Beiträge von Drum Bee

    Mag sein. Ist ja auch irgendwie blöd, wenn man sich in Sachen stecken muss, in denen man sich unwohl fühlt.


    Aber normalerweise (vielleicht nicht immer) fühlen sich die Leute in den Genretypischen Klamotten doch auch wohl, oder?


    Also, wenn ich jetzt Konzertgeigerin würde und müsste Kostümchen tragen - das wäre schwierig. Aber fürs Gesamtbild würde ich es tun.

    Ich habe mir im letzten November zum Einstieg das TD1DMK gekauft. 2 Wochen nach Lieferung war auf der HP zu lesen, dass es "nicht mehr lieferbar" sei.

    Ich dachte zunächst, man habe die Produktion eingestellt. Aber dann war es nach 3 Monaten oder so wieder "sofort lieferbar".


    Ich denke, die haben halt - wie alle - Probleme mit den Teilelieferungen und der Herstellung von Chips und diesem Mikro-Krams.

    Wenn es demnächst in Taiwan rappelt, wird sich die Situation noch einmal verschärfen.

    Das sehe ich ähnlich. Wenn ich mir ne Konzertkarte kaufe, den Abend organisiere, mich selbst zurecht mache, gucke was der Kleiderschrank hergibt, dann erwarte ich, dass diejenigen, die da auf der Bühne stehen, sich ebenfalls vorbereiten. Da ist wieder dieses Ding mit dem Respekt.

    Wenn jemand auftritt, bei dem es offensichtlich ist, dass ihm seine Erscheinung Shice-egal ist… Das wirkt weder cool, noch laid back, sondern desinteressiert.


    Nur meine Meinung.

    Möchte nochmal auf die Prägung zu sprechen kommen, weil ich daran glaube.


    Ich glaube, dass man die Musik, mit der man als Kind beschallt wurde, nie wirklich ablehnt, auch wenn man sich später anderen Genres zuwendet.


    Während der Schwangerschaft habe ich ständig Iron Maiden gehört. Warum weiß ich nicht. Das war wie mit den Dosenpfirsichen in der Zeit - einfach unerklärlich dieser Konsum. ^^

    Meine Tochter liebt Iron Maiden…


    Meine Mutter hat ausschließlich klassische Musik gehört. Immerzu liefen bei uns zu Hause Opern, Operetten, Arien, Konzerte usw. Noch heute kriege ich feuchte Augen, wenn ich im Fernsehen durch Zufall rein schalte.


    Mein Papa stand auf Männer-Quartette. Auch das ist irgendwie hängen geblieben. Ich liebe Elvis' Backgrounder wie "The Stamps", "The Imperials" oder "The Blackwood Brothers".


    Die Prägephase geht aber darüber hinaus bis hin ins junge Erwachsenenalter:


    Als Teenager (diese blöde Zeit der Selbst- und Sinnsuche) geht das Ganze weiter und gipfelt als junger Erwachsener in einer gewissen Festlegung.

    Es beginnt schon mit dem Klima in der Schule. Da gab es Schulen, in denen die Lehrer eher konservativ eingestellt waren, immer Busy Style trugen und sich klar abgrenzten von der zu unterrichtenden Horde.


    Und dann gab es Schulen, wo sich Lehrer versammelten, die glatt als Klassenkameraden durchgehen konnten. Eine solche (weiterführende) Schule habe ich 9 Jahre lang besucht. Es macht was mit einem, wenn der Lehrer sich einen Pulli strickt während er die Klausur beaufsichtigt, und bei der Klassenfahrt ne Tüte bastelt.


    Zu einem solchen Klima gehört viel Musik, und die bleibt haften. Wenn auch nur irgendwo in Hirn und Herz. Auch diese szenetypischen Dinge bleiben haften.

    Welche Schubladen gab es damals? Popper, Punker, Ökos, Hippies, Rocker, Teddys…Hab ich wen vergessen?


    Ich denke, dass man diese Schublade, in die man zwangsläufig geraten ist, nie ganz verlässt. Selbst der, der später z.B. Manager wird, ein kostspieliges Leben führt und kaum noch mit demjenigen vergleichbar ist, der er mal war, wird sich in der ursprünglichen Szene wohlfühlen und entsprechende Musik authentisch transportieren können.

    Und derjenige, der die Szene nie hinter sich lässt, hat sowieso kein Problem mit seiner Authentizität.

    Ich sitze ziemlich hoch und ziemlich weit hinten. Ich komme damit bisher gut zurecht, weil man die Füße einfach besser hoch kriegt, wenn nicht das Gewicht der Beine drauf lastet.

    Habe mal einen Drummer gesehen, der hatte gar keinen Bodenkontakt. Der hatte kontinuierlich die Hacken oben und hat dann mit dem Ballen nach unten getreten. Das erschien mir sehr unangestrengt.

    Die Sache mit den Frisuren ist natürlich Quatsch. Man kann einen Stil nicht an einzigem Attribut fest machen.

    David Garrett hat lange Haare und spielt Geige. So weit ich weiß, bedient er nicht das Metal-Genre.


    Es ist mehr das Gesamtpaket, was doch irgendwie stimmig sein sollte. Es gibt halt Klischees, die vielleicht gar nicht unbedingt welche sind. Außerdem unterliegt man ja einer gewissen Prägung.

    Wenn man total auf z.B. Rock’n’Roll steht, die Musik seit Jahren/Jahrzehnten konsumiert und selber spielt, dann identifiziert man sich doch mit der Szene. Das muss nicht bedeuten, dass man ein Petticoat im Schrank hat und die Tasse Filterkaffee auf nem Nierentisch steht.

    Es ist mehr ein Gefühl. (Mir fehlen die passenden Worte). Dieses Gefühl transportiert man mit der Musik, und eine gewisse Ära und einen Stil und eine Charakteristik.

    Wenn jemand mit Skaterhosen Boogie Woogie Queen spielt, ist das Bild gestört. Irgendwie kann ich ihm dann seinen Vortrag nicht abnehmen.


    Ihr ahnt es sicher schon: mein Superhero ist Elvis Presley, der Entertainment-Gott. Er trug ja nun in den letzten Jahren seiner Bühnen-Karriere diese typischen Jumpies. Teilweise wogen die Dinger 30 kg, und er hatte hunderte verschiedene.

    Man kann davon halten was man will, aber es passte perfekt! Wenn er einen Gospel rausgeschrien hatte, das Orchester ihn mit allem Bremborium begleitet hatte und der Song bombastisch endete, mit Kniefall und ausgebreitetem Cape - das war eine Wahnsinns-Show!

    Und in Jeans und Holzfällerhemd wäre das vielleicht ein kleines bisschen (aber nur vielleicht!) weniger phänomenal gewesen.

    Elvis selbst hat dazu mal gesagt: Die Leute kommen aus aller Welt, um die Show zu sehen. Da habe ich eine große Verantwortung. Das mindeste was ich tun kann ist, ihnen Respekt zu zollen, indem ich mir zunächst mal etwas ganz besonderes anziehe - und dann mein Bestes gebe.


    Metal wäre jetzt nicht mein Genre, aber sich spielerisch über Klischees zu erheben finde ich immer mega interessant.

    Irgendwie muss ich grad an "Primus" denken, die scheissen ja (im netten Sinne) auf alles und spielen trotzdem alle tot :D


    Ich weiß was du meinst. Kann was haben. Dann muss aber auch das perfekt sein.

    Ich finde es in dem Fall schwierig, Klischees abzulegen und gleichzeitig überzeugend zu sein. Irgendwie lebt man seine Musik doch auch. Ich finde, das hat etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun.

    da die Diskussion mehr oder wenig in zwei threads geführt wird, ist die wahrscheinlichkeit hoch.

    Um dem mal Vorschub zu leisten: also dass lange Haare rebellisch sind, hat ja wohl allenfalls mal in den 70ern gestimmt (ok, vielleicht noch in den 80ern, wobei es da schon eher die uncoole Variante von rebellisch war 8o )-

    Koteletten und Tolle waren dereinst rebellisch. Eindeutig.

    Ich finde, die Optik muss irgendwie zum Genre passen, damit das Gesamtbild stimmig ist. Wenn die Bühnenshow keine ist, kann ich mir auch ne Platte kaufen. Also will ich live etwas geboten kriegen, was ich aus der Konserve nicht kriege.


    Wenn eine Rockabilly-Band auftritt will ich sehen, dass die sich mit ihrem Krams irgendwie identifizieren, also Vintage Klamotten kommen da schon gut.

    Ne Heavy Metal Band in Hemd und Krawatte kann ich nicht ernst nehmen.

    Ich möchte bei Orchestermusik auch niemanden in schwarzem Leder und langen Zottelhaaren sehen.

    Bei ner Punkband ist dagegen irgendwie alles erlaubt.


    Nicht falsch verstehen, ich bin absolut tolerant, aber hier muss mMn alles zusammen passen.

    Ist vielleicht doch was dran, dass man als Kind schneller/besser lernt und das dann auch bleibt.

    Das ist sicher. Deswegen schrieb ich weiter oben ja auch, dass die Schlagzeuglehrer hier doch auch bestimmt das Alter berücksichtigen.

    Mit zunehmendem Alter geht nämlich oft die Intuition verloren. Dieses "einfach machen" - aus dem Bauch heraus. Erwachsene denken oft zuviel über Bewegungsabläufe nach, korrigieren sich im Voraus schon gedanklich, und dann kommt es einfach unnatürlich und krampfig.


    Mein Lehrer sagte mir, dass ihm ältere Schüler lieber seien als Kinder bzw Jugendliche. Die älteren brauchen zwar etwas länger, dafür hätten sie mehr Durchhaltevermögen.

    Immerhin verlerne ich Dinge, die ich mal gelernt hab, kaum wieder, auch wenn ich mal ein paar Monate nicht spiele, was immer mal vorgekommen ist.

    Wahrscheinlich weil du dich viel intensiver damit beschäftigen musstest. Das sitzt dann fester.


    Ich hätte da noch so ein Beispiel für Gehirnleistung. Der Zauberwürfel! In den 80ern hatten wir ALLE einen. Monatelang drehte jedermann an dem Ding herum. Dann ging in meiner Schule die Kopie einer Lösung rum, und wir trainierten nur noch auf Geschwindigkeit.

    Vor 7 Jahren hielt ich zum ersten Mal wieder einen in der Hand. Ich konnte es nicht mehr. Zwei drei Tage hab ich es versucht, und dann kam es ganz allmählich aus den hintersten Hirnwindungen heraus gekrochen. Das hat mich mega fasziniert!

    Die Notwendigkeit des Übens wird aber auch durch Faktoren beeinflusst wie Begabung, Alter, Fähigkeiten im Umsetzen, vorhandenes Rhythmusgefühl, Koordination usw.


    Fitness ist Talent-unabhängig. Sie muss erarbeitet und trainiert werden - selbst beim begabtesten Drummer. (Tägliche Übungen, damit man nicht einrostet).


    Ansonsten, denke ich, sind die Lernprozesse am Schlagzeug recht facettenreich. Der eine kriegt es sofort hin, abwechselnd und gleichmäßig auf die Snare zu schlagen und gleichzeitig die Bass Drum zu bedienen, während andere erstmal mit der Stickhaltung kämpfen.

    Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich das Super-Talent bin. Aber mein Lehrer fragte am Ende der Probestunde ob ich tatsächlich noch nie an einem Schlagzeug gesessen hätte. Nein, hab ich nicht. Er fragte dann, ob jemand in der Familie Schlagzeuger sei. Nein, aber mein Papa war Snare-Drummer im Bergmanns-Orchester ;)

    Daraufhin sagte er nur, dass wir damit den Schuldigen gefunden hätten.

    (Vielleicht wollte er mir aber auch nur etwas vorsäuseln, damit ich den Vertrag unterschreibe.)


    Tennis hat ebenfalls extrem viel mit Timing zu tun. Es geht um Millisekunden, in denen du das Richtige tun musst, im Zusammenspiel mit dem gesamten Körper.


    Da kommen manche Leute zum ersten Mal auf den Platz, stellen sich an die Grundlinie und schlagen den Ball gezielt ins Feld. Klar, an der Technik hapert es noch gewaltig, aber erst einmal haben sie den Ball überhaupt getroffen UND ihn sogar ins Ziel gebracht.


    Andere sind selbst in der 3. Stunde nicht in der Lage, den Schläger rechtzeitig zum Ball zu führen. Sie treffen ihn mit dem Rahmen, mit dem Griff, manchmal mit dem Oberkörper…

    Sie haben kein Gefühl für den richtigen Abstand, keine Koordination, und vor allem haben sie kein Timing. Ich sag immer: Das sind meine Unsportlichen.

    Man darf getrost davon ausgehen, dass erstere schneller Erfolg haben werden.


    Ich will damit nur sagen, dass man die Zeit, die investiert werden muss, nicht generell festlegen kann. Auch kann man anhand der Information, seit wann jemand Schlagzeug spielt, keine Rückschlüsse auf die aktuellen Fähigkeiten ziehen. Denn der Lernprozess ist mit Sicherheit sehr individuell.

    Ich sitze täglich mindestens zwei Stunden am Schlagzeug, oft auch länger. Ich übe meinen Unterricht-Krams wirklich ausgiebig. Auch ältere Lektionen. Ich habe auch schon festgestellt, dass man immer sicherer und routinierter wird - und ja, das ist dann ziemlich motivierend und macht wirklich Spaß


    Und trotzdem bleibt da noch Zeit um ein paar andere Sachen auszuprobieren.

    Der Typ ist ja witzig! Mega sympathisch und sehr unterhaltsam.


    Wenn man nicht zu oft die Felle an- und abschrauben muss, weil man das Set zwischendurch für Auftritte und Proben braucht, sind diese Drumheads eine super Alternative zu den teuren Black Holes von RTom.