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m_tree

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  • »m_tree« ist männlich

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21

Freitag, 8. November 2019, 20:49

Daran sieht man wieder, wie sehr das "Philosophie" und Geschmackssache ist. ^^

Dennoch geht es am Ende nur darum, wie alles insgesamt klingt. Auch ein alleine gespieltes Drumset in einem kleineren Raum kann je nach Aufstellung, Klang der Trommeln und Spielweise sogar auch schon etwas Verstärkung der Bassdrum vertragen.

Generell kommt bei der Bandbesetzung allerdings hinzu, dass die restliche Band typischerweise den Frequenzbereich der Trommeln "maskiert" bzw. dort "konkurriert", die Becken allerdings kaum verdeckt werden. Alles, was sich im Bass- und unteren Mittenbereich abspielt, braucht da am Drumset i.d.R. weitaus mehr Verstärkung, um gegen den Rest anzukommen.
Dazu kommt eben das Einstreuen des Drumsets in oft gut Höhen-betonte und ggf. noch komprimierte Gesangsmikros. Wie schon gesagt wirken die wie eine Kombination aus Overhead- und Raummikro. Da sind auch nicht nur Becken drauf, aber tendenziell mehr Becken als Trommeln.
Hier kommt es aber eben auch auf den Einzelfall an: Gibt es überhaupt Gesangsmikros? Wenn ja, wie viele und wo stehen die? Gibts evtl. eine Acryl-Wand vorm Drumset, die das Übersprechen des Drumsets in die Gesangsmikros verhindert?

Dazu kommt eben noch, dass die Becken sowieso noch in die Trommel-Mikros übersprechen. Das klassische Beispiel ist die Hi-Hat auf dem oberen Snare Mikrofon. Hebt man nun noch Höhen auf der Snare an und komprimiert sie (bspw. um Ghostnotes präsenter zu machen), hat man ohne ein Hi-Hat Mikro oder ein auf die Hi-Hat gerichtetes Overhead u.U. auch mal eben zu viel Hi-Hat im Gesamtmix.

Insofern kommt bei der Frage nach der Mikrofonierung vor allem folgender Umstand ins Spiel: Mischt sich die Band selbst oder nicht? Wenn ja, sollte man m.E. zusehen, die Drumset Mikrofonierung möglichst schmal und einfach zu halten. Dann lieber nur die Bassdrum verstärkt und dafür schön reingehauen ... muss ja auch mal sein. ;) :D

Ein Mono-Overhead würde ich mittig über dem Set positionieren: "Zwischen" Snare- und Standtom z.B., vertikal nach unten. Nicht direkt über den Becken und auch nicht direkt auf die Becken ... davon hat man i.d.R. nicht nur sowieso schon automatisch genug, sondern Becken klingen aus der Nähe und in der Mitte, insbesondere mit fein-zeichnenden Kleinmembran-Kondensator Mikros, gerne mal sehr spitz und aufdringlich. Je weiter weg, je weiter am Rand und je mehr "Off-Axis" (Mikrofon Ausrichtung), desto weicher klingen die Becken.

martinelli

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22

Samstag, 9. November 2019, 09:13

Zitat von »martinelli«
Wenn es Gesangsmikros in der Nähe gibt, sind Overheads selbst bei größeren Gigs überflüssig bis störend

Um noch einmal auf die Fragestellung des TS zurückzukommen, ging es ja um geeignete Mikrofonierung für Jazz-Fusion.

Ich war in Gedanken tatsächlich bei Rockmusik und im Jazz könnten durchaus andere Schwerpunkte als fette Bassdrum und dicke Snare gelten, in der Tat.

M.