Beiträge von m_tree

    fwdrums & Drum Bee


    Vorab: Ich bin nicht der einzige, der das so sieht. Und ich scheue mich halt nicht, auch mal zu diskutieren, obwohl es anstrengend ist.


    Witzig - "Forums-Polizei" lese ich jetzt zum 2. Mal in Folge. Kürzlich erst als ich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass Backbeats im "Normalfall" mittig auf dem Snare-Fell gespielt werden. Wenn man auf sowas zu Recht hinweist ist man dann gleich die "Forums-Polizei"? Es gibt halt einfach Sachen, die sich etabliert haben und es ist zumindest ratsam zu verstehen, warum das so ist, bevor man etwas anderes propagiert, nur um sich wichtig zu machen.


    Ein Forum ist genau dann tot, wenn solche fragwürdigen Aussagen nicht mehr diskutiert werden und das Niveau entsprechend sinkt.

    Dagegen lebt ein Forum, wenn es konstruktive Diskussionen gibt.


    Und ich stelle hier zunehmend fest, dass kritische Kommentare nicht nur ignoriert, sondern mit allerlei anderen Reaktionen angegriffen werden - ohne in einen direkten Diskurs zu gehen! DAS sind Verhaltensweisen, die ein Diskussionsforum sterben lassen.

    ich finde es in letzter Zeit etwas seltsam, oder bemerkenswert, wie Drummer, wenn sie nur "vintage" genug sind, transkribiert und gecovert werden.

    Die - wie ich finde - zu ihrer Zeit gar nicht so großartiges geleistet haben.

    Transkribiert und gecovert wurden und werden doch schon immer auch viele Schlagzeuger/innen, die wahrscheinlich nicht so viel geleistet haben wie andere.

    Wenn das Lied bekannt genug ist ...


    Ich brauch da nur an manche Lieder zu denken, die ich mit meinen Schülern so mache. Sogar zu "Seven Nation Army" gibts Transkriptionen fürs Schlagzeug. Das kommt mir dann entgegen, weil ich keine eigene Transkription für den Unterricht erstellen muss.


    Und Social Media ist sowieso eine eigene Welt. Da ist man gut damit beraten, was zu machen, das vorher noch keiner gemacht hat. Oder sich sonst irgend ein "Markenzeichen" zuzulegen. Außerdem sollte man regelmäßig was veröffentlichen. Und wenn dann ein El Estepario Siberiano der Meinung ist, dass er ein bestimmtes Werk gut für sich verwursten kann (er spielt ja nicht immer alles genau nach, sondern oft viel mehr), dann braucht man da auch nicht irgendwas hinein zu interpretieren.


    Schon wieder so ein komischer Thread ...

    Das deckt sich eigentlich nicht mit meinem Eindruck. In eigentlich jeder Rock-Band ist doch auch heute noch ein Drummer als festes Mitglied vorhanden. Bei vielen Kapellen kann man auch heute noch sagen, dass er (oder sie) den Stil der Band maßgeblich prägt.

    Ich meinte, dass bei den meist verkauften Künstlern heutzutage fast alles nur noch programmiert ist. Handgemachte Musik taucht da fast gar nicht mehr auf.

    Seit den 2010ern ist keine einzige Rockband mehr an der Spitze der Verkaufscharts gewesen. Die letzten waren wohl Linkin Park.

    Und ich glaube daran ändert sich auch nichts mehr.


    Früher mischte sich Virtuosität am Instrument und kommerzieller Erfolg mehr, heutzutage geht da auch eine Schere immer weiter auf.

    Da wo viel Geld verdient wird gibts überhaupt keine menschlichen Schlagzeuger mehr (zumindest auf den Aufnahmen).

    Und auf der anderen Seite explodieren die Skills in musikalischen Nischen weiter.

    Mh, ganz ergebnisoffen gefragt, auf die Gefahr hin dass das etwas vom Thema abweicht: Ist das denn wirklich so, also geht diese Schere wirklich auseinander?
    Nach meinem Empfinden war es eigentlich schon immer so, dass massentaugliche, gefällige Musik für den breiten Markt maximal glattpoliert, unkompliziert und möglichst wenig kontrovers war und "Szene-Musik", mit einem gehobeneren musikalischen Niveau, in den Charts eher die Ausnahme war.

    Ja, das war schon immer so. Massentaugliche Musik war und ist einfach gestrickt, wenig kontrovers und eingängig. Demgegenüber "Nischenmusik" mit mehr Virtuosität, Experimentierfreude und auch Authentizität.


    Ich meinte aber ein anderes Phänomen. Mir ist das noch mal so richtig aufgefallen, als ich zufällig dieses Video hier gesehen hatte:


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    Selbst in den 80ern war auch bei den meist verkauften Künstlern fast überall noch ein echtes (von Hand eingespieltes Akustik-)Schlagzeug am Start. In den 70ern war z.B. mit Led Zeppelin sogar Hard Rock und eine absolute Ikone am Schlagzeug (John Bonham) vertreten.

    Im letzten Jahrhundert wurde auch in der populären Musik noch viel mehr experimentiert, viele Pfade wurden noch nicht beschritten und es gab noch nicht diese "Patentrezepte zum Geldverdienen" von heute. Rick Beato hat mal drauf aufmerksam gemacht, dass ein paar wenige Songwriter heutzutage für mehrere Popmusiker von Weltrang schreiben. Die wissen halt genau, was gut funktioniert. Und das führt auch dazu, dass das alles immer ähnlicher klingt und nur noch Mittel zum Zweck ist.


    So ab den 2010er Jahren gruselt's mich in dem Video fast nur noch.


    Und was auch noch mit einspielt - und hier ja auch Auslöser der Debatte war - ist die Tatsache, dass abseits davon das spielerische Level in den letzten Jahrzehnten in immer schwindel erregendere Höhen gestiegen und z.T. auch sehr abstrakt ist. Während in den 70ern noch Bonham als einer der vermeintlich besten Drummer in einer der meist verkauften Bands spielte, ist da heutzutage fast alles nur noch programmiert.


    Man darf gespannt sein, wann KI-Musik in der Liste der meist verkauften "Künstler" auftaucht ...

    Hier ist ja was los ...


    Ich denke, da kann man am Ende wieder eine Grundsatzdiskussion draus machen. Feiert man an der Stelle den Skill und die Kreativität, oder stellt man Songdienlichkeit und Musikalität (im Sinne der Allgemeinverträglichkeit) in den Vordergrund? Etwas plakativ und verallgemeinert ausgedrückt: Es hat ja schon seinen Grund, wieso quasi sämtliche Schlagzeugvirtuosen, die man auf der Welt so kennt, mit ihrer eigenen Mucke in kleinen 200er-Klitschen spielen und ihre Brötchen mit Jobs verdienen müssen, bei denen sie größtenteils nicht mehr machen als Backbeat zu spielen, aber dann halt Stadien füllen.


    Es gibt eben einen Unterschied zwischen Gefälligkeit und musikalischem Anspruch. Und der Sweetspot dieser beiden Faktoren ist vermutlich äußerst subjektiv und abhängig davon, was man eigentlich grade sehen/hören möchte - und ich denke am Ende muss man differenzieren zwischen Promovideos, in denen halt mal ordentlich rumgerödelt wird und dem echten Leben, in dem die Musik im Vordergrund steht.

    Find ich übrigens schade, dass die "Schere" da so weit auseinander gegangen ist.


    "Früher" wurde populäre Musik noch von Hand gemacht. Früher waren es oft auch die Virtuosen und die, die eine eigene Spielweise und eigenen Sound entwickelt hatten, deren Bands viel gekauft und gehört wurden.


    Heute wirkt das auf mich so, dass es einerseits den perfekt glatt produzierten und leblosen Einheitsbrei gibt, der von den Massen gehört und mit dem viel Geld verdient wird. Und auf der anderen Seite eben die Nerds, die bei aller Virtuosität dann manchmal tatsächlich die Emotion zu vergessen scheinen.


    Wo ist da noch das "gesunde Mittelmaß"?

    Die einzige Chance auf mehr Obertöne in der Mitte ist eine stark asymmetrische Fellspannung. Diese wiederum birgt aber auf Dauer das Risiko, den Kessel zu beschädigen, weil er durch ungleichmäßige Seitenkräfte krumm werden kann.

    Jetzt bin ich verwirrt. Hat der Masshoffsche Tuning-Trick mit lockeren Spannschrauben nicht den genau gegenteiligen Effekt? Ich hatte das auch schon ausprobiert. Wir hatten uns auch schon mal drüber unterhalten, dass das nicht gut für den Spannreifen und auch den Kessel ist (zumindest bei Holzkesseln).


    Trotz der Richtigkeit aller Aussagen wird aber nicht deutlich, dass eine offene Befellung ohne Dämpfung den meisten eigentlich zu viele Obertöne und zu viel Sustain hat. Auch mit mittigem Anschlag! Besonders auch auf Snares. Daher kommt mir die Fragestellung immer noch spanisch vor.


    Piet

    Bitte poste doch mal Audio/Video-Beispiele.

    Er meint, dass die Wellenform von Trommelanschlägen Sinus-ähnlich aussieht. Und ich kann auch anhand der Wellenform erkennen, ob ich mich mal verhauen habe.


    Wenn ich bei komplizierten und schnellen Tom-Fills mal ungewollt auf den Fellrand haue höre und sehe ich das sofort.


    Man kriegt am Fellrand einfach nicht die Amplituden bzw. Lautstärken und eben auch nicht so einen dominanten Grundton wie (ungefähr) auf der Fellmitte.


    Dass das genau genommen gar keine "Sinüsse" sind ist natürlich eine wichtige Info.

    CataBOOZEta

    Gut erklärt. Den Zusammenhang hatte ich ja weiter oben schon kürzer dargestellt. Nils hat dazu halt sehr umfangreiches Wissen mit theoretischem und mathematischem Hintergrund und könnte das noch tiefergehend erklären.


    Dass das Fell in Form von Auslenkung weniger Energie aufnehmen kann merkt man Actio=Reactio, stärkerer Rebound; siehe besser funktionierende Presswirbel.

    Das verdeutlicht auch die direkte "Schnittstelle" zum Spielgefühl bzw. was sich in welchem Bereich besser spielen lässt. Ich hatte gestern tatsächlich mal kurz ein paar Backbeats am Rand des Snare-Fells probiert (ich lerne ja auch nicht aus), aber mein Fazit war schnell so ernüchternd, wie ich erwartet hatte. Es klingt da nicht nur dünn, sondern man hat überhaupt keinen passenden Rebound bzw. kein passendes Spielgefühl für laute Schläge.


    Daher sehe ich spieltechnisch noch einen weiteren Zusammenhang:

    Laute Schläge und langsamere Schlagfolgen lassen sich besser in der Mitte spielen (auch mit genutztem Rebound), leisere Schläge mit schnelleren Schlagfolgen lassen sich besser am Rand spielen - wie eben z.B. Presswirbel.


    Man kann aus einer Snare ja zig verschiedene Sounds nur durch die Spielweise rausholen. Aber es gibt dabei eben trotzdem logische Zusammenhänge.


    Mittig kann das Fell weiter als am Rand ausgelenkt werden. Das ermöglicht größere Amplituden (höhere Lautstärke) und auch dominantere bzw. lautere Grundtöne.

    Hinzu kommt, dass bei korrekt "genutztem" Snarebed (Stimmung des Resos) der Teppich in der Mitte am besten anspricht.

    Mich hätte wie gesagt die Physik dahinter interessiert.

    Das könnte dir nils sehr gut erklären. Vielleicht meldet er sich ja noch zu Wort. ;)


    Felle sind ganz klassisch Amba coated bzw Amba Reso.

    Ohne weitere Dämpfung? Krass.

    Dann vermute ich trotzdem noch die Stimmung. Vielleicht ist die auch einfach sehr tief, vielleicht ist das Reso nicht richtig angezogen oder 1-2 Spannschrauben am Schlagfell sind locker, sodass du keine Obertöne mehr hast.


    Auf meiner Todo-Liste für Youtube habe ich auch ein Tutorial zur Snare-Stimmung. Das werde ich dann mal zeitnah machen. :)

    Ein bisschen Offcenter ist ja auch was völlig anderes als am Rand. Wenn man ein Fell mit beiden Sticks bespielt (z.B. Rudiments auf der Snare) kann man auch nicht genau die Mitte anspielen, damit die Sticks sich nicht in die Quere kommen.


    Es wäre also erstmal wichtig zu wissen, über was wir hier genau reden. Und vor allem, wie die Snare überhaupt "konfiguriert" ist. Denn wie eingangs schon erwähnt sind Snares mit z.B. einlagig coated ohne Dämpfung meistens eher zu offen und ringig, auch in der Mitte angespielt.

    Daher vermute ich, dass da einfach was nicht hinhaut.


    Regeln gibts da sowieso nicht wirklich. Schlagzeugspielen und Schlagzeugsound ist eine Kunstform, die sich im letzten Jahrhundert entwickelt hat.

    Aber es gibt trotzdem ein paar physikalische Zusammenhänge und zu Recht etablierte "Standards", die über Geschmack hinaus gehen. Besonders im Bandkontext und zusammenhängend mit Tontechnik.

    Um deine Frage zu beantworten, nach m_trees Angaben: Ein paar Jahre.

    Ah ja. Allen anderen Beiträgen außer meinen Reaktionen geben und dann aber mich zitieren, um eine Frage zu beantworten.


    Ich hätte vielleicht dazu sagen sollen, dass solche Zeitangaben eigentlich völliger Blödsinn sind. Die geben keine Auskunft über die viel wichtigeren Details.

    Spielerischer Stand zu Beginn und Ende, tatsächliche Zeitinvestition (z.B. Stunden / Woche / Monat), tatsächliches Resultat. Das muss man hören und sehen, alles andere ist Schall und Rauch.


    "Ein paar Jahre" bezieht sich bei mir auf alles. Einen ordentlichen Shuffle mit Ghostnotes auf hoher Geschwindigkeit konnte ich schon spielen, bevor ich mich konkret mit Rosanna beschäftigt hatte. Aber die Quäntchen, die Lockerheit, die Ghostnotes nach den Backbeats und eben auch das Tom-Fill hatte ich mir erst nach und nach erarbeitet. Und dazwischen hatte ich mich auch immer wieder mit anderen Sachen beschäftigt.


    Fakt ist, dass der Groove und auch der gesamte Song wirklich schwierig ist, wenn man das ordentlich spielen will. Denn die spielerische Qualität spielt eben auch noch die entscheidende Rolle. Mikrotiming / Präzision, Dynamik, "Beschwingtheit" / Lockerheit ... da gibts verschiedenste Stufen.


    Hier mal mein Tutorial zum Tom-Fill:


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    Hab mir mal was von Bruford auf YT angeschaut. Backbeats spielt er da auch eher mittig an. Und mir geht's hier auch konkret um Backbeats.


    Verbieten will ich keinem was. Aber das ist so mit das erste was meine Schüler lernen. Dass man die Felle in der Mitte anschlagen muss, um einen satten und vollen Sound zu erhalten. Das heißt nicht, dass man das machen muss. Aber der Zusammenhang besteht halt.


    Mittig kann das Fell weiter als am Rand ausgelenkt werden. Das ermöglicht größere Amplituden (höhere Lautstärke) und auch dominantere bzw. lautere Grundtöne.

    Hinzu kommt, dass bei korrekt "genutztem" Snarebed (Stimmung des Resos) der Teppich in der Mitte am besten anspricht.


    Für das Thema hier wäre überhaupt erstmal wichtig zu wissen worum's konkret geht. Welcher Musikstil? Wo genau wird angeschlagen? Wie ist die Snare befellt, gestimmt und gedämpft? Ohne dieses Wissen kann man hier schlecht konkrete Ratschläge geben.


    Ein voller Snare-Sound, mit dem Tonleute zufrieden sind, ist sowieso schwierig zu erreichen. Oder überhaupt ein passendes Lautstärkeverhältnis z.B. von einer offen angespielten Hi-Hat und den Backbeats auf der Snare.

    Eine am Fellrand angespielte Snare ist da ganz schnell mal zu dünn. Und das hat auch nichts mit Geschmack, sondern Physik zu tun.

    Fragwürdig ist diese Spielweise gar nicht, sondern zielführend.

    Fragwürdig wurde auch das Anspielen des Little Boys mit Stöcken abgetan, bis er sich zum Hi-Hat gemausert hatte, damit man ihn besser und leichter mit Stöcken anspielen konnte.

    Rimshots oder Rim-Clicks waren bestimmt auch mal als "fragwürdig" angesehen....

    Zeig mir einen einzigen namhaften Drummer, der seine Snare für Backbeats am Rand anschlägt. Bin gespannt!


    An Piet gewandt, wenn du den Sound, der dir vorschwebt, nicht mit Stimmerei hinbekommst. kannst du dir ja auch eine eigene Technik entwickeln, die Snare eben gezielt am Rand des Fells zu bespielen.

    Hilfe! ?(

    Im Regelfall will man genau diesen "ringigen" Klang vom Fellrand zumindest für Backbeats nicht. Deswegen dämpfen viele Leute das Snare-Schlagfell ab.


    Für einen vollen Klang sollte man das Fell schon ungefähr in der Mitte anschlagen.

    Das kann ich bei Bedarf noch genauer erklären, aber Nils (der Trommelstimmer) kann das besser.


    Bevor du dir so ne fragwürdige Spielweise auf der Snare angewöhnst solltest du auf jeden Fall das Fell, die Stimmung und Dämpfung checken.


    Eine "normal" gestimmte Snare mit einem Ambassador coated oder vergleichbar ohne zusätzliche Dämpfung klingt für die meisten eigentlich viel zu ringig und lang nach.

    Genau so! :thumbup: