Beiträge von Druffnix

    All we hear is Radio Gaga...


    Da kommen so viele Faktoren zusammen, die einer Messe die Attraktivität rauben. Im Akustiksektor ist es sicher so, dass ne Trommel ne Trommel ist. Die ist rund, hat nen Reifen oben und unten, wenn man sie nicht stimmen kann, klingt sie Scheisse. Die nächsten zwei Jahre ist Retro und diese Cocktail Sets angesagt, danach kommen wahrscheinlich wieder die quadratischen Toms und Bombast-Sound, aber die Trommel ist immer noch rund (s.o.). Und dass man ein Becken auf zig verschiedene Weisen abdrehen, veredeln usw. kann und dass jedes Jahr jemand neues vom Bosporus angelaufen kommt, der das AUCH kann, aber keinen gescheiten Vertrieb, keine gescheite Qualitätskontrolle und kein Alleinstellungsmerkmal hat, motiviert auch nicht zum Messebesuch. Wirklich bahnbrechendes hat sich da in den letzten Jahren nicht ereignet. Zur Stagnation bei den E-Drums könnte uns trommeltotti ja was sagen (zeitgemäße VSTi-Simulationen :D) , aber der ist ja weg (gewollt oder ungewollt?). Ach so, und nix gegen Claus Hessler, Dirk Brand, und die üblichen Messebespaßer, aber jedes Jahr muss man die nicht sehen.


    Ich bin ja ein Kind der 80er, und da hat man halt auch seine musikalischen Heroes noch am Sound erkannt, der sehr häufig mit richtigen Instrumenten produziert und selbst gespielt und vor allem komponiert wurde. Es gab Musikrichtungen, über die man sich auch definiert hat. Die Rockbands konnte man sowieso alle auseinanderhalten, die sind halt auch nicht irgendwo am PC entstanden, sondern mussten sich einen eigenen Sound erarbeiten und sich dann mühsam durch Kneipen nach obern spielen und sich eine Fanbase erarbeiten. Wer die Gitarre hatte und sie halbwegs bedienen konnte, war irgendwie cool. Wenn das neue Album von xy rauskam, war das irgendwie ein Feiertag. Und im Fachblatt hat der Instrumentenbediener gelesen, dass Sonor seine neue Trommellinie rausbringt, die wollte man dann unbedingt mal in Augenschein nehmen. Also ins Geschäft, oder eben einmal auf die Messe gehen und sich vor das Gerät stellen, davon träumen und vielleicht auch mal kurz drauf hauen.


    Und heute? R'n'B war früher Rhythm and Blues, davon ist heute nix mehr übrig, vor allem kein Blues. Das ist heute eine Vermischung verschiedenster Genres, die von Speerspitzen wie Rihanna, Beyonce usw. getragen wird (nix gegen die Mädels, die können m.E. beide was). Musik verbreitet sich heute über das Internet, nicht mehr über Clubs. Sie ist jedem schnell und günstig zugänglich, das heißt dann auch, dass man Wege finden muss, sie schnell zu produzieren. Vor gefühlten 30 Jahren hat Run DMC mit Aerosmith Walk This Way neu aufgenommen, was damals legendärer Crossover war, ist heute ja gang und gäbe. Dieses Vermischen von Musikstilen macht man heute an Rechner, das ist billiger, geht schneller und klingt gleich sauber. Die Zeit, die man braucht, um EIN Instrument gescheit zu lernen, nutzen viele, um Musiksoftware so zu verinnerlichen, dass sie VIELE Instrumente abbilden können. Was natürlich zur Folge hat, dass in vielen Genres die Musik und auch deren Interpreten komplett austauschbar sind. Dann werden von den Herren Meister-DJs auch noch Samples von alten Hits genommen, UffZack drüber, und fertig ist der Hit, und die stimmlich eher unauffällige Jasmine Thompson gilt aufgrund von guter Studiotechnik als die Meisterinterpretin von "Ain't Nobody". Chaka Khan lebt ja noch, im Grab rotieren kann sie also nicht, aber... . Klar gibt es gerade in der Popmusik auch Ausnahmen, die auch mal mehr als ein Album lang Erfolg haben, einfach weil sie auch Wiedererkennungswert haben, ein Instrument beherrschen und einen eigenen Stil haben (Ed Sheeran, Taylor Swift), aber wenn ich mal zwei Stunden diese Jugendsender höre, da kann ich die Interpreten kaum auseinanderhalten (ein One Hit Wonder jagt das nächste), und vor allem höre ich seltenst mal ein Stück, das sich so anhört, als wäre es von einer Horde Musiker im Studio eingespielt worden. Wenn ein Jugendlicher heute meinen Lieblings Kollaborateur Pitbull (immer feat. XYZ 0815 123, selber kann er ja nix) geil findet, und er will auch so Musik machen, dann muss er sich dafür nicht mehr jahrelang ein Instrument draufschaffen, da kauft er sich das entsprechende technische Equipment und nach ner Woche kann er die krassen Beats (UffZack UffZack UffZack UffZack...) selber machen.


    Scheiß drauf, ich trommle trotzdem weiter, handgemacht macht einfach mehr Spaß!

    Ist ja immer das selbe: Hat man gutes Material, einen guten, nachhaltigen Fertigungsprozess, gute Produktionsstätten, gutes qualitätsbewusstes Personal (ganz wichtig!) UND eine funktionierende, mit entsprechenden Standards versehene Qualitätskontrolle, dann ist es völlig wumpe, ob man in Bad Berleburg, China oder den äußeren Hebriden fertigt, dann kann auch ein gutes, gleichbleibendes Produkt rauskommen. Wenn chinesische Trommelbauer mit preisbrecherischen Eigenmarken rumkommen (MES - Do yourself want do do!), dann wird mindestens einer, oft sogar fast alle dieser Faktoren aus Kostengründen vernachlässigt. Ergebnis: Shit in Shit out. Keine der Firmen, die auf so eine Strategie setzen, hat sich bisher am Trommelmarkt einen langfristigen Marktanteil sichern können. Dazu ist mittlerweile alles zu transparent. Natürlich ist deutsche Handarbeit teurer, allein die Kosten des Arbeitsmarktes hauen da mächtig rein, Steuern und Auflagen tun ihr übriges.


    Der Beckenmarkt, hier die türkischen Kleinschmieden, sind da ein gutes Beispiel. 10 mal 16" Medium Crash Yüzcaman Series "hand"geklöppelt von Özgur Gencbirgirli, 10 unterschiedliche Sounds, davon 3 so ähnlich wie das Soundfile im Internet. Der schmeisst dann aber nicht die anderen 7 Teller weg, sondern verkümmelt sie via Versand, der Kunde sagt "tja, ist halt Handarbeit" und ärgert sich insgeheim über die Soundabweichung. Da fehlt es zumindest am nachhaltigen Prozess, vor allem aber an der Qualitätskontrolle. Und so was kostet halt Geld. Die Stagg-Becken sind das gleiche Thema, die gelungenen Modelle stehen den renommierten Marken in gar nichts nach, die Ausreißer müßte man genau genommen noch mal in den Ofen schmeißen. Wobei es da ja besser geworden zu sein scheint.

    Glückwunsch zum Meridian, da hatte ich ne ganze Weile Unterricht drauf. Das Ding kann was. Maple oder Birch? Und Bilder müssen sein:-)


    Bei den Becken hast du ja auch was feines erwischt, da macht der Einstieg Spaß.


    Zu den Fellen: Evans G2/G1 passt zu dem Set, Emperor/Amba auch, das nimmt sich nicht viel, denke ich. Mein Lehrer hatte glaub ich Emperor clear/Amba clear drauf, das soundet sehr anständig voll und resonant, auch in höheren Stimmlagen. Snare: Ambassador Coated ist gut für einen eher offenen Sound, ich persönlich finde für mitteltiefe Holzeimer wie die Meridian Snare ja das Evans Edge Control 1 Reverse Dot gut, sehr knackig und definiert, etwas weniger Obertöne als das Remo. Ist aber Geschmacksfrage.

    Ich hab selbst früher in meiner 2B-Stick - Bobby-Blotzer-Phase nix kaputt gekriegt (und da hab ich richtig reingelangt), also 0 in 12 Jahren. Liegt aber vielleicht daran, dass ich nicht "durchcrashe", sondern die Becken ihr natürliches Ausschwingverhalten machen dürfen. Wenn man in ein aufgeschwungenes Crash dauernd fest und schnell reinhaut, ist das nicht so förderlich, denke ich.

    Flatty


    Wo wohnst du denn? Ich frage hauptsächlich wegen der Becken: Wenn du in der Nähe einen gut sortierten Händler hast, fahr da mal hin und hör dir verschiedene Becken an. Die 2002er sind sehr gute Becken, aber soundmäßig eben nicht jedermanns Sache. Bei deinem Budget würde ich mir echt die Zeit nehmen und da ausprobieren, eine halbwegs gut verarbeitete Trommel kannst du stimmen, ein Becken eben nicht. Und mein Ride und China sind auch andere Fabrikate als Crashes und HiHat, das kannste am besten beim Livetest rausfinden.


    Und wenn du schon im Geschäft bist, kannst du gleich mal auf ein paar Pedale treten. Ich komme zum Beispiel mit den Iron Cobras von Tama gar nicht parat, habe seit kurzem eine (recht günstige) Pearl Demonator Doppelmaschine, und damit flutscht es mal so richtig. Das ist wirklich Testsache, finde ich.


    Trommeln: Wenn du wirklich neu kaufen willst, achte darauf, dass du auch noch Einzeltrommeln bekommen kannst, falls du mal erweitern willst. Ich hatte früher auch so eine Riesenbude, dann lange pausiert, jetzt gelüstet es mich auch wieder nach mehr Trommeln. Ist dann blöd, wenn du mit deinem 10/12/14 Tom Setup da sitzt und findest keine passenden Einzeltrommeln. Oder doch gebraucht? In den Kleinanzeigen ist ein Pearl SLX Session Elite Biete Pearl SLX Session Elite Shellset + Snare - 22, 10, 12, 14, 16 - 450€ , das finde ich ein sehr faires Angebot für ein wirklich ordentliches Kesselset. Das kriegst du auch sicher wieder verkauft, wenn es dann ne High End Kiste werden soll. Auf der etwas höherpreisigen Schiene kannst du die schon genannten Sonors, Tama Starclassic B/B, Mapex Saturn IV, Pearl Masters der neueren Prägung und ähnliche suchen, da kannst du immer mal was finden, allerdings mit der oben genannten Einzeltrommel-Einschränkung.

    @robi


    Der leiht sich ein Becken von dir, nachdem es wie auch immer kaputt gegangen ist, bezeichnet er das Fabrikat als Murks, bietet dir aber trotzdem einen Ersatz an? Was isn das für ein Futtner? Entweder er hat es kaputt gehauen, dann ersetzt er es, oder er hat es nicht kaputt gehauen, dann eben nicht. Hat wohl ein schlechtes Gewissen, der Gute.


    Becken verleihe ich grundsätzlich nicht. Ich kenne das auch nur so, dass entweder kompletter Krempel gestellt wird auf Risiko des Veranstalters, oder ein Set wird gestellt und man kann seine Becken und sein Pedal mitbringen. Ich würde allerdings auch nie auf geliehene Becken draufwemsen wie Travis Barker. Mir erschließt sich ja sowieso nicht, warum manche Leute ihr Trommelwerk immer so verhauen müssen. Abgesehen vom Materialverschleiss klingen die meisten Trommeln und auch die meisten Becken ab einer gewissen Schlaghärte eher wieder schlechter.

    Remo Silentstroke gekauft, Falam gekauft, auf die 22"-Hupe drauf und lostreten! Hab ich in meiner kleinen Mietbude auch, ist das beste außer nem echten Fell. Wenn dir der Rebound zu stark ist, mach ne Decke rein oder spann das Fell fester, bei mir reicht die höhere Spannung aus. Das ist auch leiser als die meisten Pads

    Also noch mal: Wenn du dir die Zeit nehmen willst, dann:


    - Nimm das Gerät ganz auseinander, alle Beschläge abschrauben
    - Spannreifen mit Stahlwolle / Nevr Dull abrubbeln. Ich habe so eine pro-symbiontische Haushaltsreinigerpaste von Jemako, heißt Zitronenbalsam, mit dem geht das auch geil, die kostet aber (geht auch sehr gut zum Becken polieren!). Wo der Chrom durch ist, wird der Rost irgendwann wiederkommen, so what.
    - Spannböckchern aussen genau wie die Spannreifen behandeln.
    - Im Tabakfachhandel ne Schachtel Kippen und vor allen Dingen einen Pfeifenreiniger kaufen. Die Kippen kannst du zur Not auch weglassen :D . Ballistol Waffenöl im Fachhandel kaufen. Nen Faserlappen nehmen, bissl Ballistol drauf, alle Schrauben putzen. Pfeifenreiniger leicht in Ballistol tunken und die Gewinde von den Böckchen innen durchputzen, das sollte es tun. Ballistol löst, konserviert und fettet leicht. Das Zeug ist gut. Was für meine Kanone gut ist, kann für deine Gewinde nciht schlecht sein ;)
    - Kessel optional mit einer feinen Autopolitur nach Anleitung polieren.


    Alles zusammenbauen, Evans G2/G1 ist für die Bude ne brauchbare Kombination, war auf meinem ehemaligen Unterrichtsset (gleiches Fabrikat) auch drauf, klingt knorke.


    Mit diesem bisschen Werkzeug habe ich unter anderem ein übelst verwanztes Sonor Force 2000 und ein komplett verwahrlostes Pearl World wieder in einen optisch und technisch einwandfreien funktionellen Zustand gebracht. Und soo fertig ist dein Mapex noch lange nicht.


    Spannreifen und Schrauben würde ich nur neu kaufen, wenn sie verzogen bzw. komplett unbrauchbar sind. In den Gewinden hängt in der Regel so ein Schlonz aus Staub und Fett drin, der geht mit der beschriebenen Methode raus. Wenn du komplett Reifen, Schrauben und Gewinde neu kaufen willst, fährst du rechnerisch besser, wenn du dein ganzes Set für 200€ verkloppst und dir dür 300€ ein gebrauchtes Mapex M Shellset auf dem Gebrauchtmarkt kaufst. Billige Spannreifen und billige Schrauben sehen erstmal gut aus, besser funktionieren als dein jetzigen Teile tun sie deshalb noch lange nicht.


    Edith meint, dass ich zu langsam schreibe:-)

    Das Internet verlockt natürlich auch dazu, sich als Einsteiger beim Neukauf erstmal so ne Billig-Möhre zu bestellen, da sieht ma ja nicht, das man teilweise gerade im Billigsegment richtigen Schrott ordert. Früher musste man ins Geschäft gehen, und wenn dann da ein Pearl Export neben einem Set namens Musikmaschine Detonator stand, wußte man gleich, wovon man besser die Pfoten läßt. Wir sind ja hier auch Trommel-Nerds, die mit "Problemen" kämpfen, die der Massenkunde gar nicht hat. Gerade bei den Billigkisten kommen und gehen die Angebote schneller als man gucken kann. Und dass Sonor aus dem Segment aussteigt, ist vielleicht auch richtig, die waren auch im Segment untere Mittelklasse einfach zu spät dran, da gab es schon ein Yamaha Gigmaker und Stage Custom, ein Pearl Export/Vision, Tama ImpStar, alles alltagstauglich, mit renommiertem Namen und überall verfügbar. Letztendlich glaube ich, dass eher eine Marktbereinigung stattfindet, der Kuchen ist einfach nicht groß genug für so viele Esser.

    Ist das eine Krise? Sicher ist es nicht einfacher für die OEM Hersteller, mit einem transparenteren Gebrauchtmarkt, einer nicht beliebig wachsenden Anzahl an Trommlern und einer Nachfrageverlagerung auf elektrisches Equipment.


    Andererseits fragt man sich halt schon, mit welcher Geschäftsidee und welchem Marktverhalten manche Firmen meinen, den großen Playern auf dem Markt ans Bein pinkeln zu können. Wenn man ehrlich ist, sind es mit wenigen Ausnahmen doch immer noch die gleichen Namen, die den Akustik-Trommelmarkt bedienen wie vor fast 30 Jahren: Tama, Pearl, Sonor, Ludwig, Gretsch, Yamaha. DW und Mapex haben sich etwas später noch platziert, aber dann? DDrum, RMV, Odery und wie sie alle heissen, auch Drumcraft zuletzt. Ich finde es ja auch gut, wenn's auf dem Markt mal was neues gibt, nur ist es halt so, dass eine Trommel mit verzogenen Spannreifen, unrunden Kesseln und Scheiß-Gratungen zwar günstig sein kann, aber deswegen auch nicht so dolle klingt. Und mit der Qualität hatten ja wohl viele der neuen Companies Probleme, vor allem die, die über den Preis rein wollen. Solche Qualitätsprobleme haben ja schon Traditionsfirmen wie Ludwig immer wieder das Leben schwer gemacht. Dass dann diese Firmen auch schnell wieder den Abflug machen, ist klar. Shit in Shit out :) Und Premier ist schon seit Jahrzehnten ein kleiner Player, der nie so richtig aus dem Pudding gekommen ist. Und der fährt dann halt bei einer natürlichen Marktauslese als erstes nach den No Names in die Grütze. Gretsch und wohl auch Ludwig waren ja auch mehrmals kurz davor.


    Nächste Annahme: Das Geld wird bei den Trommelfirmen mit den eher günstigeren Sets verdient, da geht einfach mehr Masse über den Tisch. Und wenn ich dann ein Fame, Millenium, ddrum Diablo oder so was angucke, mit pickligen Verchromungen, schief verschraubten Snare-Strainern, unrunden Kesseln, schlechten Gratungen und schlecht drehenden Stimmschrauben, da darf ich mich auch nicht wundern, wenn sich das am Markt nicht durchsetzt. Da steht mein olles 94er Pearl Export heute noch gut dagegen da, und klingen tut es auch. Und für mein Zweitdomizil hab ich mir gerade eins von den neuen Exports als Shellset spendiert, das ist halt für das Geld schon sehr gut. Die Hoops sind plan, die Kessel absolut rund, saubere Gratungen usw. Und klingt Sahne mit guten Fellen. Gleiches gilt für Tama Imperialstar oder die Catalinas von Gretsch. Ja, alles Made in Taiwan oder ähnlich, ist mir aber wumpe, solange dort Qualitätskontrolle herrscht. Der Billigkrams von Fame und Konsorten wird auch da gemacht, nur ohne Qualitätskontrolle, so ist das dann halt auch. Und wer so einen Unfug absondert wie Premier mit diesem lachhaften Spirit of Maiden-5 Piece Set, der darf sich über schwindende Marktpräsenz nicht wundern.


    Ist auf dem Beckenmarkt ja auch so: Zildjian, Paiste, Sabian, Meinl. Die hatten sich bis Mitte der 90er etabliert, die Istanbuls halten sich in ner Nische, alles andere kackt ab. Warum das so ist, kann man gut an der abebbenden Diril-Mania verfolgen: Der Billig-Kunde kennt das nicht, weil kein gescheiter Vertrieb da ist, und der Fortgeschrittene ist genervt, weil jeder Teller anders klingt und Ersatz bei Beschädigung kaum zu bekommen ist. Das ist hier nicht das hohe Lied auf die großen 4. nur kriegen die das für eine gescheite Marktpräsenz halt einfach am besten hin. Dass Paiste 101 oder Zildjian Planet Z soundmäßig nicht mit einem Diril Saluda Ottoman Yaz SulTan Custom Handhammered by Murat Cemdöclur mithalten kann, ist klar. Das interessiert die Masse, die diese Messingteller kauft, aber auch nicht. Der will ne gescheite Marke, die er kennt. Der Fortgeschrittene (s.o.) kennt seinen Sound besser, und der könnte auch ein Nischenprodukt kaufen (Diril oder so). Wenn der dann allerdings aufgrund eines Soundfiles ein brillant und kurz ausklingendes Crash bestellt und dann ein etwas trashig und lang auschwingendes Crash kriegt (alles handgeklöppelt von Masterdengeler Murat s.o.) hört der Spaß auf, zumal bei den Waschküchenvertrieben ja auch oft Umtausch und Gewährleistung schwierig sind (wer weiß was Murat sich da dann wieder zurechtgehämmert hat). Da greift man dann lieber etwas tiefer in die Tasche, wenn die Qualität mit den Erwartungen übereinstimmt.


    Gerade auf dem Akustik-Trommelmarkt ist es halt auch schwer, sich mit etwas am Markt zu positionieren, was es noch nicht gibt. Ich erinnere nur an SB Drums, die angeblich besten Drums der Welt. Die hatten lauter Features, die sonst keiner hat (lag vielleicht daran, dass es auch keiner braucht), und das zu astronomischen Preisen. Am Ende des Tages waren es aber auch nur runde Trommeln, die scheisse klingen, wenn man sie nicht gescheit stimmt.

    Haste Zeit?


    Dann alles auseinanderbauen, Chromteile mit Stahlwolle oder Nevr Dull wienern, Schraubengewinde mit nem guten Mikrofaser-Haushaltstuch saubermachen. Die Kessel kannst du bei Bedarf mit ner ganz feinen Autopolitur machen, alles zusammengebaut, dann steht das Set wieder da wie ne 1. Hab ich schon ein paar mal gemacht, lohnt sich.

    Was ich gut finde: (eigentlich alles bis auf...)


    - dein Spiel: sehr auf den Punkt, präzise, knackig, großen Respekt meinerseits :thumbup: Wie lange brauchst du denn, bis du ein Stück in der KLasse drauf hast?
    - die Videoproduktion: Guter Sound, keine hektischen Schnitte, keine Effekte, man sieht dich spielen. So muss das!
    - Dein Drumsound: Die Snare ist Sahne, deine zwei Chinesen klingen geit, deine Stagg Crashes dito. Die Toms sind mir etwas boomig, ist aber Geschmackssache.
    - Die Drumspur alleine. Da hört man auch besser, wie die Instrumente klingen. Und muss nicht... (s.u.)


    Was ich nicht gut finde (s.O.)


    DREAM THEATER!! Überkandideltes, gewollt kompliziertes, aber völlig emotionsbefreites Instrumentengewichse. Ja, keiner wechselt so fließend von 19/8 über 11/10 und 7 3/4 in 12/7 und spielt da noch synkopierten Inverted Paradiddldiddldiddl auf dem Schlagzeug dazu, aber da kommt mal so gar nix rüber, finde ich. Die straighteren Passagen werden mit diesem Düsenkeyboard vollgeschleimt, die Frickelpassagen sind "Wer-hat-den-längsten"-Gegniedel. Das ist nicht Progressive, das ist überladen. Die nehmen sich einfach zu wichtig, die Herren. Sorry, aber das musste mal raus!!


    Fazit: So weitermachen!!

    Die kriegen es doch beide nicht aufen Appel! Das Crystal ist ewig überall gelistet, geliefert wird es nicht. Das Silverstar ist auch beim T auf der Site, Liefertermin voraussichtlich Ende April. Irgendwie albern, die werden doch nicht Qualitätsprobleme bei den Plastikrohren haben...

    Letzten Sommer haben Sie geil abgeräumt in Kölle, das Pferd war nicht mal ansatzweise tot. Aber wenn ich lese, dass wohl über einen Gastsänger nachgedacht wird, frage ich mich ernsthaft, was das dann soll. Gut, Johnno ist der Neue und erst seit 36 Jahren dabei, aber ein Ersatzsänger??? Das wäre dann Abzocke, wie die Stones ohne Jagger, oder die Amigos ohne Bernd Ulrich :D Noch hab ich kein Ticket für Leipzig!


    Und geldtechnisch geht es bei denen sicher nur um stinkreich oder sau-stinkreich.

    Mahlzeit! Gibt es hier einen Tama-Experten, der weiss, ob die im Amiland angebotene Tama Superstar Classic Serie mit Ahornröhren auch hier angeboten werden soll? Bei uns ist ja weiterhin die Hyperdrive-Nummer angesagt, aber diese Superstar Classic Sets haben irgendwie was, und der Preis in USA ist gut. Gibt es da irgendwelche Infos?

    Brechdurchfall könnt ich kriegen, wenn ich was für Selbstabholer in die Bucht stelle, kriege das verkauft und dann geht es los: Morgen oder übermorgen will er das haben (war mir leider nicht möglich), ob ich ihm entgegenkommen könnte, wäre ja doch scheissweit weg. Ein Terminangebot meinerseits sowie das Angebot, ihm etwas entgegenzufahren, will er dann doch nicht, da er den Krempel gleich haben wollte. Das wäre ihm dann doch zu stressig und leider etwas langwierig (Sonntag abend gekauft...), das würde ich sicher verstehen.


    NEIN, DAS VERSTEHE ICH NICHT!!! DA KOTZ ICH!! Das ist eine ganz blöde Komm-Ich-heut-nicht-komm-ich- morgen-Mentalität!! Fühl dich mit Anlauf in den Arsch getreten, bist ja auch in diesem Club hier!

    Vor drei Wochen waren die Saluda Bleche noch die gefeierten Bäääst Sümbels in se Wööörld from a great Mänufäktschuur, und jetzt ist es ein Unfall gewesen? Irgendwie seltsam!

    Es ist halt auch immer das selbe auf so einer Messe: Die Beckenhersteller hängen 50 Teller auf die Ständer, die Drumhersteller stellen von jeder Serie ein schön hergerichtetes Set hin. Man schaut sich das an, dengelt vielleicht auch mal irgendwo drauf, sieht, welche Marke der Terrana dieses Jahr spielt. Alle stehen vor dem 32-teiligen Custom-Made Pearl Reference Signature Kit des bekannten Metal-Drummers xyz, aber die Masse der Trommelinteressierten kauft halt nicht Reference, sondern Export. Außerdem gibt's ja auch selten was wirklich Neues: Ein Gretsch Broadkaster mit einer neuen schicken Lackierung sieht schön aus, ist aber immer noch nur ein Gretsch Broadkaster mit Trommeln aus Holz, Spannreifen und Fellen.

    Das Getrommel: Sehr genretypisches, straightes, recht einfallsloses Metalgetrommel. Hört sich an wie programmiert
    Die Becken: Höre ich nicht raus, gehen im Mix unter.
    Die Musik: Lebloser, einfallsloser Schablonen-Metal, ordentlich gespielt, überproduziert, laaaaangweilig!
    Das Outfit und das Video: Die Fee ist niedlich, der Rest ist lächerlich. Foll die Zommmmbies eyy!


    Fazit: Brainstorm haben so das gewisse Nichts ;)