Vergleich: Schlagzeugaufnahmen ohne und mit unterschiedlich positionierten DIY-Absorbern

  • Hi zusammen,


    nach dem Gobo-Threat hab ich Euch ein Vergleichs-Video gemacht mit Schlagzeugaufnahmen mit und ohne selbstgebaute Absorber:


    YouTube Link


    Den deutlichsten Effekt der Absorber habe ich bei der Kickdrum festgestellt, vor allem auf den Overhead-Mics.


    Bei den Close-Mics der Snare und den Toms kann ich persönlich keine großen Unterschiede zwischen den einzelnen unterschiedlich positionierten Absorbern feststellen, nur eben gegenüber den Aufnahmen ohne Absorber.


    Was denkt ihr?


    Viel Spaß beim anhören!


    PS: benutzt am besten Headphones/in-ears um die Unterschiede deutlicher zu erkennen ;)

  • Sehr interessanter Vergleich! Im großen und ganzen kann ich keinen wirklich qualitativen Unterschied zwischen den Absorberpositionen feststellen. Mit Absorber ist dann insgesamt doch schöner, obwohl ich bei ein paar Aufnahmen auch den ungedämpften Raum nett fand. Aber ich vermute spätestens wenn Kompressoren ins Spiel kommen, will man doch eher mehr Dämpfung.

    Nix da.

  • Danke. Ich bin auch immer wieder überrascht, wobei im Falle des Videos eher davon, dass es meist überhaupt keinen unterschied zu machen scheint wo die Absorber im Raum platziert werden. Dass die Absorber an der Decke so gut funktionieren kann ich mir nur dadurch herleiten, dass die meisten Mikrofone eher Richtung Boden zeigen und die Reflexionen zwischen Decke und Boden mit den Absorbern an der Decke eben am meisten gedämpft werden.


    Vielleicht mache ich noch ein Video wo die Unterschiede mit post processing bspw. Compression und EQ aufzeigt.


    Wäre da Interesse da?

  • Die Deckenhöhe ist in den meisten Räumen die kürzeste Distanz zwischen 2 Flächen, weshalb es sich lohnt dort was zu machen. Bei den Overheads führt eine niedriege und unbehandelte Decke gerne zu Kammfiltereffekten.

    "Man muss das Grundgesetz vor seinen Vätern schützen und die Verfassung vor ihren Schützern."
    "Der Faschismus ist eine Spielart der freien Marktwirtschaft."
    Wolfgang Neuss

  • ….. die meisten Mikrofone eher Richtung Boden zeigen …….


    Ist so, und nicht selten genau lotrecht, "geometrisch korrekt" zwischen diesen zwei parellel gegenüber liegenden Flächen, ausgerichtet, aber Wieso, Weshalb denn eigentlich?


    Edith und sogar noch in zweifacher Ausführung, nichtselten auf kleinstem Raum (Kämmerchen)

    ich höre immer du musst, du brauchst.....ist "modern", "out", "in", "trendy" und so....
    ich mach`s wie`s mir passt, schei.. auf die Säue, die laufend sinnbefreit durch
    die Dörfer getrieben werden.



    Einmal editiert, zuletzt von orinocco ()

  • Ich hatte es an anderer Stelle auch schon geschrieben und ich glaube, deswegen existiert dieses Thema hier.


    Absorber an die Decke zu machen ist gängige Praxis. Um einen akustisch schwierigen (rechteckig, niedrige Deckenhöhe, klein) Raum zu behandeln sind aber noch andere Maßnahmen nötig. Insbesondere Bassfallen in den Raumecken. Und wenn es um Aufnahmen geht, am besten Diffusoren an den Wänden.


    Ich behandel einen Raum, den ich vorübergehend miete, gerade auch. Habe aber die Sparvariante mit Steinwolle (Bassabsorber) genommen.

  • RAUM …….Raaa….aum! :D
    Wo, Wem und Was (inwieweit) wird hier Raum geboten?


    Der Raum wie auch die Zeit (= Einheit der Gemütlichkeit)seien lediglich als „Formen der Sinnlichkeit“ anzusehen und könnten nicht aus der Erfahrung oder der Wahrnehmung stammen, da diese eine Raumvorstellung voraussetzten. Der Raum beruht Kant zufolge nur auf unserem Anschauungsvermögen, das uns die Erfahrung der äußeren Dinge ermöglicht, und ist für uns „nichts […] so bald wir die Bedingung der Möglichkeit aller Erfahrung weglassen, und ihn als etwas, was den Dingen an sich selbst zum Grunde liegt, annehmen“.
    :) ;)

    ich höre immer du musst, du brauchst.....ist "modern", "out", "in", "trendy" und so....
    ich mach`s wie`s mir passt, schei.. auf die Säue, die laufend sinnbefreit durch
    die Dörfer getrieben werden.



    Einmal editiert, zuletzt von orinocco ()

  • Schönes Video und gut veranschaulicht. Warum machst du die Videos nicht auf deutsch?


    Der Unterschied fällt natürlich nur auf den Overheads auf. Tom und Snaremikrofone fangen keinen Raumklang ein (wie auch)


    Room-Mikrofone wären in dem Zusammenhang noch interessant gewesen.


    Ich bin letztes Jahr klatschend durch meinen Aufnahmeraum gegangen und habe alle gegenüberliegenden Flächen (Wände / Decken) zu gut 50% mit Absorbern versehen,
    danach ist mir aufgefallen, wie scheiße mein Set vorher immer geklungen hat


  • Ist so, und nicht selten genau lotrecht, "geometrisch korrekt" zwischen diesen zwei parellel gegenüber liegenden Flächen, ausgerichtet, aber Wieso, Weshalb denn eigentlich?


    Also ich schaue i.d.R. dass die Close-Mikros nicht steil nach unten zeigen, bspw. an den Toms oder der Snare. Die Einzigen Mikros die wirklich steil nach unten zeigen sind die Overheads, wobei es hier nicht mehr so viel ausmacht da der Abstand zum Boden größer ist als bei den Close-Mics.


    Schönes Video und gut veranschaulicht. Warum machst du die Videos nicht auf deutsch?


    Der Unterschied fällt natürlich nur auf den Overheads auf. Tom und Snaremikrofone fangen keinen Raumklang ein (wie auch)


    Room-Mikrofone wären in dem Zusammenhang noch interessant gewesen.


    Danke. Ich denke auf Dauer hat man ein größeres Publikum in Englischer Sprache und es ist eine gute Übung für mich persönlich, wenn auch mehr Arbeit in Englisch ;) Aber zugegebenermaßen plane ich auch Videos in deutsch, weil manche Themen einfach zu kompliziert sind, dass ich sie in Englisch verständlich rüberbringen könnte. Dafür gibt's dann u.U. Untertiel :thumbup:



    RAUM …….Raaa….aum!
    Wo, Wem und Was (inwieweit) wird hier Raum geboten?


    Der Raum wie auch die Zeit (= Einheit der Gemütlichkeit)seien lediglich als „Formen der Sinnlichkeit“ anzusehen und könnten nicht aus der Erfahrung oder der Wahrnehmung stammen, da diese eine Raumvorstellung voraussetzten. Der Raum beruht Kant zufolge nur auf unserem Anschauungsvermögen, das uns die Erfahrung der äußeren Dinge ermöglicht, und ist für uns „nichts […] so bald wir die Bedingung der Möglichkeit aller Erfahrung weglassen, und ihn als etwas, was den Dingen an sich selbst zum Grunde liegt, annehmen“.


    Einfach nur lol :D

  • Die Deckenhöhe ist in den meisten Räumen die kürzeste Distanz zwischen 2 Flächen, weshalb es sich lohnt dort was zu machen. Bei den Overheads führt eine niedriege und unbehandelte Decke gerne zu Kammfiltereffekten.


    Behandeln und Verbessern bezüglich der Akustik, macht auch für mich ausschließlich für die OHs Sinn. Early Reflections in kleinen Räumen werden nicht als Reverb wahrgenommen, sondern die Ohren und das Gehirn addieren selbige auf das eigentliche Schallereignis. HiHat und Ride mögen noch OK sein (nur OHs), Crashes klingen Bullshit. :D


    Und schon beginnt die ewige Suche nach den passenden Crashes, wofür es ja hier auch Threads gibt. :thumbup: Das gilt nicht nur fürs Recording, sondern auch fürs Livehörereignis in so einem Raum.
    Man kann sein Crash mal in freier Natur (Garten oder so) anchecken. Dort sind keine bis wenige Reflektionen. Dann im Raum, wo es gespielt wird. Na? :)


    So jedenfalls sind meine "Erfahrungswerte".

  • Um einen akustisch schwierigen (rechteckig, niedrige Deckenhöhe, klein) Raum zu behandeln sind aber noch andere Maßnahmen nötig.


    Versucht mal, die OHs so niedrig wie noch möglich zu montieren. Also nicht direkt unter der Decke, weil man den Absatnd eigentlich benötigt und empfohlen bekommt. Das ist schon mal Hilfe Nr.1. Mehr Beckensignal und etwas weniger Raumsignal. So eine Art Klein-Raum-Signal-to-Noise Situation. :D Und weg mit den RoomMikes, die man in den Drum Recording Tutorials sieht. (zu viel) Room ist schon via OHs. ;)
    Ansonsten muß man sich mit seinem kleinen Raum arangieren. Die hier empfohlenen Maßnahmen. mir scheint hier diffus machen geeigneter als absorbieren.
    Eine dedizierte Optimierung, soweit überhaupt möglich, erfordert Akustikmessungen und einen Fachmann. Aber zu dem kann man ja werden. ;)

  • Hier wird in einem kleinen Raum "aufgenommen":
    https://www.youtube.com/watch?v=cFXqcEtyWkA
    Und es geht, wie man hört. :)


    Und man hört, das es damit immer noch nicht getan ist. :)


    Warren zeigt auch das (notwendige) Processing in der DAW.
    Die verwendeten Mikrofone (wenn wir mal von den C414ern absehen :D ) sind, unter Tontechnikern, im sogenannten Budgetbereich. Also durchaus eine nachvollziehbare Homerecording Session.


  • Versucht mal, die OHs so niedrig wie noch möglich zu montieren. Also nicht direkt unter der Decke, weil man den Absatnd eigentlich benötigt und empfohlen bekommt. Das ist schon mal Hilfe Nr.1. Mehr Beckensignal und etwas weniger Raumsignal. So eine Art Klein-Raum-Signal-to-Noise Situation. :D Und weg mit den RoomMikes, die man in den Drum Recording Tutorials sieht. (zu viel) Room ist schon via OHs. ;)


    Genau das. Ich konnte sogar mal bei einer gehobenen Metal-Produktionen sehen, wie die Tontechniker in einem eigentlich echt guten Raum mit 4 oder 5 Meter Deckenhöhe die Cymbals dennoch max. mit 50 cm Abstand abgenommen haben. Es kommt halt einfach immer drauf an...


    Das große Problem heutzutage ist m.M.n. die Informations- und Theorie-Flut und die Verallgemeinerung. Ich möchte hingegen gerne zeigen, dass Probieren über Studieren geht und es sich lohnt, Theorien auch mal gerne zu hinterfragen.

  • Das große Problem heutzutage ist m.M.n. die Informations- und Theorie-Flut und die Verallgemeinerung. Ich möchte hingegen gerne zeigen, dass Probieren über Studieren geht und es sich lohnt, Theorien auch mal gerne zu hinterfragen.


    Richtig.
    Auch bezüglich der Frage: "was soll ich verwenden?" gibts nicht 100pro hilfreiche Antworten.
    Beispiel:
    Ich hatte das AKG D112 in einer alten Mapex Mars Bassdrum. Bullshit, kein Bassfundament. Der EQ greift da auch nicht korrekt. Das Shure Beta 52a war erste Wahl in dieser BD für mich.
    Dann hatte ich irgendwann, als alter Mapexfan, eine Orion 20x18 BD.


    Schlagfell Evans Emad II. Mittlerer Mufflering. Innen das kleine Pearl Dämpfungskissen. Anliegend ans Schlagfell. Fast lose Stimmung.


    Reso Remo Powerstroke 3. Loch 6" für Mikrofon und Luftausgleich auf 5 Uhr.


    Das 112er war die korrekte und richtige Wahl !


    In der Bassdrum. Drittelregel. Kapsel 45 Grad Richtung Aufschlagpunkt Beater.


    SSL G Channel PlugIn: EQ +3db bei ca. 3.5kHz für etwas mehr Kick. Ermittelt durch Sweaping. Leichte Kompression. Abgestimmt mit Stereosummen-Kompression auf Masterbus. SSL Masterbuskompressor.


    Klar soweit? ;)
    In allen anderen Fällen, klingts auch anders. Besser oder Schlechter? Geschmackssache !


    Ich habe das nun absichtlich so umfangreich beschrieben. Denn wie soll man das beraten auf die Frage: "Welches ist das beste BD Mikrofon?"
    Anmerkung: alles privat in meinem Hobby-Recording-Keller. Ich bin kein kommerzieller Tontechniker.
    p.s. das mit der Option des SubBass Mikrofon vorm Reso, dem Tunnel etc. lassen wir. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von drummerjoerg ()


  • Versucht mal, die OHs so niedrig wie noch möglich zu montieren. Also nicht direkt unter der Decke, weil man den Absatnd eigentlich benötigt und empfohlen bekommt. Das ist schon mal Hilfe Nr.1. Mehr Beckensignal und etwas weniger Raumsignal. So eine Art Klein-Raum-Signal-to-Noise Situation. :D Und weg mit den RoomMikes, die man in den Drum Recording Tutorials sieht. (zu viel) Room ist schon via OHs. ;)


    So einfach ist das nicht. Der Abstand und die Position der Mikros zu den Becken hat maßgeblichen Einfluss auf den Klang. Allgemein gilt: Je weiter weg und je mehr das Mikro auf den Rand des Beckens zeigt, desto "weicher" und unaufdringlicher klingt es.
    Außerdem verbreitert sich das Stereobild mit abnehmendem Abstand immer weiter. Irgendwann fällt das Set dann auseinander und man hat den Eindruck, mit den Ohren direkt an den Becken zu kleben. Klingt nicht so gut.
    "Weg mit den Room Mikes" ... das würde ich für kleine und unbehandelte Räume, noch dazu mit unpassenden Mikrofonierungen, unterschreiben.
    Aber wenn man einen guten Raum hat und den richtig gut einfängt, ist das absolut kein Vergleich zu Overheads. Insbesondere, wenn man die Raumspuren dann noch deftig komprimiert, um den Raum dort noch weiter rauszuarbeiten.
    Es gibt übrigens Mixing Techniken, bei denen die Overheads sowohl frequenzmäßig als auch dynamisch hauptsächlich für die Crashbecken (bzw. für alle nicht einzeln abgenommenen Becken) benutzt werden. D.h.: Bässe und untere Mitten mittels Shelf rausdrehen und bei jedem Beckenanschlag lauter automatisieren. Macht z.B. Andy Wallace so. Ich habe das so übernommen und erreiche damit meistens den Drums Sound, den ich bevorzuge. Ohne - wenigstens künstlichen - Raum klingt das Set dann aber noch nicht gut.


    Bei einer niedrigen Deckenhöhe wirken Breitbandabsorber an eben dieser Stelle an der Decke wahre Wunder.


    Also Vorsicht bei so pauschalen Aussagen ...

  • Also Vorsicht bei so pauschalen Aussagen ...


    Alles richtig.
    Aber wir sprachen über kleine Räume mit sogar niedriger Decke. Und es kam der Aspekt von parallelen Wänden (Raummode).
    Und auch da hast du recht. Auch in diesen Räumen darf man nicht alles verallgemeinern.
    Aber irgendwo muß man anfangen.
    Und wenn man nur ständig alle Optionen, Varianten und Möglichkeiten aufführen würde und alles Relativiert, wäre das Lesen komplex und der "Lernerfolg" ziemlich gering.

  • Es gibt aber keine einfachen Lösungen für komplexe Dinge.


    Und gerade bei solchen Themen, insbesondere wenn man Kompromisse eingehen muss, sollte man halt abwägen. Zieht man meine Argumentation zu Deiner Aussage zusammen mit der Nierencharakteristik und dem, was man aufnehmen möchte, in Betracht, dann gilt immer noch den Abstand in Abhängigkeit der Faktoren genau auszuloten. Und nicht einfach, die OHs so niedrig wie möglich zu montieren. Das klingt im Endeffekt wahrscheinlich noch schlechter als ein paar off-axis eingefangene Kammfilter und Flatterechos von der Decke.


    Nierencharakteristik (das dicke End zeigt nach unten auf das Schlagzeug ;) :(


  • Doch es kann einfacher sein als man denkt. Und man kann manchmal sogar bessere Ergebnisse erzielen wenn man sich nicht um jeden Sch... Gedanken macht. Aber ich habe den Eindruck durch dieses übertriebene Theorie-Geplänkel, endlose Fachwissen und Verkomplizieren scheinen sich manche ganz schön toll zu fühlen. Und du bist einer davon m_tree :rolleyes:

  • Und nicht einfach, die OHs so niedrig wie möglich zu montieren.


    Die OHs sind zu niedrig, wenn man "Phasing" der Crashes hört.
    Die Crash Becken sind lose aufgehangen (hey :thumbup: ) und haben eine gewisse Auslenkung (whow :thumbup: ). Wenn sich nun ein gecrashtes Becken dem Mikro nährt und wieder entfernt (Phasing, ähnlich Leslie-Effekt), klingt das unprofessionel bzw. sch.....
    So nah/niedrig also nicht. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von drummerjoerg ()

  • Dann bin ich also ein Theoretiker. :thumbup:


    Am Ende zählt aber immer nur das Ergebnis. Was in solchen Fällen hier eine Summe von sehr vielen Entscheidungen ist, die wohl durchdacht sein sollten.
    Und meine Ergebnisse kann man sich öffentlich anhören. Aber es dreht sich im Kreis :whistling:


    Und was das "Phasing" der Becken angeht:
    Ich habe diesbzgl. unzählige Tests gemacht. Mir ging es aber weniger um das "Phasing", sondern darum zu verstehen, wie sich die Mikrofonposition- und Ausrichtung hinsichtlich des Beckens auf den Klang auswirkt. Allerdings hab ich's halt nicht nötig das auf Youtube zu dokumentieren. Aber vielleicht bin ich ja auch einfach zu faul? :whistling:

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