Ich bleibe dabei! 
Ich gebe freilich nicht Lehrern alleine die Schuld (da hätte man mich völlig falsch verstanden) da ich viele berate und manche! Nöte, personelle wie strukturelle! und institutionelle Engpässe durchaus sehe und selbst während meiner Tätigkeit an Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen erlebt habe. Umso schlimmer ist oftmals, dass die Prioritäten bei begrenztem Zeitbudget bzw. Ressourcen so radikal falsch gesetzt werden.
Ich kann (andere offensichtlich schon) keine Haupt-, Real- oder Gymnasialschüler verabschieden in der Gewissheit, dass manche nicht wissen auf welcher Körperseite ihr Herz liegt oder die glauben wenn ihnen für ihren I-Pod der Verkäufer 1/3 oder alternativ 1/4 Preisnachlaß bietet, dass sie mit dem Zuruf "geben sie mir ein Viertel" das Geschäft ihres Lebens gemacht zu haben glauben.
Die Chance hingegen für einen Haupt-, Real- oder Gymnasial-Abgänger im Zuge des Erstarkens der nächsten Pharao-Dynastie
nochmal zu Lebzeiten die Grundfläche einer Grabkammer innerhalb eines pyramidal-strukturierten ägyptischen Großbauwerkes berechnen zu dürfen/müssen - geht gegen Null. Noch biographisch dramatischer: viele werden sich ironischerweise aufgrund ihres mangelnden Allgemeinwissens in Sachen Berufswahl bzw. realen! Jobbedingungen den antiken Slaven und deren Jobprofilen näher fühlen als gut situierten/angesehenen Großbaumeistern der Antike.
Jene Schüler ohne das Wissen um Prozentrechnung und simplen "Bruch-Jonglierens" und vieles weitere im Alltag schon beim Einkauf etc. existentiell benötigte zu entlassen, ist umgangssprachlich eine Schande aber schlimmer: pädagogisch auch nicht zu verantworten.
Natürlich nicht nur eine Schande für die Institution Schule, sondern auch für einige des sozialen Umfelds... denn das müßte in der Schule mehrfach genauso auffallen wie im sozialen Umfeld und dann durch Nacharbeiten aufgeholt/aufgearbeitet werden. Das dies in vielen Fällen aber nachweislich unterbleibt ist natürlich ein Skandal, den man NATÜRLICH Lehrern oder "Schule" nicht alleine anlasten kann. Fakt ist natürlich das das Elternhaus und das soziale Umfeld auch ein gehöriges Maß an Einfluß auf die Bildung, die Stringenz des Lernens, die Lernkontrolle!, das entwickeln eines geordneten Tagesablaufs/Struktur und die Motivation! zum Lernen hat.
Was ich aber darüberhinaus massiv anlaste ist aber so viel mehr, dass es hier den Rahmen sprengt und würde auch den teilweise humorigen Charakter gänzlich vernichten. Ich mache es kurz: das viele Schulen als Institution radikal versagen, erlebe ich täglich. Das heißt nicht das alle/viele Lehrer per se eine schlechte Arbeit machen. Im Gegenteil ich kenne einige die alles geben - bis zum Burnout und darüberhinaus...
Gleichwohl bleibt es Fakt, dass viele die völlig falschen Prioritäten setzen. Es gelingt einigen! Schulen in meiner Region nichtmal mehr die körperliche und seelische Unversehrtheit der Schüler zu sichern. Wenn auf dem Pausenhof Leute zusammengetreten werden sind Pausenaufsichten weg. Da bin ich ganz einfach gestrickt: erst muß die Unversehrtheit sichergestellt sein, dann - erst dann! können wir den Rechenschieber rausholen - nicht umgekehrt.
Gegen zig Schulgesetze des Bundeslandes in dem ich lebe, wird nachweislich verstoßen und sehr viele haben sich damit arrangiert. Vieles ist zu einemm informellen (ungeschrieben) Gesetz geworden. Das ist natürlich die Kapitulation vor dem Chaos - auch wenn das jetzt wieder Opa-Like klingen mag. Insofern sind fast schon wieder viele Schüler "zu verstehen" die nicht mehr motiviert oder engagiert lernen. Da sie selbst mit der Gewißheit großwurden dass es keine kalkulierbaren und konsequenten Belohnungen oder eben Sanktionen gibt und alles heute so, morgen so "dahinplätschert".
musikay
In Sachen Schulzensuren : da Du das anfügst sei aber auch nochmal darauf hingewiesen, dass niemals zuvor so massiv Druck auf Lehrer ausgeübt wurde. Auch hier kenne ich Beispiele wo Lehrern angekündiogt wird, ihnen die Fresse zu polieren, wenn aus der 4 keine 3 wird... (Berufsschulbeispiele) oder aus der GRUNDSCHULE! wo ein Vater den Schreibtisch der Lehrerin mit dem Ellbogen abräumt und vieles vieles, leider datenschutzrelevante (und somit ungesagte) mehr. Aber selbst wenn wir die Delinquenz-Schiene von Gewalttätern und ihrem Umfeld und die Extreme Ausblenden - auch auf der juristischen Ebene glaube ich sagen zu können, das niemals zuvor in Schulen gegenüber Lehrkräften und der Zensurvergabe oder Nachschreibterminen etc. so oft Anwälte angedroht oder eingesetzt wurden.
Aber ich bin guter Hoffnung, das viele mir bekannte Orte/Schulen des Rhein-Main-Gebietes nur die Ausnahme sind... und das anderswo ganz, ganz anders ist. Es ist zu hoffen!
Edit: MATZ
Um ganz sicher zu gehen:
Ich arbeitete ja einige Jahre in Schulen. Berate und beriet viele, viele Lehrer, war mit sonderpädagogischen Maßnahmen beauftragt inklusive "Fahneneid" etc. etc. 
Deswegen muß ich nicht recht haben...
Aber die Chance noch dichter an der realen Jobsituation ´dran zu sein, ist nicht allzu groß. Arroganzmodus off.
Edits: AOL sucks... Aufbau wieder falsch bzw. Edit-Inhalte werden zu spät am Bildschirm dargestellt.
edits. unendlich viele Schreibfehler... ich habe natürlich einige noch ´dringelassen, damit "unsere" Generation nicht angeben kann.