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Schoppe

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Registrierungsdatum: 21. Februar 2016

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21

Dienstag, 16. April 2019, 12:50

Hallo.
@Silent Bob: Lustig, genau eine Stellenanzeige für diese Big Band habe ich gemeint (https://www.saarland.de/246455.htm)

Übrigens ist das auch nur eine 60% Stelle, deshalb hat der Stelleninhaber wohl noch genug Zeit für Schüler, andere Gigs etc..und daher ggf.auch die angesprochene "Begehrlichkeit". Wobei sich die Rentenansprüche auch an den 60% orientieren. Das ist zwar immerhin etwas, aber doch nicht allzu viel.

Und was er machen muss steht in der Stellenbeschreibung, bzw. für "Vollzeitbeschäftigte" (d. h. die fehlenden 40%) in dem Artikel drin.

Ok, so langsam weicht meine Lächerlichkeit auf ... wenn ich mir die Stellenbeschreibung genauer betrachte... ;( ;( ;(
Normalerweise sind mit den "E13 Stellen" auch Personalführung, selbständiges, (eigen) verantwortliches Handeln und Tätigkeiten auf Abteilungs-, Referats-, Amtsebene verbunden, die hier ja gar nicht so gegeben sind.

Also, ziehe meinen Thread soweit zurück, dass die Männer weiterhin in E6, Frauen in E13 und Diverse in E15Ü bezahlt werden :thumbsup:


Volle Deckung und Gruß
Ralf
Bier und die Pfalz, Gott erhalt's ;)

Josh

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22

Dienstag, 16. April 2019, 13:56

Moin

Duck und weg, Feuer Frei :whistling: :D

Jehova ^^
Sieger durch KO in der 2. Runde auf der 2. Seite, . . . die Glaskugel 8o
Greez, Josh

Es ist nicht wenig Zeit die wir haben, sondern zu viel Zeit die wir nicht nutzen!:sleeping:

Mein Geraffel<>Bastelecke<>Band1 Band2

Lite-MB

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23

Dienstag, 16. April 2019, 19:30

Ach so, das wäre noch eine Frage, die ich da hätte: Was macht eigentlich ein hauptberufliches Mitglied eines Landes-Polizeiorchesters den ganzen Tag? Macht der den ganzen Tag Musik? Muss der auch regulären Polizeidienst machen? Wie viele Arbeitsstunden pro Woche hat der (oder die)? Das wäre für mich der entscheidende Faktor, ob die Bezahlung angemessen ist, nicht die Ausbildung des Musikers.

bei der Bundeswehr sind die Musiker im Kriegsfalle als Sanitäter einzusetzen... - vergleichbares gibts bei der Polizei nicht.
Da sind Musiker Musiker, die machen sonst nix anderes an polizeilicher Arbeit.

100 Auftritte pro Jahr sind aber schon ein Wort, zumal da ein ziemlich gr. Repertoire dahintersteckt, das reicht in der Regel von klass. Blasmusik, synfonischer Blasmusik, über Unterhaltungsmusik allgemeinster Art bis Big Band - d.h. da steckt auch noch eine Menge an Probenarbeit drin. Reisezeiten sind auch recht hoch bei großen Flächenländern. Üblicherweise (wie auch bei der Bundeswehr) sind die meisten Auftritte nicht intern, sondern als "Werbung"/Präsentation außerhalb, in der Regel als Benefiz, gratis für die Veranstalter, oft für soziale Zwecke.

Und... - man hat eine strikten Terminplan, da geht nicht mal schnell was mit einem Sub (wenn nicht grad ein interner zur Verfügung steht, der da gerade dienstfrei gehabt hätte).
..."meine" Musik: Jazz (Big Band bis Free), brasil. Musik, Avantgarde, hin+wieder Klassik ->am Drumset, an den Percussions, am Schlagwerk

Druffnix

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24

Dienstag, 16. April 2019, 20:31

Die Burschen haben ja auch Zeit, wenn die nix anderes machen als diese Orchestermusik. Für Wochenenden wird es Zuschläge und Freizeitausgleich geben. Bei allem musikalischen Anspruch, den das haben kann: Totarbeiten werden die sich da nicht. Sie haben keine Personalverantwortung, müssen nichts entscheiden, haben gute Sozialleistungen und keinerlei Druck, Auftritte zu bekommen. Die stehen ja fest. Einen stressfreieren Job mit Festbezahlung kann man als Musiker nicht haben.
667 - The Neighbour Of The Beast!!

Hörnix

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25

Mittwoch, 17. April 2019, 00:56

Moin!
Da stehen mir zu viele Vermutungen im Raum:
Wochenendzuschlag? Freizeitausgleich? Träumt weiter.
"Totarbeiten" sicher nicht, aber das wird sich hier auch kaum einer (um die Polemik mal auf uns auszudehnen).
Und wie erwähnt, müssen die vielen Projekte, die im thread in 100 Auftritten zusammengefasst wurden, einzeln erarbeitet werden. (Das sind natürlich trotzdem nicht 100 unterschiedlicher Programme, aber immer noch genug, dass regelmäßig Stressiges aufgelegt wird.)
Vor allem der erwähnte 60% Vertrag ist fies, ein Trompeter muss trotzdem 100% fit sein, also in den freien Zeiten trotzdem üben, und nicht nur, weil, wie da zu lesen war, der nächste Auftritt auch solistisch sein kann). Auch lassen sich die Teilzeitverträge nicht unbedingt mit etwas Regelmäßigem auffüllen, da die Auftritte +Fahrten immer quer liegen dürften.
Trotzdem kann das (für mich wäre es nix) ein sehr schöner Job sein, wenn man gerade die Musik machen will, doch für ne Neiddebatte sollte das Einkommen nicht reichen, aber lächerlich ist es deshalb auch nicht gleich.
Auch da gibt es Stimmführer, die in der Stimmgruppe das Sagen haben und wohl auch kammermusikalische Arbeit etc..
Inwieweit die Fahrten gerechnete Arbeitszeit sind, bleibt die Frage, bei uns Kulturorchestern zählen Fahrten bis 4h am Tag gar nicht.
Grüße aus Bogota (festivalmusicaclasicadebogota)
Hörnix

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Hörnix« (17. April 2019, 01:08)


Lite-MB

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26

Mittwoch, 17. April 2019, 02:58

Die Burschen haben ja auch Zeit, wenn die nix anderes machen als diese Orchestermusik. Für Wochenenden wird es Zuschläge und Freizeitausgleich geben. Bei allem musikalischen Anspruch, den das haben kann: Totarbeiten werden die sich da nicht. Sie haben keine Personalverantwortung, müssen nichts entscheiden, haben gute Sozialleistungen und keinerlei Druck, Auftritte zu bekommen. Die stehen ja fest. Einen stressfreieren Job mit Festbezahlung kann man als Musiker nicht haben.

Zuschläge wird der Vertrag wahrscheinlich nicht hergeben?!
Ansonsten hast Du natürlich recht - ...aber dann paßt ja auch die Bezahlung wieder. :)
..."meine" Musik: Jazz (Big Band bis Free), brasil. Musik, Avantgarde, hin+wieder Klassik ->am Drumset, an den Percussions, am Schlagwerk

Druffnix

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27

Mittwoch, 17. April 2019, 08:42

Moin zusammen.

Stimmt, das sind viele Mutmaßungen. Aber:

- Wenn das Orchester Samstag und Sonntag auf dem Schützenfest in Fallingbostel spielt, dann ist das Wochenendarbeit. Dafür gibt's meines Wissens nach TVÖD Zuschläge (Geld oder Zeit), die über denen für Werktagsarbeit liegen. Finde ich auch richtig.
- Freizeitausgleich: Wenn die Montag bis Freitag geprobt haben und Samstag/Sonntag in Fallingbostel waren, werden die danach einen oder zwei Wochentage frei haben. Es gibt erstens ein Arbeitszeitgesetz, zweitens wird auch der Personal-oder Betriebsrat darauf achten, dass die nicht zu viele Stunden kloppen.
-Macht jedes Polizeiorchester um die 100 Auftritte? Glaub ich nicht.
667 - The Neighbour Of The Beast!!

28

Mittwoch, 17. April 2019, 08:44

Die Eingruppierung im ÖD ist von "Einrichtungsart" zu "Einrichtungsart" und auch nach Bundesland verschieden. Es gibt Sekretärinnen die werden mit E5 eingruppiert an Hochschulen in manchen Bundesländern und es gibt Hochschulen, da ist der Standard eher E7 bei letztlich gleichen Tätigkeiten und Profilen. Während teilweise E13 das höchste der Gefühle ist und immer weiter Beamtenstellen abgebaut werden, gibt es andere Einrichtungen, wo problemlos A15 aus dem Handgelenk geschüttelt werden. Hier wird es dann in der Regel politisch.

Augen auf bei der Berufswahl würde ich mal sagen. Man könnte sich mit Musik und weiterem Fach ja auch in Richtung Lehramt orientieren und sich eine A13 Stelle sichern. Dann reduziert man auf die gewünschte Stundenzahl und hat ausgesorgt, abends Zeit für Proben und kann am Wochenende immer Auftritte spielen. Sehr beliebtes Konzept aus meiner Sicht.

Ich würde als Steuerzahler nicht einsehen, warum wir heute mehr Geld für Orchester-Musiker im ÖD ausgeben sollten. Wenn der Staat Geld zur Verteilung haben sollte, fallen mir 1000 Dinge ein die man vorrangig finanzieren sollte.

Korki

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29

Mittwoch, 17. April 2019, 09:14

Puh, das kann wirklich sehr schnell eine sehr komplexe Diskussion werden. Wie viel ist Kultur wert und wo liegt die Priorität? Ist es wichtiger, eine abgebrannte Kirche wieder aufzubauen als Kinderarmut im Land zu bekämpfen? Ich bin froh, dass ich da keine Entscheidungsgewalt habe. Ich würde kläglich an der Priorisierung scheitern und hätte immer das Gefühl, dass irgendwas doch noch wichtiger ist. Dabei würde sehr viel Schönes auf der Strecke bleiben. Zu viel Effektivität ist auch nicht gut.
Um doch noch die Kurve zum eigentlichen Thema zu kriegen: Ich bin mir sicher, dass die Orchestermusikanten ihre Arbeitszeit sehr gut mit Arbeiten füllen können. Ob die dann mehr wert ist, als die eines Sozialarbeiters oder Bauarbeiters, kann und will ich nicht beurteilen.
Also habe ich eigentlich doch nix zu beizutragen. Ist mir alles zu kompliziert. :-)
"Wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke."

BLX´ler

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  • »BLX´ler« ist männlich

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30

Mittwoch, 17. April 2019, 10:10

Hallo in die Runde!

Ich kenne ein paar Musiker, die im LPO NRW spielen. Die sind finanziell alle soweit "zufrieden".
Ich kann euch nicht auf Heller und Pfennig sagen, was sie verdienen, aber man könnte es sicherlich an offizieller Stelle recherchieren.
Die Arbeitsbedingungen sind weitestgehend gut geregelt, natürlich kommt es oft zu Wochenend - Einsätzen und längeren Reisen.

Das gilt aber für "normale" Polizisten auch. Also Wochenendeinsätze und so. Freizeitausgleich für Polizisten in NRW: Funktioniert gerade eher nicht so gut.

Worauf ich aber eigentlich hinaus will:

Unabhängig von "der Neiddebatte" und Gehaltsgerechtigkeit (da sind wir an vielen Stellen doch wirklich weit von entfernt) finde ich,
dass sich ein Land wie Deutschland auf jeden Fall Kultur leisten und dies auch mit staatlichen Geldern subventionieren muss.

Natürlich messe ich einem Polizisten genauso wie einer Pflegekraft im Krankenhaus / Altersheim / Hospiz einen größeren gesellschaftlichem Nutzen als einem Orchestermusiker bei.
Dennoch möchte ich nach der Arbeit, und ich glaube, dass gilt auch für den Polizisten und die Krankenschwester, die Musik mal richtig aufdrehen, das Stadtfest besuchen oder auch beim hiesigen Fußballverein mitmachen.

Über die konkrete Verteilung von Steuergeldern lässt sich - wie in anderen Bereichen des sozialen Zusammenseins - immer streiten.
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trommla

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31

Mittwoch, 17. April 2019, 12:15

dass sich ein Land wie Deutschland auf jeden Fall Kultur leisten und dies auch mit staatlichen Geldern subventionieren muss.

Sähe ich grundsätzlich genauso. Nur sollte eines der reichsten Länder der Erde erst mal Sorge tragen, dass ALLE Menschen, die ihren Teil für die Gesellschaft erbringen, ein Leben ohne Armut oder Armutsrisiko führen können. Die können sich eine Teilhabe am kulturellen Leben nämlich in der Regel nicht leisten, ob nun staatlich gefördert oder nicht.

Hörnix

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32

Mittwoch, 17. April 2019, 14:24

Moin,
unter Freizeitausgleich für Wochenendarbeit hätte ich etwas anderes verstanden. Dass es einen "besonderen" Ausgleich für WE gibt etwa, würde ich jedenfalls nicht vermuten. Im TVKulturorchester, der an den öD angelehnt ist, besteht aber die Regelung, dass sonntags keine Proben (normalerweise) angesetzt werden, nur Auftritte (mit Anspielproben). Ansonsten gehört pro Woche ein freier Tag gewährt, also auch 12 Tage Dienst hintereinander (nicht nur theorethisch). Dabei werden Wochenenden nicht anders behandelt oder vergütet.
Dennoch weiß ich tatsächlich nicht, ob Polizeiorchester da anders gestellt sind. Eine Wertdebatte allerdings rutscht schnell in Polemik ab, wenn man den offenkundig nützlichen Arbeiter auf dem Wertstoffhof (öD) mit Kulturschaffenden vergleicht. Eine Sinfonie ist sicher so entbehrlich wie ein Roman oder ein gepflegter Park. Das ist mir als Musiker schon klar.
Und an der gesellschaftlichen Teilhabe aller muss fortgesetzt gearbeitet werden, worin die DDR allerdings weiter war (soll aber keine Ostalgie sein).
Grüße, Hörnix

BLX´ler

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  • »BLX´ler« ist männlich

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33

Mittwoch, 17. April 2019, 15:45

dass sich ein Land wie Deutschland auf jeden Fall Kultur leisten und dies auch mit staatlichen Geldern subventionieren muss.

Sähe ich grundsätzlich genauso. Nur sollte eines der reichsten Länder der Erde erst mal Sorge tragen, dass ALLE Menschen, die ihren Teil für die Gesellschaft erbringen, ein Leben ohne Armut oder Armutsrisiko führen können. Die können sich eine Teilhabe am kulturellen Leben nämlich in der Regel nicht leisten, ob nun staatlich gefördert oder nicht.


Natürlich stimme ich dir da zu 100% zu. Ich glaube, da kann es nicht wirklich 2 Meinungen geben, oder?
Also in Bezug auf die gesellschaftliche Teilhabe und das Armutsrisiko.

LG Dustin
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Grooves And More

34

Gestern, 08:07

Mal andersum: Wo gibt es für Musiker ähnlich sichere Jobs, die ein deutlich besseres Einkommen mit sich bringen? Wer in den öffentlichen Dienst möchte, verzichtet in den meisten Fällen auf Geld, zugunsten einer sehr sicheren Anstellung.
(Auch wenn das natürlich nicht die Frage beantwortet, warum Musiker mit Diplom oder Master-Abschluss einer Universität nicht mit E13 eingruppiert werden.)