat

Aber cool, dass ich mich in diesem Rahmen hier mal aussprechen kann 8)
ich hatte ja auch schon mal vorgeschlagen eine eigene Rubrik für solche Themen anzulegen. Hier sind einige die Interesse an recording und mixing haben.

Es gibt doch einen Recording Bereich hier? Der Thread hier wurde nur von dort in die "Firmen News" Ecke verschoben.
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  • SLTS_Ref1.jpg (89,56 kB - 12 mal heruntergeladen - zuletzt: 28. November 2018, 09:56)

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m_tree

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Dienstag, 27. November 2018, 14:09

Hier mal wieder ein Update. Das hatte ich schon vor ca. einem Jahr gemischt. Aber nun noch mal geupdated, weil der Künstler eine EP mit einigen meiner Mischungen rausbringt.

Wie immer gibt es ab der Hälfte einen Roh-Mix zum Vergleich. Man beachte das Sound Design der Saiten Instrumente. Ich habe hier also wirklich nur "verbessert", nichts verbogen. So, wie es sein sollte (nicht wie bei der Ballade weiter oben).

Et voilá:



Hier auch wieder ein Thema: Stark betonte obere Mitten verzerrter Saiten Instrumente.

Drumhead84

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Dienstag, 27. November 2018, 15:25

Geil! Könnte von burzum sein

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Dienstag, 27. November 2018, 15:38

:thumbup:

Ich finds auch geil. Ist mal was anderes.

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Dienstag, 4. Dezember 2018, 16:16

Hier übrigens die komplette EP (auf der CD dann noch mit 2 Sek. Pausen zwischen den Tracks). Song 4 und 6 mit Vocals.



Das Sound Design der Songs ist teilweise sehr unterschiedlich - damit sind die Aufnahmen gemeint. Das ist insofern interessant, weil ein Album letztendlich ein "Gesamtkunstwerk" ist und es schon bei den Aufnahmen gilt, einen geeigneten Kompromiss zwischen Einheitlichkeit und Besonderheiten der Songs zu finden. Im Normalfall sind Album Aufnahmen recht einheitlich.
Aber selbst wenn das Mastering separat von einem Mastering Studio gemacht worden wäre, wäre zu viel "Vereinheitlichen" Kontra-Produktiv für die einzelnen Songs gewesen. Ich sehe in meinem provisorischen Mastering eben zu, dass ich meine Mischungen nur noch weiter verfeinere. Alles, was ich gehört habe und alle Reparatur Arbeiten, die ich für nötig gehalten habe, habe ich ja schon im Mix gemacht.

Ich bekomme jedenfalls immer wieder zu hören, dass ich eine vergleichbare oder sogar höhere Qualität für den Bruchteil des Preises von Studios auf die Beine stelle. Natürlich ist das kein Dauerzustand bei mir. Aber aktuell kann man das eben einfach für vergleichsweise wenig Geld abrufen.

Auch biete ich nach wie vor einen Probemix an. Also sollte jemand mit einem kompletten Band Mixdown nicht weiterkommen, überfordert oder einfach unzufrieden sein ... Spuren per PM an mich schicken und Probemix anhören. 8)