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XPKallée

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1

Dienstag, 11. September 2018, 16:25

14x6.5er Stahl-Debatte

Hallo DF'ler,
Wie wahrscheinlich einige von euch auch, besitze ich in meiner (kleinen) Snaresammlung neben diversen Instrumenten auch so genannte "Klassiker", eben die Stahlkessel Snaredrum in den Maßen 14"×6,5".
Mir sind da ein paar Dinge aufgefallen, die ich hier gern als Debattenanstoß weitergeben möchte:
1. Man kann den typischen Sound einer solchen Trommel mittlerweile bis in untere Preisklassen in guter Qualität erhalten.
2. Trotz baulicher Eigenheiten wie Sicken, spezielle Gatungen oder Abhebungen klingen die Snares bei gleicher Stimmung auffällig naheliegend.
3. Speziell die vermeintlich ähnlich klassigen Instrumente (bei mir) lassen kaum größere Unterschiede in Sound oder Ansprache erkennen.

Worauf ich hinaus möchte:
Wie viel Geld muss man also für eine gute Stahlsnare ausgeben?
3. Wie "weit" sind denn die "Platzhirsche" tatsächlich voraus?

Ich selber habe u.a. eine HOSHINO PROFESSIONAL aus den späten 70ern, eine PEARL PROFESSIONAL aus den frühen 80ern sowie jüngst eine SONOR D 506 aus den 80ern. Ich nehme kaum Unterschiede zwischen diesen (tollen) Schnarren wahr. Auf den Gebrauchtmarkt trennen sie mitunter 200-300€...

trommla

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2

Dienstag, 11. September 2018, 21:01

Auf den Gebrauchtmarkt trennen sie mitunter 200-300€...

Die Gebrauchtmarktpreise sind vielleicht ein schlechter Indikator für die Qualität einer Trommel. Die Nachfrage nach alten Sonorsnares ist einfach bedeutend höher als nach Hoshinos. Slingerland-Snares (außer Radio King) sind beispielsweise bis vor einiger Zeit, obwohl in D eher selten anzutreffen, zu Schnäppchenpreisen verkauft worden. Inzwischen scheint sich die Qualität rumgesprochen zu haben, und entsprechend zogen die Gebrauchtpreise an.

Aber wie will man deine Fragestellung beantworten? Klar, Soundunterschiede mögen marginal sein, aber zumindest bei mir isst das Auge auch mit. Und manchmal faszinieren auch die Geschichten, die eine jahrzehntealte Snare erzählt. Ganz zu schweigen von individuellen Ansprüchen oder die musikalische Nutzung.

Ich finde z.B. den geschmeidigen, weichen, musikalischen Klang meiner Supra in meiner "Sammlung" einzigartig. Gut, da rede ich jetzt von Alu, aber selbst im Vergleich meiner beiden 6,5" Metalleimer (Alu/Brass) war ich erst auch über die Ähnlichkeit überrascht, bis ich sie dann in verschiedenen musikalischen Umgebungen gespielt hatte.

Meine Snares klingen irgendwie alle ähnlich, vermutlich weil ich a) doch so meine Lieblingsstimmung habe und b) der Drummer ja der gleiche ist. Und das über alle Kessel und Hardware hinweg.

Ein weiterer Aspekt ist die verwendete Kesselhardware, insbesondere die Leichtgängigkeit der Schrauben und Mechanik der Abhebung, die den Unterschied machen können. Da haben teurere Snares nach meinem Geschmack oft, aber nicht immer die Nase vorne.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »trommla« (12. September 2018, 13:29)


Moe Jorello

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3

Dienstag, 11. September 2018, 23:46

Es gibt sicher Stahlsnaredrums, die relativ nahe beieinander sind. Es gibt aber auch welche, die klanglich weit auseinander sind, trotz gleicher Kesselmaße. Eine günstige Pearl Export Stahlsnare klingt deutlich anders, als eine Recording Custom Stahlsnare in selben Maßen. Meine ehemalige Metalworks und meine SLP Vintage Steel sind sehr verschieden vom Klang, trotz selber Kesseldicke. Eine Sensitone Steel klingt auch wieder anders als eine Chad Smith Signature Steel. Da spielen doch diverse Parameter eine Rolle, etwa

- Kesseldicke, Bördelung und Wandungsbeschaffenheit (Hammered?)
- Anzahl der Lugs
- Hoops
- Sicke? Wenn ja, welcher Art?
- Snarebed

DIe Art, wie die Snare gearbeitet ist, hat z.B. Auswirkungen auf die Art der Obertöne, wie ruhig oder flatterig sie bei bestimmten Stimmungen daherkommen. Es hat ebenfalls Auswirkungen dahingehend, wie warm und trocken (oder auch nicht) eine Snare daherkommt, und ob sie flüsterleise kann oder nur laut. Billige Stahlsnares haben m.E. oft das Problem, dass sie dann, wenn es um leises Spiel und insbesondere zusätzlich um deutliche Artikulation (Ansprache, Ghostnotes, Presswirbel, Besenspiel) geht, an ihre Grenzen stoßen. Das können wertiger gearbeitete und daher auch teurere Stahlsnares in der Regel merklich besser. Auch das leichte Stimmen und die Stimmstabilität können viele teurere Modelle besser als die günstigsten Modelle am Markt garantieren. Und teurere Snares haben oft einen wärmeren Ton als die billigeren Modelle, die sind sehr oft kalt, schneidend.

Man zahlt bei teureren Stahlsnares für gewöhnlich ein Stück mehr für ein Plus an Dynamikbreite, höherer Sensibilität, wertigerer Hardware, kontrollierbarerer Töne (Stimmen als auch Mikrofonierung). Also wie bei anderen Instrumenten auch. Ein Ticken mehr hier und da kostet halt mehr. Die Frage, wo da aber die Grenzen liegen zwischen schrottig, gut und sehr gut, ist schwer zu sagen, denn das ist oft Herstellerabhängig. Ich würde mal sagen, ab etwa 300 Euro Aufwärts kann man für gewöhnlich eine gute Stahlsnare (neu) erhalten. Manchmal sogar eine richtig richtig gute. Eine teure Snare kann hingegen auch zum Reinfall werden. (Ich persönlich finde die Noble&Cooley 14x6 Stahlsnare, die knapp 'nen Tausender kostet, zum Beispiel total gruselig vom Klang, obernervige Obertöne, die wild hin und herwabern in allen Stimmlagen)
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seelanne

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4

Mittwoch, 12. September 2018, 01:25

Ich persönlich finde 14x6,5 in Stahl außer in wirklich kräftigen Rocksachen zu überdimensioniert, wenn, dann würde ich zu gehämmerten Kesseln raten.

Wenn’s denn unbedingt 14x6,5 sein soll: Entweder ne Mapex Daisy Cutter oder ne Gretsch T. Hawkins, beide in 14x6,5, erstere gehämmert, letztere nicht. Beide um die 300 Euros. Einen Hunni teurer ist die noch zu empfehlende Ian- Paice-Sig. von Pearl.

Ansonsten mein Geheimtipp: 14x5,5 TAMA SLP Vintage Hammered Steel, auch für 299 Euros. Für den Preis fast schon unfassbar ausgewogene und flexible Snare: mehr Stahl Snare braucht kein Mensch (HeavyRocker ausgenommen).

Ich meine aber generell, dass 14 x 6,5er in Stahl etwas aus der Mode gekommen sind.
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XPKallée

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5

Mittwoch, 12. September 2018, 06:00

Das mit der Mode ist ja so eine Sache. Das Standardmaß ist evtl lang keines mehr. Ich selbst bevorzuge 6.5 und 8.0 oft doch, weil ich bei mittleren und hohen Tunings mehr "Bauch" dazu kriege. Und bei guter Machart stimmt wie oben beschrieben auch da die sensible Ansprache noch.
Dann würden also PDP Concept oder MAPEX Tommahawk Snares für 150-250€ neu bereits die o.g. Kriterien relativ gut abbilden können? Ob dann das "Plus", was bei manchen Modellen fast vierstellig ausfällt, wirklich so relevant ist?
Ich denke, wie überall zahlen wir auch etwas Image und Mythos und tun das mitunter auch gern.
Wie hoch ist denn neben Fellen und Tuning das Kesselmaterial einzuschätzen? Da gibt es ja diverse Steels wie Titanium oder Ferromangan oder Mixturen mit Alu wie Ludwigs Alloy usw.

trommla

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6

Mittwoch, 12. September 2018, 08:51

Versteh nicht ganz, worauf du hinaus willst!?

Diskussionen zu Kesselmaterialien gibt's doch zuhauf, und dass man keine Unsummen für guten Sound ausgeben muss, ist wohl auch hinlänglich bekannt. Dass der Drumsound durch die Summe aller Bestandteile gebildet wird und das Kesselmaterial nur ein Aspekt ist, ebenso, wie Moe Jorello schon schrub.

Wie gesagt, meine Supra LM402 6,5" (Luddaloy) und meine Slingerland Sound King 6,5" (Brass) liegen bei gleichen Fellen/ gleicher Stimmung nicht so weit auseinander. Natürlich hört das geübte Ohr Unterschiede, aber beide sind feine Snares, mit denen man glücklich werden kann. Der Mehrpreis der Supra bildet definitiv keinen Qualitätsunterschied ab, sondern den Nimbus, den diese Snare nun mal hat.

Leider testen wir meist im Geschäft, nachdem wir schon einen Blick auf das Preisschild geworfen haben. Auch hier wäre eine Blindverkostung möglicherweise aufschlussreich.

Es gab mal die Peace Phosphor Bronze Snare, die allseits hoch gelobt wurde für ca 180 Euro. Ebenso soll die Millenium Brass mit etwas Tuning (Felle und Teppich) wirklich fein aufspielen, die glaube ich bei ca. 160 Euro liegt. Man kann also evtl. mit diesem Budget schon ne Weile glücklich sein. Natürlich fühlt sich der Kauf der lange ersehnten Traumsnare für ein Vielfaches davon komplett anders an, was aber wohl eher psychologische Gründe hat. Aber wehe, wenn dann irgendwas nicht perfekt ist ;)

Moe Jorello

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7

Mittwoch, 12. September 2018, 10:10

Wie hoch ist denn neben Fellen und Tuning das Kesselmaterial einzuschätzen? Da gibt es ja diverse Steels wie Titanium oder Ferromangan oder Mixturen mit Alu wie Ludwigs Alloy usw.

Kurz und knapp, die haben insbesondere auf die Klangfarbe der Obertöne und die Lautstärke eine Einfluss. Und da ist es reine Geschmackssache, was einem klanglich gefällt. Manche sind etwas heller, manche etwas dunkler, manche verstärken subjektiv die Obertöne einen Ticken, manche lassen sie weniger schneidend erscheinen. (Und je härter das Metall, desto lauter kann die Snare wirken bei identischer Wanddicke)

Die Mapex Tomahawk ist nicht schlecht, es kommt aber bei er Frage, ob die eine gute Investition ist, drauf an, was du mit ihr musikalisch machen willst. Solange man in höheren und mittleren Tunings bleibt, klingt sie gut, wie ich finde. Tief gestimmt klingt sie für mich dagegen zu undefiniert, zu matschig, diffus, unsauber. Und genau da ist z.B. ein Punkt, wo sich die Spreu vom Weizen trennt. Meine SLP Vintage Steel kann ich irre tief stimmen und alles bleibt klanglich sauber. Selbiges gilt z.B. für die Recording Custom Steel 14x5.5 Schnarre. Die Mapex kann mit diesen und einigen anderen Modellen einfach nicht mithalten. Wenn man aber immer nur höhrere Stimmungen benützt, ist die Tomahawk keine schlechte Snare.

Die PDP kenne ich nicht, kann ich nüscht zu sagen.

Zitat

Ich denke, wie überall zahlen wir auch etwas Image und Mythos...
Stimmt

Zitat

...und tun das mitunter auch gern.
Öhm... nein. Also in meinem Fall. :|

Zitat

Ob dann das "Plus", was bei manchen Modellen fast vierstellig ausfällt, wirklich so relevant ist?
Kommt auf deine Ansprüche und die Musik, die du machen willst, an. Wenn du immer auf abgeklebten Trommeln extremst kraftvoll Hardcore-Musik runterknüppelst, ist es eher banane. Wenn du ein feingesitiger Virtuose in einer hyper-avantgardistischen Exotenjazztruppe mit einem besonderen Extraanspruch an "DEN Klang" bist, könnte es relevant sein.

Zitat von »trommla«

Leider testen wir meist im Geschäft, nachdem wir schon einen Blick auf das Preisschild geworfen haben. Auch hier wäre eine Blindverkostung möglicherweise aufschlussreich.
Oh ja. Ich erinnere in diesem Zusammenhang gerne an das kleine "Hörspiel" mit den zunächst anonymisierten Alusnare-Soundfiles, welches ich hier mal eingestellt hatte. Da waren deutliche Unterschiede zwischen den Snares trotz selber Kesselmaße herauszuhören, und der "König der Snares", die Supra, hatte da kaum einen so richtig überzeugt. Surprise, surprise. 8)

Eigentlich reicht 14x5,5 locker, um sich überall durchzusetzen, wie bereits angemerkt. Und wenn man richtig Bauch will, ist 6,5" Tiefe vielleicht vielen Schlagzeugern (Kopfsache) nicht ausreichend genug, um sich klanglich von 14x5,5 abzugrenzen, was erklären mag, weshalb viele Hersteller zuletzt auch eher 14x7 oder 14x8 auf den Markt geworfen haben. Der Trend hin zum iInsatz von Spezialistensnares ist halt ein Trend. Mag wieder vorbeigehen. Mag aber noch verrückter werden. Wir wollen ja schließlich alle individuell sein, uns mit dem Equipment von der Masse abheben. ;) Es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine Black Nickel platted Ferromangan-Titanium 14x7,3275" Snare mit gegenläufiger Doppelsicke, von kolumbianischen Trommelmeistern mundgraviert, auf den Markt kommt. Oder so... :rolleyes: Naja, ich nehme dann einfach weiterhin meine olle Vintage Steel, stimme sie ganz tief, bappe ein Moongel rauf und fertig. Klingt auch fett.
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nils

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8

Mittwoch, 12. September 2018, 10:56

Naja, ich nehme dann einfach weiterhin meine olle Vintage Steel, stimme sie ganz tief, bappe ein Moongel rauf und fertig. Klingt auch fett.

;(

Moe Jorello

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9

Mittwoch, 12. September 2018, 11:21

Naja, ich nehme dann einfach weiterhin meine olle Vintage Steel, stimme sie ganz tief, bappe ein Moongel rauf und fertig. Klingt auch fett.

;(

Ach ja,... ich habe Gaffa und 4 Taschentücher vergessen. Die müssen noch mit rauf. :D
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10

Mittwoch, 12. September 2018, 11:41

Speziell die vermeintlich ähnlich klassigen Instrumente (bei mir) lassen kaum größere Unterschiede in Sound oder Ansprache erkennen.

Ein pragmatischer Lösungsansatz:
Du hast einen bestimmten Snaresound "im Kopf", den du gerne hättest.
Nun ziehst du, über die Zeit betrachtet, div. Felle auf.
Und, über die Zeit betrachtet, kaufst du dir Gear. Hier Snares. In der Hoffnung, nun den "Kopfsound" zu erhalten.
Du versuchst alle diese Snares in die angedachte Richtung zu tunen. Und nun klingen alle irgendwie zu ähnlich.
Könnte da, zumindest teilweise, was dran sein? ;)
ProgRocker in Rente :whistling:

Jürgen K

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11

Mittwoch, 12. September 2018, 12:28

Guten Nachmittag,

ich persönlich habe keine der drei Trommeln, hatte aber auch mal den
ein oder anderen Kontakt zu Stahl.

Vorab möchte ich den ein oder anderen Vorredner darauf hinweisen, dass
es nicht so richtig ungwöhnlich ist, wenn "Stahlarten" wie "Brass" oder "Ludalloy"
oder auch "Alu" etwas anders klingen.

Ansonsten gibt es auch bei den Stählen Unterschiede.
Am schönsten klingen für mich Trommeln aus Ferromangan-Stahl oder Edelstahl,
auch und gerade auch mal in etwas stabilerer Wandstärke.
Diese Art von Trommeln (alle vorgenannten) höre ich tatsächlich blind oftmals
heraus, sie sind mehr schon mehrfach ohne sie zu sehen aufgefallen.

Von Anfang an:
Mit meinen ersten beiden Trommeln wurde ich nie richtig warm, die allererste
hatte dazu auch nur 5", die zweite immerhin die hier zu diskutierenden 6,5".
Es war aber die alte Pearl Export, die mir aber auch nach dem notwendigen
Fellwechsel nicht so recht gefallen wollte.
Damit war ich zunächst auf den Holzweg geraten (allerdings durchaus befriedigend).
Per Zufall kam ich dann an einen 8-Zöller, den ich heute noch besitze und der in jeder
und wirklich jeder Situation eine gute Figur macht (außer beim Tragen für Menschen
ohne Muskeln). Dasselbe gilt für eine 5 3/4" aus gleichem Hause und gleichem Material,
die mir aber zu flach war. Da sind wir wieder bei den 6,5". In der Tat wäre mir eine
D 506 für alles durchaus passend.

Als Freund des lustigen Kesselbaukastensystems von der Perle habe ich mir da auch mal
die Stahlvariante geholt, da muss ich gleich selbstkritisch einschränken: die Trommel
hat dann zwar 6,5", davon sind aber nur 5" Stahl. Der Rest ist der Alukasten unten.
Die klingt gut, aber noch relativ gewöhnlich.

Klanglich umwerfend fand ich bislang das Steve-Smith-Ding (was aber leider auch etwas
flacher ist), das ddrum-Ding mit der Gravur (was leider in der Gravur auch "ddrum" hat
und dazu das ein oder andere komische Anbauteil) und die Wahan-Eimer.

Die Ian Paice gefällt mir auch gut, aber die finde ich eher so Brot und Butter, also perfekt,
aber nicht überragend.

Ansonsten fehlen mir die konkreten Hörerfahrungen.

Grüße
Jürgen

XPKallée

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12

Mittwoch, 12. September 2018, 18:01

Soviel 14x6,5er aus Stahl gibt es gar nicht als Signature Modelle, oder?
Ian Paice, Charlie Benante...wer fehlt?

Moe Jorello

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13

Mittwoch, 12. September 2018, 19:26

Taylor Hawkins & Lars Ulrich fallen mir noch ein, wenn es Stahl sein muss. Parallel gibt es noch ein paar aus Messing in den Maßen, aber das ist ja wieder was anderes.
"You don't have to show off" - Peter Erskine

XPKallée

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14

Mittwoch, 12. September 2018, 20:34

Ich wollte übrigens gar nicht auf etwas Bestimmtes hinaus, sondern meine persönlichen Eindrücke schildern und damit eigentlich nur eine genrelle Debatte mit Eindrücken, Statements, Faves, Dislikes usw. beginnen.
Ich dachte, im Zuge der Retro-Vintage-Flashback-Weißdergeier-Welle könnten sich jung und alt mal über den "classic standard" austauschen... :D


Ich habe selber diverse Snares in diversen Materialen etc., finde aber irgendwie immer wieder zu "dem" Sound of steel zurück. Keine Ahnung, ob ein Großteil der mich sozialisierenden Platten mit Stahlschnarren aufgenommen worden sind, aber anscheinend ist das immer wieder auch eine Art "nach Hause kommen" in eine eigene Komfortzone...versteht mich jemand??? Anyone??

....und das schmälert in keinster Weise die formidable Qualität manch anders gestalteter Instrumente! Wir tragen ja auch nicht 24/7 die gleiche Unterhose.... 8o :whistling:

Moe Jorello

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15

Mittwoch, 12. September 2018, 23:40

Ein Eindruck, den ich in den vergangenen Jahren vermehrt gewonnen habe, ist, dass Stahlsnares, jetzt ganz unabhängig von der Kesseltiefe, oft - und völlig zu unrecht - verpönt sind. Ich denke, dass das wohl damit zusammenhängt, dass Stahlsnares oftmals günstiger hergestellt werden können und somit bei Einsteigersets, wie eben dem Pearl Export einst, in Massen mitgeliefert wurden und den Markt überschwemmt haben. Doch diese Snares sind halt nicht zu vergleichen mit wirklich wertigen Stahlsnares, es ist ein wenig wie Spielzeug vs. echte Instrumente in meinen Augen.

Was sicher - teils hierdurch bedingt - zum eher negativen Image beigetragen hat, ist dass Stahlsnares halt durch die "breite Verfügbarkeit" wenig sexy waren. Sie waren und sind vielen nicht individuell genug, sondern "Einheitsbrei". Und wie wir so sind, suchen wir ja immer DEN Sound und der soll sich oftmals auch noch von allem anderen dagewesenen Abheben. Dann greift man lieber zur Raw Brushed Bronze Snare mit 40er Carbonstahl-Snareteppich. Hat ja keine andere Sau, sowas. *hust* Und bei diesem Trend nach Individualisierung, Abgrenzung, wird oft verkannt, was ein gutes Instrument auch ausmachen kann: Vielseitigkeit. Und genau hier spielen viele Qualitäts-Stahlsnares ihre Stärken aus. Eine gute Stahlsnare kann man in allen Genres einsetzen und laut, wie leise spielen, in vielen Dynamikbereichen und der Stahlkessel garantiert eigentlich - sofern kein Bockmist gemacht wird - dass eine hohe Sensibilität, eine sehr direkte Ansprache vorhanden ist. Nicht ganz ohne Grund sind z.B. für das Spiel mit Besen Stahl-, Messing- und Alusnares recht gefragte Kandidaten.

Ich weiß nicht wieso oftmals auch mit Stahlsnares eine enorme Lautstärke assoziiert wird. Es gibt solche und solche Stahlsnares, wie bei Holz auch. Meine Star Bubinga ist vermutlich lauter als meine SLP Vintage Steel, wenn es drauf ankommt. Dennoch hat Bubinga nicht den Ruf weg, ein Lautstärkeeimer zu sein. Stahl hingegen schon, obgleich eine Stahlsnare auch sehr leise und fein akzentuiert gespielt werden kann. Wichtig, wie immer, ist primär der Schlagzeuger und die Wahl der Sticks, gefolgt von Kesseldicke unt -tiefe. Das Material ist da eher vernachlässigbar, würde ich vermuten.

Bei mir sieht es so aus, dass ich immer wieder gerne auf meine Stahlsnare zurückgreife. Denn sie ist mit inzwischen sehr vertraut, ein solides, berechenbares Arbeitstier und im Grunde bräuchte ich keine weitere Snare als diesen echten Allrounder, wenn ich ganz ehrlich bin. Meine Alu - und Holzsnares gebe ich dennoch ungerne weg. Ich hänge halt an dem Kram. :) Aber ein Drummerleben ohne die Vintage Steel? Schwer vorstellbar für mich. Ich würde sie sofort vermissen.
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Soulfinger

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16

Donnerstag, 13. September 2018, 09:27

Ich habe zwei Stahlsnares, die ich fantastisch finde und die unverschämt billig sind, nicht nur für das Gebotene: Die Tama SLP Big Black in 8" (200,-) und die Pearl Sensitone Ltd. (5,5") in mattschwarz (130,-!!).

Letztere ist eine wahnsinnig präzise und sensibel ansprechende Snare mit einem wunderbar vollen und präsenten Sound, die auch filigranes Zeug perfekt umsetzt.
Die Tama ist eigentlich overkill für meine (leisen) Zwecke, ist aber keineswegs so brachial laut, wie man denken könnte, sondern lässt sich extrem kontrolliert spielen und hat den schon erwähnten "Bauch" im Ton bei höherer Stimmung. Tolles Instrument. Während ich bei der Pearl überhaupt nichts gemacht habe (außer stimmen) - da sind sogar noch die Original-Remo-UT-Felle drauf - hab ich der Big Black einen Hi-Carbon-Snareteppich von Tama gegönnt, das hat die Ansprache und crispness endgültig in die Oberliga befördert.

Eine andere Snare, die mir beim kurzen Antesten ausgezeichnet gefallen hat, ist die Ludwig Supralight, das war sogar eine 6,5er. Kostet um die 220,-, glaub ich. Aktuell sind so viele hochwertige, aber günstige Snares auf dem Markt, da kann man zumindest bei den großen Marken kaum was falsch machen. Man kann mehr Geld ausgeben, muss aber nicht. :)
"You can´t have everything. Where´d you put it?" - Lemmy Kilmister

Druffnix

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Donnerstag, 13. September 2018, 10:55

Ein Geheimtipp für Stahleimer (der vielleicht gar keiner ist:-)):

Ich habe eine etwas ältere Tama Royalstar Stahlschnarre, die mit den 2 mal 4 kleinen Rillen auf dem Kessel. Die gibt es in 14x5" und 14x6,5". Die wurde früher mit 10 Böckchen oder 8 Böckchen produziert, je nachdem, zu welcher Serie (Swingstar 8 Böckchen, Imperialstar 10 z.B.). Der Kessel ist der selbe wie von den damals teureren King Beat Snares, wenn ich richtig orientiert bin. Die hat einen nahtlos gezogenen Kessel, die klingt wirklich Sahne, finde ich. So: https://www.youtube.com/watch?v=eErepUoBgvo klingt die tiefe, ich hab die flache.
667 - The Neighbour Of The Beast!!

a_d_x

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18

Donnerstag, 13. September 2018, 15:38

Spätestens seit der Geheimtipp bei Bonedo als solcher bezeichnet wurde, war es kein Tipp mehr und die Preise zogen deutlich an ... :D Ich habe beide Varianten, nutze sie aber kaum, da ich doch mehr auf die warmen Obertöne meiner Tama S.L.P. Classic Maple stehe ... wer sich für die Snare interessiert: wichtig ist ein Auge auf das Badge bzw. die Anzahl der Rillen zu werfen, später hat Tama dann die Produktion für die billigeren Serien vereinfacht und geschweißte Kessel verwendet ...
"e tudo isso, que é tanto, é pouco para o que eu quero" Fernando Pessoa

XPKallée

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Donnerstag, 13. September 2018, 20:37

Das ist ja auch noch sowas:
Wieso "verschlechtern" sich manche Firmen mit folgenden Serien, obgleich ja gerade die Stahlsnares nicht immer deren kostspieligste Produkte waren?
Heute sucht dann jeder nach den ollen Teilen oder MUSS sich freuen, wenn es teure Reissues usw gibt...
Jüngeres Beispiel wären die Tama Metalworks: zu anfanf toll ausgestattet und sogar in limitierten Versionen veredelt, baut man sie spartanischer, weil S.L.P. Ideen den Käufer bei 250-350€ locken sollen.
Fazit: Man sucht entweder die alten Metallarbeiter oder schwenkt dann zu anderen Instrumenten der Firma im ehemaligen Preissegment. Never change a running System gilt da kaum mehr.

Moe Jorello

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Donnerstag, 13. September 2018, 22:16

Die Antwort auf dein Frage ist ganz einfach: Kostensparen. Und sind die Verkaufszahlen zu gering, wird die Snare eingestellt. Bedroht ein günstigeres Produkt mit seinen Verkaufszahlen diejenigen eines ähnlichen, teureren Modells, wird die günstigere Snare ebenfalls eingestellt.
Die Metalworks haben sich nach gutem Start nach einigen Jahren zu wenig verkauft, der Markt war vermutlich gut gesättigt. Also wurden sie eingestampft und mit den freigewordenen Kapazitäten neue Snareserien auf den Markt gebracht. Und unter uns: Die SLP-Reihe ist mit das Beste, was vielen Drummern passieren konnte. Da sind dermaßen tolle Schnarren bei, da verzichte ich gerne auf 'ne Metalworks. Ich hatte ja eine, als auch die Vintage Steel. Die Metalworks durfte gehen. Vermisse ich sie? Nein. Obgleich sie eine gute Snare war/ist, die Vintage Steel ist deutlich(!) besser.
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