Ehrlich gesagt, verstehe ich überhaupt nicht, warum daraus eine solche Philosophie gemacht wird.
Mit jedem Instrument (habe zuvor drei verschiedene zumindest angefangen, zu erlernen) kriegt man vom jeweiligen Lehrer Noten in die Hand gedrückt und fängt an zu üben. Sucht die Töne auf Tasten oder Saiten und probiert, sie immer flüssiger hintereinander weg zu spielen. Zunächst geht es kein bisschen um künstlerischen Ausdruck, sondern einfach nur darum, das Instrument kennen zu lernen und eine Vorstellung davon zu bekommen, wie es funktioniert und was man damit so ungefähr anstellen kann.
Warum sollte das Schlagzeug die große Ausnahme sein? Warum sollte ein Anfänger sich demütig zurück halten, statt mal etwas auszuprobieren, was über seinen momentanen Fähigkeiten liegt? Wenn er einen Song trotz üben nicht hinkriegt, wird er es schon selbst merken und ihn noch einmal zur Seite legen.
Mein Schlagzeuglehrer hat noch nie gesagt, dass ich irgendetwas gar nicht erst probieren solle, da ich es eh noch nicht könne. Er hat aber einmal angemerkt, dass ein bestimmter Song ziemlich schnell sei. Das konnte ich einordnen und er hatte natürlich recht.
Er hat mir auch bisher nie gesagt, ich könne mich am Schlagzeug noch nicht ausdrücken. Dafür bin ich ihm ziemlich dankbar, denn diese Aussage wäre allenfalls frustrierend, und keinesfalls gewinnbringend. Wie soll ein Anfänger bitte, der noch damit beschäftigt ist, Hände und Füße zu koordinieren, Ausdruck in sein Spiel legen?
Irgendwie habe ich hier manchmal das Gefühl, dass man erst spielen darf, wenn man es kann.