@Martin6
Auch ich finde Deine generalisierende (von Einzelfällen auf alle! Schließen) Statements in dieser Absolutheit sehr heikel. Insbesondere auch sehr heftig bis unangemessen gegenüber (vielen) Personen die man nicht kennt.
Gleichwohl muß man fairerweiser festhalten, dass in Deinem letzten Post im weiteren Verlauf einige Anmerkungen sind, die eigentlich viel zu schade sind durch das stereotype Bashing eventuell überlesen zu werden. Vielleicht kannst Du von den persönlichen Angriffen ja doch noch etwas editieren. Fände ich menschlich gut und konstruktiv.
1.) Ich kann den Eindruck, dass manche Personen/Vertriebe/Firmen manchmal Input-Interesse bekunden (spielen) ... dann aber keine 5 Cent zuhören, bzw. nicht inhaltlich verstehen oder nichts davon je konstruktiv umsetzen aus eigener langjähriger Erfahrung weitestgehend teilen. Diese suboptimale Haltung diverser Personen ist so weit verbreitet dass man mir die Auflistung des prozentualen Anteils nicht glauben würde ;-). Gleichwohl kann ich zu den von Dir genannten Perrsonen mangels eigener Erfahrung garnichts sagen.
2.) Fakt ist aber auch: ofmals laufen auf Messen Leute herum die wirklich extrem wenig Einfluß auf irgendetwas in den Entwicklungsabteilungen haben. Ausnahme ist bei Akustikdrums/Hardware der Chefingenieur von Pearl Drums. Den kann man mit akribischem „Profiling“ oder simpler: guten Augen! tatsächlich als Messebesucher lokalisieren/identifizieren. Es gibt auch andere wichtige Personen auf Messen, aber normale Messebesucher nehmen diese zwischen Vertrieblern und anderen Firmen-assoziierten Personen oftmals überhaupt nicht wahr. Viele sitzen auch ganz wo anders. Im Hinterzimmer, abgetrennten Booths oder sonst wo (z.B. in Fernost). Dazu kommt dann dass sich zuweilen manche (freilich nicht alle) Vertriebler unheimlich wichtig nehmen. Der Wannabe-Effekt von Wichtigmachern die real den Firmen-Entscheidungsträgern höchstens mal den Zuckerwürfel in die Tasse geben, ist leider auch in der Musikinstrumenteindustrie nicht immer auszuschließen. Das betrifft aber beide Seiten. Auch bei Messebesuchern ist der Wannabe-Anteil "Du hör mal zu, ich weiß wie ihr alles besser machen könnt, schenkt mir viel Material dann geht es durch meine Ideen mit Eurer Firma aufwärts, ich kenne auch viele Szenemultiplikatoren, dann setzt ihr mehr Produkte ab") unvorstellbar hoch. Manchmal ertappe ich mich bei dem "frivolen" Gedanken, dass manche Messebesucher manche Vertriebsmitarbeiter verdient haben und umgekehrt! Aber es gibt natürlich auch ganz tolle engagierte Mitarbeiter und Messebesucher. Mitunter auch wirklich welche die Zuhören oder bei thematischer Überforderung Kontakt zu den entsprechenden weiteren Personen herstellen. Es geht wie immer um eine differenzierte Sichtweise.
3.) Ist für mich in den letzten Jahren in Bezug auf E-drums (die ich seit den Achtzigern interessiert verfolge) eines klar geworden: es können ja nicht alle Produzenten blöd sein. Diese These halte ich für ausgeschlossen. Die Tatsache, das sich Firmen wie Pearl so etwas wie das "xyyy" Produkt (bleibt hier ungenannt) "erlaubt" oder Firmen wie "647284" (auch diese hier bewußt ungenannt) auf Messen vollmundig Features herbeifabulierende E-Drumset Produktflyer verteilen, deren Flyer-beworbendes-System aber garnicht erscheint, macht mir eines immer klarer: es muß auch am (fehlenden) nötigen Investitionsvolumen liegen. Viele Firmen scheinen bei der Entwicklung neuer E-Drumprodukte nicht die nötigen Finanzmittel zu investieren. Die andere These wäre: sie sind zu doof dazu ;-). Aber das kann ich mir nicht vorstellen. Ich halte es für logischer dass die nötigen Finanzmittel nicht bereitgestellt werden (können).
4.) Das man in Fernost oder wherever nicht immer jeden Input von außen ernst nehmen kann/darf/tut hat meiner Meinung nach diverse Gründe. Hier nur Ausschnitthaft 2-3...
a.) Historisch: mancher Hersteller ist stolz darauf dem von der Elterngeneration belächelten Kopisten-Status seit Jahren endlich entwachsen zu sein. Man macht dies auch nach außen klar, dass man nun selbst der Kompaß ist, dem andere Folgen.
b.) Gefahr von juristischem Trouble mindern. Mich haben mehrfach Firmen darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich deshalb fest! die Ohren zuhalten, wenn andere oder me reden und Vorschläge machen, da es nicht auszuschließen sei, dass wenn derartige Anregungen ob zufällig (viele Gedanken sind ja auch in der Industrie schon längst gedacht – man glaubt manchmal als Vorschlagender nur subjektiv der erste gewesen zu sein) oder gezielt in ein neues oder verändertes Produkt münden, theoretisch später die ehemals nett erscheinenden "Anreger" jener Produktveränderungen juristische Schritte einleiten könnten bzw. (Urheber-) Rechte geltend macht Also den Produktlaunch oder andere firmen-sensible Dinge im worst Case aushebeln könnten. Dieses Argument wurde mir mehrfach genannt - so seltsam es manchem beim Erstlesen erscheinen mag.
Ich persönlich liebe es wenn suboptimale Produkte durch Außenanregung(en) besser werden. Das nur zum Sichergehen in bzw. auf meine „produktpolitische Überzeugung“.
edits: inhaltlich nichts geändert. Nur Rechtschreibung verbessert.