ZitatWas ich nicht verstehe, ist der Ansatz, warum potentielle Selbstmörder immer vonn allen möglichen Leuten von ihrem Vorhaben abgebracht werden. Wenn ein Mensch die Entscheidung fasst, zu sterben (aus welchem Grund auch immer), dann wird er sich das im Vornherein gut überlegt haben. Und wer das nicht tut, ist schlicht und einfach dumm (und verdient es letztlich nicht anders, wenn er sein kostbares Leben in die Tonne wirft).
Weil es sehr viele potentielle Selbstmörder gibt... und sehr verschiedene! Lebensumstände und Sichtweisen die oftmals radikal verzerrt sind. Oder suizidale Personen Optionen die eigene Lebenssituation mit Hilfe eines sozialen Netzwerkes radikal zu verbessern nicht sehen (können). Bzw. nicht an dem Aufbau eines sozialen Netzwerkes arbeiten (können). Jenes Netzwerk (wenn vorhanden) aber viele Krisen und indivioduelle Belastungen massiv abfedern kann!
So wie eine Depression in Sachen Symptome! im Kindesalter sich oftmals völlig anders äußert als bei Menschen im Erwachsenenalter. Selbstmord aber fatalerweise bei Kindern und Jugendlichen nicht die seltenste Todesursache ist...
Bei vielen potentiellen Selbstmördern ist es zunächst wichtig Zeit zu gewinnen. Also die Tatumsetzung zu verhindern. Tote lassen sich nicht therapieren.
Wenn eine akute Tatumsetzung verhindert oder ausgeschlossen werden kann, dann kann man daran gehen die Ursachen, "Belastungen" und/oder Bewältigungstrategien desjenigen zu verbessern. Und bei vielen kann dann tatsächlich eine völlig andere Sichtweise auf ihre Lebensituation - und oftmals noch wichtiger: EINE VERÄNDERUNG DER LEBENSSITUATION - EINE DRAMATISCHE VERBESSERUNG erreicht werden. Eine Verbesserung in einem Ausmaß, dass sie vor ihrer Absicht garnicht für möglich gehalten hätten.
Menschen das zu versagen... ist hoch gefährlich. Ich denke auch das Du es garnicht böse meisnt, sondern vielleicht da (glücklicherweise?) noch nie darüber nachgedacht hast.
Und nochmals wenn es um jüngere Menschen oder Personen in Krisensituationen geht ist das ein völlig anderer Level als wenn ein Mensch mit 95 sagt "ich habe mein Leben gelebt und esse ab heute nichts mehr, ich möchte auch nicht zwangsernährt werden". Das mag absurd klingen aber dazu entschloß´ sich mal ein Nachbar. Ein reales Beispiel!
Und noch ein persönlicher Hinweis. Viele (nicht alle Selbstmörder) haben eine unglaublich verzerrte, einseitig, nihilistisch-negativistische Sichtweise. Oftmals ein Tunnelblick, der für uns! völlig logische Handlungsoptionen und Bewältigungsstrategien garnicht wahrnimmt - nicht wahrnehmen kann!
Das fatale: Schreiten sie zur Tat, können sie niemals mehr positivere Dinge im Leben erleben.
Meine besten Lebensjahre waren die über 35. Wenn ich überlege was ich da alles umsetzen/stemmen konnte... wovon ich früher nur geträumt hätte. Es erfüllt mich mit Wut, Trauer und Sorge, dass manche anderen Personen nicht lange genug durchgehalten haben. Und sich von vielen positiven Wendungen und Gestaltungsmöglichkeiten im Leben vorzeitig ausgeklinkt/abgeschnitten haben.
Aber nochmals: Du unterstellst bei vielen eine rationale, ERWACHSENE! Abwägung zwischen Vor- und Nachteilen des Lebens oder des selbstgewählten Todes. Diese rationale Abwägung ist bei vielen potentiellen Selbstmörden nicht nur NICHT VORHANDEN, sondern diagnostisch relevant ("pathologisch") nicht gegeben bzw. abstrus verzerrt. Aus dieser verzerrten Wahrnehmung und/oder völlig ungeeigneten Handlungsoptionen kommen viele potentielle Selbstmörder alleine nicht mehr heraus. Deswegen verwenden manche Menschen so viel Energie und Zeit auf diese Personen. Weil es sinnvoll, wichtig und richtig! ist.
Deswegen lohnt es um nahzeu jeden zu kämpfen. Ganz ehrlich.
Edits: Inhaltlich nichts verändert. Rechtschreibung - da alles unter Zeitdruck reingehackt.
Ansonsten sind wir zuallererst ein Drummerforum. Dasehalb von mir hier keine weiteren langen "Elaborate". Ansonsten siehe mein Erstpost!