Als "Produzent" würde ich den in der Funktion auch nicht bezeichnen. Ich biete ja auch Recording, Mixing und Mastering an, aber bin in dieser Rolle auch kein Produzent.
Das beschriebene Verhalten dieses "Produzenten" ist ein Grund für mich, dass ich in dem Bereich kaum noch aktiv bin und keine "Akquise" mehr betreibe. Das ist nämlich alles nicht so einfach. Wenn sich mal was ergibt - gut. Ansonsten geht mir so eine Aufdringlichkeit auch bei anderen gegen den Strich.
Bei dem Thema spielt Geschmack auch eine große Rolle. Z.B. können fünf Mischer fünf technisch ebenbürtige Mixes machen, aber nur einer davon bringt den Song so rüber, wie es sich die Band vorstellt. Das ist der künstlerische Aspekt dabei.
Aus diesem Grund biete ich immer einen kostenlosen Testmix an.
Am Ende ist man dabei zwar Dienstleister, aber auch das ist nicht so einfach. Alles beginnt mit den Aufnahmen. Und wenn z.B. die vorhandene Schlagzeugaufnahme nicht den angestrebten Sound ermöglicht, muss man halt u.U. nachhelfen. Z.B. mit eigenen Samples. Oder wenn die Aufnahme in anderen Hinsichten schwächelt.
Das Thema ist insofern wirklich eine Gratwanderung. Denn der Mischer möchte ja auch vernünftig arbeiten können und durch den Auftrag auch neues Referenzmaterial für sich haben.
Daher ist es sehr wichtig, dass man erstmal (z.B. auf Basis eines Testmixes) auf einen Nenner kommt, bevor die Produktion realisiert und (im Normalfall) auch bezahlt wird.
Grundsätzlich sollte die Band immer ein Mitspracherecht haben und die Mischungen mitgestalten können. Mix-Verbesserungen auf Basis der Kundenkritik gehören i.d.R. dazu und sollten selbstverständlich sein.
Das läuft bei "den Großen" ganz genau so. Und auch ein Chris Lord-Alge mischt nach Absprache auch mal ein eigenes Snare-Sample dazu, wenn das individuell passend ist.