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Edwicht

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Freitag, 1. November 2019, 14:24

Istanbul Agop Xist Brilliant Becken Set - mein Senf + Demo

Hi!

Ich hab' mir also vor Kurzem ein Xist Beckenset in Brilliant Finish zugelegt (Die Natural Variante scheint man hier nicht im Set zu bekommen.) und möchte für evtl. Interessierte mal eben meine subjektiven Eindrücke dazu wiedergeben.

Im Set gibt's 'ne 14er HiHat, je ein Crash in 16" und 18" und ein 20er Ride; das Ganze kommt in 'nem einfachen Hardcase und ist bei Thomann für ca. 500€ zu haben.

Rein optisch gibt's nichts zu meckern, die Becken sind sauber verarbeitet und haben keinerlei Makel.

Soweit so gut also.

Was haptisch zuerst auffällt, ist das ziemlich geringe Gewicht; die Xists sind also eher im Thin-Bereich anzusiedeln.
Außerdem gibt's bei meinem Set keine erkennbare Hämmerung, wobei ich fairerweise erwähnen muss, dass in der Artikelbeschreibung auch nicht von gehämmerten Becken die Rede ist, wenn auch die Artikelfotos bei Thomman 'ne zumindest sichtbare Hämmerung suggerieren.
Ein ziemliches no-go für mich ist derweil, dass die Kanten der Becken wirklich überdurchschnittlich scharf sind. Normalerweise komme ich mit 'nem paar Sticks ungefähr drei Wochen bis 'nen Monat hin, nach einer Session mit den Xists sahen meine Sticks ernsthaft mitgenommen aus und hatten allem voran ungewöhnlich tiefe und heftige Kerben.
Dieser Fakt allein lässt mich derzeit ernsthaft über 'nen Wiederverkauf nachdenken.

Soundtechnisch finde ich die Becken in Person auch nicht so pralle, muss ich sagen.
Es gibt für mein Empfinden generell 'ne Menge pingiges High End und eher mulmig diffusen Wash im Low End ohne wirklich ausmachbaren eigentlichen Charakter und das führt dazu, dass sich die Becken schlicht gesagt ein bisschen billig und blechern anhören.
Außerdem ist das schiere Spielgefühl unter den Sticks durch den undefinierten Klang echt schwammig. Mir fällt's mit den Tellern deutlich schwerer, mich wirklich auf dem Punkt zu fühlen.

Die HiHat klingt wie eben erwähnt erwartungsgemäß spitz, allerdings mit 'nem relativ tiefen Grundklang. Ich finde, dass sie trotz der fast etwas nervigen Höhen nicht arg definiert ist und Details schlicht nicht gut durchkommen, auch wenn man sie fest schließt. Außerdem schwimmt sie für meinen Geschmack etwas arg im Spielgefühl - und das gilt ebenfalls auf für's geschlossene Spiel.
Die Crashes sind unter Volllast durchaus brauchbar, denke ich. Nur bei leichterem Anschlag kommt eben wieder der leblos-blecherne Grundcharakter durch.
Das Ride ist echt schwierig und gefällt mir aus dem Set am wenigsten. Es erscheint mir schlicht zu leicht für ein brauchbares Mittelklasse-Ride und eben nicht wertig genug um ein ernsthaftes Thin Ride abzugeben. Cleanes Spiel ohne unschönen Wash gibt's hier gar nicht und die Kuppe reißt mich jetzt auch nicht vom Hocker. Hier kommt für mich dieses 'billig'-Gefühl einfach am stärksten rüber.

Alles in Allem war das Set also leider nix für mich und es tut mir ernsthaft Leid, dass ich derart drüber mecker', aber so ist's eben. Man kann schließlich nicht immer gewinnen und Geschmäcker sind am Ende auch verschieden; sicher gibt's Leute, die mit den Xists mehr anfangen können, als ich.

Meine Referenz sind in der Preisklasse (oder drunter) übrigens diverse Serien von Zultan, die mir in den besprochenen Punkten deutlich besser gefallen.

Ich häng' hier derweil allerdings mal noch 'n kleines Demo-Video von den Istanbuls dran, das ich verzapft habe, damit's nicht bei meinen trocken-miesepetrigen Wortbeschreibungen bleiben muss. (;



Alsdann cheers, liebe Leute und haut rein!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Edwicht« (1. November 2019, 14:31)


hrawth

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2

Freitag, 1. November 2019, 16:09

Hallo und danke für das tolle Video!

Was gibt's an dem Klang denn zu meckern? Ich finde ihn grandios, vor allem in Hinblick auf das Preisschild des Beckensets! Ok, für Black Metal taugen die Xists eher nicht, evtl. noch für Black Sludge/Doom, aber das war's m. M. n. auch schon mit den Einschränkungen.

Ich selbst spiele die Xists in großen Durchmessern (15 HH, 18, 20 & 22 CR, 20 CH und 10 SPL) in meiner Heavy Stoner-Kapelle und muss sagen: Einen besseren und passenderen (gleichwohl variablen) Sound hatte ich noch nie. Das mit den scharfen Kanten ist merkwürdig, habe ich bei meinen nicht bemerkt... na ja, Montagsmodelle vielleicht.

Wie dem auch sei: Super Video, toller Sound! Der Wiederverkauf sollte damit nicht schwerfallen. :D

Gruß!
André
El Camino - Heavy Stoner Rock aus Löningen

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trommla

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3

Freitag, 1. November 2019, 17:52

Find die Dinger jetzt auch net soooo schlecht. Für mich nicht DIE Becken mit Wow-Faktor, aber ordentliches Arbeitsgerät allemal. Ok, wenn die Kanten wirklich so scharf sind, isses eher schlecht.

Schade, dass sie so ein komisches Triangel draufgedruckt haben, sieht für meinen Geschmack billig aus. Wobei das Set ja auch wirklich nicht teuer ist.

Edwicht

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4

Freitag, 1. November 2019, 20:19

Tjaja, das ist so ein bisschen das Kuriose an der Sache: In der Aufnahme klingen die Teller durchaus ganz ok, wobei dennoch für meine Ohren die Höhen teilweise echt unangenehm/unbrauchbar sind.

Allerdings fühlen sie sich klanglich wie vom Spielgefühl beim Trommeln einfach nicht richtig für mich an.

Der originale Post kommt wahrscheinlich auch negativer rüber, als ich's eigentlich beabsichtige - ich versuch' echt nicht, die Becken jedermann schlechtzureden.
Am Ende ist's ja nur meine subjektive Ansicht, die ich zum Video auch nicht vorenthalten wollte.

trommla

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5

Samstag, 2. November 2019, 16:16

Allerdings fühlen sie sich klanglich wie vom Spielgefühl beim Trommeln einfach nicht richtig für mich an.

Das ist leider manchmal des Pudels Kern. Manche Instrumente sprechen einen aus schwer greifbaren Gründen an, andere überhaupt nicht.

bergheimer

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6

Sonntag, 3. November 2019, 09:00

Manchmal braucht so ein neues Becken-Set aber ein bißchen Zeit, bis man damit warm wird. Ging mir mit einigen meiner Becken so, die musste ich erst kennenlernen, auch die richtigen Stöcke dazu finden etc. Kann mir nicht vorstellen, dass von Agop was richtig schlechtes produziert wird, obwohl die Schwankungen innerhalb einer Serie schon recht groß sind (was die Dinger aber auch wiederum unique macht).
Kann aber auch sein, dass die Xist-Serie einfach nicht Dein Fall ist. Wenn Du auf Becken mit mehr Obertönen stehst und bei Agop bleiben willst, empfehle ich Dir die Traditional-Serie mal anzuhören. Allerdings bist Du dann in einer anderen Preis-Klasse.
Ich spiele aus der Xist-Serie übrigens ein 10er Splash. Das ist super sweet!

Hammu

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7

Dienstag, 5. November 2019, 14:55

Beim großen T kannst du die Teile doch, bei Nichtgefallen, innerhalb von 30 Tagen zurückgeben und bekommst dein Geld zurück.

Würde ich jedenfall so machen, wenn sie mir nicht gefielen :rolleyes:
Ich finde sie im Video auch sehr ordentlich im Klang, aber dass ist eben, gerade bei Becken, reine Geschmackssache.

trommeltom

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8

Dienstag, 5. November 2019, 16:09

Beim großen T kannst du die Teile doch, bei Nichtgefallen, innerhalb von 30 Tagen zurückgeben und bekommst dein Geld zurück.

Genau, das war auch mein erster Gedanke.
Oder hast Du die Teile schon etwas länger?
Dann wär's schon blöd.

Edwicht

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9

Dienstag, 5. November 2019, 19:37

Ja, die lagen tatsächlich schon 'n Weilchen bei mir in der Gegend rum, bevor ich dazu gekommen bin, sie auszuprobieren.
Ist aber auch nicht weiter tragisch, ich bin durchaus ein Freund des Gebrauchtmarktes. (;

trommeltom

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10

Mittwoch, 6. November 2019, 12:30

Ist aber auch nicht weiter tragisch, ich bin durchaus ein Freund des Gebrauchtmarktes. (;

Das ist schön.
Ab und zu muss der Gebrauchtmarkt ja auch wieder mit neuer Ware gefüttert werden.
Außerdem, wenn immer mehr Leute nur noch gebraucht kaufen, wird es für die Firmen auch zusehends schwerer zu bestehen.
:)

Two

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11

Mittwoch, 6. November 2019, 18:44

Ich häng' hier derweil allerdings mal noch 'n kleines Demo-Video von den Istanbuls dran


Von mir kein Kommentar zur Beckendiskussion, aber einen zum Video.
Ich finde das gut gespielt und gut klingend, bis auf die BD-Schläge auf 1 und 3. Da spielst Du, obwohl der Rest des Grooves geshuffelt ist, eher 16tel als Achteltriolen, der zweite Schlag kommt also nicht synchron mit dem HH-Schlag auf dem "let". Daran würde ich arbeiten, da der Groove jetzt irgendwie inkonsistent klingt.
Außerdem als Tipp: Bei Bonham groovt das so tierisch, weil er auf der BD den Downbeat betont (1 und 3), und zum leiser gespielten "let" gleichzeitig die HH leicht öffnet.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Two« (6. November 2019, 19:26) aus folgendem Grund: Metrik korrigiert