Beiträge von Mark - der Trommler

    Schöne Geschichte! Mit seinen Kindern Musik zu machen ist doch ein tolles Erlebnis! Äh, Dein Sohn spielt ja auch Schlagzeug, da werdet Ihr doch wohl eher selten miteinander spielen :S


    Trotzdem: Viel Spaß hier und beim Trommeln!

    Wobei, den Lautsprechern hab ich mal ne Generalüberholung inklusive neuer Sicken spendiert.

    Ja, hab ich bei meinen JBL von 1996 auch gemacht. Seitdem produzieren sie wieder reichlich Bass :-)
    Dazu einen Kenwood KD-7010 Plattenspieler von 1989, das Tonabnehmersystem ist ein Elac aus den 1970ern. Funktioniert alles einwandfrei. Klar, muss man ab und an mal die Nadel auswechseln, aber das gehört dazu.

    Ja klar kann das jeder Schreinerlehrling im ersten Jahr, so einen Kessel abschneiden und graten.
    Das ist eine Sache von wenigen Minuten und sollte entsprechend nicht teuer sein.

    Vielleicht ein bisschen übertrieben, denn einen Kessel an der Kreissäge abschneiden hat auch so seine Tücken. Wenn jemand darin keine Übung hat, kann sich das Werkstück leicht verkanten, was im geringsten Fall in einem verschnittenen Kessel, im gröbsten Fall bei Verletzungen enden kann. Am besten geht das mit einem Bock auf dem der Kessel auf Rollen läuft. Sowas haben IMHO aber nur wenige Schreinereien.

    Und eine Tischfräse mit dem passenden Fräser steht meistens auch nicht rum, sondern muss eingerichtet werden. Dazu gehört dann noch der Abbau des Anschlags usw.

    Kommt natürlich auch wieder auf den Betrieb an....

    Der reine Arbeitszeitaufwand dürfte tatsächlich nicht so hoch sein, insofern hast Du Recht.

    So, hier der letzte Neuzugang:



    Eine 14" x 8" Snare aus Espe / Thermo-Espe in Fassbauweise.


    Die Espe oder Zitterpappel gehört genauso wie die Pappel zur Gattung populus. Die meisten Pappelarten entwickeln einen farblich abgesetzten Kern, die Espen nicht, bei ihnen bleibt das Holz gleichmäßig hell. Espenholz kann bei der Bearbeitung, je nach Faserverlauf, ziemlich widerspenstig sein. Schnitt- und Fräskanten bekommen wollige Öberflächen (Deswegen werden auch manche Pappelarten im Englischen als "Cottonwood" bezeichnet), die oft nur mühsam zu glätten sind. Manchmal lohnt es sich dann mehr ein neues Werkstück zu nehmen als "stundenlang" die Fläche zu bearbeiten. Das ist schon mal die erste Herausforderung, wenn man glatte Kanten für die Verleimung haben möchte. Bei der Thermo-Espe gibt's wieder andere, weniger schöne Eigenschaften. Durch die in mehreren Phasen ablaufende Erhitzung des Holzes auf bis zu 230° C ändern sich neben der Farbe auch die Eigenschaften. Schnitt- und Fräskanten werden nicht mehr so leicht wollig, dafür wird das Holz spröder und kann am Hirnholz bei der Bearbeitung auch mal ziemlich stark ausreißen. Ist eigentlich blöd, wenn man daraus die Kesselgratung machen möchte. Im Fall dieser Trommel musste ich die Gratungen mit Holzkitt behandeln um eine gleichmäßige Oberfläche zu erhalten. Die besten Erfahrungen habe ich dabei mit selbsthergestellten Fugenkitt, der für Parkettfußböden verwendet wird, gemacht. Macht einen haltbareren Eindruck als die Fertigkitts, die man so kaufen kann, ist ja auch eigentlich für's Drüberlaufen gedacht.

    Weil die Espe eine Weichholzart ist, hinterlassen sämtliche Hardware-Teile sofort einen bleibenden "Eindruck". Also muss auch hier aufmerksam gearbeitet werden.


    Bei den Gratungen habe ich mich auf der Schlagseite für ein "Craviotto-Baseball-Bat" und auf der Resonanzseite für 45° entschieden, einfach um mal auszuprobieren, ob es wirklich einen Unterschied zu ganzer Rundung an beiden Gratungen macht. Angeblich soll die Teppichansprache bei spitzer Gratung ja feiner sein. Im direkten Vergleich habe ich nur einen minimalen Unterschied feststellen können. Vielleicht liegt's am Tinnitus...?


    Das Snarebed habe ich diesmal schmal (ca. 50 mm) und flach (ca. 2 mm) und mit relativ steilen Kanten gewählt. Macht es einen großen Unterschied zu einem weiten, tiefen, sanft auslaufenden Snarebed? Ich habe nur feststellen können, dass es bei tiefer Stimmung zu einem deutlichen Nachrascheln des Teppichs kommt, welches sich auch durch höhere Spannung des Teppichs nicht abstellen lässt. Das ist bei den Snares mit weiterem Snarebed nicht so extrem. Wie sehen/hören/kennen das die anderen Trommelbauer hier im Forum? Ich hätte da schon Interesse an einem Erfahrungsaustausch.

    Könnte auch sein, dass das Resonanzfell auch tiefer gestimmt werden muss, damit das Rascheln erträglicher wird. Muss ich ausprobieren....


    Der Durchmesser des Kessels ist an die Sonor-Champion bzw. Phonic angelehnt. Also um einiges geringer als 14", so hat das Fell genügend Spiel und liegt mit dem Kragen gut an der Gratung auf. Die Tiefe habe ich gewählt, weil ich von meiner 14" x 8" Marschtrommel so überrascht war und begeistert bin und so ein Teil auch mal selbst bauen wollte.


    Überhaupt entwickelt sich das Trommelbauen bei mir zu einer schieren Sucht, die sich nur durch Weiterbauen befriedigen lässt.

    Da meine Lagerkapazitäten eingeschränkt sind, ist bei sieben bis acht Snares im eigenen Fundus Schluss. Deswegen muss jetzt eine gehen. Meine Metallsnares und die anderen selbst gebauten nicht, das waren meine ersten. Der Douglasienkessel ist sogar von 2013 und lag bis zur Fertigstellung 2021 im Dachboden. Die Thermoespen-Snare in 14" x 6,5" ist der erste Kessel von 2021, mag ich nicht abgeben. Und die grüne Frankenstein-Snare ist das erste eigene Umbau-Projekt, die also auch nicht.

    Somit muss / soll jetzt diese Snare ein neues Zuhause finden.


    Ich hoffe es ist in Ordnung, dass ich hier auf den Verkaufs-Thread verlinke. Dort gibt es auch Sound-Beispiele in verschiedenen Stimmungen.


    Das Holz für diese Snare stammt übrigens aus Resten von der Saunaherstellung. Normalerweise mache ich daraus die Sitzbänke.

    Die Oberfläche habe ich mit natürlichem Pur-Solid-Öl der Firma Auto behandelt. Keine Mineralöl-Industrie-Produkte an mein Holz! Das halte ich für extrem unnötig, vorausgesetzt, man ist willig und fähig auf sein Musikinstrument etwas Obacht zu geben.

    Drei Anstriche auf der Außenseite und ein Anstrich auf der Innenseite sind genug. Das Öl soll keine Schicht bilden, sondern das Holz nur sättigen. Dann ist es ausreichend gegen Feuchtigkeit geschützt. Die Gratungen haben auch jeweils einen Anstrich bekommen.

    Allerdings schützt das Öl nicht vor UV-Strahlung, d.h. das Holz kann sich mit der Zeit im Farbton noch ändern, also nachdunkeln bzw. aufhellen. Ist eben ein Naturprodukt.


    Die Hardware ist bis auf den Teppich und die Snareabhebung gebraucht. Wobei die Abhebung durch einen versteckten Transportschaden auch zwei kleine Macken im Chrom hat, so passt sie besser zu den Vintage-Böckchen. Diese sind von einem "Luxor - Made in Japan"-Schlagzeug aus den 1970ern, welches viel zu lange in einem feuchten Schuppen gelagert wurde (Zusammen mit meiner Pearl International Snare). Mehr als die Böckchen konnte ich da nicht mehr retten. Nach einer Maschinenwäsche und aufpolieren mit etwas Spiritus und Stahlwolle, sind sie wieder ganz ansehnlich geworden. Sicher sind hier und dort Kratzer und minimale Pittings vorhanden, tut der Funktion aber keinen Abbruch. Die Spannhülsen laufen mit Hilfe von ganz wenig Ballistol sauber, die Federn sind mit Schafwolle gegen Klappern geschützt. Leider sind die Böckchen auf ihrer Rückseite nicht, wie man es gewohnt ist, leicht gewölbt, sondern ganz gerade. Sie würden also bei der Montage entweder nicht ganz aufliegen oder müssten mit Gewalt ins Holz gedrückt werden. Beides wäre eher unschön, also müssen Unterlagen (Gaskets) her:


    Die Gaskets sind aus dem Leder einer alten Couch. Zuerst hatte ich welche von ST-Drums bestellt, die aber nicht wirklich gepasst haben. Also selbst eine Schablone hergestellt und jedes Gasket mit Cutterklinge und Hammer ausgestanzt bzw. geschnitten.


    Ich mag es einfach, aus alten Sachen, was schönes neues zu bauen. Besonders die Tatsache, das alles schon da ist und nichts neu hergestellt werden muss, ergibt für mich einen Sinn. Noch dazu kommt, dass mir das Design der alten Böckchen um einiges besser gefällt, als das, was man heutzutage bekommen kann. Gebrauchsspuren haben auch ihren ganz eigenen Reiz und unterstreichen meiner Meinung nach nur den einzigartigen (Vintage-)Charakter eines solchen Instruments.


    Die Spannreifen kommen von ebay-KA und sind in einem neuwertigen Zustand. Glück gehabt!

    Die Snareabhebung von Gibralter ist vom Preis-Leistungs-Verhältnis her das beste, was ich bisher unter den Fingern gehabt habe: Wertige Verarbeitung, nix klappert, sie ist einigermaßen schwer, aber nicht zu wuchtig. Und ganz wichtig, sie hält die Stimmung. Einzig der Federmechanismus erfordert vorsichtige Verwendung, wenn man während einen leisen Stückes den Teppich wieder anspannen will. Beim einfachen Hochklappen, knallt der Teppich doch ziemlich ans Resofell. Der ist in diesem Fall ein günstiges Teil von Fame und eigentlich nicht der Rede wert. Weil er aber etwas kürzer ist, passt er besser auf den "zu kleinen" Kessel als die Pearl- oder Sonor-Teppiche, die ich sonst noch habe.


    Die Felle von Code hat ja der eine oder andere bestimmt auch schon ausprobiert. Sie sind wie die Werksfelle von DW geklemmt und nicht geklebt. Sie haben einen tieferen Fellkragen als die Felle der drei großen Hersteller, was dazu führen kann, das bei extrem hoher Stimmung Fell und Spannreifen fast auf einer Höhe liegen. Vielleicht ist es kein "Bug" sondern ein "Feature". Ansonsten machen die Felle, was sie sollen: Sie bestimmen zu einem Großteil den Klangcharakter der Trommel.

    Wie ich schon im Verkaufs-Thread geschrieben habe, hat die Trommel ihre Stärken vor allem in mittlerer bis hoher Stimmung. Das ist für mich in Ordnung, für tiefere Stimmungen gibt es andere Snares. Mit diesen Fellen klingt sie ziemlich "jazzy", mit viel "Ring" (ist das das so oft erwähnte Sustain?). Komischerweise klingen für mich Massivholz-Snares irgendwie metallischer als Metall-Snares. Geht's Euch auch so?



    Fakten, Fakten, Fakten:

    Holzart: Espe / Thermo-Espe

    Oberflächenbehandlung: Auro Pur-Solid-Öl

    Kesselgröße: 14" x 8", Durchmesser eher 13,5"

    Kesselstärke: ca. 13 mm

    Kesselgratung, Schlagseite: Gerundet

    Kesselgratung, Resonanzseite: 45°

    Snarebed: ca. 50 mm breit, ca. 2 mm tief

    Spannböckchen: Vintage, Made in Japan, 10 Stück auf jeder Seite, mit Unterlagen aus Leder

    Spannreifen: Triple-Flange, 2,3 mm

    Snare-Abhebung: Gibraltar SC-STO Deluxe Throw-Off

    Snare-Teppich: No-Name, Stahl, 20 Saiten

    Schlagfell: Code DNA+, einlagig, 10 mil, ähnlich Remo Ambassador

    Resonanzfell: Code Genetic, einlagig, 3 mil


    Mir ist übrigens heute erst aufgefallen, dass die Trommel mit ihrem Streifendesign wie klassische Bongos oder Congas aussieht. Das war nicht beabsichtigt!

    Aus meinem Eigenbaufundus habe ich diese Snare in Fassbauweise abzugeben:



    Holzart: Espe / Thermo-Espe

    Oberflächenbehandlung: Auro Pur-Solid-Öl

    Kesselgröße: 14" x 8", Durchmesser eher 13,5", ähnlich Vintage-Sonor, so liegen die Felle richtig schön auf

    Kesselstärke: ca. 13 mm

    Kesselgratung, Schlagseite: Gerundet, ähnlich Craviotto-Baseball-Bat

    Kesselgratung, Resonanzseite: 45°, doppelt, mittig

    Snarebed: ca. 50 mm breit, ca. 2 mm tief

    Spannböckchen: Vintage, Made in Japan, 10 Stück auf jeder Seite, mit Unterlagen aus Leder, per Hand geschnitten

    Spannreifen: Triple-Flange, 2,3 mm

    Snare-Abhebung: Gibraltar SC-STO Deluxe Throw-Off

    Snare-Teppich: No-Name, Stahl, 20 Saiten

    Schlagfell: Code DNA+, einlagig, 10 mil, ähnlich Remo Ambassador

    Resonanzfell: Code Genetic, einlagig, 3 mil


    Die Trommel hat ihre Stärken vor allem in mittlerer bis hoher Stimmung. Tiefer als auf den Aufnahmen geht fast nicht, sonst entsteht ein ziemliches Nachrascheln vom Teppich. Ich denke, dass es an dem sehr hoch gestimmten (380 Hz) Resonanzfell liegt. Werde es beizeiten tiefer stimmen und hier berichten.

    Ich finde, sie klingt ziemlich "jazzy", mit viel "Ring". Mit alternativer Befellung und/oder Dämpfung lässt sich das natürlich ändern.


    Hier sind ein paar Aufnahmen in verschiedenen Stimmungen.

    Nur mit Overheads aufgenommen, keine Nachbearbeitung, der Hall kommt vom Raum.


    Einzelschläge - Wirbelartiges - Rimshots - Rimclicks - Schläge mit entspanntem Teppich:

    snare-espe-gestreift-14x8-tiefe-stimmung_1.mp3

    snare-espe-gestreift-14x8-mittlere-stimmung_1.mp3

    snare-espe-gestreift-14x8-hohe-stimmung_1.mp3


    Zusammen mit Hi-Hat und Bassdrum:

    snare-espe-gestreift-14x8-tiefe-stimmung_set.mp3

    snare-espe-gestreift-14x8-mittlere-stimmung_set.mp3

    snare-espe-gestreift-14x8-hohe-stimmung_set.mp3


    Das gute Teil kann nach Absprache gerne ausprobiert werden.

    Versand wäre natürlich auch möglich.


    Die Hardware ist bis auf den Teppich und die Snareabhebung gebraucht. Wobei die Abhebung auch durch einen versteckten Transportschaden zwei kleine Macken im Chrom hat, so passt sie besser zu den Vintage-Böckchen.Weitere Details sind in meinem Vorstellungs-Thread zu lesen.


    Mit neuen Guss-Spannreifen, einer Trick-, Inde- oder DW-Abhebung, Puresound- oder Sonor-Teppich und neuen Böckchen wäre das eine € 700,- -Snare, aber mit der gebrauchten Hardware kann ich die Trommel für € 400,- anbieten (ebay-Kleinanzeigen).

    Für Drummerforum-Mitglieder gilt der Sonderpreis von € 360,-.