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trommla

Mitglied

  • »trommla« ist männlich

Registrierungsdatum: 30. Mai 2004

Wohnort: Raum München

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21

Samstag, 12. Oktober 2019, 13:14

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass Big Band Mukke nicht so meins ist

Mag jetzt doof klingen, aber ich bin noch nicht mal ein echter Jazzfan.
Was ist so toll dran, wenn der Ablauf im Gunde immer daraus besteht:
Thema A - Thema B - Thema A - Thema B - so viele Soli, bis keiner mehr Bock hat - Thema A - Thema B - Schluss 8|

Wieviel geiler ist da gut gemachte Rockmusik, wo die Band von vorne bis hinten einrastet und man als Zuhörer einfach mitzappeln kann! Dachte ich wenigstens, bis mir beim Big Band spielen klar wurde, dass das die Partybands der damaligen Zeit waren, zu deren Sound 1000 Leute abfeierten.

Erst seit ich über diesen Umweg regelmäßig auch in kleinen Besetzungen jazze, fühle ich mich spielerisch in diesem Genre wohl, denn inzwischen habe ich ein bisschen Gehör dafür entwickelt und genieße es, nicht mehr nur ellenlang einstudierte Programme zu spielen, sondern sich dank vieler Standards auch spontan zusammenzufinden und vor Publikum zu spielen. Da ist Jazz für einen selbst in meinen Augen anscheinend die flexiblere Musik im Vergleich zu "modernerem" Zeug. Oder sind einfach die Musiker flexibler? Oder das Publikum? ;)

Insofern kann ich dich nur ermutigen, dich trotz geringer Affinität mal näher mit dem Thema Big Band zu beschäftigen. Der zeitliche Aufwand ist nicht wesentlich höher als die regelmäßige Unterrichtsstunde, die dir gerade fehlt, und im Gegensatz zum Unterricht kostet dich ne Big Band Probe noch nicht einmal Geld, ist aber vermutlich eine der effektivsten Varianten, sein Jazz-Drumming zu verbessern.

  • »drumrumköln« ist männlich

Registrierungsdatum: 22. Oktober 2006

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22

Samstag, 12. Oktober 2019, 20:18

...ach, und die Variante von "softly..." hatte ich noch vergessen. Letztlich ist der Titel wohl noch das größte Problem, ansonsten Kinderlied. Und das da jetzt keiner ins Bier weint.... :thumbsup:https://www.youtube.com/watch?v=aOV2mONU8a0

Moe Jorello

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  • »Moe Jorello« ist männlich

Registrierungsdatum: 28. Dezember 2013

Wohnort: Hamburg

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23

Sonntag, 13. Oktober 2019, 12:44

Da ist Jazz für einen selbst in meinen Augen anscheinend die flexiblere Musik im Vergleich zu "modernerem" Zeug. Oder sind einfach die Musiker flexibler? Oder das Publikum?

Alles drei ist m. E. zutreffend. Und es macht den Reiz aus. Das Publikum weiß, dass einen sehr oft etwas halbwegs bekanntes mit einer Prise Unbekanntem erwartet. Die Musiker lassen sich gerne treiben. Und die Jazzkompositionen erlauben den Musikern diese Freiheiten, eben weil für oft nicht alles bis ins letzte Mü, wie so oft etwa bei Pop, in ein starres Korsett gezwängt wird. Bei Popmusik ist das was auf der Bühne präsentiert wird, sehr sehr oft 1:1 das, wa auch auf der CD zu finden ist (Daher die exorbitanten Bühnenshows, um wenigstens "etwas" besonderes als Erlebnis bieten zu können). Bei Jazz ist es für gewöhnlich eine Variation dessen, was auf der CD ist, was auf der Bühne gezeigt wird; mit Abstrichen im Bigband-Bereich, dort muss zwangsläufig das Korsett etwas enger gestrickt sein, damit die Vielzahl der Stimmen beisammen bleiben.
"You don't have to show off" - Peter Erskine

bergheimer

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  • »bergheimer« ist der Autor dieses Themas

Registrierungsdatum: 17. Januar 2014

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24

Dienstag, 15. Oktober 2019, 07:19

Noch mal allen ganz lieben Dank für das Feedback! Das wird mich als drummer und uns als Band auf jeden Fall weiter bringen.