Beiträge von TomG

    Ich würde vor einer Entscheidung den TAMA-Verkäufer bitten, das Set gemeinsam mit mir aufzubauen. Dann kannst Du den Zustand der Hardware besser beurteilen. Überdrehte Schrauben bspw. erkennt man nicht auf den ersten Blick, sondern meist erst dann, wenn man sie benutzen will. Ich würde kein Kit kaufen, das nicht aufgebaut war/ist und das ich womöglich nicht spielen kann.


    Das Sonor ist nach den Bildern zu urteilen spielbar aufgebaut. Von daher kannst Du dir das ja sinnvoll anschauen und spielen.


    Beides sind gute Einsteiger-/Wiedereinsteiger-Kits, ich würde meine Entscheidung vom Gesamteindruck abhängig machen. Solltest Du wieder Blut lecken, wirst Du früher oder später sowieso aufrüsten wollen. Grundsätzlich würde ich aber die Felle entweder ersetzen oder gründlich reinigen und anschließend das Kit sorgfältig und mit Muße stimmen. Die Felle und die Stimmung sind 85% des Sounds und bringen ergo den meisten Spaß oder den meisten Frust. Mit der richtigen Stimmung bringt man auch 'nen Dash-Eimer halbwegs zum klingen ;)

    Wow, 3,7 Kilo für das Earth Ride sind schon mal eine Ansage. Aber ich finde mein 20er Power Ride vom Sound her erstmal nicht schlecht, also muss ich kein 20er gegen ein 20er tauschen.


    Als einziges Ride ist das Earth Ride in meinen (heutigen) Ohren und für meinen heutigen Stil vom Sound her zu speziell: man hat tatsächlich nur ein Ping mit sehr wenig Grundton. Ich habe es vor 15 - 20 Jahren eine Zeit lang solo am Set gehabt, irgendwann wurde es mir aber zu eindimensional und ich habe ein konventionelleres Ride daneben gehängt. Allerdings wurde ich oft auf das Earth Ride angesprochen und gefragt, ob ich das Ding selber gemacht habe und wenn ja, ob ich bereit wäre noch eins zu basteln :).


    Aber da Umbauzeit für Dich ein Thema ist, kommt ein weiteres Ride (+ Ständer) wohl eher nicht in Frage.

    20" Zildjian Earth Ride; ist zwar das Gegenteil von brilliant, sieht aber großartig aus, finde ich. Insbesondere als Kontrast zu brillianten Cymbals. Ich hab eins von den Dingern in den 90igern erstanden: ein 3,5 kg schwerer, roher, mehr oder weniger unbearbeiteter Brocken Metall. Macht außer Ping wenig anderes, setzt sich aber immer(!) durch.


    Mangini spielte eins bevor er zu 20" A Custom gewechselt hat. Auf das Ding kann man einprügeln wie ein Wahnsinniger, das bleibt völlig unbeeindruckt... ist also nicht "crashbar". Gelegentlich findet man eins in der Bucht.


    Ach, und die Dinger gab's meines Wissens auch in brilliant; auch wenn ich noch nie eins zu Gesicht bekommen habe..


    Sieht in etwa so aus:

    Ich raste eher während der Proben aus. Unsere Arrangements sind zwar notiert, allerdings nutze ich die Proben, um durch Varianten zwei Dinge zu erreichen: 1) evtl etwas zu finden, was noch besser passt und 2) meine Mitmusiker wach zu halten :). Spiele ich zum Beispiel ein übliches Fill einfach mal nicht, dann verpasst der Gitarrist auch schon mal sein Solo oder Sänger den Refrain. Sie beschweren sich dann zwar, dass sie Takte zählen müssen, aber das Leben ist halt auch kein Liegestuhl. Live halte ich mich allerdings an die Arrangements und versuche, der Band die Basis zu geben, die sie braucht. Es hilft niemandem, wenn ich auf der Bühne mit den coolsten Fills glänze, der Gitarrist dann aber rausfliegt oder der Sänger überrascht den Text vergisst. Die Coolness eines Fills oder eines ausgeklügelten Grooves verstehen meist eh' nur die anderen Drummern im Saal, den meisten anderen Leuten vor der Bühne ist das Getrommel relativ Latte, solange es tight und auf den Punkt ist.


    Wenn es um Intensität oder "Ausholen" geht, versuche ich den Techniker/die Technik nicht zu überfordern. Wenn ich bspw. immer volle Kanne rimshotte, ergeben sich mind. 2 Probleme:
    1) der Techniker muss alle Instrumente an meine Rimshots anpassen = es wird tierisch laut, die Sänger hören sich nicht mehr, jammern, werden heiser => nicht gut.
    2) es sterben einige Stöcke pro Gig, ich muss ständig frische Stöcke nachschieben = kostet Geld, dass nicht für Bier nach dem Gig zur Verfügung steht => indiskutabel.


    Die "Reiher-vor-Erschöpfung"-Grenze kann man durch zusätzlichen Ausdauersport in Bereiche schieben, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat :D. Im Ernst: mir hilft Rad fahren und Laufen sehr, auch nach langen oder schnellen Stücken nicht übermäßig japsend da zu sitzen oder nach einem 2-Stunden-Gig immer noch kein Sauerstoffzekt zu benötigen.

    Rewiring Genesis - a tribute to the lamb lies down on broadway


    Großartiges Album. Echte Streicher und Bläser, was dem ganzen einen doch sehr anderen Sound verpasst. Das Original stammt ja aus '74, in der Interpretation von Rewiring Genesis klingt das Zeug sehr frisch. Die handwerklichen Fähigkeiten der beteiligten Musiker muss man ja nicht weiter betonen. Ich habe selber einige Jahre in einer Genesis-Tribute-Band getrommelt und mich mit der Musik von Genesis auseinander gesetzt; von daher musste(!) ich dieses Album haben :). Der Herr Collins hat '74 schon ein paar sehr nette Sachen getrommelt...

    Großartiger Thread!


    Ich kenn' nur noch "Bang - la - desh - da - busch - da - desh - da - busch - da - ...."... kam mal 'n Keyboarder mit um die Ecke, um sich mitzuteilen :)

    Ein eher pragmatischer Ansatz/Tipp, da die Felle einfach einen Tick zu groß zu sein scheinen:


    Bob Gatzen hat auf seiner DVD "Drum tuning" zum Thema Positionierung der Felle und "seating" den Tipp gegeben, die Fellkragen mit einem normalen Haartrockner (KEIN Heißluftfön) zu erwärmen, nachdem sie durch den Spannring fixiert sind aber die Trommel noch nicht gestimmt ist. Durch die Wärme des Haartrockners passt sich der Kunststoff des Fellkragens an die Gratung und den Spannreifen an. Was Dauer und Intensität der Befönung des Fells angeht, sei auf gesunden Menschenverstand verwiesen: die Felle sollen nicht heiß werden, sondern lediglich warm :). Ich mache das seit einigen Jahren so und bin mit dem Resultat eigentlich ziemlich happy.


    In Deinem Fall werden die Felle zwar nicht kleiner, aber manchmal vollführt ein wenig Wärme wahre Wunder :). Da die Felle eh nicht passen und Du sie wohl auch nicht mehr zurückgeben kannst, wär's vielleicht einen Versuch wert...

    Kann mir jemand erklären, warum Sänger nicht in der Lage sind, den Text für 5 Stücke auswendig daherzusingen, sondern immer und überall ein lose Blattsammlung mit Texten brauchen? Könnte mir evtl. der gleiche freundliche Zeitgenosse erklären, wie es sein kann, dass zwei Gesangspfeifen parallel und gleichzeitig ohne besagte Blattsammlung 30 Minuten vor "Anpfiff" zum Soundcheck aufschlagen? Und vielleicht hat derjenige auch noch eine Idee, warum ich dann übelst angemacht werde, weil ich - als der Drummer, der für den Gig aushilft(!!) - nicht daran gedacht habe, die Blätter im Proberaum aufzuklauben und zum Gig mitzubringen? Zitat: "Das macht immer der Drummer", Zitat Ende. Man muss dazu wissen, dass ich den Proberaum (und damit auch Teile der Blattsammlung) ein einziges Mal zu einer Probe betreten habe.


    Ich bin echt nicht auf den Mund gefallen, aber mir hat's einfach die Sprache verschlagen; passiert ziemlich selten. Und ich weiß auch jetzt noch nicht, was ich dazu sagen soll, kam mir vor wie bei "Verstehen Sie Spaß". Was für Knalltüten...

    Beim direkten Vergleich sind die Ähnlichkeiten dann doch nicht so groß, wie ich zunächst gedacht habe. Ich habe dennoch mal ein Bild gemacht und hochgeladen.


    Von dieser Trommel weiß ich, dass sie vor ca. 40 Jahren in Südafrika oder Tansania erworben wurde. Das Schlagfell könnte von einer Antilope (Impala) sein, Genaues ist aber unklar. Sie ist 115cm hoch, 15" im Durchmesser und wiegt etwa 15 kg. Die Vorbesitzer haben sie nie gespielt und ich spiele sie auch nicht, abgesehen von dem ein oder anderen sachten Schlag :). Wenn man sie aber anschlägt, kommt da schon ordentlich was raus: ein tiefer und schön satter Ton. Laut Aussage des Käufers soll es sich allerdings tatsächlich um ein Instrument und nicht "nur" um ein Deko-Stück handeln.

    Ach, guck mal an! Ein ähnliches Teil hab ich geschenkt bekommen und zu Hause sozusagen als Deko stehen. Ich mache nachher mal ein Foto davon... evtl. kriege ich auch noch etwas darüber raus, wo dieses Stück seinerzeit erworben wurde.

    Vor allen Dingen braucht man Geduld, wenn man Geschwindigkeit aufbauen möchte. Letztendlich geht's um den großen Muskel zwischen den Ohren, die Arm-Muskeln bewegen nur, die denken nicht. Der Dicke im Kopf steuert Abfolge, Dynamik und Geschwindigkeit. Wie Myriaden von Schlagzeug-Lehrern steif und fest behaupten, kommt Geschwindigkeit mehr oder weniger von alleine, wenn man Das Zeug[TM] regelmäßig, in variierender Geschwindigkeit und Dynamik und mit Metronom übt. Am besten noch am Set, so dass man sich selbst mit HiHat und BD "begleiten" kann.


    Auf jeden Fall schön locker bleiben, aufrecht sitzen und bei Accelerando nicht ständig in den Bereich gehen, in dem die Muskulatur anfängt zu verkrampfen. In diesem Bereich kann man die Bewegung nicht (mehr) kontrolliert und sauber ausführen, ich nenne das immer "rythmisch unkontrolliertes Gliederzucken" :). Zusätzlich steigt - wie schon gesagt wurde - die Gefahr einer Verletzung durch Überbeanspruchung (z.B. Tennisarm, Sehnenscheidenentzündung). Je sauberer der Bewegungsablauf durch langsame Tempi im Kopf verankert wird, desto leichter ist ein sauberer Bewegungsablauf auch bei höheren Tempi.


    Grundsätzlich sind Singles, Doubles, *diddles, etc pp. sehr gut zum warm up geeignet (wird von den meisten Drummern sowieso massiv unterschätzt - auch von mir... ich gehe oft kalt auf die Bühne und verfluche mich jedesmal selbst). So kann man vor dem Rumprügeln am Set die Muskulatur schön warm machen und anschließend entspannt ausflippen. Nach dem Ausflippen bieten sich solche Übungen übrigens auch wieder an... ist halt wie bei jedem Sport: erst warmmachen, dann kämpfen, anschließend auslaufen und stretchen etc. :)


    Sicherlich baut sich durch konstantes Training auch die Muskulatur im Arm auf, allerdings zeigen Drummer wie Simon Phillips, Marko Minnemann, Stewart Copeland, Jojo Mayer und Virgil Donati - um nur einige zu nennen -, dass Geschwindigkeit und Präzision weniger mit Muskeln im Arm, aber sehr viel mit Technik (= Muskel im Kopf) zu tun hat. Jungs wie Danny Carey oder Thomas Lang haben ihre "Muskelberge" wohl eher nicht am Schlagzeug aufgebaut, sondern im Fall von Carey zum Beispiel als Fast-Profi im Basketball.


    Rhinehown
    Tom