Hallo,
ich glaube nicht, dass es per se besser oder schlechter war.
Ich glaube auch nicht, dass die Leute klüger oder dümmer waren.
Die Fragen, welche heute hier gestellt werden, die konnte man eben damals in der Bravo (siehe Beitrag Nr. 2) lesen:
Reichen 5" für Rock 'n' Roll? Mein Becken hat so komische Rillen, was ist dasl?
Neulich ist mir der Stock beim Spielen gebrochen, was soll ich tun? Wenn ich meine Kette anfasse, bekomme ich immer so ölige Finger, gibt es da ein Mittel dagegen?
Grüße
Jürgen
PS
Ich wusste auch vor dem Internet, wer welche Bude spielt und im Laden kam auch mal gerne der ein oder andere Kunde mit dem Bedarf nach einer Marke, die er offensichtlich vom Hörensagen her kannte. Das Spitzenset passte zum Wohnzimmerschrank und wer die neue Doppelfußmaschine hatte, war ein toller Hecht. Ob Birke oder Ahorn entschied, ob man damit ins Studio oder auf die Bühne durfte, statt Mondgelee gab es Klebeband mit Taschentuch, statt heimlich vorgedämpften Fellen gab es Bettzeug.
Auf dem Lande bestellt man mit der Postkarte statt der Elektropost, geliefert wurde es von der Bundespost statt DHL, das Auto hatte eine schwarze Schrift auf gelbem Grund, heute ist jene rot. Die Ware wurde statt in ebay in der "Sperrmüll" (lokale Zeitung, die fast nur aus An- und Verkaufsanzeigen bestand) verhökert. Musiker waren stets besoffen und in Proberäumen sorgte noch das Personal persönlich für den Nebel. Aufgenommen wurde mit dem Kassettenrekorder statt dem telefonino. Die Interessierten bekamen Kassetten statt CD.
Ich hatte eine gewisse Zeit lang glauben wollen, dass meine erste Trommel eine "Ludwig" gewesen wäre. Dieser Irrglaube wäre mir heute schneller abhanden gekommen.