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Wolfgang0815

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Donnerstag, 25. Juni 2020, 12:02

Schalldämmung im Mietshaus

Hallo zusammen,

nachdem ich jetzt hier tagelang vieles zum Thema Dämmung und Schallschutz gelesen habe, bin ich zwar schlauer, aber halt noch immer nicht wirklich klug.
Vielleicht kann mir jemand eine kurze und knappe Zusammenfassung /Ide liefern.

Mein Problem ist folgendes:
Ich lebe auf Phuket Thailand, also gibt es hier Dinge, die in Europa unbezahlbar sind, recht billig, und andere dafür garnicht. Und vorallem wird anders gebaut!
Ich ziehe in 2 Monaten in ein anderes, gemietetes Haus. Wie Üblich besteht das Teil aus einem "Gerippe" aus Stahlbetonsäulen und -Decken, die Wände werden aus Vollbetonziegeln aufgemauert, tragen nicht und sind entsprechend dünn, aber durch den Vollbeton relativ schwer und dicht.
Mein größtes Thema ist die Wand zum Nachbarn, da es sich um eine Doppelhaushälfte handelt, und der Nachbar ist auch noch der Vermieter. Alle anderen Seiten sind frei, aber den Vermieter will ich nicht verärgern.

Der Musikraum hat 4x5,5m, davon eine Wand mit 4 und eine mit 5,5 nach außen, weit und breit keine Nachbarn oder Gebäude, eine 5,5m Wand zum eigenen Stiegenhaus und eine 4m Wand zum Nachbarn (Doppelhaushälfte).

Also Schallschutz an einer durchgehenden Betonwand ohne jede Öffnung:

Ich habe gelesen und verstanden, dass wirksamer Schallschutz viel Gewicht und eine große Oberfläche braucht, also kein Styropor, weil geschlossenporig und leicht, keine Rigipsplatten, weil glatte, geschlossene Oberfläche.
Außerdem ist das Haus nur für 2 Jahre gemietet und ich will möglichst nichts an der Wand befestigen.

Ich hab noch nicht einmal eine Bezugsquelle für einen richtig dicken Akustikschaum mit 10cm oder mehr, außerdem würde der irgendeine Rahmenkonstruktion und Befestigung brauchen, was ich eigentlich nicht will.
Was haltet ihr von folgender Idee:

Was es hierzulande erstaunlich billig gibt, sind Matratzen, und zwar richdig dicke und phänomenal schwere Federkermnmatratzen mit irgendwelchen Fasern gefüllt. Die Naturmaterialien sind schlicht billiger als guter Schaumstoff und die Arbeiter für den Zusammenbau kosten hier nix.

Also würde ich gerne die Wand zum Nachbarn mit 2 großen Doppelbett-Matratzen, 15 bis 20cm dick zustellen, oben drüber eine einzelbett-Matratze, die ich auseinanderschneide, um die 2,5m Raumhöhe zu erreichen. Wenn nötig eine kleine Schraube im oberen Bereich der Wand, damit die Matratzen nicht umfallen. Kostet EUR 40 für eine der großen Doppelbettmatratzen, also EUR 100 für die Wand.

Auf den Boden, dort wo die Drumsets stehen einen gewebten Teppich, im restlichen Raum einen hochfloorigen, flauschigen Teppich (derzeit Fliesenboden). Auf die Matratzen und die anderen 3 Wände einen 2-5 cm dicken Noppenschaum oder ähnliches, um die Reflexionen im Raum zu dämpfen.
Den Schaum klebe ich entweder auf die Matratzen oder an den anderen Wänden auf Stegplatten (doppellagige Plexiglasplatten). die sind billig, leicht zu transportieren aber stabil genug, dass sie an der Wand stehen bleiben, ohne eine Befestigung zu brauchen.


Gutes Konzept oder wenn nein, wo liegt der Denkfehler? Brauchen die Matratzen überhaupt Noppenschaum an der oberfläche, oder reicht der atmungsaktive Stoff???
Ich brauche kein Studio, ich will nur mein eigenes Set vernünftig hören und keinen Krieg mit dem Vermieter!

Danke schon mal im Voraus!
Man hat erst verloren, wenn man aufhört, zu kämpfen

zu spät

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Donnerstag, 25. Juni 2020, 12:33

Sorry, aber ich denke, das wird nicht funktionieren. Und zwar gleich aus mehreren Gründen.

Vermutlich sind die Doppelhaushälften nicht, wie bei uns inzwischen üblich, entkoppelt. Also zwei Wände mit einem Spalt dazwischen. Ich vermute mal, dass du eine durchgehenden Bodenplatte hast, auf die einfach eine Trennwand gemauert wurde, oder? Falls ja, hast du auf jeden Fall eine Schallübertragung über den Boden und wirst vermutlich ein Podest gegen Trittschall brauchen.

Über die nicht gedämmten Wände wirst du vermutlich dann auch eine Übertragung haben.

Und als letztes: Schall überträgt sich in erster Linie auch durch die Luft. D.h. eine einfache Matratze an die Wand gelehnt lässt noch jede Menge Luft durch, um den Schall zu übertragen. Nicht umsonst müssen die Raum in Raum Konstruktionen abgedichtet werden, damit sie funktionieren.


Wenn du nix großes bauen willst, dann dämme dein Schlagzeug mit den üblichen Gummimatten auf den Trommeln und Becken und mach mit deinem Nachbar eine Uhrzeit aus, wann du ohne Dämmung üben kannst. Mach ich seit Jahren in meinem Reihenhaus so.

Cheers

Volker

nils

Trommelstimmen

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Donnerstag, 25. Juni 2020, 13:56

Wenn ich das so lese, muss ich meinem Vorschreiber zustimmen. Die aus meiner Sicht beste Lösung wäre eine Raum-in-Raum Konstruktion, also eine schalldichte Kabine. Die kann man auch so bauen, dass sie in 2 Jahren mitgenommen werden kann, sie hat keinen Kontakt zur Trennwand und kann weitgehend von der Bodenplatte entkoppelt werden.
Hierzulande ist so eine Kabine für etwa 1000 Euro machbar, es gibt einige Freds dazu im Forum.

Jürgen K

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4

Donnerstag, 25. Juni 2020, 23:51

Hallo,

eigentlich gehört das in ein Bauforum.

Wenn der Nachbar und Vermieter bei Laune bleiben soll, dann sollte man schön spielen.
Alles andere ist praktisch unmöglich.

In Frankfurter Musikbunkern (ehemalige Luftschutzbunker aus dem Krieg) hört man den
Nachbarn immer dann, wenn er spielt. Wenn er nicht spielt, hört man ihn nicht.

Grüße
Jürgen

PS
Beim Luftschall sind Fenster und Türen ein großes Problem, beim Trittschall die Bauweise.

Wolfgang0815

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5

Freitag, 26. Juni 2020, 12:11

Danke, das genügt mir schon mal

Hallo Freunde!

Das war natürlich nicht die Antwort, die ich hören wollte, aber ich kenn mich wenigstens aus.
Mir reichen diese Antworten erstmal. Danke!
Man hat erst verloren, wenn man aufhört, zu kämpfen