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Daniel

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121

Sonntag, 27. Oktober 2019, 12:27

Hallo zusammen,

ich kenne mich wie beschrieben nicht sehr gut aus, aber führt die rein akustische Abnahme mittels Stereo-XY-Mikro (oder zwei Overheads) + BD-Mikro in kleinen Räumen nicht zu einer authentischeren Darstellung des akustischen Drumsounds über PA?

ich bin immer noch unentschlossen, aber sicher zu dem Ergebnis gekommen, dass Effekte und die elektronischen Drumsounds für mich uninteressant sind.

Danke und Gruß
Daniel

NoStyle

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122

Sonntag, 27. Oktober 2019, 15:58

Hmmm ... Aufnahmen, wie von Dir oben beschrieben, habe ich öfter gemacht - mit wirklich guten Ergebnissen. Das EAD10 habe ich soweitgehend noch nicht im Einsatz gehabt. Mein Eindruck ist aber, das man sehr nahe dahin kommt. Wenn man alle Effekte und Trigger weglässt, könnte nur möglicherweise die BD etwas schwächeln, da die Abnahme vom Spannreifen/Center-Position aus weniger optimal ist versus Mikrophon vor/in der BD. Der Vorteil vom EAD10 ist dafür eine Art Nah-Mikrofonierung, sodass alle feinsten Nuancen abgenommen werden, welche über Overhead mal untergehen können. Dazu kommt dann auch der deutlich geringere Aufwand an Equipment, Auf/Abbau usw. - man ist einfach unabhängiger. Für professionelle Aufnahmen könnte ich mir allerdings einen Mix aus 1 oder 2 Overhead2, BD mit Mikro und EAD10 sehr gut vorstellen, damit man auf Closed-Miking verzichten kann ...

Beeble

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123

Sonntag, 27. Oktober 2019, 19:08

führt die rein akustische Abnahme mittels Stereo-XY-Mikro (oder zwei Overheads) + BD-Mikro in kleinen Räumen nicht zu einer authentischeren Darstellung des akustischen Drumsounds über PA?
Das selbe was du mit dem EAD machen kannst, bekommst du auch mit mit jedem Channelstrip + Effekten hin.

Das EAD mag Spass machen im Solobetrieb wenn man sich nicht mit dem processing des Sounds befassen will oder kann. Plug and Play halt.

Sobald man das im Bandkontest macht wirds schon schwierig, da Bleeding der anderen Instrumente Einfluß auf den Sound hat.
Live ist sowas allerdings kaum zu benutzen und wird jeden FOH Mixer zur Verzweiflung bringen, er hat keinen Einfluß auf den Sound,
da er nur einen vorproduzierten Stereomix bekommt den er von seinem Platz nicht bearbeiten kann und der höchstwahrscheinlich

nicht in den Gesamtmix passt.Die Abnahme in dem Set mittels X/Y lässt keine Balance der Instrumente zu und keine Abnahme der BD.
Mit Overhaedmikrofonie kann man das Abnahmeverfahren wählen welches das Set am besten Abbildet.

Ob das jetzt X/Y, AB oder ein sonstiges ORTF Verfahren ist, ist abhängig von vielen Faktoren.Zum rumspielen zu Playalongs mag das EAD eine einfache Möglichkeit sein ohne Grundkentnisse ein Schlagzeug aufzunehmen.
Mit Stereooverheads und einem BD Mikrofon hat man deutlich mehr Möglichkeiten den Sound zu beeinflussen als mit dieser statischen Lösung.
Wenn man weiß wie man einen guten Drumsound hinbekommt wird man eher nicht zu diesem Gerät greifen.
Ansonsten aber sicher eine tolle Sache wenn man alleine spielt und einfach nur etwas aufnehmnen will.
»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.«
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Nick74

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124

Sonntag, 27. Oktober 2019, 22:45

dass Effekte...für mich uninteressant sind.
Den brauchbaren "Studio"-Drumsound des EAD10 machen die DSP-Effekte, "uninterresant" macht diesbezüglich keinen Sinn. Du meinst wohl diverse markante Effekte wie Phaser oder Flanger.
Wenn man alle Effekte...weglässt
kann man sich das EAD10 sparen. ;)

Moe Jorello

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125

Montag, 28. Oktober 2019, 00:02

Beeble, ich zitiere mich ja nur ungern selbst, muss es aber mal tun.

Zitat

Ich finde eine "Detailkritik" an einem technischen Gerät, das man nie benutzt hat, zwar etwas sinnfrei, aber das sei nur am Rande erwähnt.


Kauf dir das Teil und lerne es kennen, bevor du hier unwahres verbreitest. Wenn du das nicht willst, dann schweige bitte zum Thema.

Getretener Quark wird breit, nicht stark.
"You don't have to show off" - Peter Erskine

Beeble

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126

Montag, 28. Oktober 2019, 00:26

Kauf dir das Teil und lerne es kennen, bevor du hier unwahres verbreitest.

nein danke, das werde ich sicher nicht tun.

Was ist unwahr an meiner Aussage?- Das selbe was du mit dem EAD machen kannst, bekommst du auch mit mit jedem Channelstrip + Effekten hin. ?
- Live ist sowas allerdings kaum zu benutzen und wird jeden FOH Mixer zur Verzweiflung bringen ?
- Die Abnahme in dem Set mittels X/Y lässt keine Balance der Instrumente zu und keine Abnahme der BD. ?
- Mit Stereooverheads und einem BD Mikrofon hat man deutlich mehr Möglichkeiten den Sound zu beeinflussen als mit dieser statischen Lösung. ?
- Wenn man weiß wie man einen guten Drumsound hinbekommt wird man eher nicht zu diesem Gerät greifen. ?
oder das es sicher eine tolle Sache ist wenn man alleine spielt und einfach nur etwas aufnehmnen will.?
»Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.«
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Moe Jorello

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127

Montag, 28. Oktober 2019, 20:06

Das selbe was du mit dem EAD machen kannst, bekommst du auch mit mit jedem Channelstrip + Effekten hin. ?

Stimmt nicht. Denn das EAD 10 hat eine App, die die Nutzungsmöglichkeiten des Geräts erweitert. Wenn es dir rein um den Klang der Effekte geht... du kannst etliche hinzufügen, nach deinem Willen. Und für den Preis des EAD10 bekommst du niemals nicht mit anderen Tools diese Vielzahl an Effekten geboten.

Zitat

Live ist sowas allerdings kaum zu benutzen

Das (!) stimmt (!) nicht (!).

Zitat

Die Abnahme in dem Set mittels X/Y lässt keine Balance der Instrumente zu und keine Abnahme der BD.

Nochmals: Die Bassdrum wird(!) abgenommen. Der Trigger speist lediglich einen Klang hinzu zum "nativen Klang" der BD.

Zitat

-Mit Stereooverheads und einem BD Mikrofon hat man deutlich mehr Möglichkeiten den Sound zu beeinflussen als mit dieser statischen Lösung. ?

Auch diese Aussage stimmt so nicht pauschal. Denn bei deinem beschriebenen Szenario hast du wieder nicht die Effektmöglichkeiten inklusive wie etwa "umstimmen" des Sets, bzw. Ausstatten des Sets mit Calftone skins per Knopfdruck zwischen Songs. So etwas müsste kostenintensiv und viel komplexer hinzugespeist werden.

Zitat

Wenn man weiß wie man einen guten Drumsound hinbekommt wird man eher nicht zu diesem Gerät greifen.

Auch das würde ich so nicht unterschreiben. DIe Frage ist immer, in was für einem räumlichen Szenario bewegt man sich. Wenn in einem Club die Decke so niedrig ist, dass keine Overheads möglich sind, ist das EAD10 unter Umständen die deutlich bessere Option zur Abnahme.

Solche "Beiträge" zum EAD 10 sind - mit Verlaub - so qualifiziert wie jene eines Freizeit-Knipsers, der mir "alles" über eine Canon EOS 1D erzählen will, eine solche Kamera aber noch nie in den Händen hatte. Oder eines Flugzeug-Modellbauers, der einem A380-Piloten erklärt "wie so ein Airbus A380 funktioniert". :whistling:
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Beeble

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128

Montag, 28. Oktober 2019, 22:30

Es ging um diese Frage:
ich kenne mich wie beschrieben nicht sehr gut aus, aber führt die rein akustische Abnahme mittels Stereo-XY-Mikro (oder zwei Overheads) + BD-Mikro in kleinen Räumen nicht zu einer authentischeren Darstellung des akustischen Drumsounds

Da lautet die Antwort eindeutig Ja!
Auch wenn du es nicht glaubst, mit einem einzigen XY Mikrofon im Set kann man ein Schlagzeug nicht vernünftig abbilden.
Schau noch mal in deine Anleitung, das Gerät hat KEIN BD Mikrofon.

Sicher kommt etwas BD Bleed in die Mikros und sicher bearbeitet der verbaute DSP die Signale auch Phasenabhängig unterschiedlich.
Auch werden die programierten Effekte Multibandprozessing machen um solche Effekte zu erzeugen.
Das ist kein Hexenwerk.
Um eine BD aber authentisch abzunehmen, bedarf es nunmal eines geeigneten und entsprechend plazierten Mikrofons.

Selbst Yamaha sagt mit keinem Wort das dieses Gerät als Ersatz für ein mikrofoniertes Set dienen soll.
Es ist ein Drumsynthesizer und auch gedacht es dafür einzusetzen.
Und dafür macht das Teil ohne Vorkenntnisse auch einen netten Job und sicher auch Spass.

Es ist mit Sicherheit keine Revolution in der Live- und Studioaufnahmetechnik der letzten 70 Jahre.
Und wenn man unterschiedliche Effekte live auf den Drum haben will und nicht den Schlagzeugsound,
wird man sich diese halt als Szenen anlegen, so wie es seit Einzug der Digitalmischpulte üblich ist.
Ich kenne deine Drumrecording- und mixing Skills nicht und weiß auch nicht warum du meinst ich rede das Gerät schlecht.
Ich sagte lediglich was es macht und wobei es nicht funktioniert.

Da ich selten Bedarf habe an solchen Effekten und mein Focus bei meiner Musik eher auf einem entsprechend passenden guten naturnahen Schlagzeugsound liegt,
habe ich keine Verwendung dafür. Wenn ich ein gated Reverb brauche oder Synthies/Sampler whatever in meinem Schlagzeug haben möchte, weiß ich wie man das erreicht.

Für jemanden der kein Studio zu Hause hat, oder keine Lust und Möglichkeiten hat, aus welchen Gründen auch immer, für den ist das Teil eine tolle Sache.
Sicher mag es auch bei kleinsten Clubgigs funktionieren wo man keinen FOH Tonmenschen am Pult stehen hat.
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  • »Der Dührssen« ist männlich

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129

Dienstag, 29. Oktober 2019, 00:25

Ich hab das Teil jetzt zugegebenermaßen auch nur ein mal live verwendet und da auch nur als Notlösung als Bassdrumtrigger, weil kein passendes Kick-Mikrofon verfügbar war.
Ansonsten würde ich vom Liveeinsatz bei meinen (!) Bands (Metal/Bigband/Jazz-Combos/Coverband) absehen. Sicherlich kann man damit auch ganz gezielt rumspielen, aber was natürlich schon stimmt ist, dass man mit dem Teil alleine keinen ausgewogenen Mix hinbekommt.

Du kannst das Mikro-Paar am Bassdrumspannreifen drehen und wenden wie du willst, das Lautstärkeverhältnis von Hihat (zu leise) zu Snare (zu laut) und Becken (je nach Position zu laut oder leise) ist quasi immer unausgeglichen.
Und es stimmt schon: Du hast natürlich auch ein bisschen Signal von der Kick drauf, aber rein von der Mikrofonausrichtung des EAD10 und der Richtung in die die Bass schallt kommt man ohne Trigger da nicht sooo weit.
Und das ohne weitere Möglichkeit des Abmischens zu einem guten Livesound zu verwursten ist schon eigentlich nicht möglich, wenn man nicht weitere Trigger anschließt.

Aber ich persönlich hab das Ding, wie schon mal erwähnt, auch eher für den Einsatz im Unterricht und für schnelle, unkomplizierte Proberaumaufnahmen sowie zum Üben besorgt.
Und gerade dafür ist das Teil genial.

Oder um mein Fazit nach einem halben Jahr zu ziehen: Keine Eierlegende Wollmilchsau, aber auf alle Fälle ein brauchbares Tool.

Daniel

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130

Dienstag, 29. Oktober 2019, 10:23

Da ich selten Bedarf habe an solchen Effekten und mein Focus bei meiner Musik eher auf einem entsprechend passenden guten naturnahen Schlagzeugsound liegt.....


Exakt das gleiche gilt für mich. Daher ist das Thema für mich durch und die Entscheidung pro Mikrokoffer gefallen.

@Beeble

Vielen Dank für den Input!

Gruß
Daniel

Moe Jorello

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131

Dienstag, 29. Oktober 2019, 17:23

Es ging um diese Frage:

Zitat von »Daniel«
ich kenne mich wie beschrieben nicht sehr gut aus, aber führt die rein akustische Abnahme mittels Stereo-XY-Mikro (oder zwei Overheads) + BD-Mikro in kleinen Räumen nicht zu einer authentischeren Darstellung des akustischen Drumsounds


Da lautet die Antwort eindeutig Ja!

Das stimmt, doch darum ging es mir nicht und das war auch nicht der Kern deiner Aussage weiter oben. Da hast du einen Absolutheitsanspruch postuliert, das Teil sei Live so gut wie nicht zu gebrauchen, ohne auch nur im Ansatz zu differenzieren.

Wir brauchen nicht drum herum zu reden, an die Feinabstimmungsmöglichkeiten und Klangqualitäten einer klassischen Setabnahme mit guten Mikros kommt man mit dem EAD10 nicht ran. Aber das behauptet auch keiner. Nur, dass es "Live kaum zu benutzen" sei, ist de facto eine nicht zutreffende Verallgemeinerung. Ob es sinnvol leinsetzbar ist, hängt vom jeweiligen Szenario und den Ansprüchen und Fähigkeiten ab. Wenn es ums Mixen geht, insbesondere letzteres - die individuellen Fähigkeiten des Drummers, denn der Mischer ist dann der Drummer, der bei bestimmten Setiups vielleicht etwas stärker die Hihat bearbeiten muss oder das Ride etwas zarter im Kontext aller Instrumente. Das kann sicher nicht jeder Drumer gleich gut, es geht aber. Ich habe das Gerät zwei Mal live bei Bluesgigs eingesetzt und es klang im Bandkontext recht gut. Nicht so gut, wie die klassische Mikrofonierung (Bassdrum, 2 Overheads, Snare und Toms), aber es war auch nicht so, dass irgendwer sich im Club beschwert hätte ob des unbrauchbaren Mixes.

Dass die Bassdrum abgenommen wird, ist fakt. In welchem Maße, das ist eine andere Frage, aber sie wird abgenommen. Daran kannst du nichts rütteln. Und damit sie nicht untergeht, gibt es halt den Trigger dazu. Warum eine solche Lösung von dir Kategorisch schlecht geredet wird, erschließt sich mir nicht.

Und nochmals: Niemand postuliert, das EAD10 sei ein Ersatz für ein mirkofoniertes Set. Es ist einer ALTERNATIVE zur klassischen Mikrofonierung bzw. eine ERWEITERUNG zur klassischen Mikrofonierung (ob Bühne oder Proberaum oder Studio ist übrigens völlig Banane). Und diesbezüglich macht es einen guten Job.

Für jemanden, der die Effekte und die App-Möglichkeiten überhaupt nicht braucht, ist das EAD10 nicht unbedingt das ideale. Ja. Da würde ich auch sagen, kauf dir lieber einen Behringer, x16 oder X32 und ein paar gute Sennheiser/Shure/Whatever Mikros. Aber in vielen anderes Szenarien ist das Gerät eine durchaus interessante ALTERNATIVE zum bzw. Erweiterung des klassischen "approach".
"You don't have to show off" - Peter Erskine

NoStyle

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132

Sonntag, 10. November 2019, 15:56

Für das EAD 10 gibt es, neben der neuen Android Rec`n`Share App, auch ein neues Software-Update auf V2.0. Hier von Yamaha Drums Instagram:

"yamahadrumsofficial
We're happy to announce the release of a new firmware update for our Yamaha EAD10 Drum Module. EAD10 v2 includes improved features and workflow, talkback function for online lessons and compatability with mesh heads & low volume cymbals.
_
EAD10 can instantly transform your acoustic drum kit into a powerful digital/electronic hybrid with sampled sounds and studio quality digital effects. EAD10 consists of sensor unit (Trigger plus Stereo Microphone), newly designed module and free app Rec'n'Share."


Den Link zum Download gibt es hier:
https://usa.yamaha.com/support/updates/ead10_firmware.html
https://usa.yamaha.com/products/musical_…ml#product-tabs

LG
Toddy

seelanne

Alles, was Recht ist.

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133

Sonntag, 17. November 2019, 15:02

"Jein"

Okay, dann will ich mal meine Erfahrungswerte kundgeben, nachdem das EAD10 jetzt rund 6 Monate hier zum Einsatz kam:

I. Über die Technik und Funktionsweise ist ja hier schon fast alles gesagt worden. Vielleicht hier einige Punkte zur Ergänzung und Vertiefung

1) Wiedergabe und Reichweite

- Snare: Die Snare wird sauber erfasst. Durch die Micro-Positionierung bedingt, wird die Snare aber gewissermaßen "von unten" abgenommen, was eine erhöhte Teppich-Ansprache ergibt, das kann man mögen, muss man aber nicht.

- BassDrum: Die BassDrum bekommt den Bumms, den sie braucht. Die unterschiedlichen Sounds aus der Library sind aber zuweilen nicht so zwingend unterschiedlich, wie angegeben oder wie von mir erwartet.

- Toms: Die Toms, die direkt über der BassDrum und damit den Mics hängen, werden super wiedergegeben. Je näher dran, desto druckvoller. Die Toms, die weiter weg sind, werden - das ist nun kein Wunder - deutlich leiser erfasst: Wer 3 oder 4 Toms spielt oder aber links neben der HH noch ein Tom aufbaut oder eine Sidesnare, muss mit hörbaren Einbußen rechnen.

- Floortoms. Dementsprechendes gilt für das zweite Floortom, welches im Regelfall ein Tacken leiser ausfällt als das direkt neben den Mikros befindliche erste FloorTom.

- Ride-Becken: Hier kann es echte Probleme geben: Wer klassisch das RideBecken über dem rechten TomTom- positioniert, bekommt eine gute Abbildung des Ride. Wer dagegen das rechte Tom weglässt und an dessen Stelle das Ride hängen hat, dem wird das Ride zu deutlich und zu laut im Gesamtbild abgebildet. Das gleiche gilt selbstverständlich für Setaufbauten, wo zwar mit 2 Toms gespielt wird, das Ride aber trotzdem rechts über der BD hängt, weil die beiden TT nach links weg aufgebaut wurden.
Wer - wie ich - Open handed spielt und das Ride links stehen hat, kann ebenfalls Probleme bekommen. Bei mir ist es okay, aber ich spiele auch ein Ride mit kräftigem "Ping", leichtere Rides könnten da durchaus etwas "abstinken" im Gesamtzusammenhang.

- Crash-Becken: Die Crashbecken werden fast alle vernünftig erfasst. Das Nachsehen haben etwas Splashbecken, die in einer Entfernung sind, die ungefähr dem HH entspricht. Hier ist ein deutlicher Soundabfall festzustellen. Positiv wirkt sich das umgekehrt uU bei China-Becken aus: Dies sind im direkten Mix ja meist etwas laut, sodass diese "entfernungsbedingt" etwas gedämpft werden, was dem Gesamtbild des Sets auch gut tun kann.

-HH: Das HH stellte sich bei mir im Mix gut dar, ich spiele aber auch eine 13er PowerHH, die ziemlich direkt schneidet. Wer hier leisere Sohlen bevorzugt, könnte mit dem EAD10 Probleme bekommen, da im Gesamtmix das HH lautstärketechnisch schnell abstinken könnte.

- Problemfall "Grosses Set" insgesamt:
Insgesamt ist das EAD10 gemäß seiner Konstruktion auf eine Basisset mit 2 Toms und einem Floortom ausgelegt, das muss man klar sagen. Große Sets können hier eigentlich nicht vernünftig abgebildet werden, was angesichts der Funktionsweise des EAD10 ja auch kein Wunder ist. Es gibt allerdings einen Trick, bzw. eine Situation, wie man auch große Sets mit dem EAD10 abbilden kann:

Das Problem des EAD10 bei großen Sets ist ja nicht, dass die Reichweite der Erfassung generell zu kurz ist, selbst weiter entferntere Trommeln werden ja durchaus erkannt und wiedergegeben, aber die Relation stimmt eben dann nicht. Dieses "Relations-Problem" verschwindet oder verringert sich allerdings drastisch, wenn auch die eigentlich näheren Trommeln und Becken etwas weiter weg sind: Ich musste letztens gesundheitsbedingt (ich hatte Tage vorher einen Hexenschuss) sehr hoch sitzen und musste daher zwangsläufig alle Toms etc. höher hängen. Das gar nicht beabsichtigte Resultat im Hinblick das EAD war ziemlich verblüffend: Der Lautstärke-Unterschied zwischen den Einzelteilen wurde so gering, dass das Soundbild einheitlicher wurde und runder. Selbst die direkt nächsten Toms etx. waren jetzt zwar etwas leiser aber eben auch leiser im Verhältnis zu den "schwächeren" Toms. Fazit: Der Gesamt-Mix wurde einheitlicher und runder.

2) Sounds
Über die Sounds und ihre Sinnhaftigkeit kann man streiten, bis der Arzt kommt. Vieles halte ich auch für überflüssig, da ich im Regelfall einen natürlichen Sound bevorzuge, da komme ich mit etwas Reverb und Compressor dicke hin, aber die Geschmäcker sind nunmal verschieden. Ich meine, Yamaha hat hier sein Klassenziel erreicht, für den Durschsnittsuser eine schnelle, einfach zu handelnden "Plug-and-play" Lösung zu bieten, die durchaus interessant ist und für jeden was bietet, wenn sie auch unterm Strich nicht im High-End-Bereich einzuordnen ist.

3) Ungereimheiten
Leichte Abstriche muss ich dem Yamaha geben, da - beim Livespielen - die Lautstärke des Clicks von anderweitigen Aux-Signalen (etwa aus dem Mischpult oder dem Computer bzw Sequencer) nicht getrennt werden kann. Es gibt zwar im Menü einen Unterpunkt, wo der Click-Level angehoben werden kann, aber leider nur marginal. Das Clickvolumen ist - nur den Click verwendet - absolut ausreichend-. Sobald eine anderes Signal verwendet wird, gibts aber eben nur eine Soundsumme, das Clicksignal ist lautstärkemnäßig nicht vom Sound, welches vom Mischpult etc. dazu kommt, trennbar. Lediglich bei Einspielungen über die App "Rec-n-Share" kann man den von der App gespeisten Click getrennt steuern. Das ist irgendwie nicht zu Ende gedacht. Schade.

II. Einsatzgebiete
Fragt sich dann, wie effektiv und wie sinnvoll das Ding tatsächlich einsetzbar ist, meine 5-Cent dazu:

1) Solo-Üben
Als Übungs-Tool ist das EDA10 tatsächlich die eierlegende Wollmilchsau. Das Ding ist innerhalb von Minuten installiert und kalibriert und liefert ohne jedweden nennenswerten Aufwand die Möglichkeit, sich selbst beim Üben einen - fast - amtlichen Sound zu generieren. Das macht nicht nur ungeheuren Spaß und steigert die Motivation, sondern ist auch noch gut fürs Timing etc.: Ein gut klingendes Set "atmet" besser und dadurch können wir besser "takten". Zudem das EAD10 auch unabhängig macht von den Soundverhältnissen im Proberaum: Selbst ein totgedämpfter Überaum kann jetzt den entsprechenden Mindest-Hall spendiert bekommen, sodass das Set auch in diesem toten Raum akustisch auf den Ohren gut klingt.
Die vielen Sounds regen im übrigen die Phantasie an, man ist einfach versucht, sich stundenlang am Set aufzuhalten. Die einfachen Aufnahme-Möglichkeiten, das Playbackspielen und der eingebaute Click vervollständigen das Drummer-Herz.
In Sachen Übemodus würde ich hier mal glatt 100 % vergeben.

2) Proberaum mit Band
Das Bild wandelt sich etwas, sobald das Ding bei der Bandprobe zum Einsatz kommt. Hier ist man mit dem EAD10, was nunmal schwerpunktmäßig ein Micro ist, den Unbillen des "Bleedings" unterworfen:

In kleinen Proberäumen, in denen man nicht verhindern kann, dass Verstärker und Boxen irgendwie immer auf das Drumset und damit auf das EAD10 ausstrahlen, kommen sämtliche Instrumente zwangsläufig mit in den eigenen EAD10-Mix und damit auf die eigenen Headphones oder Inears. Das muss nicht zwingend schlecht sein: ich habe es schon erlebt, dass ich so einen nahezu perfekten Sound auf den Inears hatte, in anderen Fällen muss man aber das Mikro tatsächlich von vorne etwas abschirmen, weil ansonsten zuviel der Backline auf die Ohren kommen, man hat ja da eben keine Möglichkeit, irgendwas wegzufiltern.

Ich selbst habe da jetzt noch keine Probleme gehabt, wenn ich meinen Sound alleine für mich auf die Ohren bekomme. Will ich aber nun das EAD10 ans Mischpult schicken, sodass meinen schöner Drumsound auch alle anderen hören können, wirds natürlich etwas krude, da ich zugleich ne Menge an Backline zusätzlich übers Mischpult jage. Das verursacht im Proberaum natürlich ein gelindes Sound-Desaster.

Auch ist in Proberäumen nicht immer gewährleistet, dass die Gesangs-PA oder die Komplett-PA so gestellt werden kann, dass deren Boxen nicht aufs Drumset ausstrahlen, in dem Fall ist das Senden des EAD10-Sounds ans MP nicht machbar, da wegen der Rückkoppelung nicht in den Griff zu bekommen.

Sollten dagegen alle Musiker ohnehin nur übers Mischpult und über Kopfhörer bzw Inear spielen, ist natürlich das EAD10 hier gewissermaßen die Königslösung.
Als Fazit würde ich in Sachen Probemodus mit Band jetzt hier mal 75 % vergeben; trotz der Einschränkungen, da mit einem herkömmlichen Micro-Aufbau es auch nicht weniger Probleme gibt.

3) Live
Bei Live-Einsätzen kommt es ganz drauf an, ob PA und Backline tatsächlich so stehen, dass Rückkoppelungen ausgeschlossen sind. Bei größeren Gigs habe ich - wie oben dargestellt - zusätzlich die Probleme, dass ich etwaig eben kein rundes Sound-Bild bekommen, da einfach die einzelnen Toms und Cymbals zu unterschiedlich laut abgebildet werden. Bei Open Airs dürfte sich der Einsatzbereich auch nur auf kleinere Gigs beschränken, hier kommt ja das Risiko extrem hinzu, dass ein Windstoß zu falschen Zeit den Zauberlick auf meinem eh schon leiseren zweiten FloorTom endgültig "vom Winde verweht".
Hier würde ich ganz einfach mal 50 % an Erfolgssternchen vergeben, da alles mehr oder weniger dann dem Zufall unterfällt.

III. Fazit
"Eierlegende Wollmilchsau oder tooliges Vollflopp-Spielzeug" ? Die Frage möchte man am liebsten mit "sowohl-als-auch" beantworten:

Für den heimischen Übungs-Hausgebrauch ist das Ding einfach eine Wucht, bis auf kleinste Abstriche kann ich hier keinen einzigen Wermutstopfen ausmachen, zudem das Ding preislich absolut im Rahmen liegt.
Für den Proberaum-Gebrauch im Bandkontext kann es phantastisch sein, es kann sich aber auch schlichtweg als unbrauchbar erweisen, das ist alles sowohl vom Raum, den Musikern und der dort verwendeten Technik abhängig.
Live maße ich mir kein abschließendes Urteil an: Hier habe ich das Ding zweimal auf kleinen Bühnen gehabt, dort war das EAD10 das Mittel der Wahl, absolut großartig. Aber bereits auf mittelgroßen Bühne sehe ich Probleme, die ich ohne einen ausgebildeten Soundmischer nicht lösen wollte.

Zur Konkurrenz "Ead10 vs. Mikros und Mischer" würde ich folgendes sagen. Gegenüber einem wirklich guten Mikro-Set nebst Mischer, der wirklich Ahnung hat, stinkt das EAD10 ab, keine Frage. Dafür ist der Radius zu klein, das Summenbild zu eingeschränkt zufällig (siehe oben) und das Panorama letztlich irgendwie zu "boxig". Allerdings muss man hier ganz einfach die Relationen sehen: Mit dem EAD10 bekomme ich in 5 Minuten ein vernünftigen Sound, der mit anderen Mitteln mindestens 30-45 Minuten dauert und dazu einer Person, die Ahnung davon hat, was sie da tut. Denn eins ist auch ganz klar: Ich hatte in meinem Leben trotz Close-Miking und (angeblich) ausgebildetem und erfahrenem Tontechniker schon schlechtere Sounds als mit dem EAD10.
"Pommes/currywurst hat einfach seine eigenen Gesetze."
(c) by frint / 2008

"Es macht so viel Spaß, ein Mann zu sein, das können sich Frauen gar nicht
vorstellen!" (c) by Lippe / 2006

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Nick74

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Sonntag, 17. November 2019, 16:37

3) Ungereimheiten
Leichte Abstriche muss ich dem Yamaha geben, da - beim Livespielen - die Lautstärke des Clicks von anderweitigen Aux-Signalen (etwa aus dem Mischpult oder dem Computer bzw Sequencer) nicht getrennt werden kann.
Ist das bezogen auf die neueste Firmware? Vielleicht hat sich da was getan: aus den v2.00 ReleaseNotes: "- New Click Out routing function."

Auf jedenfall guter und detaillierter Beitrag :thumbup:

De Maddin

Müder untoter Staubsauger

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Endorsements: Vorwerk

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135

Dienstag, 19. November 2019, 15:27

Danke, See! :)
Grüße,

De' Maddin Set
________________________________

Dängdäng-Dängdäng-Dängdäng
Bababababaaa-baba - Brack........Meet you all the way....dadadab...usw.

Moe Jorello

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Mittwoch, 20. November 2019, 21:21

- Ride-Becken: Hier kann es echte Probleme geben: Wer klassisch das RideBecken über dem rechten TomTom- positioniert, bekommt eine gute Abbildung des Ride. Wer dagegen das rechte Tom weglässt und an dessen Stelle das Ride hängen hat, dem wird das Ride zu deutlich und zu laut im Gesamtbild abgebildet.

Dem kann man entgegensteuern, entweder indem man etwas wie die Cympad Dämpfer nutzt, die das Volumen des Beckens runterschrauben oder aber - billiger - mit einem Frottee-Handtuch auf der Bassdrum abgelegt, ein wenig zusammengeknüllt/aufgetürmt dicht am Mikro auf 2 Uhr, so dass die Schallentwicklung von schräg oben abgemildert wird. Das Ride im Vergleich zu den anderen Komponenten dezenter zu spielen bringt auch Abhilfe.
"You don't have to show off" - Peter Erskine