Das ist ein sehr interessantes Thema!
Otto Normaltrommler bewegt sich fast ausschließlich auf
einem binären oder ternären Raster. Das reicht ja auch
vollkommen aus, um den Kram zu spielen, den man halt
so spielt. Ganz selten mischt sich da mal was anderes, wie
etwa ein paar Quintolen unters Volk. Wenn man sich auf
einem Fünfer- oder Was-weiß-ich-fürn-Raster austoben will,
muss man das fast wie eine neue Sprache lernen.
Es gibt aber auch noch andere Ansätze. Beispielsweise, wie
oben schon ansatzweise beschrieben, nimmt man eine
rhythmische Figur, etwa eine Hand-Fuß-Kombi, die man im
Schlaf beherrscht und spielt sie - besser gesagt man quetscht
sie in eine Zeiteinheit. Das kann ein Viertel, eine Viertel-Triole
oder eine punktierte Achtel sein. Einige dieser "Quetschungen"
klingen dann schon deutlich anders als das Übliche, das die
eigenen Hände so verlässt. Ich habe das unterbewusst mit
zwo Figuren gemacht und das mal mit meinem Trommelguru
besprochen. Und der sagte, dass das gar nicht so ungewöhnlich
sei und er das auch anwenden würde. Und wenn mich meine
Ohren nicht täuschen, macht das zum Beispiel auch der Hl. Vinnie
des Öfteren.
Ein anderer Ansatz (der auch nicht neu ist): Sprache! Wenn wir
unsere Sprache rhythmisch analysieren, stellen wir fest, dass
das ein ganz schön abgefahrener Kram ist, denn wir da von uns
geben. Sehr schön vor Augen geführt hat uns das Jonny König
mit der getrommelten Stoiber-Rede. Marco Minnemann hat das
auf seinen Platten ziemlich weit getrieben, zum Beispiel auf
Comfortably Homeless. Mike Keneally, Gitarrist und Keyboarder
bei Unlce Frank, ist auch so ein Kandidat, der das gerne ausreizt.
Die Idee hilft auch, um bei einem Solo mal was zu spielen, das
abseits der ausgetretenen Pfade liegt. Man muss sich nur trauen.
Das klingt jetzt alles vielleicht etwas abgehoben, ist es aber gar
nicht. Musik ist mehr als Noten. Es ist gut sie zu kennen und es
ist gut sich von ihnen lösen zu können.
fwdrums
Sorry fürs Kapern, Timo.