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Mein Ludwig 90's Classic Set 6

Da ich die meiste Zeit meines Lebens in einer "amerikanischen Kolonie" im schönen Deutschland gelebt habe, bin ich natürlich ein Freund der Ludwig-Trömmelchen. Das kommt daher, weil Ludwig lange Zeit echt geile Drums gebaut hat und auch, weil es früher in unserer Gegend von den dort stationierten GI's nicht selten ein gebrauchtes aber erstklassig erhaltenes Ludwig billiger zu erstehen gab wie beim Händler ein neues, weniger gutes Set aus Fernost. Ich hatte deshalb im Laufe meines Trommlerlebens eine Menge großartiger Ludwig-Drumsets, - sogar eines der ziemlich seltenen Vistalite Tivoli konnte ich mal mein Eigen nennen. In der mitte der achtziger Jahre verloren die Produkte der Firma Ludwig aber leider an Qualität, was zusammen mit den horrenden Preisen für diese Drums dann auch bald zu einem Verlust der Käuferschaft führte. Auch zahlreiche, namhafte Endorser wechselten in jener Zeit zu anderen Herstellern.... Das hier gezeigte Set ist ein Ludwig "Classic" Set mit Long Lugs in der Ausführung " Clear Maple". Ich habe es Anfang der neunziger Jahre neu gekauft, - mein erstes, neues Ludwig! Die Trommelkessel sind etwa 1 cm dick. Das Set besteht aus Trommeln in den Größen 22 x 16, 10 x 10, 12 x 12, 13 x 13, 14 x 14 und 16 x 16 (Zoll). Sämtliche Trommeln sind ohne Tom-Halte-Rosetten und werden, - mit Ausnahme der Bassdrum -, mit RIMS-Tomhalterungen befestigt. Das war nötig, denn zum einen hat Ludwig damals Tom-Halte-Böckchen montiert, die überdimensioniert riesig waren, direkt am Kessel pappten und somit dem Klang- und Rosonanzverhalten eines Trommelkessels nicht unbedingt dienlich, - und zum anderen war die damalige Hardware von Ludwig schlichtweg Scheisse. Durch das RIMS-System konnte ich also prima auf Hardware anderer Hersteller zugreifen, da hier jedes Halte-Böckchen eines jeden Herstellers montiert werden konnte ohne die Kessel mit Löchern verunstalten zu müssen. Leider war in jenen Tagen nicht nur die Hardware von Ludwig miserabel, - auch die Gratung der Kessel ist bei diesem Drumset zum Gotterbarmen. Scheinbar war die dafür zuständige Abteilung bei Ludwig zu jener Zeit ausschließlich mit tapferen Indianerkriegern besetzt, die die Kesselgratung traditionell mit dem Tomahawk hergestellt haben. Auch in der von Ludwig stets so hochgepriesenen, hauseigenen Endkontrolle scheinen zu dieser Zeit ausschließlich starke Anhänger des Feuerwassers gearbeitet zu haben, denn ein Set mit so einer miesen Kesselgratung hätte bei manchem anderen Hersteller nie den Versandweg angetreten. Irgendwann (ich glaube nach einem dreiviertel Jahr Lieferzeit) kam das Set dann bei meinem Händler an und kurz darauf zu mir. Aufgebaut, tausendfach gestimmt, - es klang grausig. Was wohl auch ausschlaggebend dafür war, daß ich mir etwas später ein wohlklingendes Zweit-Drum-Set eines anderen Herstellers aus good old Germany zugelegt habe. Mein Ludwig war zu jener Zeit sicher das teuerste Proberaum-Set in ganz Deutschland. Nach endlosem Experimentieren mit Fellen und Stimmungen, zahlreichen Abenden am Rande der Verzweiflung und den daraus resultierenden zahlreich vernichteten Bieren hatte der große Manitou irgendwann Mitleid mit mir:Es ist mir irgendwie gelungen, aus dieser lausig gegrateten Ami-Schießbude einen ziemlich akzeptablen Sound rauszukitzeln, weshalb ich das Set danach auch oft auf Auftritten spielen konnte. Den Rest am guten Sound hat der Tontechniker (der wohl auch Mitleid mit mir hatte) dann stets mit gekonntem Dreh am EQ des Mischpultes gepimpt. Das 13" Tom kommt allerdings nur bei kleinen Club-Gigs mit der Rockband zum Einsatz, - da spiele ich dann meistens die 22" BD, das 13" und das 16" Tom zusammen mit einer Snare aus meinem (mittlerweile schon ziemlich umfangreichen) Fundus. Das 16" Tom, -ursprünglich ein Floor-Tom, wurde später seiner Beine beraubt und auch mit RIMS versehen als Floating Tom montiert. Die dadurch entstandenen Löcher dienen nun als zusätzliche Lüftungslöcher. Ein Kuriosum a la Ludwig: Sämtliche kleinen Toms haben zwei Lüftungslöcher. Das 16er hatte ursprünglich nur eines.

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