Vorstellung Oliver_Stein - Ausführlicher Gigbericht

  • Das mit Sachen abstoßen, ja, ich kann das nachvollziehen. Sachen zu haben ist schön, aber zuviel von mehr oder weniger demselben ist ja doch meist eher sinnfrei. Ich bin da aber auch nicht besser als andere. Manche Dinge habe ich auch gekauft und nach der ersten Neugier wurde das Teil dann doch wieder verkauft, weil zu wenig genutzt. Diverse Snares zum Beispiel. Manche Becken gingen auch deshalb. Und ich muss gestehen, die Zeit des weniger Spielens während der Corona Hochphase hat meinen Blick auf manches nochmals verändert, ich bin versucht, weitere Dinge abzustoßen, weil manche Becken doch zu wenig genutzt werden, manche Snares ebenso, auch wenn diese anders klingen. Und man kann aus einer guten Snare und einem guten Ride viele Klänge herausholen. Warum sich also verrückt machen, hin und her wechseln? Steve Gadd spielt dieselben Becken, dasselbe Set, dieselbe Snare für alles. Simon Phillips auch. Tommy Igoe ebenso. Also... Es geht doch. Man braucht nicht für jeden Stil zwingend was anderes (Ausnahmen bestätigen die Regel). Der Drummer macht den Sound.


    Nun muss ich nur noch den inneren Schweinehund überwinden und Anzeigen erstellen. Boah, wie langweilig....

    "You don't have to show off" - Peter Erskine

  • Aber man hat doch auch verschiedenfarbige tshirts, Hosen etc…. 😛

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


    Don‘t waste your time or time will waste you. (Muse - Knights of Cydonia)

  • Aber man hat doch auch verschiedenfarbige tshirts, Hosen etc…. 😛

    Snares und Becken müssen nach einem Tag Gebrauch aber auch nicht in die Waschmaschine und dann erst mal trocknen. Oder mache ich das falsch?? =O In meine Spülmaschine passen leider höchstens 15"-große Becken...

  • Sachen zu haben ist schön, aber zuviel von mehr oder weniger demselben ist ja doch meist eher sinnfrei.

    So ging es mir jetzt mit den Snares: zwei spiele ich wöchentlich in meinen Bands, eine dritte mit Stahlkessel für Live, eine vierte aus Alu für Recording, da war eine definitiv über und ist jetzt auch weg. Bei den Rides ist nach dem Zugang des Deep Rides jetzt die Kategorie "Laut für große Bühnen" doppelt besetzt. Also wird eines auch wieder gehen...

    Die Twenties klingen nicht nur wunderbar, die machen auch optisch absolut was her!

    Genau genommen sind die Twenty Masters ja anders als die alten Twenty, das Deep Ride wurde unverändert als Modell in die Masters Serie übernommen. So oder so sind es aber tolle Instrumente!

  • Hier mal ein ausführlicher Gigbericht vom letzten Wochenende: wie in vielen Städten gab es auch bei uns hier Förderung im Rahmen des Neustarts Kultur und unser lokales Veranstaltungszentrum hatte die Möglichkeit, eine Außenbühne zu errichten, die den ganzen Sommer über sehr rege für Veranstaltungen genutzt wurde. Zum Ende der Außensaison konnten auch wir (meine beiden Bands) diese Bühne bespielen im Rahmen eines Gemeinschaftskonzerts unter dem Motto "Sunday Sounds".

    Es spielten insgesamt drei Bands - vorweg eine 7-köpfige Band, die erstmalig auf einer großen Bühne aufgetreten sind und im weitesten Sinne Jazz-Standards spielten (Summertime, Sunny, Night and Day usw.). Danach traten meine beiden Bands auf - zuerst die Rock/Blues Band, dann die

    Funk/Soul-Truppe. Die Spielzeit je Band war 1h-weil die erste Band jedoch nur ca. 50 min. Programm hatte, haben wir die anderen Sets etwas ausgedehnt auf jeweils 1:10 hh:mm. Die Schlagzeugerin der ersten Band - eine 70 jährige Dame übrigens – spielte ein kleines Set mit kleinen Kesseln und wollte verständlicherweise auf ihrem eigenen Set spielen. Wir haben daher für

    den Soundcheck der letzten beiden Bands mein Set aufgebaut und dann für den letzten Soundcheck mein Set von der Bühne genommen und ihres aufgebaut. Nach dem Set der ersten Band ging das ganze dann wieder retour. Durch viele helfende Hände und markierte Teppiche war das ganze in

    wenigen Minuten gemacht und alle Trommlerinnen waren zufrieden.

    Ich hatte für diesen Gig wieder mein Live-Set (das Pearl MLX in Liquid Amber) vorbereitet - allerdings kamen dieses mal etliche Neuerungen erstmalig zum Einsatz: Als erstes wäre da das „neue" 14er Standtom zu nennen, dass hier seine Premiere nach dem Umbau vom Racktom zum FT hatte. Weiterhin hatte ich sehr günstig hier im Forum Yamaha-Hardware erstehen können, die zum größten Teil als fixe Hardware beim schwarzen BLX im Raum der Rock/Blues Band verbaut wurde. Dieses Set dort wird nicht bewegt und die einstrebigen Ständer funktionieren dort perfekt. Die freigewordene Hardware, die vorher am BLX verbaut war, kann ich daher jetzt als dauerhafte Hardware für das MLX Liveset verwenden - ich empfinde dies als sehr luxoriös, nicht mehr andere Sets abbauen zu müssen, um das Liveset zu komplettieren! Einzig die Fußmaschinen, eine Hihat und ein Hocker müssen von einem der Übungsraumsets dazu geholt werden. Eine Ersatzhihat habe ich noch, die ich dann im Auto für Notfälle liegen habe. Weiterhin hatten einige Becken Premiere auf der Bühne: die Dark Energy Hihat 15" sowie das 24er Paiste Masters Deep Ride kamen sehr erfolgreich zum Live-Ersteinsatz! Vor allem das Deep Ride ist auf so einer großen Bühne im Freien eine Bank- ich glaube, ich habe zum ersten mal trotz Gehörschutz den normalen Ping klar gehört auf einer Bühne, wirklich ein tolles Becken! Die Dark Energy Hihat klang auch sehr gut in den Bandkontexten und tönt auch auf den Mitschnitten prima! Ansonsten war die 14x6,5" Free Floating Steel mit auf der Bühne, die sich dort besonders gut macht mit ihrem knalligen und lauten Sound. Sie war nichtmal sehr trocken gedämpft, sondern hatte einen deutlichen Oberton, der ihr zu einer sehr guten Durchsetzung verhalf. Auf den Toms waren neue G2 clear über Ambassador clear aufgezogen - die Standtoms habe ich zum ersten mal mit Fellringen innen auf dem Resofell bedämpft, war ganz gut funktioniert hat. Im 16er waren noch zwei Wattebälle zusätzlich, um den Ton noch etwas kürzer zum machen.

    Die Vorarbeit am Set hat sich gelohnt, denn spätestens als die 603er direkt an den Schlagfellen klemmten war klar, dass langes Sustain heute nicht gefragt sein würde bzw. gnadenlos weggegated werden würde... An Becken hatte ich noch ein 16" Full Crash, ein 18" Dark Energy und ein 16" Thin China (alle Paiste Signature) sowie ein 10" Sound Formula Splash dabei. Das ist für mich dann der Vollausbau (4 Toms, 5 Becken plus Hihat)- mehr benötige ich für meine Musik keinesfalls.



    Von der Technik her wurden wir hervorragend von zwei Azubis für Veranstaltungstechnik des Veranstaltungszentrums betreut. Die beiden haben wirklich einen tollen Job gemacht und jedes Detail aus den Tech Ridern für meine beiden Bands umgesetzt - da lagen überall die Steckdosen bereit, die Monitore für jeden Musiker waren eingemessen und ich hatte ein fettes Sidefill neben dem Set stehen. Selbst einen 3x2 m Riser für das Set hatten sie aufgebaut! Dazu kam dann noch der glückliche Umstand, dass in dem Veranstaltungszentrum auch mit einem X32 gearbeitet wird und ich daher mein Notebook für einen Mehrspurmitschnitt anschließen konnte. Es war sogar eine X-Live Karte verbaut, so dass ich auch zwei SD-Karten zur Redundanz mitlaufen lassen konnte. Speziell für meine Rock/Blues Band war dies eine einmalige Gelegenheit, auf einer großen Bühne mit voller Lightshow Video- und Tonmaterial in guter Qualität einzufangen, um das später als Demomaterial verwenden zu können. Für die Funkband ist es auch mal wieder nett, etwas frisches Material zu haben, aber dort gibt es schon etliche andere Gigs, die adäquat mitgeschnitten wurden für Demozwecke.


    Die Timeline wurde sehr gut eingehalten- um 13:30 Uhr trafen sich alle Bands zum gemeinsamen Aufbau der Backline auf der Bühne. Es wurde weitestmöglich Equipment mehrfach genutzt, so dass der Aufwand in den Umbaupausen deutlich reduziert war. Ab 14:30 Uhr hatte jede Band eine halbe Stunde Soundcheckzeit und Punkt 16:00 Uhr zum Einlass war alles fertig. Ich habe dann in der Stunde bis zum Beginn der ersten Band noch die Aufnahme klar gemacht ar FOH-Platz und danach das Band-Buffet genossen, dass wir gemeinschaftlich auf die Beine gestellt hatten. Die Veranstaltung war ein sogenanntes Picknick-Konzert, wo man sich einen Picknickkorb mit Essen mitbringen konnte. Es gab sogar vor Ort warm gemacht Würstchen.... Die ersten Band fing pünktlich um 17:00 Uhr an und spielte ihr Set sehr konzentriert ab - ich muss hier wirklich den Hut vor der Drummerin ziehen, die alle Stücke penibel vom Blatt gespielt hat und dabei keinen Fehler machte, der mir aufgefallen wäre. Danach gab es dann den Umbau des Sets auf der Bühne, der aber ruck-zuck erledigt war. Dank Digitalpult war alles exakt wie beim Soundcheck vom Monitoring her, so dass ich mit einem wirklich sehr guten Bühnensound bei beiden Bands bedient war. Das Sidefill war eine Hälfte einer kleinen PA und meine Bassdrum kam darüber sehr ansprechend rüber, das macht schon echt etwas aus, wenn man das direkte Feedback so körperlich bekommt. Ansonsten hatte ich den Bass und die Gitarren auf dem Monitor und später noch etwas Keyboard - der Gesang war von den Frontmonitoren gut genug zu hören bei mir. Die Show der Bluesband lief glatt durch - wir haben einige Stellen verhackt, aber immer nur so, dass es außer uns keiner groß gehört hat. Die Publikumsresonanz war sehr gut, da wurde hinterher viel Lob ausgesprochen.


    Die Rock/Blues Band:


    Der Wechsel zur Funkband ging dann sehr schnell, weil eigentlich nur noch die Szene im Pult geladen werden musste - der Rest stand bereits fix und fertig. Auch diese Show ging glatt über die Bühne - allerdings war das Publikum dann doch bereits ziemlich durchgefroren und etliche Leute hatten nach der Bluesband den Rasen vor der Bühne verlassen. Am Ende waren aber noch ausreichend Leute da, so dass wir nicht vor leerer Fläche spielen mussten. Ein Gig am Sonntag mit dem Abbau danach ist ein zweischneidiges Schwert, zumindest dann, wenn man am nächsten Tag wieder arbeiten muss. Allerdings war um 21:00 Uhr die Musik vorbei, der Abbau ging schnell und für mich fiel der Transport weg, weil wir praktischerweise unserer Übungsraum auf dem Gelände haben - da konnte ich mein Liveset einfach in Cases auf einem Rollwagen reinschieben und gut war's für den Moment. Bilanz des Tages: Viel Spaß gehabt auf der Bühne - reibungslose Abläufe mit der Umbauerei und der Technik - einen sehr guten Mitschnitt in Mehrspurtechnik von meinen beiden Bands - Videos von beiden Auftritten mit toller Lightshow. Was will man mehr?


  • Oliver_Stein

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung Oliver_Stein - Paiste Deep Ride die zweite!“ zu „Vorstellung Oliver_Stein - Ausführlicher Gigbericht“ geändert.
  • Wow, das schaut super aus, und nach deinem Bericht war das auch sicher ein sehr cooler Gig! Glückwunsch! 🥳

    Lieber brennende Herzen, als erloschene Träume! <3 xxxx Love life, and live! - It's worth it.


    “You are never too old to set another goal, or to dream a new dream.” ― C.S. Lewis


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  • Ich würd's direkt zurückschicken - auf der 4 müsste eine 16tel-Pause stehen, damit die punktierte 8tel danach in den Takt passt. :S

    Naja, ich denke Paiste ist da schön raus, weil sie keine Taktangabe gemacht haben. :P

    Würde mich interessieren, wie es euch mit den Anschaffungen geht, die dann doch irgendwie nicht zünden… :D

    "Ideologisch" gesehen macht es mir eigentlich nichts aus, etwas wieder zu verkaufen, was man nicht benutzt. Wirtschaftlich sieht es halt schon anders aus. Wie viele hier schon schrieben, kann man etwas nicht in dem Händler zumutbarer Zeit im Laden beurteilen, sondern es braucht Zeit und sogar auch mal den ein oder anderen Gig, wo man sich in der Mitte des Gigs eingesteht, dass das Becken jetzt nicht das wahre ist. Deine Deep Ride Demo kann da auch wieder ganze Glaubenssätze umschreiben... :saint:

    Und man kann aus einer guten Snare und einem guten Ride viele Klänge herausholen. Warum sich also verrückt machen, hin und her wechseln?

    Genau, das verrückt Machen ist das eigentliche Problem dabei. Ich stecke da im Dilemma zwischen Minimal-Setup und viel ausprobieren Wollen. Manchmal denke ich, es ist schon sinnvoll, am Club Kit kleinere/weniger mächtige Becken zu haben und deshalb braucht es mindestens einen zweiten Satz. Aber dann denke ich auch wieder: Warum nicht alles mit demselben Setup spielen und sich spielerisch anzupassen lernen? Es ist ja auch jedes Mal wieder eine gewisse Umgewöhnung, die man sich sparen könnte. Einfach nicht verrückt machen und am besten keine Instrumentenwerbung anschauen. :thumbup: Einfacher gesagt, als getan.

    Four on the floor sind zwei zu viel.
    SONOR Vintage Series: 22" BD; 14" Snare-Drum; 12", 13" TT; 14", 16" FT
    PAISTE 2002 Big Beat: 15" HiHat; 18", 20", 22" Multi, 16" PSTX Thin Crash, 14" Stack aus PST7 China und 14" PTSX Thin Crash

    VIC FIRTH 5A American Classic Hickory, REMO Ambassador Coated

    >> Mein Vorstellungsthread

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