Ich glaube, genau das funktioniert bei Musik eben nicht. Es gibt einfach keine objektiven Kriterien für die Qualität eines Musikers. Selbst die absoluten Topstars sind nicht (nur) deshalb dort, wo sie sind, weil sie ihr Instrument außergewöhnlich gut beherrschen. Das tun nämlich viele, aber wiederum nicht alle Topstars. Oder attestierst du Ringo Starr oder Ulle außergewöhnliche Beherrschung des Drumsets? Wohl kaum.
Ich glaube, dass wir gerade etwas aneinander vorbei reden. Ich habe nicht von der Qualität eines Musikers gesprochen, sondern zu der eigenen inneren Einstellung zu dem was man tut, nämlich Musik machen.
Ulle ist dafür ein gutes Beispiel: Obwohl man ihm sagte, dass da nichts geht, hat er dennoch daran geglaubt , dass da was geht. Aus diesem Grund hat er ja auch weiter gemacht.
In diesem Punkt unterscheidet sich der Sportler und der Musiker nicht voneinander. Mehr als einmal an etwas gescheitert und schon läuft man in die Gefahr, dass man die Klamotten an den Nagel hängt.
Allerdings musste ich ehrlich gesagt bei deinen Aussagen schon öfter schmunzeln, weil ich mir dachte, du gehst zu sehr als Sportler ans Drumming und zu wenig als Musiker.
Wenn du ein Song im Radio hörst, der dich inspiriert, dann keimt in dir doch der Wunsch auf, jetzt am Schlagzeug zu sitzen. Oder?
Wenn ich eine 1,7m hohe Stufe sehe, dann stehe ich schon im Geiste auf meinem Motorrad. Für manch anderen ist es schlicht ein unüberwindbares Hindernis.
Da ich hauptsächlich meine Erfahrungen und Erlebnisse im Trialsport gemacht habe ziehe ich natürlich immer wieder parallelen dazu.
Kann ich auch machen, da ich beides mit einer gehörigen Portion Leidenschaft mache. Auch wenn es für andere vielleicht komisch rüberkommt, bei mir funktioniert es gut.
Meine Experimentierfreudigkeit und den Hang zur Kreativität habe ich ebenfalls durch den Sport erworben und sind auch die Kriterien die mir am Schlagzeug spaß machen. und mich jeden Tag dazu antreiben mich ans Set zu setzen.
Ich gebe zu, im Gegensatz dazu kann ich zum spielen in einer Band, außer vom Hörensagen, nicht einschätzen, wie da der Hase läuft.
