Am Dienstag den 22.8. fuhr ich zum ersten Mal mit meinen Kindern (beide 6 Jahre jung) zum Musikstore und wollte beide in das Leben eines Musikers einführen. Schließlich beginnt eine Leidenschaft schon im Kindesalter. Da der Papa Schlagzeuger ist, wollten die kleinen dringend zu den Drums
Dürfen die kleinen den auch unbeaufsichtigt an den Papa seine Drums?
Um 12.30h bat ich den Verkäufer hinter der zentralen Theke in der Drum Abteilung, ob er mir für die beiden kleinen nicht jeweils ein paar Sticks geben könnte, damit die beiden sich mal hinter ein E-Set setzen und etwas ausprobieren könnten.
wie gesagt, probieren ginge auch am Papa seinem Set und in noch viel entspannterer Atmosphäre.
Der Verkäufer verneinte zu meinem sehr großen Erstaunen umgehend. Als ich etwas perplex drein schaute und fragte warum, antwortete er, er würde die Sticks nur hergeben, wenn er bei beiden Kids dabei bleibt und ich ein klares Kaufinteresse hätte. Dieses Interesse konnte ich ihm nicht bestätigen und auf die Frage was das denn solle, legte er sich mit mir an und schmiss mit lauter Zeug um sich, was ich zum Glück wieder vergessen habe. Er verglich es z.B. mit einem Autoverkäufer, der seine Autos auch nicht jedem Dahergelaufenem gibt ohne ein Geschäft zu wittern.
Ohne Kaufinteresse und ohne Beaufsichtigung, ist das IMHO durchaus zu verstehen. Ob es dem Geschäft zuträglich ist, ist eine ganz andere Sache.
Musikgeschäft ist halt kein Legoland, und mit Beaufsichtigung und Kaufinteresse sähe die Sache wahrscheinlich anders aus.
Ich kürze jetzt ab.
Ich gebe zu, ich wollte meine Kinder die Musikerluft schnuppern lassen und gleichzeitig die Zeit nutzen um mich mit neuen Fellen für meine Set einzudecken. Es sollte ein schöner Familienausflug mit etwas Einkauf werden. Die Auseinandersetzung mit dem Verkäufer war so demütigend und traurig, dass meine Kinder mit Tränen in den Augen und ich ohne Felle sofort den Laden verließen. Dieses Geld wollte ich dort nicht mehr lassen.
Angebote zum Schnuppern werden doch, in jeder Musikschule oder auch Privatlehrern geboten. Ein Musikhaus ist nun mal kein Spielplatz/Legoland für unbeaufsichtigte Kinder.
Das traurigste daran ist, die Art und Weise. Ich verstehe, dass die teuren Instrumente und vor allem das Gehör der Verkäufer geschont werden soll. Und dennoch möchte ich ihnen von einem Beispiel erzählen wie es anders auch geht. Ich war vor zwei Wochen im JustMusic in Berlin. Das Haus scheint um einiges kleiner zu sein als ihres, und dennoch empfehle ich ihnen mal eine Reise dort hin. Dort gibt es z.B. auch in der Drum Abteilung drei Räume. In einem stehen 8-10 A-Sets, die man alle spielen darf. Dann einen Raum mit zwei von den teuersten Roland E-Sets im Gesamtwert von über 12.000 Euro und eine wahnsinnige Bose PA. Auch diese Sets sind für jeden Kunden zur freien Verfügung. Und zu guter Letzt gibt es einen Raum mit Becken, allerdings steht dort auch ein komplettes Schlagzeug nur ohne Becken. Hier hat man die Möglichkeit sich die Becken auszusuchen und an einem echten A-Set zu testen.
Du schreibst DU warst in Berlin. Waren die Kinder da auch dabei und durften unbeaufsichtigt probieren, obwohl du im Vorfeld auch gleich ein Kauftinteresse ausgeschlossen hast?
Denn das ist/wäre doch der Entscheindende Unterschied.
Meinst du in Köln hättest du jetzt nicht testen dürfen.