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Katschi

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1

Mittwoch, 5. September 2018, 17:12

Sonor Champion Furnierung 11/2019 - diesmal ausführlich

Leute,

ich habe mal wieder ein altes Sonor Champion restauriert, man kann ja nicht die Finger davon lassen. Diesmal mit einem Furniervlies rundherum furniert, in einer eigens erstellten Silberblaubeize getaucht und Hartwachsöl drauf, was das Zeugs hielt. Der Aufwand war wie immer abartig, aber das Ergebnis ist okay und schön vintagemäßig. Ein paar Bilder anbei. Und weil das Set nun fertig ist, darf das andere Sonor Champion in Maserbirke gerne gehen. Infos in der Verkaufsanzeige und gerne auf Rückfrage.

Viel Spaß und vielleicht ist das ja für den einen oder anderen ein Anreiz, es auch mal zu versuchen.

Katschi
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  • »odd-meter1701« ist männlich

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2

Mittwoch, 5. September 2018, 21:18

Wieder mal sehr schön geworden, Gratulation!

Daniel

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3

Donnerstag, 6. September 2018, 14:32

Ich bin baff.... :thumbsup:

drummer75

Faschingstrommler

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4

Donnerstag, 6. September 2018, 17:40

Uff, das sieht ja mal richtig cool aus - Respekt! :thumbup:

Beste Grüße

Jens
Galerie

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diekoh

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5

Donnerstag, 6. September 2018, 22:14

Superschön!!!!!!!!!!!!!!!!!

Drumstudio1

Drums, Cymbals

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6

Donnerstag, 6. September 2018, 22:19

Katschi...

... das machst Du wundervoll. :thumbup:

Das (ältere) Maserbirke habe ich vorhin erst entdeckt.

Alles optisch atemberaubend ausgeführt.

rubberbeat

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7

Donnerstag, 6. September 2018, 22:40

Sehr schön. Silberblaubeize. Klingt schon toll. :thumbup:

Katschi

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8

Donnerstag, 6. September 2018, 23:18

Ja, das Finish erinnert etwas an das frühere "Blau geschiefert". Man muss halt zunächst die Silberbeize mit der Blaubeize vorsichtig ins Verhältnis setzen und dann auf einem Verschnittstück mehrere Proben vornehmen. Mit einem, zwei, drei und vier Anstrichen untereinander. Dann Schliff und Hartwachsöl in mindestens zwei Schichten. So nähert man sich dem gewünschten Finish. Dann kommt die große Stunde des Pinsels. Ich habe dreimal gebeizt. Und gut sechs Hartwachsölschichten aufgetragen. Beim Schleifen muss man aber höllisch aufpassen. Mit zuviel Druck schleift man die Beize wieder weg und das gibt unschöne helle Stellen.

Anbei noch eine Nahaufnahme des Rohfurniers mit dem hauchdünnen Vlies auf der Unterseite. Damit biegst du das komplette Teil um den Kessel, ohne dass es bricht.

Katschi
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trommeltom

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9

Samstag, 8. September 2018, 09:45

Wow, wirklich sehr schön geworden!
=)

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10

Samstag, 8. September 2018, 16:11

Hi,
sieht wirklich sehr schön aus. Wahnsinn auch die perfekte Verchromung, sieht aus wie frisch aus dem Werk!
Welches Baujahr ist das Set?
"Die Sprache ist natürlich im ersten Moment immer ein Hindernis für die Verständigung."


Marcel Marceau (*1923), französischer Pantomime

Katschi

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11

Samstag, 8. September 2018, 21:09

Der Innenstempel ist 703, das Set wurde also im März 1977 gebaut. Mein Eindruck ist, dass die 70er-Sets eine bessere Verchromung haben als die späteren. Ich achte beim Kauf auch darauf, weil es gewissermaßen ein Hinweis ist, wie das Set gepflegt und gelagert wurde. Dennoch muss man mit feiner Stahlwolle polieren, was das Zeug hält. Dann sieht das wirklich fast wie ab Werk aus. Und das Ergebnis lohnt den Aufwand.
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Fürst

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12

Sonntag, 9. September 2018, 05:43

Absolut top! Ich bin begeistert. :love:


Ich kann mir vorstellen, daß es dir nicht leicht fällt, die schönen, alten Sonor Sets weiterzugeben. ;(
Gruß vom Fürst

A-Man

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13

Sonntag, 9. September 2018, 10:25

Sei ehrlich, du arbeitest doch für Sonor und richtest die alten Sets für deren Museum wieder her :D
Besten Dank und ebensolche Grüße!

Katschi

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14

Sonntag, 9. September 2018, 21:53

Im dortigen Museum stehen nur Originale, die exotischen Gewänder gibt's nur bei mir :P .

Ich glaube, das ist bestimmt schon das sechste oder siebte Champion-Set, das ich hergerichtet und wieder veräußert habe. Eines brauche ich aber immer für mich zum Spielen. Ich mag die Dinger einfach, weil sie in meinen Augen saugut klingen (warum wohl hat sich Sonor bei seiner Vintage Serie am Champion-Kessel orientiert und nicht an der viel erfolgreicheren Phonic-Serie?) und auch nicht so sackschwer sind. Wenn es nach dem Aufwand geht, hätte ich keines verkaufen dürfen, den Aufwand dafür zahlt einem ja keiner. Das ist halt Hobby und es macht mir Spaß, die in aller Regel verblichene Folie mit etwas Neuem zu versehen, an dem man sich handwerklich ausprobieren und immer noch einen draufsetzen kann.
Ein Mann vom Schlag eines Zeugers!

trommla

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15

Montag, 10. September 2018, 15:13

darf das andere Sonor Champion in Maserbirke gerne gehen

Das solltest du hier nicht schreiben, denn das MB kauft doch keiner mehr, der das blaue hier sieht ;)
Ich meld schon mal Interesse an...

gsüchd

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16

Dienstag, 11. September 2018, 11:20

Das MB ist WUNDERSCHÖN !
Die Böckchen fand ich aber immer schon mist.
Klobig, unschön...
So ihr Sonoristi , steinigt mich jetzt nicht :D
(Hatte mal ein Force Maple- birdseye :love: :love: :love: )
da stimmte alles !!! Für mich .
lg

Grebfruit

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17

Dienstag, 11. September 2018, 16:07

Das MB ist WUNDERSCHÖN !
Absolut. Ich kann mich an meinem Scandy einfach nicht satt sehen. Seit über 15 Jahren eine Augenweide.
So ihr Sonoristi , steinigt mich jetzt nicht :D
Hm, vielleicht, wenn nicht..
(Hatte mal ein Force Maple- birdseye :love: :love: :love: )
da stimmte alles !!! Für mich.
Glück gehabt! ;-)





Katschis Restauration ist einfach wirklich schön! Mir gefällt der neue Look gut. Noch besser finde ich es jedoch, dass nicht nur einfach via Delmar, oder TW Warp neufoliert wird, sondern so richtig Arbeit investiert wurde.
Handelt es sich dabei um unterfliestes Furnier, dass aufgeleimt werden kann oder handelt es sich um eine Art Bügelfunier, in der Verarbeitungsweise wie Kantenumleimer?

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Katschi

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18

Dienstag, 11. September 2018, 18:44

So ihr Sonoristi , steinigt mich jetzt nicht

Viel schlimmer: wir werden dich mit den eckigen Böckchen bewerfen :thumbup:
Hey, das ist halt typisches 70er-Design mit Stil. Die Gardinenstangen-Lugs am Force haben sich eh nie durchgesetzt :D

Das ist wie auf dem einen Bild zu sehen ein untervliestes Furnier, ähnlich wie sämtliche neuen Designfurniere. Also aus heimischen Beständen und in der Weise hergestellt, wie das z. B. alpi (Italien) macht, um dann je nach Pressverfahren und Messerung die verrücktesten Furniere hervorzubringen. Speziell dieses konnte man nur längs furnieren und nicht quer zum Kessel. Ansonsten ja, Kessel und Furnier werden beide eingeleimt und aufgebügelt, das Furnier ist also nicht so wie beim Kantenumleimer. Die Kessel bügeln, die Böckchen polieren, aber das Spannende sind nach wie vor das Beizen, Schleifen und Ölen.
Ein Mann vom Schlag eines Zeugers!

Katschi

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19

Donnerstag, 28. November 2019, 12:43

So, ich greife meinen Thread wieder auf, denn ich habe ein Sonor Champion wieder komplett furniert und richte mich u. a. an die, die sich auch mal an eine Restaurierung oder Furnierung wagen wollen. Daher auch ein wesentlich ausführlicher Bericht über die Vorgehensweise. Vielleicht gefällt es dem Einen oder Anderen und ihr bekommt (endlich) Lust, ein paar gut erhaltene Kessel selbst herzurichten. Die Winterabende sind bekanntlich lang.

Nach Abzug der alten Folie und Schleifen der Kessel in Rohzustand habe ich zunächst das Maserbirkenfurnier auf die benötigten Maße zugeschnitten, die Maße auf den Kessel übertragen. Auf dem Furnier habe ich oben und unten jeweils einen Zentimeter in querlaufender Richtung mit dem Lineal aufgebracht. Dieser "Überstand" wird am Ende wieder abgenommen, sodass der Fellkragen wie gewohnt perfekt aufliegt. Diesmal habe ich auf das sehr aufwändige Aufbügeln verzichtet und das Furnier nach dem Aufleimen mit Spanngurten fixiert. Spart jede Menge Zeit (und Energie), das Furnier liegt viel besser an, es gibt keine nachträglichen Spannungsrisse. Dabei wird nur der Kessel mit einer Zahnspachtel gleichmäßig eingeleimt, das Furnier dagegen nicht. Würde es ebenfalls eingeleimt, saugt es sich bis zum Anziehen des Leims mit Feuchtigkeit voll und rollt sich ein. Genau das habe ich verhindert. Wichtig ist, dass man rundum alles mit Kreppband abklebt: Die Stoßkante des bereits aufgebrachten Furniers, die Bohrungen der Hardwarekomponenten und jeweils einen Zentimeter vom Gratungsrand. Speziell die Abklebung der Gratungen bleibt bis zum Schluss drauf, sie schützt diese vor allen weiteren Schritten wie Furnierung, Beizen, Schliff, Hartwachsöl, Polieren.

Grundsätzlich gilt: Denkt an eure Gesundheit und arbeitet beim Polieren der Hardware mit Stahlwolle sowie Schleifen und Beizen immer mit Staubschutzmaske und beim Ölen mit Einweghandschuhen.


Aufbringen und gleichmäßiges Verteilen des wasserfesten Leims


Fixieren und Spannen mit ausreichend Spanngurten (Breite 2 cm, Länge 4 m, gibt's für 2 € im Baumarkt)

Danach habe ich mit diversen Pulverbeizen den gewünschten Farbton angesetzt, kommt am ehesten einem schönen Weinrot gleich. Wir können das Finish auch "birch on fire" nennen, weil es so schön glüht. Rotwein früh oder später auch. Beizvorgang zweimal mit Pinsel, da hier die beste Gleichmäßigkeit beim Auftrag erzielt wird.


Kessel nach erstem Beizauftrag


Kessel nach zweitem Beizauftrag

Vor dem Auftrag des Öls habe ich oben und unten den eingangs erwähnten 1-cm-Abstand wieder abgeschnitten. Danach werden die Kessel vorsichtig mit 240-er Korn geschliffen und mit maximal nebelfeuchtem Tuch vorsichtig entstaubt. Jetzt erfolgt der erste Aufrag mit Hartwachsöl. Ich habe mich zum ersten Mal mit einer glänzenden Variante versucht. Werbung darf ich ja nicht machen, ich glaube, hat irgendwas mit Osmose zu tun :rolleyes:. Das Auftragen erfolgt mit fusselfreiem Tuch und äußerst dünn. Bei der glänzenden Hartwachsölvariante kann man überschüssiges Öl nachträglich nicht einfach abnehmen. Daher gleichmäßig dünn und kräftig in Maserrichtung einreiben. Das Furnier hat so schnell aufgesaugt, dass ich bei den ersten drei Schichten die Kessel hintereinander zweimal mit Öl auftragen konnte. Nach jedem Ölauftrag - ganz wichtig - die Kessel im Freien (überdacht) für 24 Stunden trocknen lassen, das Tuch im Freien ebenfalls wg. Selbstentzündungsgefahr und auch wg. der Dämpfe. Im Keller oder der Werkstatt trocknen lassen ist keine gute Idee. Ich habe insgesamt acht Mal aufgetragen, bei den ersten drei (bzw. sechs, da zweifach geölt) Aufträgen jeweils mit Zwischenschliff 600er-Korn und nebelfeucht den Staub abgewischt.


Erster Hartwachsölauftrag

Nach insgesamt acht Schichten habe ich die Kessel nach Trocknung mit einem Lammfellaufsatz auf der Bohrmaschine bei unterer/leicht mittlerer Umdrehung poliert. Damit wurde die Oberfläche minimal glänzender aber von der Haptik auch noch etwas feiner. Natürlich darf man den Glanzgrad nicht mit Hochglanz verwechseln. Für mich aber allemal schöner als die bisher seidenmatt furnierten Sets.


Poliervorgang

Schlussendlich wird das Kreppband wieder abgenommen. Das hat sich in mehrfacher Hinsicht gelohnt. Der abzunehmende Zentimeter Furnier war also nicht auf den Kessel geleimt und das Band hatte die Gratung sicher geschützt. Das Ergebnis spricht für sich.


Fertig lackierter Kessel mit abgenommenem Überstand

Detailansicht Standtom:


Die Beize hat das Maserbirkenfurnier sehr lebendig angefeuert

Das Set ist nun fertig. Und - es steht hier zum Verkauf.
Ich habe einfach zuviele Sets im Keller.



Noch Fragen? Gerne.

Grüße

Katschi
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Dieser Beitrag wurde bereits 14 mal editiert, zuletzt von »Katschi« (28. November 2019, 18:05)


Daniel

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20

Donnerstag, 28. November 2019, 14:48

Wie immer hervorragende Arbeit!

Vielen Dank für den tollen Bericht!

Gruß
Daniel

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