in guter Bekannter von mir und seines Zeichens mein lokaler Drumdealer, riet mir häufig vom Kauf neuer Zildjianbecken ab. Das hatte laut seiner Aussage folgende Bewandtnis.
Die in Amiland gefertigten Zildjians werden zunächst an die Endorser "verteil", sprich Endorser XY sucht sich eine Zildjian XY Crash aus. Die für diesen Prozess gedachten Becken sind die A Ware, also das was beim SOundtest dem Masterpiece am nächsten kommt.
Die nächst "geringerwertige" Stufe kommt in Amiland in den Verkauf.
Die wirkliche B Ware kommt dann in den internationalen Vertrieb, also bei uns in die Läden und ist somit ein Grund dafür, das uns die Qualität von Zildjian zu rückläufig erscheint.
Wie viel Wahrheit da nun drin steckt weiß ich nicht, plausibel klingt es alle Mal.
Es scheint wohl mal ein Händlerseminar gegeben zu haben, auf dem alle geimpft wurden diese Geschichte zu verbreiten, denn das hört man immer wieder. Vielleicht stammt diese Story ja von einem der Konkurrenten ![]()
Ich weigere mich aber, das zu glauben. Dass die Endorser bei den Herstellern durchs Lager gehen und sich die Sachen aussuchen, ist bekannt. Das läuft bei jedem Hersteller so. Dass exakt diese Becken dann nicht mehr anderweitig verkauft werden können, dürfte auch logisch sein. Jedoch gibt es keine "Becken-B-Ware". Ist ein Becken defekt, entspricht nicht den Vorgaben o.ä. wird es vernichtet (das haben wir bei Meinl schön gesehen: da kommt das große Hackebeil...) und eingeschmolzen. Ist ein Becken in Ordnung, wird es verkauft. Unterschiede im Klang sind dabei natürlich und ein "besser" oder "schlechter" Geschmackssache.
Meine eigene Theorie (mit der ich mich WEIT aus dem Fenster lehne...): Zildjian hat den "Trash-Zug" verpasst. Während alle Hersteller schon längere Zeit dazu übergingen immer mehr große, dünne und möglichst komplexe Becken anbieten, hielt Zildjian das scheinbar nur für einen kurzfristigen Trend und blieb lieber auf seiner "klaren" Schiene. Erst seit ca. 2008 findet sich auch im Zildjian Sortiment ähnliches bzw. mehr davon. In Zeiten, in denen sogar auserkorene "Rock"band-Drummer wieder Vintagemühlen und Becken spielen, die ich seit den 90er Jahren nicht mehr bei Rockdrummern vermutet hätte, sind die klassischen Zildjian-Sounds einfach weniger gefragt.