Beiträge von Drum Bee

    Ja, immer dieses Off-Topic-Problem.

    Ich bin seit Jahren in zweidrei Fan-Foren aktiv. Auch dort gerät man immer wieder in den OT-Bereich, einfach weil es normal ist, einen Gedanken aufzunehmen und weiter zu denken, weil man sich vielleicht erklären möchte, weil man eine Idee hat, weil man sich so am besten kennen und einschätzen lernt, weil es ein bisschen die Anonymität nimmt, und weil nicht-virtuelle Gespräche auf die gleiche Art verlaufen, also Gespräche im echten Leben. Man kommt von Hölzken auf Stöcksken und schon ist es passiert.


    Die meisten Mods akzeptieren kleinere Abschweifungen, manche auch große, manche räumen jedoch sofort auf. Je nach Beteiligung der User.

    Die Erfahrung zeigt, dass strenges On-Topic die Lebendigkeit nimmt. Manche Foren werden dadurch zu reinen Datenbanken ohne Flair und vor allem - Spaß. Musik ist ein Hobby und soll Spaß machen.


    Klar, dass man nicht irgendwo reinschreibt, dass das Wetter schlecht ist oder das Auto zum TÜV muss. Irgendeinen Zusammenhang sollte es schon geben.


    Das ist jetzt nur meine Meinung dazu. Kann sein, dass viele das anders sehen.

    malina


    Du hast recht, dass eigentlich das Kunstwerk (ein Buch, ein Bild, ein Song) genau diese Emotionen vermitteln soll. Nur klappt das, glaube ich, nicht immer. Einerseits hängt es von dem Vermögen des Künstlers ab, andererseits von der Fähigkeit des Lesers, Guckers oder Hörers, ob er die Stimmung auffangen kann.

    Bleibt auch noch die Frage, ob der Sänger überhaupt Emotionen vermitteln wollte. Manche Musik ist auch einfach so im Alltag, bei der Arbeit und im täglichen Leben entstanden, wo vielleicht niemand drüber nachgedacht hat, dass die Nachwelt damit etwas anfängt oder anfangen möchte.



    (Bin übrigens eine "sie". Mein Avatar zeigt den Drummer Ron Tutt, weil ich den toll finde.)

    Ich habe mich viel mit der musikalischen Revolution der 50er Jahre befasst, weil ich zunächst gar keine Revolution erkannt habe. Wie? Das soll revolutionär gewesen sein? Rebellen? Wo denn? Das reißt doch niemanden vom Hocker. Im Gegenteil. In unseren Ohren, die schon so ziemlich alles gehört haben, ist das doch absolut unspektakulär.


    Aber wenn man in die Materie eintaucht, sich anhört und ansieht, was damals aus Radios und TV-Geräten kam, was als Familienunterhaltung galt, was gesellschaftlich anerkannt und akzeptiert war, wenn man sich Original-Versionen von Songs anhört, die ein Jahr später von diesen Rebellen gecovert und völlig neu interpretiert wurden…das nenne ich mal Revolution!

    Die komplette US-amerikanische Gesellschaft geriet ins Wanken. Es war ein Erdbeben, und hinterher war nichts mehr so wie zuvor. Eine Zeitenwende, die sämtliche nachfolgende Musik und unsere Gesellschaft von heute geprägt hat.

    Ich finde solche Dinge ungeheuer spannend.


    Das kuriose dabei ist, dass es diese Musik schon lange gab. Leider aber nur unter der schwarzen Bevölkerung. Es brauchte viele Jahre, bis jemand daher kam, um sie in die Welt zu tragen.


    Ist sie nicht der Hammer? Leider bekam sie aufgrund ihrer Hautfarbe nicht die Anerkennung, die ihr zugestanden hätte:



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    Der Groove am Anfang des ersten Videos erinnert mich an das hier:


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    Denkst du nicht, dass das mit entsprechender Musik geht? Ich weiß nicht.


    Wenn ich mir einen Blues auf die Kopfhörer lege, die entsprechenden Noten vor mir habe und den Song schon x Mal gehört habe….glaubst du nicht, dass ich damit für den Hausgebrauch klar komme?

    Erstmal geht’s mir nur darum, diese Rhythmen zu erlernen und zu wissen, was damit gemeint ist.

    Von Mitmusikern und Bands bin ich Lichtjahre entfernt. Ich sehe da auch keine großartige Karriere auf mich zu kommen. Ich spiele für mich alleine und versuche zwischendurch ein paar Play Alongs zu bedienen.




    Danke für die Ausführungen. Ich glaube, ich habe es einigermaßen verstanden.

    Als ich weiter fuhr, verstand ich plötzlich Bluegrass. Es lag in der Luft.

    Also brauch ich nur durch SanFrancisco fahren und verstehe die 68er?! Sry um Musik zu verstehen muss du sie hōren.

    Eine etwas platte Schlussfolgerung…

    Dass San Francisco heute noch das 68er Feeling verströmt, bezweifle ich.


    Du wirst mir wahrscheinlich zustimmen wenn ich sage, dass Musik und deren Entstehung immer in einem geschichtlichen und örtlichen Kontext zu sehen ist. Sie entsteht in einer bestimmten politischen und gesellschaftlichen Situation, beeinflusst durch die jeweiligen Wurzeln und Traditionen.

    Sie drückt die Emotionen der Leute aus, die dem ausgesetzt sind. (Ich rede jetzt nicht von Unterhaltungsmusik, womit man den Mainstream bedient und Geld verdienen will.)


    Glaubst du nicht, dass du z.B. Punk besser verstehen würdest, wenn du damals in den britischen Arbeiterkolonien gelebt hättest? Den Blues, wenn du Baumwollpflücker gewesen wärst? Den Rock’n’Roll, wenn du als Schwarzer dazu gezwungen gewesen wärest, dein Leben in den Hoch-Zeiten der Rassentrennung zu führen? Die Hippie-Musik, wenn du damals gesehen hättest, wie die Särge in der Heimat ankamen?


    Musik entsteht doch immer aus Emotionen heraus. Und manchmal kann man das plötzlich nachfühlen. Country z.B. . Wenn es nicht um "Cotton Eye Joe" geht, sondern um alte Country-Musik, die Einsamkeit, Perspektivlosigkeit und ein hartes arbeitsreiches Leben ausdrückt, in einer erst im Aufbau befindlichen Gesellschaft, die noch nicht funktionierte. (Ob sie es heutzutage tut, ist eine andere Frage.)


    Im Süden der USA gibt es einen krassen Unterschied zwischen Stadt und Land. Außerhalb der großen Städte ist die Zeit stehen geblieben. 100 km Urwald, dann zwei Häuser, zwei Farmen, 2 Kirchen…dann wieder 100 Kilometer Urwald. Absolut still.

    Und dann siehst du - aus dieser ursprünglichen Landschaft heraus - plötzlich 10 Wolkenkratzer, fährst plötzlich auf einer 8spurigen Interstate und kannst es gar nicht fassen. Steigst aus dem Auto und bist von Menschenmassen umgeben. Mit Headsets, schicken Anzügen und Laptop-Taschen. Und überall diese Polizei-Sirenen, Tag und Nacht.


    Das meinte ich. Diesen Tankwart in seinem Schaukelstuhl werde ich nie mehr vergessen. Wir haben uns eine Weile unterhalten. Ein Schlüsselerlebnis.

    Da kannst du dir noch so viel Musik anhören. Hier, von unserem Leben aus, mit unserer Geschichte und unseren Erfahrungen, können wir es nie wirklich nachempfinden.

    Dann mit Worten?


    Triplet Feel ist doch "dam - - di-dam - - di-dam - - usw.

    Ist das beim Swing und beim Shuffle nicht genau so?


    Was macht den Unterschied? Nur die restliche Instrumentierung und der Gesang? Oder macht der Drummer da etwas anderes…

    Off Topic


    Ein Song, bei dem wahrscheinlich alle hier die Hände überm Kopf zusammen schlagen:


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    Ich früher auch, bevor ich auf halber Strecke zwischen New Orleans und Natchez tanken musste. Der Tankwart saß auf einem Schaukelstuhl hinter der Zapfsäule und rauchte. Neben ihm stand ein originaler Marterpfahl - als Deko.

    Dieser Mensch hatte alle Zeit der Welt. Er strömte so viel Zufriedenheit und Ruhe aus, aber auch etwas Sentimentales.

    Als ich weiter fuhr, verstand ich plötzlich Bluegrass. Es lag in der Luft.

    Hallo

    Möchte gerne mal was zu dem "Gedudel" und dem daraus resultierenden "Schmerz" etwas sagen. Auch ich kenne diesen Schmerz und kann gut nachvollziehen, wie es sich anfühlt. Würde es, auf mich bezogen, aber eher als "Unwissenheit" beschreiben.

    Ich wollte hier jetzt keine Diskussion vom Zaun brechen. Aber darauf möchte ich antworten:


    Es ist nicht so, dass ich mich erst mit Musik beschäftige, seit ich versuche Schlagzeug zu spielen. Musik und diverse Instrumente begleiten mich seit meiner Kindheit.

    Ich habe mich schon vor Jahren für die Entstehung der unterschiedlichen Genres interessiert, und ich finde das Thema noch immer ungeheuer spannend. Vor allem wenn es um die Vermischung der Stile geht.


    Und trotzdem gibt es Musik, die mich absolut nicht erreicht. Ja, die mir sogar so gehörig auf die Nerven geht, dass ich regelrecht flüchten muss. Das passiert mir hin und wieder in Einkaufstempeln, wo man unfreiwillig beschallt wird. Und einmal bin ich um 23:45 Uhr von einer Silvesterparty geflohen weil ich es einfach nicht mehr ertragen konnte.


    Ich bin grundsätzlich offen für alle Nuancen. So habe ich mir mal Pina Bausch in Düsseldorf gegeben. Herrje! Was für eine Qual! Sicherlich ist das große Kunst, und ich will durch mein Urteil überhaupt nicht die Leistung der Beteiligten schmälern! So wie ich auch niemals einem Jazz-Musiker sein Können absprechen würde…

    Aber ich muss es nicht gut finden, nur weil's gekonnt ist.


    Vielleicht bin ich da etwas zu sensibel. Ich werde schon nervös wenn ich im Auto meine Lieblings-CD aktiviere und mein Beifahrer quakt ständig dazwischen. :rolleyes:

    Lieber Schlagzeuglehrer, ohne jetzt irgendetwas zu deinem Spiel sagen zu können (sieht sehr locker, routiniert und professionell aus), aber diese Musik klingt in meinen Ohren grausam. Das Gedudel bereitet mir fast körperliche Schmerzen. Sorry, nur mein persönliches Empfinden.

    Ja, finde ich auch klasse!

    Wobei das Original von Elvis ohne Schlagzeug war. Den Rhythmus hat Bill Black vorgegeben mit seiner Slap-Bass-Technik. Aber Scotty war schon damals dabei:


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    Die Beatles standen in den USA in den 60ern in harter Konkurrenz mit Elvis. Die Manager beider Seiten vereinbarten ein privates Treffen während einer USA-Tournee der Vier.

    Also besuchten sie ihn an einem Abend in seinem Haus in der Nähe von LA.

    Elvis saß auf seiner Couch und die Beatles ihm gegenüber. Niemand sagte ein Wort. Sie starrten ihn nur an.

    Nach einer Weile sagte Elvis: "Wenn ihr mich jetzt die ganze Zeit nur anstarren wollt, geh ich ins Bett."

    Damit war das Eis gebrochen. Lt. Augenzeugen wurde es ein toller Abend. Sie haben zusammen Musik gemacht, Billard gespielt und gequatscht. Leider gibt es hiervon weder Bild- noch Tonaufnahmen, da dieses von Parker wie auch Epstein streng untersagt worden war.

    Warum auch immer, man hielt sich dran. Schade eigentlich.