Ich hör es mir noch mal an, aber ich hatte in Erninnerung, dass mich der Gesang bei In Rock sofort nervte, weil er dieses lächerliche Pathos hat.
Ich rede hier nie von ausgebildeten Stimmen. Das machst Du andauernd. Ich habe mir jetzt übrigens von einer Opernsängerin erklären lassen, was eine gebildete Stimme ist. War sehr interessant. Es geht darum das Frequenzspektrum EQ-mäßig zu verändern, so dass die Stimme trägt. Das tut sie am besten, wenn sie irgendwo im Bereich um die 2500 Herz angehoben wird. Das schafft die Klangfarbe, die sich gegen ein Orchester durchsetzt und die andere als künstlich empfinden. Das macht man, indem man bestimmte Körperregionen neben Kehl- und Rachenraum mit in den Gesang einbindet, die für die Produktion dieses Frequenspektrums verantwortlich sind. Das hat also nichts mit Ton treffen oder anderen Sachen die zum Singen können gehören können zu tun. Stimmbildung heißt natürliches Stimm-EQing
Wie soll man mit dir diskutieren MG, wenn für dich Queen das Beispiel für eine normale Rock Band ist? Ich war auch mal Queen Fan und finde sie bis heute respektabel, aber die haben total aufgeblasene, teilweise fast artrockige Arrangements gespielt, mit diesem Opernsänger Pathos drin. Für Rock sind die nicht trocken, roh und straigth genug.
Hard Rock ist ein Kunstbegriff der Musikindustrie. Mit Härte hat das nichts zu tun. So wie Rock/Pop sowieso nichts mit Härte zu tun hat. Es gibt weiche Rockbands und härtere poppigere Bands. Das hat was mit Melodieführung zu tun.
Die sogenannten Hard Rock Bands haben sich nie als solche empfunden. AC/DC hat sich selbst immer nur als Rock'n Roll Band gesehen und tut dies immer noch. Das wird in den Texten zu genüge zelebriert und ich habe es von Angus Young auch schon in Interviews gehört. Davon ab, damals galten AC/DC, Status Quo und Kiss als Hard Rock Bands. Das zeigt wie schwachsinnig diese Schublade war.
Ein anderes Thema sind die Hair Crime Bands der 80er. Hard waren die auch nicht.
Strokes (inkl. der ganzen NYC Schublade) sind auf jedenfall ganz weit davon weg, weil sie erstens teilweise sehr poppige Melodieführungen haben, zweitens kein bisschen Hard Rock Lifestyle verkörpern und auch keinen Hard Rock Sound haben. Sie kommen eher von Velvet Underground und den Stooges, also von den Anfängen des NYC/CBJB Punk mit der dazugehörigen Portion low fidelity.
Nach dem Hard Rock meinten die Plattenfirmen, dass sie wieder ein neues Label brauchten und kamen mit Heavy Metall. Mag sein, dass zu der Zeit Iron Maiden die Prototypen waren. Spätestens seit der "Heavy Metall" zum "Metall" wurde sind sie nur noch ne Hair Crimes 80er Rock Band. Metall machen die alten Metallica, Slayer, Megadeth
Bon Jovi hat noch nie Hard Rock gemacht.
Der Begriff ist also nur historisch sinnvoll, genau wie der Begriff des Grunge. Insofern sind Hard Rock Bands die damals als solche bezeichneten: Das waren AC/DC, Kiss, Status Quo, vielleicht auch ZZ-Top, deren direkte Vorfahren: Deep Purple, Led Zepplin, Black Sabbath (weil sie damals noch kein eigenes Genre hatten, aber "Paranoid" zeigt dies glaube ich ganz gut)
Die Bands klingen natürlich auch unterschiedlich und haben unterschiedliche Ausstrahlungseffekte gehabt.
Kyuss ist so gesehen keine Hard Rock Band. Aber bitte, was ist Stoner oder Desert Rock denn anderes als die Weiterentwicklung von Deep Purple In Rock mit etwas Grunge?
Diese Schubladen sind natürlich Schwachsinn. Eigentlich sind das alles einfach nur Rock Bands, deren Sound sich ein wenig mit der Zeit entwickelt hat und der sowieso nie einheitlich war.
Die meisten kamen vom Blues Rock:
AC/DC sind eine relativ harte weisse Blues Rock Band
Status Quo eine Boogie Rock Band
ZZ Top liegen so zwischen diesen beiden
Kiss eine Party/Disco Rock Band
Black Sabbath eine Dark Rock Band
Bei Led Zeppelin hört man auch viel Blues
Genauso bei Hendrix und Cream
Vielleicht ist Deep Purple schon so etwas wie eine Ur Rock Band. Ich finde jedenfalls, dass Kyuss schon irgendwo eine Art Hard Rock Erbe angetreten sind. Hört man gerade auf den ersten Album Wrench. Wobei ich finde, dass dies ihr Schlechtestes ist.