Covermusik - wo ist die Schamgrenze? Muss Layla draußen bleiben?

  • Die armen Mädels, die im deutschsprachigen Raum leben und Layla heißen.

    Ging der "Rosi" damals ebenso.

    Haben die schon eine Petition zur Umbenennung oder Verbot gestartet?

    Kinder, Teenager - und auch Erwachsene - können sehr fies sein. Namen sind nicht nur Schall und Rauch. Nicht umsonst gibt es etliche Urteile bezüglich Namensgebung und gewünschte Änderungen.

    "Ambition is a dream with a V8 engine" - Elvis Presley

  • Ich habe mal bei einer Fastnachtsveranstaltung nach der Sitzung, als wir noch für die Schnapsleichen gespielt haben, den Dienst versagt, weil ich dieses Ballermann-Gedudel einfach nicht mehr hören, geschweige denn spielen konnte. Ein „DJ“ hat dann übernommen und den Blödsinn laufen lassen. So schnell hatte ich noch kein Set abgebaut 😃

  • Meiner Erfahrung nach kommen sich Befürworter und Gegner der modernen Sprachhygiene in Diskussionen nicht näher. Für die bist du von vornherein ein "Alter Weißer Mann", und als solcher sowieso schuld.

    Stell dir vor, irgendwann werde ich wirklich ein alter weißer Mann sein.

    Kinder, Teenager - und auch Erwachsene - können sehr fies sein. Namen sind nicht nur Schall und Rauch. Nicht umsonst gibt es etliche Urteile bezüglich Namensgebung und gewünschte Änderungen.

    Da gebe ich dir Recht, dann nennen wir die Puffmutter eben Anna, statt Layla. Ach ne, das geht auch nicht. Die Problematik hat in erster Linie nichts mit dem Namen zu tun, aber da ist was dran an deiner Kernaussage.

    Zitat von Trommeltom85

    Ich habe mal bei einer Fastnachtsveranstaltung nach der Sitzung, als wir noch für die Schnapsleichen gespielt haben, den Dienst versagt, weil ich dieses Ballermann-Gedudel einfach nicht mehr hören, geschweige denn spielen konnte. Ein „DJ“ hat dann übernommen und den Blödsinn laufen lassen. So schnell hatte ich noch kein Set abgebaut 😃

    Ich würde diesen Mist auch nicht spielen wollen. Wenn der Rest der Band das jedoch machen will ist das vollkommen in Ordnung, denn diese Diskussion um dieses Lied geht mir tierisch auf die Nerven.

    2 Mal editiert, zuletzt von Curby ()

  • Was habt ihr denn gespielt? Die üblichen Verdächtigen?

    War so eine Art Revue aus allen Dekaden, also ja, alles, was auch der nicht-Elvis-Fan kennt.

    Solange da niemand in einem Jump Suit herumspringt

    Ehrlich gesagt hat er das gemacht, aber die Suits sahen gut aus, waren wohl sehr teuer und kein Karnevalkostüm.


    Wenn du das weiter vertiefen möchtest vielleicht PN?

    Besten Dank und ebensolche Grüße!

  • Ich spiele selbst auch in keiner Band. Trommel aber gerne mal mit. Was die Musikrichtung angeht, so bin ich ziemlich für fast alles zu haben.

    Von klassisch angehauchter Musik, über Jazz, Fusion, Metal bis hin zu Raw-Hardstyle. Momentan bin ich sehr der Pagan-Folk Musik zugewandt.

    Besonders dieses hier Faun


    Dazwischen gibt es Ausnahmen


    Diesen Ballermann-Schrott bekomme ich bei mir zuhause gelegentlich um die Ohren geknallt. Mein Nachbar hört "Radio Bollerwagen".

    Bin da aber noch sehr entspannt. Ich habe das Weghören nahezu perfektioniert. Daher stört es mich nicht, wenn er am Wochenende im Garten sitzt und die Nachbarschaft dezent beschallt. Dennoch lege ich manchmal doch ein Veto ein und hau ihm meine Sticks um die Ohren. Natürlich nur im übertragenen Sinne. Ich sitze brav an meinem Schlagzeug und spiele ihm was vor;)

    Frage mich allerdings wie man diese Ballermann-Mucke nüchtern ertragen kann. Ich kann sie mir nicht schön trinken, da ich kein Alkohol trinke.

    Daran sieht man "Kein Alkohol ist auch keine Lösung" Was mich aber immer wieder wundert ist, dass diese Lieder wie z.B. Layla doch recht sexistisch sind-

    Warum hüpfen Frauen da mit? Siehe Fernsehgarten. Was muss einem passiert sein, damit man das toll findet?

    Für mich ein Fall für die "No-go" Tonne.


    Was auf jeden Fall da rein kommt kommt


    -Rechts orientierte Musik geht für mich gar nicht.

    -Lieder mit Gewalt-und drogenverherrlichenden Texten. Ebenso auch Sachen in denen sexistische und minderheitenfeindlichen Begriffen verwendet werden. Das geht für mich gar nicht klar. Frage mich auch warum man das veröffentlicht werden darf.

    Gerade der Deutsch-Rap fährt da wohl besonders oft auf dieser Schiene. Da frage ich mich-"Kann diese Musik nicht ohne Beleidigungen"?

    Gegen Rap ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden.


    Und das ist genau das was mich manchmal nervt. Die Musik ist total toll, aber die Texte machen es kaputt.

    Bei Layla ist es beides-Musik und Text ist besch....


    Deep Purple-Smoke on The Water gehört doch wohl zum Standard. Oder?

    Wobei, die schönste Variante, habe ich immer noch mit meiner Schwester(Harfe) zusammen gespielt.

    Mache ich heute mit einigen Stücken. Ich suche mir gezielt Cover raus, die eben nicht mit den üblichen Instrumenten gespielt werden. Hat meist den Vorteil, dass da oft kein Schlagzeug dabei ist.


    In meiner damaligen Band war eigentlich so ziemlich alles dabei was ich in meinen eigenen 4 Wänden nicht angehört habe. Wie es schon zutreffend formuliert wurdet. Wenn man es selber spielt, ist es was anderes-ganz besonders dann, wenn man Musik mit anderen macht und für andere.

    Hört sich jetzt vielleicht etwas seltsam an. Ich habe zuhause so gut wie nie an den Songs gearbeitet. Separat an den jeweiligen Grooves schon, aber losgelöst von den Stücken. Privat war zu der Zeit mehr Jazz, Funk und Fusion angesagt.


    Ein Lied möchte ich noch hervorheben. Jeder kennt bestimmt "Movie Star". Gehörte nicht zu unserem Inventar-war aber ein spontaner Wunsch aus dem Publikum(Geburtstag). Dummerweise konnte es unser Basser einigermaßen singen und unser Gitarrist es spielen. Tja da standen wir, besonders ich, mit unserem von Gott gegebenen Talent. Augen zu und durch. Unser Bassist war jetzt kein Gesangstalent-war auch nicht nötig, die Gäste sangen lauthals mit. Aber dies ist genau der Punkt wo es einen mitreißt.

    Keine Ahnung was ich da spielen sollte, aber man tut es einfach. Motto: "Lexi hears the Song for the first time". Die Beiden fingen an und ich stieg mit ein.

    Erst zaghaft, dann wurde es besser. Probierte sogar ein wenig rum, was zwar zu einigen Verbremser führte. Aber aufmunterndes Kopfnicken und gelegentliches "Daumen hoch" aus Publikum. Da war es so, dass der ganze Raum die Musik gemacht hat-einfach mir cool.


    Auf die Frage was auf unsere Playlist kam kann ich nur eins sagen. Bestimmt hat dies eigentlich unser Bandleader. Geprägt durch die Wunschliste unserer "Auftraggeber". Lieder wie: Marmor. Stein und Eisen bricht, Jonny B Goode usw,

  • Auf die Frage was auf unsere Playlist kam kann ich nur eins sagen. Bestimmt hat dies eigentlich unser Bandleader.

    Warum bestimmt ihr das nicht demokratisch in der Gruppe? In so einer Band ohne Mitspracherecht könnte ich nicht glücklich werden.


    Was mich aber immer wieder wundert ist, dass diese Lieder wie z.B. Layla doch recht sexistisch sind-

    Warum hüpfen Frauen da mit? Siehe Fernsehgarten. Was muss einem passiert sein, damit man das toll findet?

    Was genau an diesem Lied ist sexistisch? Zur Verteidigung, auch ich finde das Lied niveaulos, aber die schlimmsten Zeilen in diesem Lied sind:


    "Ich hab' 'nen Puff und meine Puffmama heißt Layla
    Sie ist schöner, jünger, geiler"


    Das ist nichtmal der Rede wert, der Rest könnte auch von jeder 0815 Band kommen. Und dass es Puffs und Puffmuttern gibt ist eine Tatsache und nichts sexistisches, wenn man darauf eingeht. Unter Sexismus verstehe ich etwas vollkommen anderes.

  • Sexistisch finde ich den Text ebenfalls nicht. Es sind diese Reime, die eventuell der ein oder anderen Layla das Leben schwer machen können.


    Ich finde die Zeile "Das Luder Layla, unsere Layla" am schlimmsten. Aber ich gehöre zu den Jahrgängen als viele Ausdrücke, die heute üblich sind, noch hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen wurden - wenn überhaupt.

    "Ambition is a dream with a V8 engine" - Elvis Presley

  • Warum bestimmt ihr das nicht demokratisch in der Gruppe? In so einer Band ohne Mitspracherecht könnte ich nicht glücklich werden.

    Ich war der Newbie der Band. Ich bin neu hinzugekommen. Die beiden waren schon erfahrene Musiker mit viel Banderfahrung.

    Alle Lieder, die wir gespielt haben, waren schon in deren Repertoire. Für mich war eh alles neu und meine Aufgabe war es die Lieder spielen zu können. Daher gab es für mich kein Grund von meinem Mitspracherecht gebrauch zu machen.

    Was ich da wie spielte war mir überlassen.

    Habe mitgespielt und danach wurde besprochen was man ändern oder so lassen konnte.

    Über ein Lied hatten wir allerdings mal "etwas" Streit. Ich wollte Smoke in the water, bei einem Auftritt, zusammen mit meiner Schwester spielen. Ich weiß deren Argumente, die dagegen gesprochen haben, nicht mehr, es wurde aber demokratisch abgelehnt.

    Was genau an diesem Lied ist sexistisch?

    Naja. So ziemlich alles. Das scheint aber wohl Ansichtssache sein.

    Möchte darauf jetzt auch gar nicht näher eingehen. Eins vielleicht noch!

    Die Bezeichnung "Luder" fällt in dem Song.

  • Die Bezeichnung "Luder" fällt in dem Song.

    Ich weiß, das wurde oben schon erwähnt aber wie ich schon sagte: Meine Güte ...


    Ich war der Newbie der Band. Ich bin neu hinzugekommen.

    Das wäre für mich kein Argument (ich habe mal den Rest ausgeklammert, sonst riesigen Zitat). Wenn ich als Band ein Mitglied aufnehme, dann entweder nur als Bühjnenmusiker oder als vollwertiges Mitglied.

  • Als Freizeit-Musikant nehme ich mir heraus, nur zu spielen, was mich wirklich interessiert. Unter keinen Umständen spielen wollen würde ich diesen Onkelz/Freiwild-Holzhammer-Kram, sowie jegliches Glatzenfutter. Ferner so nen Uffta-Partyscheiss wie Johnny Däpp, Layla, und was es sonst noch da gibt. Gangsta-Stammel a la Gezuuz oder Bones MC ist auch raus, Schlager a la Amigos dito. Schlager a la Kuhn kann man machen. Und volkstümliche Unterhaltungsmusik geht nicht, da krieg ich immer Magenprobleme.


    Warum nicht Layla? Weil ich diese ganze Mallorca-Bumsmusik Kaka finde. Nicht weil ich diesen völlig debilen Text sexistisch finde. Der ist einfach nur doof, und es musste sich irgendwie reimen. Ab die Post, Nah-Ost, wie die schlechten NDW-Dinger aus den 80ern. Ich wage bezüglich Layla die steile These, dass die Aufregung halb so groß gewesen wäre, wenn die Puffmuddi Sabine oder Erika geheißen hätte. Aber das reimt sich ja nicht…

    667 - The Neighbour Of The Beast!!

  • Ein paar Anmerkungen.


    I. Persönliche Grenzen der Musik

    Musik muss mir Spaß machen. Da bin ich maximaler Egoist. Diesen Luxus kann ich mir auch leisten, da ich davon nicht leben muss. Aufgrund dessen kann ich mir aussuchen, wo ich zusage oder wo nicht. Gleichwohl muss man einsehen, dass Musik schon immer [Korrektur: mehr oder weniger*] politisch war. Ich werde unabhängig des musikalischem Genre niemals Interesse an Musik und Musikinhalten haben, die inhaltlich verfassungswidrig, faschistisch, antisemitisch, rassistisch, geschlechterfeindlich oder sonstiger abwertender, diskriminierender Natur verherrlicht. Das widerstrebt in voller Vehemenz meinem Wertekompass. Für diese Überzeugung stehe ich auch ein. Mich interessiert dabei immer der sachliche Diskurs und eine fruchtbare Debatte, auch bei gegensätzlichen Ansichten und harten Bandagen. Wenn diese Diskussionskultur nicht gegeben ist, sukzessive kippt oder elementare Grundsätze und Grenzen vollends überschritten werden, bin ich raus.


    * weil sonst zu pauschal.


    II. Persönliche Anmerkungen zu vehementen Forderungen aus dem Auditorium

    Meiner subjektiven Beobachtung nach baut sich jede Band ihr spezifisches Klientel auf. Entsprechend kann man als Band schon zu Beginn aber auch über die Jahre hinweg selbst Einfluss auf den Kreis der Zuhörer nehmen. Dass mit zunehmender Größe auch andere Personen dazukommen können, liegt in der Natur der Sache und in der Mannigfaltigkeit sozialer Gefüge. Festzeltbands, die über Jahre hinweg die Zielgruppe von Partymusik, Ballermannhit und Après-Ski-Kracher adressiert haben, werden gleichwohl nur schwer ihr Klientel von heute auf morgen ändern können. In einem solchen Fall hat man sodann nur drei Optionen: Nachgeben oder Aussitzen oder Positioneren. Letzteres geht in beide Richtungen.


    III. Die Diskussion um Layla

    Die reine Diskussion um das Lied ist deshalb in so komplexer Schieflage, weil plattformübergreifend von verschiedenen Diskussionsteilnehmern verschiedene Aspekte völlig unreflektiert, undifferenziert und meilenweit hochgejazzt zusammengeworfen werden, die in Summe zu einem faktenwidrigen Ergebnis kommen.


    Sofern man darüber diskutieren will, sollten die Beteiligten zumindest den gleichen Sachstand haben.


    1) Die vermeintlich als Verbot interpretierte Regelung

    Landesweit ist zu lesen, die Stadt Würzburg oder die Stadt Düsseldorf, also eine Körperschaft des öffentlichen Rechts hätte das Lied verboten – gar der Vorwurf der Zensur wurde erhoben. Warum das weit mehr übermäßiger Unsinn ist, zeigt der nüchterne Blick auf den Sachstand:


    a) Sachstand bzgl. Würzburg:

    Die Stadt Würzburg trat gar nicht in ihrer Funktion als öffentlich-rechtlicher Hohheitsträger auf, das bestätigen insoweit nicht nur Meldungen der Pressesprecher sondern auch verwaltungsgerichtliche Urteile. Es bestand eine privatrechtliche vertragliche Vereinbarung zwischen der Stadt als juristische Person und dem Festzeltbetreiber, dass entsprechendes Liedgut eben nicht zu spielen ist. Das war bereits im Vorjahr schon beim Donaulied der Fall. Von einem staatlichen Verbot oder staatlicher Zensur zu sprechen ist faktenwidrig und nichts anderes als billiger, klickbringender Populismus.


    b) Sachstand bzgl. Düsseldorf:

    Für die Düsseldorfer Rheinkirmes zeichnet sich ein privater Schützenverein verantwortlich, auf den die Stadt Düsseldorf zukam. Allerdings sah man seitens der Stadt bereits vorab keine Rechtsgrundlage und hat darüber hinaus ein solches Verbot letztlich auch nicht erlassen. Auch hier war es der Veranstalter selbst, der im Übrigen nur in seinem eigenen Festzelt von diesem Lied Abstand genommen hat. Andere Zeltwirte waren lediglich nur von einer Empfehlung des Veranstalters betroffen. Insoweit lässt sich der Vorwurf eines staatlichen Verbots oder der staatlichen Zensur auch hier als Populismus entlarven.


    2) Die Bandaktivität als Dienstleistung

    Die verbleibende Diskussion zur Frage "Wer bestimmt, was auf der Setlist landet?" übersieht einen alles entscheidenden Punkt, der bereits von der Empörungswelle gänzlich übersehen und auch eingangs vom Threadstarter schon angerissen wurde:

    wir erbringen eine Dienstleistung

    So ganz einfach ist das nicht. EVENTFAQ sagt dazu unter dortiger anwaltlicher Expertise folgendes ( Volltext )

    Zitat

    Übersetzt in die Sprache zwischen Veranstalter und Künstler heißt das:

    • Ein Werkvertrag kann vorliegen, wenn der Künstler eine ihm zurechenbare Leistung erbringt und sich diese in einem von den Vertragsparteien vorgegeben Rahmen bewegt. Dies erfordert, dass der Künstler gewisse gestalterische Freiheiten haben muss, mit denen er sich in dem vorgegeben Rahmen frei bewegen kann. Der Veranstalter kann „Weisungen“ erteilen, die die Ausführung des Vertrages betreffen, aber nicht das Ergebnis betreffen dürfen.
    • Es wird hingegen ein Dienstvertrag gegeben sein, wenn der Veranstalter über diesen Rahmen hinaus konkrete Anforderungen an den Inhalt der Show stellt. Je konkreter der Veranstalter also das Programm vorgibt (bspw. die Songauswahl), desto eher spricht das für einen Dienstvertrag – denn umso mehr befolgt der Künstler dann lediglich die Weisungen des Veranstalters, und dies ist eben typisch für einen Dienstvertrag.

    Für Events heißt das aus meiner rechtlichen Laienperspektive in letztlicher Konsequenz:

    Der Veranstalter kann im Rahmen der Vertragsautonomie vorsehen, dass das Liedgut einer bestimmten Art auf seiner Veranstaltung nicht gespielt werden soll (oder eben nicht). Genauso kann er vorsehen, dass ein bestimmtes Liedgut bestimmter Art erklingen soll (oder eben nicht). Offensichtlich haben aber die Veranstalter in beiden oben genannten Fällen eine Regelung getroffen. Ob das in den vorliegenden Fällen nun expliziter Vertragsinhalt oder an verwendungsfähigen Vertragsbedingungen gekoppelt war, ist letztlich unbeachtlich. Für beide Fälle gilt: Einigen sich die Vertragsparteien übereinstimmend über diesen Vertragsinhalt, dann steht ein wirksames Vertragsverhältnis zwischen den Parteien. Ob man die vertraglichen Vereinbarungen als außenstehender Dritter gut oder nicht gut findet, ist subjektiver Natur und daher einer objektiven Betrachtung nicht zugänglich.


    3) Zusammenfassung

    Natürlich ist die Gesamtheit des Bandrepertoires ist eine eigenverantwortliche Handhabe jeder Band. Wie es zum Konsens kommt, ist der Band anheimgestellt. Es wäre zudem sehr überraschend, wenn Top40 Bands, die Events dieser Größe im Kalender stehen haben, hinsichtlich des Gesamtrepertoires ausgedünnt aufgestellt sind. Manche davon stellen das Repertoire auf der Website, sodass man schon beim Booking einen Eindruck bekommen kann.


    Sofern ein Veranstalter entsprechende Vorgaben machen will und bahnt sich gegenüber einer Band eine solche vertragliche Regelung an, könnte man diese Regelung sowie den Inhalt der Regelung durchaus zum Gegenstand der Vertragsverhandlungen machen. Ändert das das Ergebnis nicht in die gewünschte Richtung, so steht es der Band frei, den Vertrag nicht einzugehen und den Gig eben nicht zu spielen. Auch das ist ein Ausdruck von Vertragsautonomie und eben gerade keine Zensur.

    12 Mal editiert, zuletzt von greb ()

  • Einigen sich die Vertragsparteien übereinstimmend über diesen Vertragsinhalt, dann steht ein wirksames Vertragsverhältnis zwischen den Parteien.

    Deswegen haben wir das in unseren Verträgen auch genau definiert, dass der Veranstalter vereinfacht ausgedrückt sich nicht "einmischen" darf, was wir spielen. Sobald der Vertrag unterschrieben ist, ist es rechtsgültig. Ist aber im echten Leben noch nie vorgekommen, dass darüber bei einem Gig diskutiert werden musste.

    Besten Dank und ebensolche Grüße!

  • Ich frage mich, ob Layla jetzt wirklich "schlimmer" als die anderen Ballermann-"Hits" ist, die seit 30(?) Jahren gespielt werden. Vielleicht wird es aber gerade auch nur etwas hochgepushed und fällt eigentlich in die gleiche Kategorie.

    Es ist aber doch eigentlich von der Band abhängig, was gespielt werden kann/muss.

    Wenn ich als Band im Kölner Karneval spielen will, muss ich vielleicht damit klar kommen, das so eine Nummer erwartet wird.

    Bin ich allerdings eine Metallica-Cover-Band, will das absolut niemand hören.

    Also hat man das ja doch selbst in der Hand.

  • Guter Beitrag, greb ...


    Gleichwohl muss man einsehen, dass Musik schon immer politisch war.

    Dieser Aussage würde ich aber mal widersprechen, weil zu pauschal. Wenn dann "mehr oder weniger". Und meines Erachtens geht's bei den besten Songs immer eher um Emotionen als um Politik. Selbst bei Bands wie Rage Against The Machine ging's eher um die Aggression gegen Unterdrückung (und Diskrimierung, Gewalt ... die Liste ist lang) jeglicher Art.


    Ich werde unabhängig des musikalischem Genre niemals Interesse an Musik und Musikinhalten haben, die inhaltlich verfassungswidrig, faschistisch, antisemitisch, rassistisch, geschlechterfeindlich oder sonstiger abwertender, diskriminierender Natur verherrlicht. Das widerstrebt in voller Vehemenz meinem Wertekompass.

    Das hingegen unterschreibe ich für mich persönlich voll und ganz. :thumbup:


    Gute Musik und Kunst generell ist für mich eher emotional reflektierend, Friedens-stiftend und selbstlos als "hart" politisch.

    Und ich halte auch Linksextremismus für problematisch (aber immer noch sympathischer als Rechtsextremismus).

  • Dieser Aussage würde ich aber mal widersprechen, weil zu pauschal.

    Gerne! Retrospektiv betrachtet hast du da auch einen Punkt getroffen, der wirklich zu pauschal formuliert ist. Im Kontext des Beitrags hatte ich das übersehen und auch, dass es gemessen am Inhalt ja gänzlich unpolitische Musik geben kann. Daher gehe bei diesem Einwand mit und habe den Beitrag entsprechend angepasst. :thumbup:

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