Heel-Up Technik und Heel-Toe (RRLL)

  • Moin Leute!


    ich habe eine oder besser eine ganze Reihe von Fragen und Anregungen zu den beiden genannten Techniken:) Ist bissel ausführlich geraten 8) .


    Zuerst mal die Eckdaten:


    Ich spiele jetzt seit ca 4 Jahren Extrem-Metal, oder sagen wir Möchtergern Extrem-Metal, hatte mich davor viel an funk/jazz/prog orientiert.

    2017 hab ich angefangen mir die Heeltoe-alternating (also rlrl)- technik draufzuschaffen. konnte damit in relativ kurzer zeit (anderthalb bis zwei Jahre) schon ordentlich

    tempo aufbauen (230-240bpm)

    ABER: War irgendwie alles nicht zu gebrauchen, denn:

    -musste mich extremst konzentrieren um das balanced klingen zu lassen, also keinen "Galopp-Effekt" zu haben. Saubere Song Playthroughs auf Ansage konnte ich mehr oder weniger vergessen. Dieses problem lag ziemlich tempounabhängig vor und wurde richtung midspeed (180 bpm und darunter) sogar noch schlimmer.16th-triplets waren der reinste Koordinationsgehirnterror.

    -Die Versuche, diese Technik in Sachen Tightness zu perfektionieren endeten damit, dass ich das (seltsamerweise nur auf dem rechten fuß) komplett verlernt habe. Der fuß hat die bewegungen nicht mehr sauber voneinander separiert und damit wurde das sehr ineffizient. Habe das mit langsam üben über Monate in den Griff bekommen, doch sobald ich mich wieder auf Songs konzentriert habe, waren die alten Fehler wieder drin und zwar von einen Tag auf den anderen. Konnte dann im Prinzip wieder von vorne anfangen. Meine Leistung entsprach also einer Art Sägezahnkurve.


    Mitte 2020:

    Ich hatte endgültig die Faxen dicke mit HT-altern. und habe beschlossen, die heel-up/ankle-motion technik zu lernen. Geübt habe ich das zunächst nur mit links. Mein rechter Fuß konnte das schon recht gut, da er das quasi "aus versehen" durch das Falschmachen der HT-altern.-technik gelernt hatte. Wenigstens waren die 3 Jahre an den Füßen dann nicht komplett verschwendet ^^ . Aber mein linker fing wirklich bei 0, 0 an. Keine Kontrolle, konnte dieses nervöse zittern irgendwo zwischen 210 und 220 zwar, aber ohne start-stop-kontrolle und dementrechend war an synchronisation nicht zu denken. Habe also bei 160/170 bpm angefangen immer ein paar achtel abwechselnd links und rechts zu spielen. Auch häufig ohne metronom, da ja erstmal das feeling über die bewegung im vordergrund stand.


    Mittlerweile:

    Habe das jetzt mit stundenweise fast täglichen übens mittlerweile würde ich sagen bis 200/210 bpm drauf. Unter "Laborbedingungen" gehen auch mal 220, aber meißtens nur kurz (16 bars, also 16 mal 4 Schläge auf der Kick), persönlicher best-go liegt bei 32+ bars. Gibt natürlich immer noch gewisse unsicherheiten in der Integration mit den Händen, aber das kommt halt nur über monate/Jahre, ist mir klar. Wirkliche Ausdauer hab ich aber nur bis 200/205, wobei die Streuung da auch recht groß ist. Meine besten Gos dürften bei 210 so um 40 sekunden liegen, aber habe auch mal Gos die sogar auf 200 Sachen kürzer sind. Alles in allem kann ich festhalten: Nennenswerte Sicherheit und Entspanntheit, sodass ich eine Minute oder länger spielen kann, liegt nur bis 200 plus paar gequetschte bpm vor.

    Ich lese immer wieder von Leuten, die mit der Technik innert Monaten/vllt ein Jahr auf den tempi, auf denen ich gerade festhänge, und auch darüber die Minuten zählen können und nicht die Bars :D . Daher habe ich den Eindruck, dass ich solangsam meine Systematik am Üben ändern sollte. Wie übt ihr so? Ich habe eigentlich nicht das Gefühl, dass ich die Technik grundsätzlich falsch mache. Es fühlt sich in den ersten sag ich mal 10 sekunden eigentlich immer ziemlich smooth an, kommt schön alles aus den Waden. Der Schienbeinmuskel unterstützt vllt minimal das "zittern" und die Beine oben "wackeln" nur bissel auf und hab. Und wenn ich merke, ich verkrampfe, breche ich den Go auch ab, wenn ich es nicht schaffe wieder zurück ins entspannte feeling zu kommen, um mir das verkrampfen nicht versehentlich anzutrainieren. Was ich sonst noch so beobachte:


    Nach einem Außdauer-go bin ich dennoch in der Lage, einfüßig achtel weiterzuspielen. Daraus schließe ich, dass ich durch das zusammenspiel mit beiden füßen noch nicht so effizient bin, wie ich eigentlich könnte.


    Würde gerne mich langfristig mal richtung 230 orientieren, damit unter nicht idealen live-gig-bedingungen 220 unproblematisch werden. Was würdet ihr raten, als Übungssystem wenn es ans eingemachte geht? Habe das Gefühl, ich trete mit fast jeden Tag einfach immer nur entlang der BPM-Leiter üben solangsam auf der Stelle. Nur an ausgewählten Tagen in der Woche ans Speedlimit gehen? Restdays einbauen? Solche Systeme hatte ich schon länger im Kopf, allerdings höre ich auch häufig, dass das Problem eigentlich nicht muskulär ist, sondern eher "im Kopp" vorliegt, und dass es wenn die Technik stimmt, eigentlich immer klappen müsste. Auch habe ich manchmal echt börner Sessions, obwohl ich voll den muskelkater vom bouldern habe, brauche dann aber länger um warm zu werden.

    Dennoch, zwei Sessions pro Tag kann ich nicht auf speed gehen, weil, Technik hin oder her, irgendein Muskel muss ein bissel arbeiten und bei mir sind es die Waden, die einfach dann durch sind. Glaube auch, ich mache mir eher die richtige Technik sogar kaputt, wenn ich mit kaputten Waden weitermache, weil dann andere muskeln helfen wollen, die eigentlich schön chillen sollen. Also scheint schon eine muskuläre Komponente dabei zu sein. Was haltet ihr so davon, wie habt ihr ggf. eure heel-up (falls ja) auf 230/240 oder jenseits davon gepusht?


    Fange derweil auch mit der heel-toe variante als doublestrokes an. Übe das meinstens noch ohne Klicktator, da ich noch sehr mit damit beschäftigt bin, es erstens möglichst effizient zu spielen und zweitens dem zweiten schlag des doubles noch genügend schmackes mitzugeben. Mir hilft da um die technik an sich gut zu verinnerlichen, einzeln zu üben im RRL RRL bzw LLR LLR Schema, oder das bleed-pattern von Meshuggah, bzw variationen davon. Macht jedenfalls auch auf dem Fortgeschrittener-Anfänger-Niveau schon ordentlich Laune und macht abgehackte Patterns deutlich einfacher als mit der oben beschrieben technik. Besonders in Verbindung mit dieser Technik höre ich oft davon, dass sie innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit schon echt hohe Geschwindigkeiten erlaubt, allerdings bin ich noch weeeeiit weg von 240 oder sowas. Ist auch nicht mein erster Anlauf an diese Technik. Sehe immer wieder Leute, die das gar nicht wirklich als Heel Toe spielen, sondern mit der Ferse insbesondere bei sehr hohen tempi weit hinter dem Pedal sind und eigentlich nur "bouncen" lassen, also quasi wie beim Presswirbel (zumindest kann ich es mir nur so erklären). Wie habt ihr die Kontrolle darüber gelernt, und welche Federhärte würdet ihr empfehlen? Meine Federn sind so eingestellt, dass der beater bei auf dem pedal vorne abgestelltem bein knapp vorm fell ruht, also links etwas weniger, da linkes nein bissel leichter, da schwaches bein.


    Vielen Dank schon mal im Vorraus! und sorry für den halben Roman, aber wenn nicht hier, wo sonst :D

    Blastende Grüße, Julian

  • Hi Julian,


    ich bin jetzt sicher nicht die Referenz was diese Geschwindigkeitsmarathons betrifft. Wenn ich mir deinen Leidensweg allerdings so durchlese bekomme ich das Gefühl, dass du vielleicht einerseits von deinen Beinen etwas verlangst was sie einfach noch nicht können, bzw. du dich zu sehr auf eine Zahl (bpm) fixierst. Wenn du diese Übungen um 200-230 herum machst, spielst du das im Groove oder nur die BD alleine? Wenn du wirklich nur die BD alleine spielst, würde ich das mal für eine Zeit lassen. Spiel einfach zur Musik die du spielen möchtest und denk nicht "Ich muss den Groove mit 220 Sachen spielen". Und vor allem zwinge deine Beine nicht notwendigerweise in eine Technik die sie vielleicht nicht mögen. Lass deinen Körper einfach mal machen, und achte dabei mal vor allem auf deine Sitzposition, gerade wenn du einen Groove spielst. Verdrehst du den Körper, bist du im Core Bereich geankert, verdrehst du die Beine aus dem Hüftgelenk, etc.? Ich würd mich entspannt hinsetzen und einfach mal Lieder spielen die sich irgendwo um 150-200 bewegen und zu großem Teil aus Achteln auf der Bassdrum bestehen mit kurzen Spurts. Zuerst muss ich überhaupt mal ans Ziel kommen, bevor ich den ganzen Marathon sprinten versuche.


    Das mag jetzt vielleicht alles nicht genau das sein was du erwartest oder hören willst, und ich behaupte auch gar nicht, dass das der Weisheit letzter Schluss ist, aber mir ist dieser "Ich muss drölfundachtzig bpm schaffen" Gedanke völlig fremd. Ich kann sagen ok die Nummer ist mir sicher noch lange zu schnell, dann muss ich einen Groove finden der auch funktioniert und für mich spielerisch möglich ist. Wenn die Nummer hart an der Grenze oder leicht drüber ist, muss ich die einfach so oft spielen bis ich das auch mit 70-80% Leistung abrufen kann. In dieser Option ist es realistisch zu sagen das bekomm ich in Zeitraum XY gebacken. Aber in erster Linie mag ich Musik machen, und wenn ich da körperlich gerade nicht gebacken bekomme probiere ich solang herum bis ichs kann, fruste mich dabei aber nicht. Es wird sicher Dinge geben die ich vermutlich nie spielen können werde, aber das stört mich nicht im geringsten.


    lg

    Alex

  • Hey Alex, vielen Dank für die Antwort!


    Ich übe bei einer Doublebass Session wie folgt: fange häufig ohne Metronom an meine Füße warm zu hampeln. Ich habe früher die Füße einzeln separat geübt, aber seit paar Monaten sitzt die Grundtechnik ganz gut. Daher hab ich dann angefangen natürlich das mit Übrigen drumming zu integrieren.


    Da übe ich möglichst die komplette Palette von simplen 4/4 halftime mit den Händen bis zu thrashbeats (also ufta ufta und dann DB 16 drunter) und umgekehrt (also snare immer auf dem onbeat). Gerne verschachtel ich das auch mit paradiddles auf Ride und hihat. Macht Bock und hat mir echt einiges an Übung abverlangt, wird aber immer sicherer. Womit ich noch die meisten Probleme habe, sind bomb blasts, also Hände oben dängeln simultan 8tel und die Füße spielen 16 drunter (die heißen dann doch bomb blasts oder;)). Geht aber auch immer besser.


    Den Klumpatsch übe ich dann die bpm Leiter auf und ab, fange so um 170/180 Sachen an und arbeite mich dann Richtung 210/215. insbesondere bei den höheren Tempi muss ich aber vorher n paar Ausdauer Runs mit simplen halftimes auf den Händen spielen, um in das Tempo reinzukommen. Funzt auch an Tagen unterschiedlich. Manchmal schöne bomb blasts bis 210/215, manchmal auch „nur“ bis 200/205. Da versuche ich dann auch immer mal Rudiments (meist paradiddlediddles) drüber zu schicken. I know, per Definition isset dann in dem Moment kein blast mehr:) 220 ist bis jetzt so das absolute Maximum, da spiele ich nur nen simplen groove mit den patscherchen drüber. Wie du schon sagst, da verlange ich den Sprunggelenken (besonders links) mehr ab, als die können, aber genau daher rührt ja das Nachdenken über die Systematik.


    Aber alles in einen hast Du natürlich recht, es geht nicht darum unbedingt drölfundachzig bpm zu zocken. So 220 wären halt für meine Metalband nice, deshalb die Zahl;) ich werde es einfach mal ausprobieren, mir ein System zu machen mit 70-80% Sessions, restdays in denen ich was komplett anderes übe und aufs-Maul-Sessions, aber die Technik an sich fühlt sich grundsätzlich richtig an.


    Übe natürlich auch zu Songs, meist die pilotgitarrenspuren von meiner Band. Versuche mich auch immer mal an so gojira oder slipknot song(Parts), spiele aber kaum richtig als Play-along dazu, weil ich durch die original Drums auf den Songs dann Schwierigkeiten bekomme, meinen DB sound vom original zu trennen😅. Ich höre eigene Unsauberkeit dann einfach nicht so raus, daher „schreib“ ich mir oft selbst Parts. So erstmal genug Geschwafel meinerseits:)

  • Hi Julian,


    du sprichst mir zum aktuellen Zeitpunkt sehr aus der Seele. Habe bisher immer Double Bass nur aus den Beinen gespielt und dachte, wenn ich es lange genug übe, werde ich schon schneller werden. Jedoch hing ich immer bei 16teln auf 130bpm fest.

    Hab mich jetzt in letzter Zeit auch mit der Ankle-Technik befasst.

    Hatte mal überlegt mir den Zugang auf der Seite von Marthyn Jovanovic zu abonnieren. Bisher bin ich aber mit den YouTube-Videos von James Payne sehr gut vorangekommen.

    Fehlende Kontrolle, Zittern etc. habe ich auch noch, es wird aber von Tag zu Tag besser. Ich starte immer mit der Grundübung von James Payne: Mit jeweils einem Fuß einen Takt Viertel Leg-Technik, dann einen Takt Achtel Ankle-Technik und mit der Zeit die Anzahl der Takte mit Ankle-Technik erhöhen.

    Wenn ich warm bin dann das gleiche mit beiden Füßen, also einen Takt Achtel Leg-Technik RL und dann Sechzehntel Ankle-Technik. Abschließend zwei bis drei Ausdauer-Runs. Das beansprucht am Tag so 30-40min., nach 3-4 Tagen einen Tag Pause.

    Fußmaschine habe ich auch nach den Tipps von James Payne eingestellt, also recht viel Beater-Weg und erstmal relativ lockere Federspannung. Während der Übung variiere ich immer nochmal Sitzhöhe, Sitzposition, "Verdrehung der Beine etc.


    Mir fehlt aktuell noch das Gefühl und die Koordination bei niedrigen BPM und in der Leiste spannt es bei mir gelegentlich ziemlich. Komischerweise kann mein linker Fuß die Ankle Technik besser als der rechte, was auch einige Kommentatoren bei den James Payne Videos berichten.


    Fortschritte kann ich aber definitiv, beinahe täglich, verzeichnen.


    Gruß

    Thorsten

  • Hey Alex, vielen Dank für die Antwort!

    Sehr gerne! :)


    Da übe ich möglichst die komplette Palette von simplen 4/4 halftime mit den Händen bis zu thrashbeats (also ufta ufta und dann DB 16 drunter) und umgekehrt (also snare immer auf dem onbeat). Gerne verschachtel ich das auch mit paradiddles auf Ride und hihat. Macht Bock und hat mir echt einiges an Übung abverlangt, wird aber immer sicherer. Womit ich noch die meisten Probleme habe, sind bomb blasts, also Hände oben dängeln simultan 8tel und die Füße spielen 16 drunter (die heißen dann doch bomb blasts oder;)). Geht aber auch immer besser.

    So und damit machst du glaub ich mehr Übungen als ich jemals gemacht habe. Den Bomb Blast kann ich zB gar nicht, habe den aber auch nie ernsthaft geübt weil er mir nicht wirklich gefällt und ich den deshalb musikalisch vermutlich auch nie einsetzen werden, zumindest nicht solange er mir nicht gefällt.


    Den Klumpatsch übe ich dann die bpm Leiter auf und ab, fange so um 170/180 Sachen an und arbeite mich dann Richtung 210/215. insbesondere bei den höheren Tempi muss ich aber vorher n paar Ausdauer Runs mit simplen halftimes auf den Händen spielen, um in das Tempo reinzukommen. Funzt auch an Tagen unterschiedlich. Manchmal schöne bomb blasts bis 210/215, manchmal auch „nur“ bis 200/205. Da versuche ich dann auch immer mal Rudiments (meist paradiddlediddles) drüber zu schicken. I know, per Definition isset dann in dem Moment kein blast mehr:) 220 ist bis jetzt so das absolute Maximum, da spiele ich nur nen simplen groove mit den patscherchen drüber. Wie du schon sagst, da verlange ich den Sprunggelenken (besonders links) mehr ab, als die können, aber genau daher rührt ja das Nachdenken über die Systematik.

    Auch damit übst du wesentlich gezielter als ich das jemals gemacht habe. Pyramiden über das Metronom habe ich nie gemacht (ich sage damit nicht das die Übung nichts bringt, im Gegenteil), aber ich bin vermutlich auch einfach zu faul dafür.


    Aber alles in einen hast Du natürlich recht, es geht nicht darum unbedingt drölfundachzig bpm zu zocken. So 220 wären halt für meine Metalband nice, deshalb die Zahl;) ich werde es einfach mal ausprobieren, mir ein System zu machen mit 70-80% Sessions, restdays in denen ich was komplett anderes übe und aufs-Maul-Sessions, aber die Technik an sich fühlt sich grundsätzlich richtig an.


    Übe natürlich auch zu Songs, meist die pilotgitarrenspuren von meiner Band. Versuche mich auch immer mal an so gojira oder slipknot song(Parts), spiele aber kaum richtig als Play-along dazu, weil ich durch die original Drums auf den Songs dann Schwierigkeiten bekomme, meinen DB sound vom original zu trennen😅. Ich höre eigene Unsauberkeit dann einfach nicht so raus, daher „schreib“ ich mir oft selbst Parts. So erstmal genug Geschwafel meinerseits:)

    Hm vielleicht ist mein Ansatz auch fake it 'til you make it. Wenn ich für mich wo dazuspiele, versuche ich einfach die gegebenen Notenwerte zu spielen auch wenns brennt und unsauber ist. Das ist quasi mein "Üben". Bei Proben mit Mitmusikern (aktuell ja wieder mal auf Eis ^^ ) ist es wichtiger zu schauen als Band tight zu sein, und wenn ich den Sechzehntelmarathon auf der DB bei 220 noch nicht unfallfrei hinbekomme habe ich mit der Band 2 Möglichkeiten. A) Wir spielen das in einem Tempo in dem ich das unfallfrei spielen kann oder B ) ich spiele einen anderen Groove, der eine ähnliche Wirkung hat. Selbst wenn bei B ) etwas von Brutalität verloren geht, wäre mir wichtiger als Band gut zu klingen, als nur schnellen Lärm zu machen.
    In etwa so läufts auch beim Schreiben der Spuren, ich hör das Riff, denk mir was gut dazupassen könnte, versuche das zu spielen, bzw. denk mir was aus was ich spielen kann. Teilweise wenns dann ans Aufnehmen geht stellt sich zum Beispiel heraus das der Song auf 200bpm ist und ich offenbar Heavy Polka und im Chorus 16tel Geballer auf der BD spiele. Sprich die Erkenntnis war "Aha, offenbar kann ich über einen längeren Zeitraum das Tempo auf der BD spielen".


    Es ist schwierig meine Erfahrungen da in Worte zu fassen, aber ich übte die letzten Jahre quasi nie auf Tempo, das kam immer von selbst. Es lag vielleicht auch daran, dass die Musik immer schneller wurde. Wichtig ist dazu eben auch das der Kopf soweit ist, und sich die Bewegung in dem Tempo auch vorstellen kann. Wenn man sichs nicht vorstellen kann, kann mans auch nicht spielen.


    Ich würd einfach mal das ganze Click Gedöns und Tempo üben außen vor lassen, und mal ein paar Wochen ignorieren. Spiel mit der Band ohne Click so wie sich der Song gut anfühlt (wenn möglich) und achte einfach darauf was dein Körper macht. Ich glaube wichtig ist auch, das der Kopf frei wird von den Gedanken.

    Ich erhebe natürlich keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Allgemeingültigkeit bei meinem Gelaber und all das spiegelt mehr meine eigene Erfahrung und soll kein Rezept für irgendwas sein. Außer wie man seine Faulheit fröhnt :D


    PS: Ich glaub die Fußmaschineneinstellung wurde auch irgendwo gefragt. Meines Erachtens meine Federspannung mittel bis locker, habe meine Bassdrums aber ziemlich leer, und das Schlagfell vielleicht einen Tacken mehr angezogen als viele andere (wirklich nur minimal). Sprich ich spiele großteils mit dem Rebound aus dem Fell heraus, kein bury the beater Mensch. Zusätzlich ist bei mir der Beater ohne mein Gebein so ca. 45° in Ruhestellung vielleicht auch ein wenig drüber (mit dem linken Beater hau ich mir tatsächlich öfter mal auf den Fuß).


    Konfuse Gedankengänge, noch konfuseres Geschreibsel, in dem Sinne, haut rein :D

  • Ich spiele seit ca. 2 Jahren nur noch double bass. Ich plane nicht mit Geschwindigkeitstraining aufzuhören ehe ich die nicht 300bpm erreicht habe. Seit ca. einem Jahr arbeite ich an der klassischen Wanja Gröger Heel Toe Single Stroke Technik und kann bestätigen, dass es sehr hart ist. Vor allem eben kein Popkorn zu erzeugen xD Ich übe allerdings täglich und irgendwann hat man es im Gefühl. Aktuell schaffe ich einen cleanen single stroke Wirbel bei 220bpm ca. 20 Sekunden.


    Auch wenn es dumm klingt, aber es hilft nur üben, üben, üben bis dir die Waden schmerzen.


    Meine Routine ist immer ein bisschen "lostreten" bis die Beine warm sind und dann mit Metronom jeweils 8el pro Fuß üben. Den linken Fuß immer doppelt üben. Dann den rechten Fuß dauerhaft durchtreten lassen und mit dem linken 16tel Passagen ergänzen. Das hat bis jetzt immer gut geklappt. Irgendwann merkt man wie die Füße immer kürzere Bewegungen machen und die BPM hochgehen.


    Ich würde vorschlagen, dass du dich für eine Technik entscheidest und diese übst bis du umfällst. Denn wenn du wechselst, kannst du eine Technik vermutlich nicht so schnell ausbauen wie sonst.

    Speed ist alles!

  • Thor: jaa durch den jovanovic bin ich generell motiviert worden, heel up zu lernen. Habe einfach die Videos in yt von ihm reingezogen und es dabei mal belassen:)

    Diese Übungen, die du beschreibst mache ich auch immer mal zwischen drin, wenn auch nicht unbedingt genau im selben System. Wie ich bereits vermutet habe, der ein oder andere Pausentag scheint keine blöde Idee zu sein. Freuen sich die kaaf Massels;)


    burned_destroyer ;


    Kann deinen Ansatz was meine Band angeht bestätigen! Habe bei den Songs auf 220 auf 16 triolen gewechselt bis auf ein paar bursts. Bin da voll deiner Meinung, lieber bissel kleinere Brötchen backen, als Matsch auf 220. habe sogar ganze Songs umstrukturiert vom groove her, also klar, unfallfreiheit ist die Hauptsache👍. Aber perspektivisch wäre es halt schon mit 16tel Gepolter angedacht. Von daher üben, üben, üben! :) werde mal ein paar slipknot und gojira Nummern zum üben aufgreifen.


    Poet

    Respekt für die Zielsetzung! Prinzipiell stimme ich dir zu! Entscheide dich für eine Technik und übe die bis du umfällst. An sich wird das bei mir jetzt heel up sein, aber doubles nehme ich noch mit rein, weil die finde ich können durchaus Sachen besser als heel up Singles. Zb abgehackte patterns.


    Dass ich mit der Wanja gröger-Technik aufgegeben habe, liegt halt hauptsächlich daran, dass es einfach immer schlimmer wurde mit dem rechten Fuß. Es war sehr seltsam. Mein linker konnte einmal aufgewärmt recht effizient 240 bpm achtel ballern und mein rechter hatte diesen Fehler irgendwann so verinnerlicht, dass ich schon auf 200 bpm die Takte zählen musste.

    Hinzu kam noch, dass selbst in Zeiten außerhalb dieses Problems live Gigs auch nicht so das gelbe vom ei waren. Der Grund: die Technik war zumindest bei mir extrem empfindlich gegen auch nur leicht veränderte Einstellungen wie rebound und Pedale und in der Hektik live mit fremdem Kesselsatz war halt schlichtweg nicht genügend Zeit um alles perfekt zu justieren wie ich es gewohnt war.

    Ich hoffe dass mir nicht dasselbe mit der heel up passiert und ich die auch irgendwann einfach verlerne. Das wär das Alptraum Szenario😂. Aber die ist insgesamt ja viel simpler also ich glaube da gibt es nicht so viel zum verlernen.

    Dennoch dir viel Erfolg!

  • Hinzu kam noch, dass selbst in Zeiten außerhalb dieses Problems live Gigs auch nicht so das gelbe vom ei waren. Der Grund: die Technik war zumindest bei mir extrem empfindlich gegen auch nur leicht veränderte Einstellungen wie rebound und Pedale und in der Hektik live mit fremdem Kesselsatz war halt schlichtweg nicht genügend Zeit um alles perfekt zu justieren wie ich es gewohnt war.

    Da möchte ich vielleicht auch noch etwas sagen. :)
    Ich kenne das was du beschreibst auch. Oder zumindest kannte ich es sehr gut von früher. Gerade auf den Pedalen halte ich das mittlerweile so: Im Proberaum auf zwei Bassdrums mit doch gewissen Rebound spiele ich Speedcobras mit moderater Federspannung. Live habe ich sehr oft kleinere Bassdrums, und quasi immer ein Doppelpedal. Da verwende ich eine normale Cobra, und interessanterweise habe ich auf der das Gefühl zu fliegen. Sprich alles geht viel leichter und in Wahrheit bin ich glaube ich da angekommen, wo mir alles recht egal ist solange das Zeug mechanisch in Ordnung ist. Alles andere ist adaptierbar. Ich glaube das kommt einfach von selbst wenn man recht oft live spielt.


    LG

  • Jo,


    Live bin ich jetzt mal gespannt, wie das ist, wenn ich wieder mehr live spiele mit der Band und der neuen Fußtechnik. Da lief seit Corona nicht besonders viel, und momentan sind wir eher mit Aufnahmen beschäftigt.


    Ich denke auch, dass es live einfach die Erfahrung macht. Es ist schwer im Proberaum zu „simulieren“, wie sich das dann wenn’s um die Wurst geht spielt.


    Ich habe nur ein doppelpedal (die Pearl eliminator direct Drive), mit ebenfalls mittlerer federhärte und ca. 45 beaterwinkel. Hab aber besonders früher in der Anfangsphase die Technik sehr viel auf den alten Pearl demonators bei mir zu Hause statt im Proberaum geübt, weil mir deren Trägheit für den Anfang sehr entgegenkam.

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