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Samstag, 3. November 2018, 16:45

Tribute-Invasion

Gerade guck ich auf einer Livemusik-Seite, was heute Abend so läuft. Allein hier in der weiteren Gegend und allein heute wird u. a. geboten:

Deep Purple Tribute, Bruce Springsteen Tribute, U2 Tribute, Nightwish Tribute, Fleetwood Mac Tribute, Mötley Crüe Tribute, Black Sabbath Tribute, Pink Floyd Tribute, Tote Hosen Tribute, Iron Maiden Tribute, Oasis Tribute, Bon Jovie Tribute, Leonard Cohen Tribute, Metallica Tribute, Judas Priest Tribute und Foreigner Tribute.

Kein Scherz. Und mir fallen spontan noch etliche weitere Tributebands ein. "Früher" gab´s einzwo reine Atzedatze-Bands und fertig. Offenbar ist das Tribute-Modell erfolgreich. Als Zuhörer sind mir dagegen selbst gute Tributebands von Bands, die ich mag, oft zu öde und halt unoriginal, als Darbietender ginge es mir glaub ich ähnlich. Ist das die Musiker-Brille (das (bl)öd finden)? Geht´s euch ähnlich?

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Samstag, 3. November 2018, 17:19

Ich finds ehrlich gesagt ganz gut, daß diese Art "Kulturgut" gepflegt wird. Als Hörer und als Musikus. Wir wollen ja oft unseren Helden die Ehre erweisen.;)

Als Musiker spiel ich sogar manchmal Sachen davon, die ich mir nie anhören würde - aber das zu zocken macht Laune. Ob die Bands dann (zum anhören) gut sind, hängt ja von einigen Faktoren ab - aber neulich hab ich mal wieder ne Beatlesband gehört die Spaß gemacht hat und es gut rüberbrachte.

Aber wenns mies ist, helfen auch keine Pillen:)

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3

Sonntag, 4. November 2018, 13:41

Ist halt einfacher als unbekannte Band Leute zu ziehen, wenn man den Namen einer erfolgreichen Band dazu nutzen kann. Man kan sich auch den ganzen Bockmist sparen Song zu schreiben, um dann live bei schlecht besuchten Gigs herraus zufeinden warum diese Ankommen oder das Publikum kalt lassen.
"Man muss das Grundgesetz vor seinen Vätern schützen und die Verfassung vor ihren Schützern."
"Der Faschismus ist eine Spielart der freien Marktwirtschaft."
Wolfgang Neuss

4

Sonntag, 4. November 2018, 14:31

Originale sind mir lieber. Mit „Tribute“ kann ich nix anfangen, bis auf Bewunderung der Perfektion der Nachbildung, so diese gegeben ist.

Aber das verhält sich dann ähnlich, bei mir, wie mit meiner etwaigen Bewunderung für eine sehr gute Kopie eines Gemäldes: Hut ab für die kunsthandwerklichen Fähigkeiten des Kopisten; ab es ist eben nicht das Original. Hm. Lieber keinen Picasso zuhause, als einen unechten. Weil der unechte fade ist. Aber der Vergleich hinkt in vielerlei Hinsicht.

Als jemand, der sich selbst mit Musikmachen beschäftigt, kann ich dem Tribute-Zeugs unter obigen Gesichtspunkten sogar etwas abgewinnen - nur aus diesem Blickwinkel. Jedoch als jemand, der gute, schöne, interessante, haarsträubende, verblüffende, seltsame, unverständliche, reinigende, fordernde oder einfach bloß tolle Livemusik hören mag (oder spielen möchte), finde ich Tribute-Bands schlicht uninteressant. Abziehbilder, das sind diese Bands für mich - machen nur fünf Minuten lang Spaß.

Edith möchte klarstellen, dass das „Covern“ oder das „Interpretieren“ einzelner Songs was ganz anderes ist, also, für sie; und für mich. Ich beziehe mich oben nur auf das “Tributen“ von Bands. Sagt Edith. Und freut sich über ihre Wortschöpfung.

Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von »arti« (4. November 2018, 14:44)


5

Sonntag, 4. November 2018, 17:51

Ich fand und finde bei Tributebands oft irgendwas seltsam, evtl. (kann das Gefühl noch nicht so einordnen) ist auch eine kleine Portion Fremdscham dabei (bei manchen Bands), ohne dass ich exakt sagen könnte, woran es liegt. Denn auch klassische Coverbands spielen ja nur nach. Hm. Vielleicht liegt es daran, dass man bei Coverbands dennoch eine eigene Note reinbringen kann, sei es durch Interpretationen oder durch die Auswahl der Songs, durch die man noch etwas seine "Persönlichkeit" als Coverband bzw. Musiker ausdrücken kann. Und man kann im eigenen Stil auf der Bühne hocken.
Bei vielen Tributebands geht es dagegen ja in der Regel darum, möglichst alles einer einzigen Band 100% original zu nachzumachen (Spielen, Kleidung, Bühnendeko, Instrumente - z. B. ein Vistalite bei Led Zep Tribute, Freddie Mercurys Stil oder die Flying V, die auch xyz hatte - etc.).

danyvet

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6

Sonntag, 4. November 2018, 18:00

Also ich hab erst am mittwoch zwei Tribute Bands gesehen, wobei sich die eine selbst Tribute nannte, die andere nur Coverband. Die Tribute Band war aber schlechter. Sie tributeten the clash. Die anderen waren ein extrem guter Misfits-Nachbau. Voriges Jahr hab ich auch die Sex Pistols Experience gesehen, von denen sogar die echten sex pistols, zumindest die, die noch leben, meinen, dass sie sie perfekt kopieren. Die Kleidung, die Frisuren, die Bewegungen des Sängers auf der Bühne inklusive Stimme.... perfekt. Sowas find ich echt toll Und bewundernswert, das ist keine leichte Arbeit. Und man fühlt sich tatsächlich so, als wäre man am Konzert der Originalband. Vor allem Bands, die es nciht mehr gibt, kann ich dann doch noch so gut wie live sehen ^^
Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.

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7

Sonntag, 4. November 2018, 18:05

@Chuck Boom :D Und die korrekten Frisuren... Ja, das mit der Fremdscham, das kann ich nachfühlen. Glaube ich. Ich spüre da etwas von „ich tu so, als ob ich der-und-der wäre“ in mir, wenn ich solche Bands sehe - es ist der „authentische“ Look, z.B. auf Fotos und weniger die „authentische“ Musik, die dieses Gefühl in mir verursacht. Glaub ich.

8

Sonntag, 4. November 2018, 18:15

[...] keine leichte Arbeit. [...]

Eben. Arbeit. Kunsthandwerk - vor dem ich, wie gesagt, ganz großen Respekt habe, nicht nur auf die Musik bezogen, sondern gerade auch auf den schauspielerischen Anteil.

Hat trotzdem was von dem Wachsfigurenkabinett der Madame T. :D Nu ja, das meine ich jetzt nicht ganz ernst. ;) Aber so Nachbauten... Nachbildungen... Replikanten... Ulkig finde ich’s schon a bissl.

9

Sonntag, 4. November 2018, 18:28

Es gibt da sehr beeindruckende Vollprofis, vor deren Können und Akribie man den Hut ziehen muss, keine Frage. Vllt. befremdet mich ja die Tatsache, dass mir jemand den ganzen Abend eine fremde Persönlichkeit vormachen will, die er nicht ist. Da sind doch Bands noch authentischer, die als eigene Persönlichkeit auftreten, auch wenn sie nur covern (aber eben genau die 80 Stücke von 50 Bands, die sie gut finden; man findet ja auch in der Regel Hunderte und nicht nur eine Band gut).
Aber nicht falsch verstehen, ist ja schön, wenn es den Leuten gefällt, alles gut. Mich wundert tatsächlich nur diese schiere Inflation an Tributebands.

10

Sonntag, 4. November 2018, 23:18

Vielleicht werden da sogenannte „gute alte Zeiten“ gefeiert? Zeiten, zu denen angeblich „die Welt noch in Ordnung“ war? :?:

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trommeltom

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11

Montag, 5. November 2018, 07:44

Vllt. befremdet mich ja die Tatsache, dass mir jemand den ganzen Abend eine fremde Persönlichkeit vormachen will, die er nicht ist.

Genau DAS ist der Punkt, der mich am meisten stört.
Neulich habe ich sogar eine CD von einer Queen Tribute Band in den Händen gehabt und auch mal reingehört, weil es mich einfach interessiert hat, wie die klingen.
Ehrlich gesagt fand ich das ziemlich befremdlich, dass die tatsächlich die Songs von Queen komplett eins zu eins nachgespielt und aufgenommen haben, manchmal klang es wie echt, an anderen Stellen aber nicht, vor allem eben beim Gesang.
Wenn eine Tribute-Band live spielt mag das in meinen Augen und Ohren vielleicht noch gehen, auch wenn ich mir persönlich sowas nicht antue.
Aber dann auch noch aufnehmen und verkaufen... 8|

Ist nicht meine Welt.
:|

12

Montag, 5. November 2018, 08:49

[...] komplett eins zu eins nachgespielt und aufgenommen haben [...]

Puh, das ist übel. ;( Das braucht kein Mensch. Selbst falls man das vielleicht in dem Versuch unternimmt, sein Können zu beweisen. Wahrscheinlich sollen damit aber schlicht Fans interessiert, bzw. bei Stange gehalten werden, z.B. per Verkauf aufm Konzert. Halte ich für ziemlich anmaßend, so oder so. Und es hat was von Plünderung.

Bei der „Tributisierung“ von Künstlern ist die Grenze zwischen Tribut und Beutelschneiderei sowieso fließend, so kommt mir das jedenfalls vor. Tributbands, die Idole haben und diese durch Tributisierung sozusagen verehren, kann es eigentlich nur im Hobby- und Amateurbereich geben, denn wenns professionell wird, werden die Idole durch Kohle ersetzt, da bleibt dann kein Raum mehr für die verehrten Künstler.

Edith fragt mich spöttisch, ob diese Sache mit der Kunst und der Grenze und der Beutelschneiderei nicht ein Allgemeinplatz sei? Ob diese Spannung zwischen „Kunst“ und „Kohle“ nicht immer und überall bestünde? Wie immer hat Edith Recht, aaaber: bei Tributbands find ich es einfach besonders eklig, wenn sich die Akteure auch nur in der Nähe der bewussten Grenze herumtreiben. Jetzt sagt Edith, ich wär bloß neidisch. :S

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trommeltom

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13

Montag, 5. November 2018, 10:16

Mannmannmann, ist das DF aktuell.
Fast schon gespenstisch.....

Gerade eben vor fünf Minuten kam derjenige Arbeitskollege bei mir vorbei, der mir "damals" die besagte Queen-Tribute-Studio-CD gezeigt hatte.
Und diesmal hatte er ein Heft vom Michael Jackson Musical dabei, weil er am vergangenen Mittwoch dort zugegen war.
In diesem Heft werden auch andere Musicals beworben:
Elvis Musical
Tina Turner Musical
Falco Musical

Das ist wohl eine weitere Version dieser "Tribute-Welle".
:wacko:

danyvet

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14

Montag, 5. November 2018, 10:34

das Jackson Musical hab ich auch vor 2 Tagen gesehen :D ja, ist vielleicht auch sowas wie die Tribute-Welle. Wollte ich in meinem vorigen Beitrag schon erwähnen, dachte aber, naja, ist ja keine Band, ist ja ein Musical, aber auch die tingeln rum wie eine Band, in jeder Stadt nur eine Vorstellung, und wenn man es mit anderen Musicals vergleicht, ist es eher ein Konzert, es hat so gut wie keine Story. Viele Songs werden einfach der Reihe nach, sehr professionell, aufgeführt, optisch ziemlich toll gemacht, aber nur seeeeehr wenige Dialoge zwischen den Songs. Der Tänzer, der den MJ spielt, hat seine Mooves ziemlich gut drauf.

Ich empfinde die ganzen Tributes nicht als peinlich oder als "ich tu so als wär ich der und der". Für mich ist es, wenns gut gemacht ist, kein Abzocken mit den Ideen anderer. Es ist eine Art Ehrung des Originals, finde ich. Die Misfits Coverband, die ich an Halloween gesehen hab, tritt übrigens so gut wie ausschließlich an Halloween auf, alle Musiker dieser Tribute-Formation sind eigentlich in anderen heimischen Punkbands gut beschäftigt, sie sind schon jahrelange Freunde, lieben halt die Misfits und zollen ihnen einmal im Jahr (wirklich guten!) Tribut :)

Edith meint noch, ich könnt auch ein bissi "Werbung" machen, die Misfits Coverband heißt übrigens Children in Heät (wie ein Song der Misfits; das ä ist kein Tippfehler, das ist Absicht, ist offenbar jetzt auch im Punk modern alles mit Umlauten zu schreiben, gibts mehrere Bands mit ä oder ö)
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15

Montag, 5. November 2018, 13:07

So finde ich Tribut Bands gut:
Dread Zeppelin = Led Zeppelin Songs als Reggae mit Elvis als Sänger
Easy Star All Stars = Dark Side Of The Moon, Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, Thriller, OK Computer als Reggae/Dub

Tribut durch Bearbeitung.
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SquEaler

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16

Mittwoch, 7. November 2018, 06:29

Als Zuhörer finde Coverbands klasse. Meine alten Helden kommen nur noch alle zehn Jahre mal in die Nähe. Dann kosten die Karten 120€ . Wenn du Glück hast und in den ersten Zehntelsekunden zum Server komms, kriegst du vielleicht auch ne Karte. Da stehst du aber 120 m weit weg und siehst sie nur über Video.
Da lob ich mir die Coverband für‘n zwanni und ich sehe und höre alles aus nächster Nähe.
Und wenn es denen Spaß macht, umso besser.
+++ my heart beats in seven +++

pbu

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17

Dienstag, 13. November 2018, 14:35

Bin da ganz bei Helge, insbesondere so Genre-konvertierende Tributes finde ich oft sehr geil.

Es gibt so viele verschiedene Arten von "Tribute"-Projekten, dass ich mich weigern muss, eine allgemeine Aussage dazu zu treffen.
Als lächerlich empfinde ich solche, die gegenwärtig aktive Bands 1:1 nachspielen wollen. Nightwish Tribute? :rolleyes: :wacko: :rolleyes:

Ich konnte aber z.B. die Australian Pink Floyd Show streckenweise genießen (Pink Floyd selbst waren ja nach 1985 bekanntlich auch nur ihre eigene Tribute-Band), und bei einem Queen-Tribute stand ich letztes Jahr mit offenem Mund beim Stadtfest, als dort Bohemian Rhapsody wirklich live ohne Konserve gesungen wurde (das hat Queen soweit ich weiß nie hingekriegt).

Edit:
Apropos/o.t.: Peinlich wird es immer, wenn ein Authentizitätsanspruch an Ignoranz scheitert - wie im aktuellen Queen-"Tribute"-Spielfilm (ein kurzhaariger Freddie Mercury mit Schnurrbart erfindet "We Will Rock You"?? :thumbdown: )
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