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trommla

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  • »trommla« ist männlich

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41

Samstag, 2. März 2019, 10:23

Das einzige, was für mich jetzt offen bleibt, ist die Frage, ob jemand es hinbekommen hat, durch Stimmung, Kessel- und Fellauswahl, Mikrofon- und Positionsauswahl eine offene (also ungedämpfte) BD mit einem Mic in der Trommel aufzunehmen, ohne dass der Basketball störend in Erscheinung tritt.

Erst mal dickes Lob an Oliver_Stein, tolle Arbeit, wieder was dazu gelernt. Schön ergänzt von m_tree.

Ich weite die Frage aus. Hat es jemand hinbekommen, das so zu tun UND noch im musikalischen Kontext schön zu klingen. Denn eine Trommel nur zum Selbstzweck ungedämpft zu spielen, mag im Einzelfall lehrreich sein, ist ansonsten aber eine der unsinnigsten Moden beim Drumming und hoffentlich mal langsam überholt.

Ich schließe mich da Hajo K im Wesentlichen an und packe ich meine BD ebenfalls soviel Dämpfung, dass es für meine Ohren gut klingt, und das ist typischerweise nicht völlig ungedämpft, obwohl ich häufig Jazz spiele. Da aber Jazz ein recht weiter Begriff ist und nicht nur Bebop meint, darf auch da gedämpft werden. So viel Ton, dass das Signal "rund" wird, ohne aber im Zusammenklang als Ton im Raum zu stehen.

Für mich hat die gesamte Thematik "Fellwahl und Dämpfung" immer zwei Komponenten. Die eine ist die Erkenntnis, dass man getrost darauf verzichten kann, den vollmundigen (Werbe)ausssagen zu angeblichen Vorteilen bestimmter Fellhersteller und -typen allzuviel Interesse entgegenzubringen, da die Unterschiede häufig (wenn überhaupt) nur vom Fahrersitz bei sonst völliger Stille auszumachen sind.

Die andere Komponente ist das Wissen und die Erfahrung, als Drummer gezielt reagieren zu können, wenn ein Tontechniker den abgenommenen Sound nicht recht in den Griff bekommt, statt ziellos an den Stimmschrauben rumzudrehen und am Ende doch zu Gaffa, Tempo oder schlimmeren Sünden ;) zu greifen und letztendlich ein völlig entkerntes Signal ins Pult zu schicken.

m_tree

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  • »m_tree« ist männlich

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42

Samstag, 2. März 2019, 13:48

Sehr interessant! Das Emperor klingt nicht schlecht als BD-Fell, jedenfalls mit Dämpfung. Ohne geht es auch für meine Ohren nicht. Mir gefällt die Variante kleine Decke am Schlagfell ebenfalls am besten und die große Decke klingt wie aus den 70ern herübergebeamt :) Der Gesamtsound gefällt mir ebenfalls gut!

Danke :)

Mein ursprünglicher Gedanke dabei war ja, meine "Fell Strategie" von den anderen Trommeln auch mal auf die Bassdrum zu übertragen. Toms und Snare sind übrigens komplett ungedämpft. Wenn die wie die Bassdrum innen mikrofoniert werden würden, gäbe es dort allerdings sicher auch Probleme mit den Reflektionen der Kesselwände.
Dennoch bleibt die Bassdrum für mich ein Spezialfall. Mit geschlossenem Reso und außen mikrofoniert wäre mir auch der ungedämpfte Sound einfach zu offen und wenig fokussiert. Bei Snare und Toms ist das für mich was anderes - und dort würde ich sowieso nur die Schlagfelle etwas dämpfen.

Zitat

Das einzige, was für mich jetzt offen bleibt, ist die Frage, ob jemand es hinbekommen hat, durch Stimmung, Kessel- und Fellauswahl, Mikrofon- und Positionsauswahl eine offene (also ungedämpfte) BD mit einem Mic in der Trommel aufzunehmen, ohne dass der Basketball störend in Erscheinung tritt.

Das würde mich auch interessieren. Ich mach zwar noch ein paar weitere Tests, aber komplett leer bzw. ungedämpft ist für mich mit der Fellkombination auch abgehakt. Ein Handtuch am Schlagfell probiere ich noch und langfristig will ich wieder was fest installieren, damit die BD transportfähig ist.

Interessant wären noch stark vorgedämpfte Felle wie z.B. Evans Emad mit Dämpfringen. Da ist dann definitiv nicht zu wenig Dämpfung vorhanden, allerdings werden die Reflektionen im Kesselinneren eben nicht bekämpft.


Ich weite die Frage aus. Hat es jemand hinbekommen, das so zu tun UND noch im musikalischen Kontext schön zu klingen. Denn eine Trommel nur zum Selbstzweck ungedämpft zu spielen, mag im Einzelfall lehrreich sein, ist ansonsten aber eine der unsinnigsten Moden beim Drumming und hoffentlich mal langsam überholt.

Im musikalischen Kontext kann weniger Dämpfung erst so richtig auftrumpfen, nach meiner Erfahrung. Zum einen hat man durch weniger Dämpung mehr Obertöne, die für mehr Durchsetzungskraft im Kontext sorgen und zum anderen geht ein Teil des Sustains und tendenziell "verschnörkelter" Klang Anteile im Kontext sowieso unter.

Mal von einer fest installierten Dämpfung in der Bassdrum, die dann eben einfach zum Sound dazu gehört, abgesehen, finde ich den Ansatz, generell nicht zusätzlich zu dämpfen und damit einen auch mikrofoniert und stand-alone guten Sound zu erreichen, allerdings für den Notfall ein bisschen Moongel oder Gaffa dabei zu haben, für mich am besten.

orinocco

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43

Montag, 4. März 2019, 11:41

Schöner interessanter Thread, danke für die Mühe und Arbeit und für`s teilen. :thumbup:

Aufgrund der Erkenntnisse und Beweise stellt sich jetzt die Frage. In wie weit eine in der Werbung nicht selten als positiv verkauftes Argument,
die Kessel innen fein zu Schleifen zu Lackieren o.ä. glatte Oberflächen zu erzeugen, zumindest bei Innenabnahme nicht sogar eher Kontraproduktiv sind.

Evtl. sollte man die Oberflächen doch eher Rauher gestalten oder lassen. Und sogar speziell Luft- und Schallverwirbelnde "Züge" einarbeiten. In Kombination mit optimierten Lüftungslöchern im Resofell.

In geheimen Versuchslabors der Hersteller, soll so was mittells gefärbten Flüssigstickstoffs, eingebracht durchs Luftloch, schon an der Optimierung gearbeitet werden,
zur Musikmesse, hört man munkeln soll bereits ein Prototyp glaub ich vorgestellt werden. :) ;)
AAllllaaaf und Helauuuuu
Ich höre immer, du must..., du brauchst..., "in", "out", "trendy" ... und so

Ich mache das so wie mir es zusagt, Schei.. auf die Säue die laufend sinnbefreit durch die Dörfer getrieben werden.

  • »burned_destroyer« ist männlich

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44

Montag, 4. März 2019, 11:55

Dann macht eigentlich Mapex mit der neuen Serie da was richtig gemacht haben wenn ich das richtig verstehe? Wenn man einen Verstärkungsring quasi in der Mitte auch hat, dann verhält sich die Oberfläche anders? Wäre interessant ob das dann auch so auftritt.

Achja und danke euch beiden für das ausführliche testen. :)


VG

dani808

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45

Montag, 4. März 2019, 18:26

Evtl. sollte man die Oberflächen doch eher Rauher gestalten oder lassen. Und sogar speziell Luft- und Schallverwirbelnde "Züge" einarbeiten. In Kombination mit optimierten Lüftungslöchern im Resofell.

Ich seh's schon kommen. Eierkarton feiern ihr Revival, diesmal in der Bassdrum. ;)

Ein grosses Danke an Oliver und m_tree für Eure Mühe. Ich habe jetzt etwas Pyramidenschaumstoff in der Bd. Das ist super, grade weil ich auch geschlossen mit Mikro innen aufnehme. :thumbup:
hr808 heisst jetzt dani808 - sonst ändert sich nix

m_tree

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  • »m_tree« ist männlich

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46

Donnerstag, 7. März 2019, 02:47

Ich hatte am Dienstag dann noch die Handtuch Wurst getestet und gleich ein kleines Kissen mit reingelegt. Das Handtuch mit Gaffer Tape am Schlagfell und Kessel fixiert und das Kissen am Kessel. Und das gefällt mir noch weitaus besser als die kleine Decke am Schlagfell. Insgesamt noch weniger Dämpfung, der Gesamtklang ist so auch etwas "badewanniger" (noch weniger Mitten, etwas mehr Präsenz). Siehe Foto im Anhang.

Jetzt laufen auch die schnellen Doubles mit der DW 3000 wieder. Shuffle:

>> Bassdrum - kleines Handtuch + Kissen <<

>> Ganzes Set - kleines Handtuch + Kissen <<

Bei 0:13 ca. hat die Aufnahme ne kurze Macke, die neue "Aufnahmetechnik" macht noch bisschen Probleme. :whistling:

Ob das so transportfähig ist wird sich zeigen, aber meine nächsten Aufnahmen mach ich definitiv so.
»m_tree« hat folgende Datei angehängt:
  • BD Dämpfung.jpg (85,38 kB - 23 mal heruntergeladen - zuletzt: 12. März 2019, 08:32)

orinocco

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Registrierungsdatum: 27. Juni 2017

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47

Donnerstag, 7. März 2019, 11:36

Ich spür da nix in der Magen- Darmgegend, (hab auch keine Blähungen, Überdruck):) ;)
aber ist Geschmacksache und auch Musikabgängig.

Ich mag mein Figur Hüftbetontes Kissen zum Einkletten. ;)
Ich höre immer, du must..., du brauchst..., "in", "out", "trendy" ... und so

Ich mache das so wie mir es zusagt, Schei.. auf die Säue die laufend sinnbefreit durch die Dörfer getrieben werden.

  • »Oliver_Stein« ist männlich
  • »Oliver_Stein« ist der Autor dieses Themas

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48

Donnerstag, 7. März 2019, 12:01

Ich hatte am Dienstag dann noch die Handtuch Wurst getestet und gleich ein kleines Kissen mit reingelegt.

Im Hinblick auf das Thread-Thema hätte mich interessiert, ob die Wurst den Basketballeffekt alleine auch schon gebändigt hätte (bzw. wie stark). Kannst Du nochmal eine Vergleichsaufnahme "Leer vs. Wurst vs. Wurst und Kissen" machen und das Mikrosignal unbearbeitet einstellen?

Und das gefällt mir noch weitaus besser als die kleine Decke am Schlagfell. Insgesamt noch weniger Dämpfung, der Gesamtklang ist so auch etwas "badewanniger" (noch weniger Mitten, etwas mehr Präsenz). ... Jetzt laufen auch die schnellen Doubles mit der DW 3000 wieder. Shuffle:

Ich spür da nix in der Magen- Darmgegend, (hab auch keine Blähungen, Überdruck):) ;)
aber ist Geschmacksache und auch Musikabgängig.

Für meinen Geschmack wird es jetzt hier langsam etwas OT - es ging eigentlich nicht darum, welche persönlichen Vorlieben man bei einer abgenommenen Bassdrum hat, sondern mit welcher Dämpfung oder Fellwahl man den Basketballeffekt in den Griff bekommt. Für das Vorstellen verschiedener Bassdrum-Sounds und -Dämpfungsmethoden incl. der Diskussion darüber könnnte man vielleicht ja einen eigenen neuen Thread aufmachen ;)

m_tree

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  • »m_tree« ist männlich

Registrierungsdatum: 5. Februar 2007

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49

Donnerstag, 7. März 2019, 12:21

Im Hinblick auf das Thread-Thema hätte mich interessiert, ob die Wurst den Basketballeffekt alleine auch schon gebändigt hätte (bzw. wie stark). Kannst Du nochmal eine Vergleichsaufnahme "Leer vs. Wurst vs. Wurst und Kissen" machen und das Mikrosignal unbearbeitet einstellen?

Ja, kann ich machen. Interessiert mich auch. Wird dann aber erst nächste Woche.

Zitat

Für meinen Geschmack wird es jetzt hier langsam etwas OT - es ging eigentlich nicht darum, welche persönlichen Vorlieben man bei einer abgenommenen Bassdrum hat, sondern mit welcher Dämpfung oder Fellwahl man den Basketballeffekt in den Griff bekommt. Für das Vorstellen verschiedener Bassdrum-Sounds und -Dämpfungsmethoden incl. der Diskussion darüber könnnte man vielleicht ja einen eigenen neuen Thread aufmachen ;)

Klar, verstehe. Bin etwas übers Ziel hinaus geschossen und z.Z. viel mit mir selbst beschäftigt. Die o.g. Vergleiche liefere ich noch nach und dann werde ich wohl eher mal was in der Hörzone präsentieren (am besten gleich das Rosanna Cover, dann ist das auch endlich mal erledigt :whistling: ).

Ich spür da nix in der Magen- Darmgegend, (hab auch keine Blähungen, Überdruck):) ;)
aber ist Geschmacksache und auch Musikabgängig.

Noch mehr Tiefbass ist m.E. zumindest für Aufnahmen nicht so geeignet (wenn's nicht gerade um EDM und Ähnliches geht) und an Druck fehlts eigentlich auch nicht.

Mattmatt

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  • »Mattmatt« ist männlich

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50

Donnerstag, 7. März 2019, 15:12

Aus indirekter/zeitversetzter Erfahrung (schon lange kein Remo auf der BD montiert) würde ich dem Tenor beipflichten, der besagt, dass der Effekt bei beiden Fellen
ungefähr gleichermassen eintritt.

Ich vermute mehr Einfluss bei der Kesseltiefe. Seit ich ein Sonor Vintage Series mit 22x14 BD spiele, meine ich, den Basketball fast nie mehr zu hören. Wenn ja, dann
auch eher übers Mikrofon, wo wiederum die Position einen grossen Einfluss drauf hat.

51

Freitag, 8. März 2019, 14:49

Ich teile die Erfahrung von MattMatt. 22x16 hat ordentlich geboingt, 24x14 und 22x14 boingen so gut wie gar nicht. Ein kleines Stück Molton im Kessel ohne Kontakt zum Fell reichte bei der 24x14 um das Boingen rauszuschmeißen. Ich spiele mal Remo PS3 mal Evans EQ4 und kann keinen Unterschied feststellen, was das Boingen angeht.