Welchen Kessel für diesen Sound?

  • Nabend!


    Ich habe eine Pearl Free Floating 14x6,5 Stahlsnare und würde gern den Kessel tauschen. Frage: Gegen welchen?
    Ich stimme generell gerne sehr hoch, da ich das Feeling eines harten gespannten Fells am liebsten mag. Außerdem spiele ich eigtl nur Rimshots... Das Problem liegt in der Natur der Sache: Der hohe Grundton von Stahl. Wo ich aber hin möchte, ist ein dunkler Ton trotz der hohen Fellspannung. Daher tendiere ich prinzipiell zu einem 15 ply Maple Keller Kessel. Liege ich mit meiner Erwartung daran richtig oder machebich einen Denkfehler? Das bottom braucht ja bei FF keine Gratung, brauche ich für den gewünschten Sound eine bestimmte Top-Gratung? Rund? etc?


    Also dieser Snaresound entspricht meiner Vorstellung (mal die Tatsache, dass hier mikrofoniert wird, außer Acht gelassen):
    http://www.youtube.com/watch?v…ture=youtube_gdata_player


    Recherche ergab, dass in diesem konkreten Beispiel wohl ein Carbonkessel in der Pearl FF genutzt wurde. Da ich die Seite nicht verlinken kann... eric-singer.com - gear - alice cooper dirty diamonds kit.
    Also von Carbonkesseln habe ich keine Ahnung, aber vlt kann ein erfahreneres Ohr sagen, mit welchem Kesselmaterial ich ins Rennen gehen müsste bzw. ob der 15ply Kessel aus Ahorn in Frage kommt oder ob Carbon in natura wirklich diesem "dunkel-knackigen" PLÖCK Sound entspricht. Naja nen Sound zu beschreiben ist nich meine Stärke, ich hoffe das Video hilft euch mehr :)


    Danke!


    LG
    sd

  • Ich empfinde dicke Holzkessel bei Snares immer als recht höhenlastig, vor allem bei hohen Stimmungen hat mich das immer gestresst (Kesseldicke 8mm und aufwärts).
    Macht ja physikalisch auch Sinn, da sie steifer als ein dünner Kessel sind. Demnach sind die Schwingungen kürzer (Frequenz) als bei einem dünnen Kessel, der mehr schwingen kann, und der "Klang" somit höher.
    Andererseits hast du natürlich Recht: Der Klang wird auch kürzer und prägnanter bei einem dickeren Kessel.


    Ich hatte kürzlich eine Kupfer-Snare, die deinem Geschmack entsprechen könnte. Diese hat angeknallt immer noch schön "Bauch" / "Low-End" / "Wärme" gehabt.
    Kupferkessel für Free-Floatings findet man sogar gelegentlich gebraucht. Hier ist ein File von einer Kupfer Free Floating (nicht von mir). Hier sieht man: Selbst wenn er die Snare am Rand anspielt, klingen die Obertöne nie stressig oder "ringig".


    Ansonsten könntest du es mal mit einem 42er-Teppich an deiner Stahl Snare probieren. Der dämpft das Resofell und damit auch den Kesselton und macht das ganze etwas fetter. Funktioniert leider nicht mit jedem Snare-Bed. Ich finde übrigens, dass die Free Floating Stahl-Snare ein echter Geheimtipp ist. Die Snare ist richtig gut und geht teilweise sehr günstig weg.

  • danke für die schnelle antwort!


    ok, kupfer auch nich schlecht!


    ich bin auch für andere Materialien offen. bei st drums etwa werden auch cvl mahagoni kessel verkauft. 4,5 mm dick, wahlweise mit verstärkungsringen... habe imer gehört dass mahagoni prinzipiell einen recht dunklen ton produziert. meinungen? mit/ohne verstärkungsringen?

  • Hast du nicht die Möglichkeit mal testen zu gehen?
    Drumstation-Maintal z.B.?
    Theoretisch könnte man ja verschiedene Snares durchgehen und dann einen ähnlichen Kessel für die FF suchen.

    "Welches Pumporgan des Menschen ist hauptsachlich für den Blutumlauf verantwortlich?" - "Die Milz!"
    (siehe: Wildecker Milzbuben mit ihrem Hit Milzilein, Milzinfarkt oder Doppelmilz)


    "Ob-La-Di, Ob-La-Da, life goes on, brah"

  • Für solche Art Sounds sind dünne Kessel aus starrem Material geeignet. Also Kessel, die die Schlagenergie nicht direkt absorbieren (wie es ein tendenziell eher "weicher" Kessel tut) und die bei den hohen Spannungen nicht zu schnell komprimieren (übersetzt: an Dynamik verlieren, flach klingen).


    Dünner Mahagonikessel ist das Gegenteil davon. Mahagoni klingt eher dunkel/weich und die geringe Materialdicke verstärkt den Effekt noch.


    Einfach zu merken: je weicher/instabiler der Kessel, desto tiefer der Grundton und desto schneller "kollabiert" der Sound bei sehr hohen Spannungen. Der Kessel verwindet sich dann, fängt an zu komprimieren und erzeugt nur noch Yipp.


    Ein starrer Kessel tut dies erst wesentlich später und seine Grundcharakteristik bleibt auch bei hohen Stimmungen länger erhalten.


    Ich hatte auch ein paar FF Snares (Messing, Stahl, Maple) und fand die Messing für diese Art krachig-fetter Sounds sehr passend. 14x8 wird da noch was drauflegen, da müsstest du dann einfach längere Stimmschrauben verwenden. Sehr gut funktionieren wird auch Carbon/Fiberglass und Acryl.


    lg
    max

  • danke luddie für die zusammenfassung!
    also dünn und starr, klingt nach der richtung, so weit so gut.


    gibt es denn eine gute bezugsquelle für carbonkessel? sind wohl nicht ganz billig was ich so im internet lese. kenne auch nur rocket shells.


    zu acryl scheinen die meinungen auseinander zu gehen. einige berichten von eher hohehn, obertonlastigen sounds...

  • Selbiges (wie über Acryl) könnte man vermutlich auch auf Carbon-Kessel übertragen. Das Rocket-Shell-Carbon, welches ich mal vor Jahren auf der Messe anspielen konnte, war zum einen sehr laut und vulominös, derbe Projektion. Der Klang war aber auch ohne Dämpfung eher etwas trockener im Klang, mit weniger "singenden" Obertönen.
    Sollte Metall in Betracht kommen, finde ich Messing oder auch Aluminium ein schönes Material, da sie einen weicheren Sound als Stahlkessel oder Glockenbronze produzieren, hoch gestimmt bei 14x6,5 aber noch reichlich "Bauch" entwickeln können.
    Bei Holz finde ich das weniger einfach und teile die Meinung mit Niles: Sehr dicke Holzkessel (10 Millimeter und mehr) finde ich recht eindimensional im Klang, ziemlich knallig, etwas leblos, ohne Wärme und Charakter.
    Hier könntest Du entweder Kessel bis zu 8 mm Dicke (ohne Verstärkungsringe), oder ca. 5/6 mm dick plus Verstärkungsringe mal ausprobieren bzw. antesten. Bezüglich Holzsorte würde ich dann eher nach Ahorn, Birke, Eiche oder Buche schauen, also eher harte/dichte Hölzer.

  • Moin,


    ich würde den Kessel nicht tauschen.
    Ich würde einfach ein Taschentuch auflegen.
    Das ist billig und der Ton ist dunkler.


    Wenn es Geld kosten soll, würde ich ein Pinstripe oben aufschnallen.
    Bei der beschriebenen Anwendung ist das nicht das Dümmste.


    Und dann würde ich mal nachdenken, ob 6,5" das Ende der Fahnenstange sein soll.
    8" hat mehr Dunkelheit von unten.


    Ich bin ja in den 1980ern groß geworden (nun ja, vielleicht wurde der Bauch größer)
    und da war es ein großes Problem, Trommeln groß klingen zu lassen, weil eine Kleine
    Trommel eher klein klingt und auf Platten klang alles groß. Die Industrie legte da vorübergehend
    ein paar nette Sachen auf. Die will heute niemand mehr bezahlen oder tragen. Kaum jemand.


    Grüße
    Jürgen

  • dunkler ton bei sehr hoher fellspannung ... das beinhaltet schon eine gewisse herausforderung ans material :whistling: :D


    vielleicht (!) könnte dir da mit einer 15er snare geholfen sein ... ein grösserer felldurchmesser erzeugt bei gleicher spannung einen tieferen grundton ...


    so was müsstest dir dann evtl. von einem trommelschrauber anfertigen lassen


    dunkler ton bei sehr hoher fellspannung ... das beinhaltet schon eine gewisse herausforderung ans material :whistling: :D


    vielleicht (!) könnte dir da mit einer 15er snare geholfen sein ... ein grösserer felldurchmesser erzeugt bei gleicher spannung einen tieferen grundton ...


    so was müsstest dir dann evtl. von einem trommelschrauber anfertigen lassen

    das problem ist, dass ich nen 14x6,5 free floating rahmen besitze. da kann ich leider keinen 15er kessel reinsetzen ;)


    NoStyle
    Ahorn, Birke, Eiche, Buche.... bleiben wir mal bei den beispielen: kann man eine reihenfolge erstellen, welches der hölzer prinzipiell den dunkelsten sound besitzt?

  • NoStyle
    Ahorn, Birke, Eiche, Buche.... bleiben wir mal bei den beispielen: kann man eine reihenfolge erstellen, welches der hölzer prinzipiell den dunkelsten sound besitzt?


    Das finde ich ziemlich schwierig zu beantworten. Diese Hölzer haben nahezu die gleiche Dichte und sollten als Gegenbeispiel vom erwähnten Mahagoni dienen, welches in der günstigen Variante recht weich, großporig, spröde ist und eher etwas patschig bis matt klingt. Die teure und harte Variante dürfte dann eher in die Kategorie "Bubinga" fallen = Tropenholz = bitte nicht mehr kaufen!
    Ahorn, Birke, Buche oder Eiche (spiele ich aktuell) sind vom Klangcharakter sehr ähnlich, wobei ich Buche und Eiche als leicht mittenbetonter empfinde. Ich konnte schon diese vier Hölzer in verschiedenen Variationen spielen und habe dabei festgestellt: Die weit größere Rolle spielt da sicher die Kesselkonstruktion = je dünner der Kessel, desto tiefer ist der Grundton, desto "dunkler" wird der Klang. Das Ganze kann durch Verstärkungsringe noch forciert werden. Ebenso die Gratung = spitz erhöhe ich den Anteil an Obertönen. Je runder, desto präsenter werden Mitten und Bassanteil. Alle diese Hölzer können fett klingen oder auch knallen, je nachdem wie man stimmt, welches der letzte entscheidende Faktor ist. Ich selbst bevorzuge bei der Snare auch lieber eine mittelhohe bis hohe Stimmung (Schlagfell). Um mehr Bauch und Fülle zu bekommen stimme ich oft das Resonanzfell eher tiefer und spiele ein wenig mit der Teppichspannung ...
    Jedenfalls kann ich zwischen diesen vieren keines bestimmen das von Natur aus "am dunkelsten" klingt. Dafür sind es hervorragend klingende harte und dichte Hölzer aus zertifiziertem Anbau! Alternativ könnte man vielleicht noch Walnuss/Nussbaum in den Raum werfen, wobei ich noch keine Trommel aus diesem Holz gespielt habe.


  • ähm ja doch :P ... ich dachte da auch eher an eine art komplettlösung ...


    alternativ könntest auf dem gebrauchtmarkt nach einem günstigen 15er tom kucken, dieses auf snare-tiefe kürzen (lassen), graten (lassen) und snarebed reinbasteln (lassen) ... abhebung dran schrauben und bei gefallen die freefloating abgeben


    passend zur ausgangsfrage fällt mir noch ein, dass ich letztens eine gar wunderbare tama star solid maple snare in 14x6 gespielt/gehört habe, die einen eher dunklen charakter hatte ... aber das muss man halt erstmal finanzieren (wollen)


    grüssle

  • Ich bin mir nicht sicher ob hier einige Tips in die richtige Richtung gehen ... 15er Snare, 8 Zoll Tiefe, Pinstripes, Marchingfelle ... ich weiss nicht ...


    Vielleicht macht der Besuch eines gut sortierten Trommel-Fachgeschäfts Sinn, bei dem man verschiedene 14x6,5 Snares aus diversen Kesselmaterialien im Vergleich testet. Ich bin mir sicher das es ein Kesselmaterial gibt, welches etwas trockener als Stahl, aber immer noch genügend Druck und Bauch entwickelt. Egal ob Alu, Messing, Kuper oder Titan, sowie diverse Holzsorten nebst Kesselkonstruktion. Sollte da eines oder mehrere gefallen kann man ziemlich gezielt bei z.B. ST-Drums bestellen. Kessel kosten nicht die Welt und eventuell reicht das Budget für 2 und kann wechseln - das ist doch gerade das schöne an dem Pearl FF-System ...

  • Carbon wurde schon genannt.
    Aus eigener Erfahrung kann ich das bestätigen. Meine 14x7" Carbon-Snare hört sich sich bei hoher Spannung tief an und hat dabei viel Bauch.


    Lass Dir von Moigus einen 14x7 - 8" - Kessel bauen. Der hat inzwischen enorme Erfahrungen damit.



    Jürgen: Bei aller Liebe - aber Tempos machen keinen Sound, sie dämpfen allenfalls.
    .

    Schöne Grüße - Rainer K. aus B. an der W.

  • Sorry, wenn ich hier in meinem ersten Beitrag direkt einmische, aber mich wundert schon die Fragestellung in Verbindung mit dem Soundbeispiel; das Alice-Cooper-Getrommel wurde doch mit hoher Wahrscheinlichkeit NICHT mit einem straff gespannten Schlagfell realisiert. Klingt für mich eher mumpfig und gedämpft...

  • Sorry, wenn ich hier in meinem ersten Beitrag direkt einmische,[...]


    Na aber das ist doch gewünscht hier im Forum ;)


    @TS:

    Das Problem liegt in der Natur der Sache: Der hohe Grundton von Stahl.


    ich würde - in deinen (von mir sinn-entfremdeten) worten - sagen:

    Das Problem liegt in der Natur der Sache:

    ein dunkler Ton trotz der hohen Fellspannung.


    da liegt mögl. das hauptproblem. und btw.. ich nehme an du hasts schon getan, ich frag trotzdem: schon mal mit dem Reso-tuning rumgespielt? (z.b. sehr tief gestimmt?)



    Ich hab nicht viel Erfahrung mit Kesselmaterialien oder teuren snares.. aber ich kann mir vorstellen dass es passieren kann, dass du trotz carbon kessel oder was auch immer du probierst unzufrieden sein wirst.
    Dann musst du vllt. doch einen Kompromiss zwischen Bespielbarkeit und Sound finden und die Stimmung entsprechend anpassen.

  • Hallo,


    HOHK: nein, Klang machen die nicht (objektiv), aber subjektiv klingt es tiefer, weil die Obertöne abgedämpft werden und man dann eher das hört, was man hören will. Klappt aber nicht immer.


    D.drummer: andere werden lachen, aber ich habe neulich tatsächlich ein Falams II auf meine Stahltrommel geschraubt und ich konnte sie hinterher noch spielen und klanglich hat sich keiner beschwert. In der Tat war da der Grundton etwas dominanter. Die Brillanz hat zwar auch etwas gelitten und vor allem die Bespielbarkeit, aber bei genügend Lärm drumherum (zwei Röhrenvollverstärker mit je 4 x 12" darunter) und zwei anständig trainierten Händen ist das kein Problem. Heavy Metal bulletproof.


    Ansonsten mache ich das immer so: wenn es hoch klingen soll, dann nehme ich die kleinere Trommel und stimme sie hoch und wenn es tief klingen soll, die größere und tief. Aber das ist zu einfach. Da hat man ja kein Problem.
    Gegen schlechte Bespielbarkeit hilft übrigens eine gute Handtechnik, das Zauberwort heißt: Y-Bänn. Das ist eine fernöstliche Kampfkunst. Das Geheimnis des geheimen Geheimbunds der, wo ich den Namen nicht sagen darf, weil er so geheim ist.


    Grüße
    Jürgen
    streng geheim - Näheres beim Info-Telefon von NSA & Co.

  • Wir haben immer mal wieder Threads im Forum wo ich inhaltlich nicht mehr folgen kann ;) .


    Ich denke man braucht in das Video der Alice Cooperinski nur 2 Sekunden hineinzuhören um festzustellen, dass ein wesentliches Hauptcharakteristikum dieses Snaresounds der Ambience-Anteil bzw. Raumanteil ist (also das was nach dem Anschlag, nach! den heftigen Rimshots zu hören ist).


    Da ist die Materialkunde wirklich eher zweitrangig. Von compressed bis sonstwo etc. will ich garnicht anfangen. So wird nahezu jeder Eimer klingen (wenn man die nötige Nachbearbeitung bzw. jene Mixparameter einstellt.


    Ohne diese Parameter klingt keine Snare der Welt so. Auch nicht ein platinbedampfter Diamantkessel.


    Und gänzlich ausschließen, dass womöglich noch ein Sample hinzugemischt wird (von ganz woandersher) kann man seit 1990 bei diversen Mixen/CD´s/Live DVD´s vieler Künstler auch nicht mehr.

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