Grooves der 20er bis 60er Jahre - stompology.org

  • Stompology


    „Stompology“ ist eine Wortschöpfung aus „Stomp“ als Bezeichnung von
    Jazzrhythmen und Tänzen sowie der Wortendung „- logy“ für „Lehre“. Mit
    einem Augenzwinkern nannte Lionel Hampton sein Album aus dem Jahr 1937
    mit der Anspielung auf einen wilden Tanzstil zu schnellen Jazzrhythmen
    „Stompology“.


    Meine Website http://www.stompology.org über die traditionellen Spielweisen des Schlagzeugs und
    die Grooves der 30er bis 60er Jahre ist so aufgebaut, dass Du möglichst
    Eindrücke über unterschiedliche Medien gewinnen kannst. Neben Texten
    und Noten findest Du Grafiken, Hörbeispiele (mp3) und Videos, sowie Transkriptionen berühmter Grooves zur "triolischen Spielweise".


    Ich würde mich freuen, wenn Ihr Euch mal umschaut und mir eine Rückmeldung gebt. https://stompology.org/about/
    Christian

    Einmal editiert, zuletzt von stompology ()

  • Hi Christian,


    das ist eine super Website! Ich hab mal kreuz und
    quer geklickt und das ist ein wahrer Fundus an
    gutem Material.


    Thx & viel Erfolg
    fwdrums

    nontoxic: kurze lange CD-Pause

  • ...dem kann ich nur Zustimmen.
    hab mich gestern Nachts auch mal durchgeklickt.


    Mir hat besonders gefallen, das Vieles durch Hörproben und Beispielen hinterlegt ist.


    Die verlinkten Querverweise, wo es dann nach Bedarf auch mehr weiterführend ins Detail geht , ist auch genial gelöst.
    Also man muss sich nicht gleich bis ins Detail mit Allem, ein Haufen nur Text auseinandersetzen, bzw. wird davon Erschlagen.
    Man kann durch die Querverlinkung aber jederzeit bei Interesse tun.


    Gibt auch viele gute bildliche optische Darstellungen, ich meine viele interessante Dinge/ Themen auch für Leute die evtl. weniger an der Art Musik
    interessiert sind.


    Ich war dann eigentlich länger als geplant auf der Seite, hab auch abgespeichert und werde die noch wohl noch öfters besuchen.

    ich höre immer du musst, du brauchst.....ist "modern", "out", "in", "trendy" und so....
    ich mach`s wie`s mir passt, schei.. auf die Säue, die laufend sinnbefreit durch
    die Dörfer getrieben werden.



  • Von mir auch einen Daumen nach oben, klasse Sache hast du da auf die Beine gestellt. Und auch wirklich ansprechend aufgebaut, schlicht und gut.


    Darf ich da gleich eine Frage stellen? Den Faux Latin Boogie kannte ich begrifflich noch nicht, und ich bin nun etwas irritiert. Das ganze läuft ja unter swingenden Grooves, und du hast ihn auch entsprechend notiert. Nur, das Hörbeispiel ist straight getrommelt und hat etwas andere Akzente ?(.
    Auch die Ray Charles Nummer hat zwar einen gewissen Swing wie viele Songs dieser Epoche, ist aber eigentlich gerade gespielt und ganz sicher nicht ternär.
    Klär mich doch bitte mal auf.

  • Hab ich gelesen, und genau darauf beziehe ich mich. Das ist einfach kein ternärer Groove, was da zu hören ist. Dieses "In Between" kennt man ja aus verschiedenen Stilistiken, in manchen ist es trotzdem eher ternär, in diesen Hörbeispielen aber für mein Empfinden eindeutig eher binär. Und dann darf man es eigentlich nach meinem Empfinden nicht ternär notieren.

  • Hallo Trommla,
    Dank für das genaue Schauen und Hören. Tatsächlich bin ich mir nicht sicher, ob die "Spielanweisung" 2=3 in dem in meinem Hörbeispiel zum "Rhumba Boogie" richtigt ist. Ich denke, ich spiele das Ding auch noch mal mehr wie einen "nomalen" Boogie ("hüpfender") und stelle es neben das aktuelle Beispiel zum Anhören und Vergleichen.


    Wie Du schreibst: Es ist irgendetwas zwischen binär und ternär. Das wird gelegentlich dann wohl als "triolisch" bezeichnet. Ich meine, dass viele Songs des frühen New Orleans R&B genau dieses "Zwischendasein" führen und dass das ganz spannend ist. Wie hörst Du diesen Groove:Fats Domino "My Girl Josephine" https://www.youtube.com/watch?v=dxPNewCVGzY ? Noch ein wenig im Gefühl zwischen den Welten oder doch schon streng binär?


    Zu den Begriffen: Das Hörbeispiel habe ich aus dem Buch ""Second Line - 100 YEARS OF NEW ORLEANS DRUMMING" von Antoon Aukes, Seite 46. Dort wird er als "Erlay Rhumba Boogie" bezeichnet. In einigen Schlagzeugbüchern (so etwa in dem Buch von Daniel Glass und Zoro "The Commandments of Early Rhythm and Blues Drumming", Seite 87) und Artikeln ist der Begriff "Faux Latin Groove" (oder auch "Faux Latin Boogie") zu finden und ich finde ihn als Oberbegriff für die vielen unterschiedlichen Grooves mit Latin-Akzenten aus der Zeit passend.


    Natürlich möchte ich auch nicht nur "rein dreigeteilte" Grooves aus der Zeit beschreiben.


    Viele Grüße aus dem Norden
    Christian

  • Super Christian, danke dir für die Erläuterungen.


    "Josephine" interpretiere ich ebenfalls als binär. Dass das Feeling dieser Musik ein wenig vom straighten "Durchnageln" weggeht, lässt sich m.E. in Noten schwer zum Ausdruck bringen. Ist ja mit Swing nicht anders. Klar kann man jedem Rockdrummer beibringen, ein wenig Ding - Ding-DiDing-Ding-DiDing zu spielen, aber Jazz ist das noch lange nicht ;)


    Oder die Samba, die ja eigentlich ziemlich 16tel-lastig ist. Wenn wir Deutschen und Österreicher das spielen als traditionelle Marschmusiker, hört es sich zackig und so gar nicht nach Samba an, weil wir in der Regel dieses charakteristische "Eiern" nicht drauf haben. Das muss man fühlen lernen.


    Haha, und wenn ich schon Ösis nenne, den Wiener Walzer spielt man auch nicht, wie er auf dem Blatt steht, als präzisen 3/4.


    Übringens fänd ich's cool, wenn du Material hättest und das Ganze noch auf den Anfang des letzten Jahrhunderts erweitern würdest. Ragtime, Charleston und so Zeug, also richtig oldschool. Macht ja auch ne Menge Spaß, in diesen Genres zu trommeln, selbst wenn man kein Traps-Set hat.


    Grüße, Jan

  • Hallo Jan,
    in Bayern und in Österreich soll es ein große Boogie-Woogie Szene geben. Habe ich vor einigen Jahren von einem Berufsschlagzeuger gehört. Er ist deshalb aus dem Norden in den Süden gezogen.


    Gute Idee mit dem Charleston und älteren Stilrichtungen. Aber das müsste ich dann doch sehr lange üben, damit es halbwegs klingt. Ich finde es schon schwierig, die ganz frühen und super sparsamen Sachen zum grooven zu bringen. Mal anschauen und genau hören. Ein gutes Beispiel ist "Josephine" dafür. Es klingt technisch so einfach, aber ich finde das Ding ist mit Gefühl nicht einfach zu spielen.


    Hörbeispiele inzwischen geändert und ein weiteres Beispiel hinzugefügt; ist so (stompo-) logischer. :) Dank nochmals für den Hinweis.


    2 neue Beschreibungen "berühmter Gooves" gibt es auch im Blog
    "Topsy2" https://stompology.org/2020/09/03/beruhmte-grooves-topsy-2/ und heute "Stompin' At The Savoy" https://stompology.org/2020/09…y-benny-goodman-quartett/
    Viele Grüße und eine schöne kommende Woche wünscht
    Christian

  • in Bayern und in Österreich soll es ein große Boogie-Woogie Szene geben


    Nicht nur Boogie Woogie, auch anderen alten Kram. Dixieland ist ja fester Bestandteil der Biergartenkultur. Das müssen die Amis sich glaube ich damals in Bayern abgeschaut haben ;)


    aber ich finde das Ding ist mit Gefühl nicht einfach zu spielen.


    Das finde ich eine gute und realistische Herangehensweise. Wenn man Stilistiken mit Hörbeispielen vorstellt, sollte man sie natürlich auch glaubwürdig zum Klingen bringen.

  • Hallo Christian, super Seite! Toll! Ist genau mein Ding bzw. das, was ich mit der Band mache.

    Bin noch nicht dazu gekommen genauer einzutauchen, werde ich aber machen. Und ja, ich habe das Gefühl. das hier im Süden etwas mehr in dieser Richtung geht. Wir spielen aber auch oft im Norden und kennen da auch eine Bands. Grüße und Kompliment RT

  • Vielen Dank, krupa!


    Der Norden und dann auch noch noch Kiel!!!! -)


    Inzwischen habe ich einige Updates zur Website (zur Zeit ist beruflich nicht so viel los, da habe ich Zeit dafür)


    Viele Grüße und Dank für das Interesse!

  • Ich hab gerade eben für Sonntag einen Biergartenjob mit NewOrleans/Dixiland-Jazz reinbekommen. Mal schauen, ob ich da irgendwo den T-Bone-Shuffle unterbekomme, der begeistert mich nämlich, seit ich ihn auf deiner Page bewusst wahrgenommen habe. Allerdings weicht mein Wischpattern etwas von deiner Beschreibung ab, wenn beide Hände gegeneinanderwischen gefällt mir nämlich der Flow noch besser. Bei Interesse nehme ich dir mal ein kurzes Video davon auf.

  • Oh ja, die Spielweise interessiert mich sehr und sehr gerne würde ich Dein Video dazu anschauen. Ich selber bekomme es derzeit nicht so hin, so dass ich zufrieden bin. Es klingt manchmal irgendwie mehr nach Polka. -) Viel Glück bei dem Auftritt und hoffentlich denken Deine Mitmusiker und Mitmusikerinnen nicht, dass Du den Shuffle versehentlich falsch spielt, wenn Du den T-Bone Style vorlegst.

  • Sehr schöne Seite und Anregung sich mal mit der Musik zu beschäftigen, die zur kindlichen Prägung dazu gehörte, bevor ich überhaupt den Gedanken fasste Schlagzeug zu spielen.
    Ich werde mal heraussuchen welche Musik ich in den speziellen 2 Fällen (lange Kinderkrankheit) über Wochen gehört habe, und die dann mal einen Drumstile zuordnen.
    Netterweise bekam ich von Nachbarstöchtern die schon Teens waren den Plattenspieler mit reichlich Singles aus den fünfzigern dabei, die ich täglich rauf und runter dudelte.


    Man war dass ein Segen :thumbsup:


    Irgendwas muss doch bei mir Prägend gewesen sein auf dass ich mich noch heute beziehe.


    -

  • Hallo GuTh!
    Das ist eine schöne Geschichte. Glück im Unglück. Ich glaube auch, dass das, was einen später gefällt mit früher Prägung zu tun hat. Meine Mutter hat oft Swing getanzt und als sie mit mir schwanger war, Swing (Benny Goodman und ähliches) gehört.


    Vielleicht geht das mit der Prägung sogar sehr früh los. :?: Auf die Idee wäre ich mit 16 nie gekommen und ich hätte das auch blöd gefunden. Denn damals galt: "Yeah, Mama don't allow no drumming going on" (J. J. Cale).


    Grüße von Christian

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!