Hajos Vorstellung:ohne Wortspiele in der Überschrift

  • Hallo und herzlich Willkommen bei meiner längst überfälligen Vorstellung nach fast 2 Jahren des kognitiv-beteiligenden Mitlesens.


    Bevor ich anfange, meinen bis jetzt kurzen Werdegang in geschwollenen Worten niederzuschreiben, sind erstmal einige Danksagungen nötig. Denn ohne einige Leute dieses Forums wäre ich heute vielleicht nicht mehr Besitzer eines so schönen Sets :) . Der Dank geht an:


    -huhu stgt für seine Tipps für das Restaurieren und die gute Unterhaltung dabei.
    -Hilite freak für ebenfalls gute Tipps und Links zum Thema Acryl-Restaurierung.
    -alle Leute , die auf diesen Käse von mir geantwortet haben. Aus heutiger Sicht echt gruselig, was man mal geschrieben hat...


    So, jetzt aber erstmal kurz zu mir.


    Mein Name ist Hajo, ich bin 18 Jahre alt und wohne in Ahaus, wenn dann eventuell bekannt durch das Brennelemente-Zwischenlager oder sonst durch die Nähe zu Enschede(NL). Zur zeit schluffe ich mich so durch das Abitur(LKs Englisch und Geschichte), beziehungsweise die zwölfte Klasse, tue überhaupt nichts für den Haufen und komme mit im wahrsten Sinne des Wortes "guten" Leistungen- sehr zum Leidwesen meiner Mutter("Man kann dich ja noch nicht mal für scheiß Noten bestrafen!")- durch die Schule.
    Das Schlagzeug wurde mir offenbar schon früh in die Wiege gelegt, immerhin konnte ich mit 2 zwar kaum laufen, aber die Sticks schon schwingen. Ich würde das Foto gerne hier einfügen, doch der Uploader spackt bei mir rum?!Deswegen ist es unten angehängt.



    Schlagzeug spielen mit Unterricht tue ich seit der zweiten Klasse, ich bin inzwischen also im elften Jahr. Davon hab ich etwa 3 Jahre die Conga dank eines sehr guten Münsteraner Lehrers in- und auswendig gelernt und bin daher darauf recht fit(klingt das arrogant?-wenn ja, ist es nicht so gemeint...)


    Seit ca. 6 Jahren spiele ich außerdem im Schlagzeugensemble "SchlagARTig", ein sehr früher Auftritt ist hier zu sehen(ich bin der Kerl an de Conga, damals mit Iro...):
    [video]

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.
    [/video]


    Bis dahin hatte ich mit kleiner Trommel-Arbeit begonnen und mich dann aufs Set vorgearbeitet. Doch meine Faulheit verhinderte, dass ich besser wurde, als ich hätte werden können. Ich übte zu wenig. Um genau zu sein, übte ich fast nie. Und doch kam ich fast jede Stunde durch die "Hausaufgabenüberprüfung" meines Lehrers.
    Nach dem Auftritt vom Video, das war Ende 2008, kam jeden falls auf einmal ein Bekannter meiner Mutter zu mir und sagte: "Ey, Du kannst ja dein Zeug locker durchspielen, obwohl euer Schlagzeuger voll rauskommt!Hast Du nicht mal Lust, bei der Big Band vorbeizuschauen?"
    So kam es, dass ich 2009 zum ersten Mal bei der BigBand LiveStyle auflief, die vornehmlich auf Schützenfesten auftritt und ab und zu ein Konzert gibt. Schützenfeste. Und dann auch noch die Gestaltung des Galaabends vom Karnevalsverein "Klein-Köln". Ich war verdorben. Neben Freibier en masse gab es hier auch noch Kümmerling, Dirty Harry, Roten, Sechser und Korn in Massen, dazu noch das Programm der Sektbar.
    Aber das Wichtigste war:die Musik war gut. Nicht nur olles Helene Fischer- Runtergeballer, nein, das Ganze auch noch mit Niveau, mit coolen Partystücken und klasse Percussionnoten!Ein Traum für jemanden wie mich, der dadruch lernte, wie man Tambourine spielte, wie man songdienlich spielte und wie man den Gesamtklang auch mit einem erstmal unwichtig scheinenden Instrument wie Percussion aufwerten kann.
    Nach einem Jahr dann das nächste Highlight: zwei Leute von der Band sprachen mich an:"Hör mal, hast Du Lust bei uns in den Musikverein einzutreten?Wir haben im Moment Notstand und bald bekommen wir einen neuen Dirigenten.Außerdem waren wir bei deiner Geburt Kindpinkeln, also bist Du uns was schuldig". Ich hatte wieder Lust, mein Vater spielte in dem Verein seit fast 25 Jahren, schon als kleines Kind hatte er mich manchmal mitgenommen zu proben.
    Was folgte, war 2010, mein erstes Jahr unter dem neuen Dirigenten, der, nur mal so nebenbei, ab Oktober die Big Band der Bundeswehr übernehmen wird. Erneut wurde ich "versaut", durch Schützenfest auch tagsüber und Märsche und Platzkonzerte. Aber es macht mir auch jetzt noch höllisch Spaß, da mitzumachen, und das ist doch die Hauptsache.
    Im Gegensatz dazu wurde der Musikschulunterricht zu einem Wechseltheater sondergleichen. Der erste Lehrer ging in Elternzeit. Der zweite nach 2 Jahren, weil er keine Lust hatte auf einen dreisten Honorarvertrag. Der dritte nach einem Jahr aus dem selben Grund. Der vierte trat nie an. Der fünfte(bzw. die fünfte...) musste nach etwa einem halben Jahr krankheitsbedingt aufhören. So kam ich auf den sechsten Lehrer, der seitdem wacker durchhält, in Enschede studiert und etwa 3 Jahre älter als ich ist.
    Das Ensemble ging lange Zeit gut weiter mit 6 rüpelhaften Kids, die bei jedem Auftritt am meisten Applaus bekamen. An sich kein Wunder, war die Konkurrenz in Form von Blockflötenspielkreisen, Querflöten und Akkustiggitarrengeschrammel doch chancenlos gegen geballte Power von Body Percussion und vor allem der Erkenntnis, dass Schlagzeug deutlich mehr ist als Lärm und Krach.
    Leider verließen uns letztes Jahr vier von sechs aus "schulischen" Gründen. Noch nicht mal in der Oberstufe!Aber naja...Somit ist nur noch ein Duett über, dass aber immer noch ganz gut läuft.
    2010 bin ich dann auch auf dieses Forum gestoßen, hauptsächlich, weil ich bei meinem Vater mal in eine Schlagzeugzeitschrift(er spielt Tuba, Bass, Posaune und ein bsichen Drums...) geguckt und gesehen habe, was für coole Dinger es da draußen gibt.Schlagzeuge, mein ich. Und so packte mich der jugendliche Leichtsinn, ich durchforstete das Internet nach günstigen Möglichkeiten und stieß bei der Suche offenbar zwangsläufig auf dieses Forum.
    Relativ schnell dachte ich:meine Fresse, wie viele Leute gibt es, die besser sind als ich.Wie viele Leute gibt es, die bessere Sets haben als ich. Und ebenso schnell dachte ich: Mein Gott, der Jürgen K schreibt aber auch immer ironisch ;) .Und wieso sieht man den Admin so selten?
    Kurze Zeit später eröffnete ich dann oben genannten Thread. Ach ja, ich wusste bis dahin nur, dass mein Schlagzeuglehrer bei der Erwähnung des Namens "Sonor Champion" ungläubig geguckt hatte, dass auf der Hardware teilweise noch "Made in Western Germany" stand, und das Teil durchsichtig war.
    Und, es war in keinem guten Zustand. Felle aus der Zeit der Anschaffung(späte 70er), Kratzer, die Klebenaht des Floortoms war gerissen...


    Als ich dann aber hier fragte, einmal im Chat und dann eben im Forum, welches Set eine ähnliche Qualität habe und ob sich eine Restaurierung lohnen würde, wurde ich fast überhäuft mit Ratschlägen, was ich machen könnte, wie ich vorgehen sollte, warum es sich lohnte.
    Und naja, was soll ich sagen. Ich habs restauriert. Mit den von hier empfohlenen Acryl-Pflegesets, dem Abschrauben jeglicher Kesselhardware, Erneuern der Schaumstoffeinlagen und Anbringen von Unterlegscheiben an allen Löchern und dem Polieren zusammen mit Vater in den Herbstferien entstand ein extrem cooles Set, nur ein guter Sound fehlte noch.
    Also habe ich mir auch neue Felle gekauft, mir zum Geburtstag nur Geld fürs Schlagzeug gewünscht. Und es hat geholfen, denn heute ist es das Tour-Set der Big Band.
    Im Laufe des ersten Jahres beim Musikverein habe ich dann viele Leute kennengelernt, viel gesprochen und bin zum ersten Mal mit dem Gedanken konfrontiert worden, Musik zu studieren und, um die Floskel zu benutzen, "mein Hobby zum Beruf" zu machen. Lange überlegte ich, inklusive der üblichen Gespräche(alle Nicht-Musiker:"Brotlose Kunst!";"Lern doch was Richtiges!" alle Musiker:"Wenn das dein Weg ist, mach es.";"Klar wird man damit nicht reich, aber wer sich gescheit organisiert, kommt genauso gut durchs Leben wie jeder andere auch.") und war furchtbar unentschlossen.
    Bis zu dem Tag, als ich mit unserem Dirigenten Christian Weiper, bis dahin Leiter des Heeresmusikkorps 10 Ulm sprach, der mir riet: "Hast du dir denn schonmal denn Weg des Militärmusikers angeguckt?Wenn du das machen willst, kenn ich da ein paar Leute..."
    Nein, hatte ich nicht. Aber das holte ich nach. 12 Jahre Feldwebel, 4 Jahre Ausbildung inklusive Studium ohne Abschluss(nur 4 Semster). Machbare musikalische Anforderungen, klassische Musik, gutes Gehalt. Möglichkeit nach den 12 Jahren, den Berufssoldatendienst anzutreten.Pansion mit 54, bis zu 70% des letzten Gehalts. Mannomann, das wäre doch ne Alternative?
    Einziges Problem: Ich bin Träger eines Hörgerätes. Mit 5 zum ersten mal Opfer eines Cholesteatoms, eines gutartigen Tumors, der mir die Gehörknöchelchen Hammer,Amboss und Steigbügel weggefressen hat, seitdem 3 mal wiedergekommen, 2004 letzte OP, dabei Radikalhöhle, mittlere Schwerhörigkeit links ein Leben lang. Damit eine- auch wenn ich es nicht zugeben will- Behinderung und damit Grund genug, bei der Bundeswehr ausgemustert zu werden. Oder?
    Naja, ganz so einfach ist es nicht. Also der Reihe nach:
    Erstmal beim Luftwaffenmusikkorps 3 in Münster beworben, einwöchiges Praktikum, Osterferien 2012. Sie antworten, da hätten sie keine Zeit, aber eine Woche nach den Osterferien ginge. Ich zum Schulleiter gedackelt, Beurlaubung beantragt, bekommen, und Praktikum zugesagt. Dazu die Frage an das LMK 3, ob ein Hörgerät ein Kriterium für eine Ausmusterung sei, oder ob der Wegfall der Wehrpflicht dazu führen würde, dass die Bundeswehr ihre Statuten auflockern würde, da die Leute ja nicht mehr nachkommen. Der Schock: eine glatte Absage!Ich wäre nicht versichert, und dass Praktikum müssten sie absagen, mit der Bitte um Verständnis. Keine Anforderung eines medizinischen Berichts, wie der Ohrenarzt es mir gesagt hatte, kein Gespräch, wie es Weiper mir gesagt hatte. Na uff.


    Ich also Christian Weiper angerufen, gefragt was das soll. Er:"Das kann ich mir auch nicht erklären, ich ruf da morgen mal an." Zu dem Zeitpunkt hatte er den Dirigentposten bei uns im Verein schon abgegeben und hatte angefangen, sich auf den Job als Leiter der BigBand der Bundeswehr vorzubereiten.
    Einen Tag später:Anruf aus Münster. Es täte ihnen Leid, man wolle mich nicht abblitzen lassen. Natürlich könnte ich das Praktikum absolvieren. Ich muss nur unterschreiben, dass ich in dem Zeitpunkt nicht versichert bin...na ok, dann mache ich das. Praktikum absolviert, echt krass diese Typen, was die draufhaben. Dafür aber auch (fast) jeden Tag 2 Std. Busfahrt, auf Hin- und Rücktour jeweils 2 Bier...naja, Hajo, ist das was für dich?
    Mittlerweile habe ich das nächste Praktikum bei einer Zimmerei arrangiert, welches in den Sommerferien stattfindet. Neues Ziel ist für mich jetzt Duales Studium im Bauingenieruwesen mit Zimmerer als Ausbildungsberuf. Dazu später vielleicht mehr, nach den Sommerferien.
    Falls jemand hier Fragen hat zum Thema Militärmusikdienst, ich kann mittlerweile vieles beantworten und Insider-Infos liefern. Wenn Interesse besteht, einfach drauf los ;) .
    Zum Abschluss jetzt erstmal noch zwei weitere Fotos von dem diesjährigen Galaabend vom Karneval.
    Wo mir einfällt, dass ich vielleicht mal mein Equipment nennen könnte? :D

    Trommeln:

    Sonor Champion in Smokey Acryl, 22,12,13 und 16...
    Dazu eine Mapex Black Panther Blaster 13*7 Snare


    Felle:
    Bass: Aquarian SuperKick 1, Ambassador Reso
    Toms: Aquarian Super 2, Ambassador Reso
    Snare: CS Dot, Emperor Reso


    Becken:
    20" Zilco by Azco
    16" Paiste Stambul
    14" HiHats Zilco by Azco
    22" Paiste 2002 China Type


    Hardware:
    Mapex Falcon Doppelpedal
    Mapex 765A Hocker
    Mapex 750A HiHat Ständer
    Gibraltar 450C Rack


    Ich mach jetzt erstmal Pause.
    Bis hierhin schonmal vielen Dank fürs Durchquälen ;)

    Dateien

    • kk-DSC00150.JPG

      (23,11 kB, 41 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • kk-IMAG0013.jpg

      (34,42 kB, 54 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • kk-IMAG0014.jpg

      (32,4 kB, 56 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    3 Mal editiert, zuletzt von SirHajo ()

  • Hi!


    Eine sehr gut lesbare und unterhaltsame Vorstellung. :)


    Hast in deiner Auflistung 'Big In The City' vergessen. Kennt zwar niemand, fand ich aber sehr beeindruckend. ;) Höre mir auch immer noch gerne die Aufnahme an, auch wenn ich an dem Tag leider nicht 100% fit war und ärgerlicherweise deutlich eiere...


    Wünsche dir viel Erfolg, welchen Weg auch immer du einschlägst!


    Schöne Grüße aus dem Nachbarort,
    Andre

  • Hallo Hajo,


    tolle Vorstellung, obwohl sehr viel Text (der im ersten Moment meist erstmal abschreckt) ist sie sehr schön zu lesen und macht doch etwas Hoffnung, wenn so etwas von einem 18jährigen kommt - vollster Respekt!


    Wenn Du alles so angehst, wie es sich aus diesem ersten Post in Deiner Vorstellung herauslesen lässt, gehst Du Deinen Weg (welchen auch immer Du einschlägst) sicher gut.


    Viel Erfolg dabei und weiterhin viel Spaß wünscht Dir


    Jens

    Galerie


    Amateure üben solange, bis sie es richtig machen. Profis trainieren solange, bis sie es nicht mehr falsch machen können.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!