Technische Neuerungen ziehen gesellschaftliche,
wirtschaftliche und manchmal sogar moralisch-
ethische Veränderungen nach sich. Das ist nichts
Neues und trifft natürlich auch aufs Web zu.
Das Internet stellt mit seinen Möglichkeiten etablierte
Geschäftsmodelle in Frage und setzt sie gehörig
unter Druck. Das gilt z. B. für den Handel, für
Druckereien, für Verlage und Tageszeitungen usw.
usf. Und es gilt ebenso fürs "Musikbusiness". Jenes
ist in besonderem Maße betroffen, weil die Musik
oft ohne Zustimmung der Musiker und oft ohne
Entgelt und oft illegal konsumiert wird. Und das ist
das eigentliche Problem. Spotify und ähnliche
Modelle funktionieren nicht, zumindest nicht
als ernst zu nehmender Einkommensfaktor für
Musiker. Der Konsument kann für ganz wenig Geld
oder gefahrlos für lau konsumieren. Und er tut
das auch. That's it. Was wäre dagegen einzuwenden,
dass für jede gestreamte Nummer ein Cent gezahlt
wird? Das ist imho nicht viel und wer das nicht zahlen
will, soll halt was anderes tun, z. B. Musik machen.
"Die Gesellschaft" muß sich nicht um das Einkommen
aller Musiker kümmern. Es müssen nur Rahmenbedingungen
geschaffen werden, die ein selbstbestimmtes Handeln
überhaupt ermöglichen. Damit meine ich technische und
rechtliche Rahmenbedingungen. Das ist alles nicht einfach,
aber imho fehlt auch der Gestaltungswille (siehe die unsäglichen
Diskussionen übers Urheberrecht, Gema, youtube etcpp.).
Eine flächendeckende Subventionierung, wie oben angedeutet,
kann nicht die Lösung sein. Das stößt auch auf Akzeptanz-
probleme in der Gesellschaft. Und Musik als Werbung für
Konzerte und Merchandising zu sehen ist - sry. - fast schon
zynisch. Musik ist der Inhalt. Sind wir nicht im Drummerforum?
fwdrums
