Beiträge von zwaengo

    Folgende Gegebenheiten:


    - Einer oder mehrere Musiker haben bereits Gehörschäden,
    - der für alle am besten erreichbare und schönste Proberaum liegt in einem Mietshaus,
    - die Lautstärke in einem externen Ü-Raum (nebenbei viel zu schlecht erreichbar und sehr klein) wird mit echtem Drumset als zu laut erlebt.


    Nun bin ich über folgendes Teil gestolpert: www.jamhub.com


    Das Ding suggeriert, dass man im Prinzip mit E-Drumset, Modelling-Pocket-Amps (z.B. Line6 Pod) und Gesangsmikrofon praktisch überall Proben könnte - mit der Haupteinschränkung, dass alle ständig Kopfhörer tragen müssen.
    Jeder scheint seinen komplett eigenen Mix einstellen zu können, dazu hat das Ding auch noch Recording-Fähigkeiten...
    Abhängig von der Zahl der sich miteinander verlinkenden Musiker gibt es unterschiedliche Versionen (von Jam Hub Bedroom für 4 Musiker bis Jam Hub Tourbus für 7 Musiker), die preislich gestaffelt bei etwa 300.- bis 700.- Euro liegen - also viel günstiger als ein mit entsprechenden Möglichkeiten ausgestattetes Mischpult (das nebenbei auch dann meist sehr groß ist).


    Die auf der Web-Seite verlinkten Videos wirken aber schon mal alles andere als professionell und mir kommt das Ding recht Joghurt-Becher-mäßig vor, was die visuelle Anmutung von Haltbarkeit angeht....


    Daher: Hat jemand von Euch Erfahrungen mit der Kiste und kann die wichtigsten Pros und Cons aus der Praxis berichten?


    Sven


    P.S.: Gibt es noch andere Geräte auf dem Markt, die für diese Gegebenheiten Lösungen bieten könnten?
    P.P.S.: Edit Tippfehler


    nach den bildern und deiner beschreibung der halterungen ist das ein maxwin-set. das war eine billigserie von pearl, und dann stimmt auch das mit den 70er jahren wieder.
    die von honk genannten p-style böckchen sollten passen.


    Das denke ich auch. Könnte absolut ein Maxwin sein...
    Die Lackierung kommt mir aber komisch vor: Hat da mal jemand die Folie abgezogen und sich selbst an einem Sunburst versucht?

    Tama Starclassic Performer B/B ist ja eigentlich ne hüsche Sache, aber was ist hier it der Lackierung passiert?


    http://www.ebay.de/itm/Tama-St…ssion&hash=item1c2d6a1c83


    Das schöne Teil.



    Das gehört so! Die Farbe nennt sich "Midnight Silver Mist"....


    In diesem Thread kannst Du es nochmal auf´m Produktfoto bewundern (etwas nach unten scrollen):


    http://www.drummerforum.de/for…ews-von-tama/thread2.html

    warum postest du dein bratwerk hier, wenn du doch alle kritischen kommentare geflissentlich unbeachtet lässt?


    Das, was Jan macht, ist zwar absolut überhaupt nicht meine Baustelle, aber er ist seit Jahren hier im Forum in dem Genre unterwegs und sicher für viele Anhänger dieser Richtung immer wieder hilfreich und mindestens auch eine Inspirationsquelle.


    Diese Blast-Geschichten, bzw. auch die Sachen, die er covert, sind einfach eine Form von Musik, die vermutlich für die meisten, die ihr Herz berührt wissen wollen, oder zumindest möchten, dass der Arsch wackelt, kaum nachvollziehbar sein werden - und das werden vor allem die Älteren unter uns sein.


    Für mich erscheint das auch eher als olympisch-mathematisches Herangehen ans Drumset. Nichtsdestotrotz sind vor allem bei den Jüngeren hier im Forum viele, bei denen genau DAS etwas antickt, was ihnen wichtig ist.
    Das was ich höre, hat eben in meiner Jugend auch niemand aus meiner Elterngeneration verstanden und ich habe ständig zu hören bekommen, dass das doch nun wirklich nichts mehr mit Musik zu tun habe... irgendwann war dann Punk keine Exotenmusik für "anarchistische Gewalttäter", sondern quasi Schlager-Mainstream ;)


    Die meisten von uns sind halt doch etwas gefangen in der Musik, die uns in den wichtigen Jahren unserer Jugend berührt hat.... und sich auf ganz andere Herangehensweisen einzulassen, ist dann oft nicht so leicht...


    Sollten wir nicht froh sein, dass es immer wieder neue Impulse gibt - aus welcher Richtung sie auch immer kommen? Manchmal eben mehr Technik/Mathematik, als Sex und Arsch; manchmal Seele und Herz... manchmal Melancholie, manchmal Herzschmerz, manchmal pure Aggression, machmal Monotonie - eben wie die Vielfalt des Lebens...


    Für mich gibt´s da kein richtig oder falsch - auch wenn mich selbst vieles schlicht nicht erreicht und berührt, weil es irgendwie von einem anderen Stern kommt, als von dem, auf dem ich gewachsen bin...


    Und da Jan hier immer wieder auch recht heftig angegangen wird, finde ich es eher bemerkenswert, dass er offenbar inzwischen mehr auf das reagiert, was eine echte Auseinandersetzung mit dem ist, was er da tut, als eben mehr der Ausdruck von Ablehnung gegenüber dem, was er spielt...


    Und geht es uns nicht allen so, dass wir auch immer etwas stolz sind auf das, was wir produziert haben... und gleichzeitig auch empfindlich, wenn die Kritik dazu vielleicht etwas derb daher kommt - und ich finde, davon kriegt er hier im Forum wirklich viel zu hören - und trotzdem ist er immer noch dabei...


    Trotzdem fände ich es auch schön, lieber Jan, wenn Du die Kommentare, die eben nicht polemisch, sondern einfach nur kritische Auseinandersetzung sind, nicht ignorierst...


    Ich würde selbst aber wirklich gerne verstehen, was genau das Hochgeschwindigkeitsblasten bei Dir antickt? Meine Phantasie bleibt da irgendwie doch hängen und ich komme nur bis zum sportlichen Ehrgeiz im Sinne des Auslotens technischer Grenzen... Es muss aber irgendwie mehr sein, da bin ich mir fast sicher....


    Sven

    Deine Geschichte hier macht mir angst. Ich spiele ja ein Sonor Ascent in Purple Diamond. Hoffentlich hält das ne weile. Steht im Proberaum bei Kunstlicht und nach der Geschichte hier trau ich mich auch nimmer das da raus zu holen :S


    Jeder Lack ist anders, wie auch die darin enthaltenen Farbpigmente. Hier würde ich nicht generalisieren. Es haben ja auch schon andere hier von Sets mit Sparkle-Lackierungen geschrieben, die stabil sind. Letztlich kann man es ja nie wissen, wenn ich auch im Mittel davon ausgehen würde, dass alle Lackierungen, die rote Farbpigmente enthalten vermutlich tendenziell eher UV-empfindlich sein werden - aber auch dafür gibt es Gegenbeispiele: Schon mal einen verblichenen roten Ferrari gesehen? ;)


    @ darkest_time & hausmeisterklee: Danke für die Glückwünsche! Fotos kommen später, wenn mein 8"-Tom Ende Oktober auch da ist... Für´s erste mag dieses Foto eine Orientierung geben: Ist das gleiche Set, aber eben nicht meins ;) ... Ich habe z.B. ein schwarzes Frontfell drauf - ohne Tama-Logo (ich stehe nicht so drauf, Werbung zu machen)...



    Und hier noch das offizielle Foto von Tama - da kommt die Black Nickel Hardware besser raus:




    Edit: zweites Foto eingefügt

    So, Set am Abend noch aufgebaut, befellt, gestimmt....


    ...und: Klasse!


    Klingt exakt wie mein altes Set, mit einer Ausnahme: Die Bass-Drum hat irgendwie deutlich mehr Pfund und auch etwas definierteren Attack - wohlbemerkt habe ich auf der Bass die bereits benutzten Emad-Felle meiner alten BD aufgezogen, während auf allen Toms mitgelieferten Evans-Felle aufgezogen sind (beim alten Set hatte ich zuletzt Remo Emperor drauf)


    Entsprechend bin ich vom Sound her durch den Tausch definitiv nicht schlechter gefahren.


    Auch lustig: Beim alten Bubinga-Set war immer mein 16"-Standtom das Problemkind beim Stimmen - beim neuen Bubinga ist das ganz genauso, d.h. auch hier ein ganz schmaler Grat zwischen fett/trocken und undefiniert... und insgesamt der größte Zeitaufwand, um "meinen" Sound zu bekommen.


    Verarbeitungsmäßig kann ich überhaupt keine Unterschiede ausmachen. Beide Set´s sind perfekt verarbeitet.


    Einziger Unterschied: Beim China-Starclassic sind die Spannreifen der Bassdrum nicht aus Bubinga - vermutlich weil deckend schwarz lackiert... sieht mir eher wie Ahorn aus...


    Demnächst gibt´s dann auch mal neue Fotos für den Vorstellungs-Thread...


    Nochmals vielen Dank an alle, die mir hier mit Tipps und guten Wünschen geholfen haben...


    Sven

    Meine persönliche Meinung: selbst ohne das Drummerforum würden so kooperative Firmen wie Meinl und Sonor darauf bedacht sein dem Kunden bei solchen gravierenen Problemen entgegen zu kommen. Denke nicht, daß sich Meinl großartig vom Drummerforum beeinflußt hat lassen. Hatte zwar noch keine gravierende Probleme bei Meinl zu reklamieren, aber die Infos die ich bei Ihnen einholte (Fragen zu irgendwelchen Produkten) waren immer so schnell und kompetent, daß ich gleich schon wußte, daß sich Meinl bei diesem gravierenden Problem ganz sicher was einfallen lässt. Only my cent.


    Ich glaube, wir können in jedem Fall festhalten, dass es eine bessere Lösung nicht hätte geben können. Nach oben ist in meinen Augen kein Raum offen. Schlicht perfekter Service - eben auch nach Ablauf der Gewährleistungszeit. Das möchte ich auch nicht über Vermutungen bzgl. der Beweggründe geschmälert wissen und es einfach mal so stehen lassen.

    Konntest Du Dir das neue Finish aussuchen oder wurde Dir das als einzige Alternative vorgeschlagen?


    Ist ja schon ein bißchen was anderes...


    Auf jeden Fall viel Spaß mit dem "neuen" Set - auch wenn es unbeabsichtigt war.


    Nun, ich hatte, als mir Meinl anbot, das Set nach Japan zu schicken, erwähnt, dass ich auch Bubinga in natura schön fände - weil mir eben das Risiko erneuter UV-Probleme mit "ultra violet sparkle" zu groß erschien. Das wäre aber wohl nicht so einfach möglich gewesen. In dem Zusammenhang wurde "natural bubinga burst" ins Spiel gebracht und mir ein Bild geschickt, damit ich mir einen Eindruck verschaffen konnte.
    Ich mag die Bubinga-Struktur, wenn ich auch nicht so ein großer Fan von Burst-Lackierugen bin, die derzeit aber absolut dominieren (nicht nur bei Tama).
    Normalerweise mag ich generell Holz mit seinen lebendigen Strukturen. Es war eher für mich ungewöhnlich, dass mich das "ultra violet sparkle" damals so geflasht hat, dass ich nicht mehr anders konnte, als mich darin zu verlieben... Normalerweise bin ich nicht einmal ein Anhänger von Sparkle-Lackierungen, auch nicht von diesen ganzen Lila-Tönen... Das war eben in diesem Fall so ganz haarscharf im genialen Bereich... Durch das Verbleichen ist es aber in den hässlichen Schweinchenbereich gerutscht...


    Das "natural bubinga burst" hat eher etwas Zeitloses... daran sehe ich mich bestimmt nicht satt, aber es ist auch kein scharfer Hingucker... halt was für den Holzfreund...


    @ williken: Danke für die Glückwünsche. Ich habe zwar ein weinendes und ein lachendes Auge, aber es ist in jedem Fall jetzt ein schöneres Set, als es in verblichenem Schweinchen-Zustand war...


    @ DrummerinMR: Mich freut es auch sehr, dass es diese Art Kundenservice in unserem Bereich noch gibt - und ich hoffe, dass sowas nicht in Vergessenheit gerät. Ich selbst hätte ohne die Hinweise im Forum an einen solchen Service nicht zu glauben gewagt - das kenne ich aus anderen Bereichen komplett anders.


    @ Daniel S: Möglicherweise ist das Drummer-Forum schon recht einflussreich, weil es in unseren Zeiten vermutlich eine nicht geringe Multiplikatoren-Wirkung hat. Das wird man sicher bei Meinl wissen und nicht unterschätzen. Aber ich gehe schon davon aus, dass das eher sowas wie einen Verhaltens-Kodex für solche Fälle geben wird bzw. eine entsprechende Firmen-Philosophie...


    @ freak-928: Das alte Set muss ich in den Kartons, mit denen das neue gekommen ist, 1:1 zurück schicken. Entweder die vernichten das, damit es dem Image nicht schadet, oder irgendwer lackiert es neu - kann ich mir aber vom Aufwand her kaum vorstellen, denn das wird ja in Deutschland nicht gemacht und eine Hin- und Her-Sendung nach und von Japan würde sicher wirtschaftlich nicht lohnen. Ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere hier sicher Interesse an dem Set hätte, denn für ein nettes Auffrischungs-Projekt hat es ja definitiv genug Substanz.... Vielleicht hat ja jemand hier schon mal gehört, wie Vertriebe in solchen Fällen verfahren? Mich würde es auch interessieren...


    Edit: Tippfehler

    ..ist es nicht, Fa. Pearl hat sich mehr als kulant in meinem Fall gezeigt, Abwicklung und Kommunikation waren auf sehr hohem Niveau!!!
    (was man übrigens vom Händler bei dem ich ursprünglich kaufte nicht behaupte kann, dieser versuchte sich aus der Affäre zu ziehen um nachher rumzumotzen weil sie sich übergangen fühlten...Bayern halt :)


    Schön zu hören, dass Pearl das ähnlich handhabt. Ich denke auch, dass sowas zu einem positiven Image beiträgt und letztlich dazu führt, dass eine kleine Schadensregulierung auf der anderen Seite in einem günstigen Verhältnis zur Anzahl neu gewonnener Kunden steht...

    So, jetzt scheint alles in trockenen Tüchern, so dass ich Euch über die letzten Änderungen mitteilen kann:


    Meinl hatte mir zunächst ja angeboten, dass ich das Set nach Japan einschicken könnte, um es dort neu in der gleichen Farbe lackieren zu lassen. Ich hätte dafür eine längere Zeit auf mein Set verzichten müssen und zudem ja nicht die Garantie gehabt, dass das alles nicht nochmals passiert.


    Man hat mir dann angeboten, das Set gegen ein aktuelles chinesisches Starclassic Bubinga (meins war ja noch ein Japaner) in "natural bubinga burst" zu tauschen, was ich nach kurzem Überlegen angenommen habe.


    Eben ist das Set mit der Post gekommen - ein 8"-Tom wird dann noch im Oktober/November getauscht.
    Ich hoffe, ich kann das Set morgen aufbauen und dann mal schauen, wie groß der Verlustschmerz bezüglich meiner knackigen Japanerin gegenüber der Chinesin sein wird...


    Insgesamt bin ich ausgesprochen begeistert vom Verhalten der Firma Meinl und ihrer Mitarbeiter:
    Man hat sich sofort und freundlich mit mir in Verbindung gesetzt, mich auf dem Laufenden gehalten und nicht versucht, sich aus der Affäre zu ziehen.
    Insgesamt absolut vorbildlich - und hoffentlich kein Einzelfall in der Branche.


    Das alte Set muss ich im Tausch natürlich zurück senden...


    Nun sieht´s halt etwas konservativer aus - aber das muss in meinem Alter ja kein Problem sein ;)


    Nochmals auch an dieser Stelle einen ganz dicken Dank an die Meinl-Mitarbeiter für die wirklich ausgesprochen großzügige Kulanz - und da wird Tama ja sicherlich auch mitgesprochen haben müssen.


    Sven


    Edit: Tippfehler

    Nun reizt es mich doch auch, etwas dazu zu sagen:


    Das Hauptproblem ist in meinen Augen, dass nicht EIN Parameter (Kesselmaterial, Stärke, Felle, Gratung, Stimmung, Raumeinwirkung etc.) isoliert betrachtet werden kann, da es bei einem Drumset praktisch nicht möglich ist, dass alle anderen Parameter verlässlich konstant gehalten werden können.


    Ich habe mal Gitarrenbau gelernt und wir haben schon vor 20 Jahren mit massivem Messtechnik-Einsatz versucht nachzuvollziehen, ob sich der Effekt, dass eingespielte Gitarren (hier Konzert-Gitarren) deutlich besser klingen, auch via Messwerten nachweisen lässt: Hier gab es - wie in dieser Diskussion - verschiedene Glaubensfraktionen.. und wie in einem Vorpost geschrieben, sogar Kollegen, die Gitarren über Wochen beschallt haben, um sie vor dem Verkauf quasi künstlich einzuspielen.
    Fakt war, dass sich der Effekt tatsächlich nachweisen ließ: Es war eben nicht nur Glaube, sondern es gab tatsächlich eine deutlich messbare Auswirkung, und die lässt sich sogar theoretisch erklären: Im Prozess der "Verholzung" der Zellen im jeweiligen Holz (Verlust von Wasser über die Jahre) nehmen die Zellen eine Struktur an, die mit der Anregung durch den Schall korrespondiert.
    Zum Verständnis: Wenn ich eine Kiste mit Metallspäne fülle, werden diese sich anders sortieren, wenn ich z.B. einen 80Hz-Ton auf die Kiste einwirken lasse, als wenn ich das nicht tue. Die Metallspäne ordnen sich in direktem Zusammenhang zu den Frequenzen, die ich auf sie einwirken lassen an.
    Nehmen wir jetzt an, ich würde eine Gitarre jahraus, jahrein mit 440Hz beschallen, dann würde das dazu führen, dass genau diese Frequenz über die Zeit stärker resonieren würde. Wenn ich eine Gitarre immer sauber auf einen Referenz-Ton stimme und mich tagtäglich durch die Tonarten spiele, habe ich irgendwann Verbesserungen der Resonanz in genau dem Bereich, in dem ich eben gespielt habe.
    Das ist tatsächlich nachweisbar. Bei einer Gitarre wird das von fast allen Spielern als positiv und angenehm empfunden, weil auch die harmonischen Obertöne verstärkt werden.


    Jetzt ist eine Gitarre kein Schlagzeug. Das Prinzip ist aber ähnlich. Auch hier wird permanente Anregung - ob durch direktes Anschlagen oder Mitschwingen - auf Dauer Auswirkungen haben. Daher bin ich überzeugt, dass ein 50 Jahre gespieltes Set mit Holzkesseln anders klingen wird, als es zum Zeitpunkt der Herstellung geklungen hat. Aber eben: anders! Ob es nun besser klingt, ist eine ganz andere Frage.


    Und es macht in meinen Augen keinen Sinn, darüber zu streiten, ob nun der eine oder andere Parameter ein Drumset toll oder scheisse klingen lässt: Das ganze ist ein sehr, sehr komplexes System, in dem die verschiedenen Parameter zueinander in WECHSELWIRKUNG stehen. Das macht es so verdammt schwer, hier tatsächlich Vergleichstests hinzukriegen, die eine Beweiswert haben können.


    Was wir aber alle tun, ist, dass wir Erfahrungen mit den Instrumenten machen, die wir spielen - vor allem, die wir länger spielen: Wir nehmen automatisch Vergleiche mit anderen Instrumenten vor, die wir kennen und setzen in Beziehung. Das ist natürlich hochgradig subjektiv (ich MÖCHTE auch, dass ein Set besser klingt, für das ich ein paar Tausender mehr bezahlt habe, oder dass ich schlicht wegen geiler Optik gekauft habe und mir das nicht wirklich eingestehen möchte).
    Trotzdem sagt z.B. dann ein Profi wie Mike Portnoy, dass er auf der Bühne das Tama SC Mirage nur wegen der Optik spielt und im Studio doch lieber Bubinga/Birch oder Bubinga spielt, weil es ihm eben eher den Sound bringt, den er haben möchte. Ja spinnt der Mann jetzt, oder ist es vielleicht schlicht so, dass wir durch unsere Spiel- und Hörerfahrungen schlicht "Mittelwerte" bilden und somit Tendenzen für das eine oder andere Fell, Kesselmaterial, Aufhängungssystem, Stimmung, Gratung etc. entwickeln?


    Um nicht falsch verstanden zu werden: Verdammt viel wird durch Marketing ÜBER-betont, d.h. größer gemacht, als der tatsächliche Einfluss z.B. eines Kesselmaterials tatsächlich sein mag. Trotzdem heisst das eben nicht, dass dieser Parameter als unbeteiligt abgetan werden sollte. Natürlich hat das Kesselmaterial eine Wirkung auf die Schwingungs-Charakteristik. Das heisst aber nicht, dass Bubinga z.B. besser als Pappel klingt, nur weil es teurer ist.
    Es klingt ANDERS. Unter Umständen sogar nur MINIMAL anders. Der Rest ist in erster Linie auch eine Geschmacksfrage.


    Ich persönlich mag z.B. auch Roto-Toms, andere finden die Dinger einfach nur scheisse ;)


    Schön, dass jeder seine eigenen Sound-Favoriten hat... und ich habe schon Schlagzeuger gesehen, die auf Müll-Sets gespielt haben und FÜR MICH großartig klangen...


    Ich traue mir nicht zu, im Blindtest Kesselmaterialien zu erkennen - dazu gibt es zu viele andere Parameter, die Ton-bildend sind; ich traue mir aber zu über viele dutzend gespielter Snares im Mittel eine TENDENZ auszumachen, die eben auch nur im Mittel hörbar sein KANN - aber eben nicht muss.


    Wir können leider immer nur einen kleinen Ausschnitt vom Ganzen wahrnehmen... und nur in Beziehung zu dem setzen, was wir selbst kennen... Subjektiver geht´s eben nicht... aber das heisst nicht, dass ein Parameter wie Kesselmaterial keine Auswirkung auf die Ton-Bildung des Gesamtsystems Trommel hat.


    Also: Spielen, spielen, spielen... und das Set anschaffen, das uns anspricht (wo also die Kombination aus Sound, Haptik und Optik zusammen passt)....


    Sven

    Heute hat sich der zuständige Mitarbeiter von Meinl bei mir gemeldet und mir u.a. das Angebot gemacht, ich könne das Set nach Japan zur Neulackierung einschicken lassen. Leider könne man mir aber keine Garantie dafür geben, dass die Neulackierung dann stabil sein werde.


    Entsprechend ist DIESE Lösung dann für mich auch nicht wirklich eine Alternative, wenn ich nach kurzer Zeit das gleich Problem nochmals haben könnte. Nebenbei müsste ich wohl länger auf mein Set verzichten.


    Es gab noch ein alternatives Angebot, über das ich - wenn es wirklich spruchreif ist - hier noch berichten werde.


    Vorerst nur soviel:
    Das, was ich ich seitens Meinl an Service erlebe, erscheint mir derzeit vorbildlich. Sollte die gesamte Aktion letztlich so weiter laufen, wie es bis jetzt geschehen ist, dann ziehe ich meinen Hut vor der Firma Meinl und ihren Mitarbeitern.
    Ich bin schon mal guter Dinge...
    Es ist ein gutes Gefühl, dass Hersteller und Vertrieb eines Top-Produkts bei Fehlern auch nach Ablauf der Garantie-Zeit noch Einsatz zeigen. Das ist sicher nicht überall Standard, aber führt definitiv dazu, dass ich mich als Kunde erst genommen fühle.


    Sven